Cham (BY) – Die Feuerwehren in Bad Kötzting, Furth im Wald und Waldmünchen haben im Rahmen eines interkommunalen Projekts 2024 drei bauartgleiche Drehleitern in Dienst gestellt. Die Städte investierten dafür insgesamt knapp 2,5 Millionen Euro. Durch die gemeinsame Ausschreibung profitierten sie von besseren Einkaufspreisen und einem erhöhten Fördersatz des Freistaats Bayern.
Drei baugleiche DLK 23/12 auf Mercedes-Benz-Atego-Fahrgestell: Die Feuerwehren aus Bad Kötzting, Furth im Wald und Waldmünchen beschafften die Drehleitern gemeinsam im Rahmen eines interkommunalen Projekts. (Bild: Feuerwehr)
Bereits vor 35 Jahren hatten die drei Kommunen gemeinsam Drehleitern beschafft, damals bei Magirus. Dieses Mal fiel die Wahl nach einer fast zweijährigen Planungs- und Ausschreibungsphase auf drei baugleiche DLK 23/12 von Rosenbauer auf Mercedes-Benz-Atego-1630-AF-Fahrgestell. Die Stadt Bad Kötzting übernahm unter Federführung von Kreisbrandmeister Florian Heigl die Ausschreibung.
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Im Sommer 2024 lieferte der Hersteller die Fahrzeuge aus. Bad Kötzting stellte seine Drehleiter am 19. Juli 2024 in Dienst, Furth im Wald folgte am 12. September, Waldmünchen am 16. September. Nachdem die Feuerwehren ihr Personal umfassend geschult hatten, meldeten sie die Fahrzeuge Mitte September 2024 in „Status 2“ – einsatzbereit. Am 1. Oktober 2024 präsentierten die Städte die neuen Hubrettungsfahrzeuge öffentlich.
Jede Drehleiter kostete gut 832.000 Euro. Nach Abzug der Fördermittel verbleibt für jede Kommune ein Eigenanteil von rund 500.000 Euro. Vertreter der beteiligten Städte bezeichneten die Investition als finanziellen Kraftakt, zugleich aber als notwendigen technischen Fortschritt. Insgesamt modernisierten die Kommunen drei von sieben Drehleiter-Standorten im großflächigen Kreis Cham.
eDossier zum 150-jährigen Jubiläum des weltgrößten Aufbauherstellers Rosenbauer bietet einen Überblick über die Firmengeschichte dieses Traditionsunternehmens.
Optisch unterscheiden sich die Fahrzeuge durch ihre jeweilige Beklebung, technisch sind sie identisch. Diese Baugleichheit war Voraussetzung für den erhöhten Fördersatz. Neben finanziellen Vorteilen reduzierte die gemeinsame Ausschreibung den Planungsaufwand für die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen erheblich.
Die neuen Drehleitern verfügen über einen fünfteiligen Leiterpark mit 30 Metern Korbbodenhöhe und abneigbarem, 4,65 Meter langem Korbarm. Der Rettungskorb HR-500 MF ist für bis zu fünf Personen beziehungsweise 500 Kilogramm zugelassen und bietet Aufnahmen für Krankentragenhalterung, Wenderohr und Scheinwerfer.
Als maximale Hubkraft gibt der Hersteller 4.000 Kilogramm im ersten Leiterteil, 1.500 Kilogramm in einem weiteren Leiterteil sowie 600 Kilogramm an der Leiterspitze an. Angetrieben werden die Fahrzeuge von einem 220 Kilowatt (299 PS) starken Sechszylinder-Reihenmotor mit 7.698 Kubikzentimeter Hubraum und Wandlerautomatik. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 15.500 Kilogramm.
Zur feuerwehrtechnischen Beladung gehören unter anderem die Mindestausrüstung nach DIN 14043, ein Stromerzeuger mit 15 Kilovoltampere, ein akkubetriebener Überdrucklüfter, ein Gerätesatz Absturzsicherung, Schleifkorbtragen in zwei Ausführungen sowie Motorkettensäge, Rundschlingen und Schäkel.
Mit der abgestimmten Beschaffung setzen die beteiligten Städte ein Zeichen für interkommunale Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen – ein Modell, das insbesondere für kleinere Kommunen organisatorische und finanzielle Vorteile bringen kann.