Ballrechten-Dottingen (BW) – Nach dem Verlust ihres einzigen Löschfahrzeugs bei einem Werkstattbrand musste die Feuerwehr aus dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mehr als vier Jahre auf Ersatz warten. Erst im Oktober 2025 konnte ein neues LF 10 in Dienst gestellt werden.
Wiss lieferte dieses LF 10 an die FF Ballrechten-Dottingen (BW). In der 2.500-Einwohner-Gemeinde im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald spielt der Weinbau eine wichtige Rolle. (Bild: Brinkmann)
Als es am 2. März 2021 in einer Lkw-Werkstatt in Neuenburg am Rhein zu einem Großbrand kommt, steht dort auch das Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Ballrechten-Dottingen. Das Fahrzeug, das eigentlich wegen eines Kupplungsschadens zur Reparatur war, wird bei dem Feuer vollständig zerstört.
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Um die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten, organisiert die Feuerwehr kurzfristig Ersatz aus der Region. Zunächst stellt die FF Heitersheim ein Fahrzeug zur Verfügung, später übernimmt ein Löschfahrzeug aus Eschbach diese Aufgabe. Die Unterstützung läuft nach Angaben der Verantwortlichen schnell und unbürokratisch.
Parallel beginnt die Gemeinde mit der Ersatzbeschaffung. Zwar liegt bereits im Juni 2021 eine Förderzusage vor, doch Personalwechsel und Einschränkungen während der Corona-Pandemie verzögern die weiteren Schritte. Nach der Ausschreibung Anfang 2022 erhält MAN den Auftrag für das Fahrgestell, Wiss für den Aufbau und ein weiterer Anbieter für die Beladung.
Im weiteren Verlauf wirken sich internationale Entwicklungen auf das Projekt aus. Lieferengpässe beim Fahrgestellhersteller sowie fehlende Arbeitskräfte beim Aufbauhersteller führen zu zusätzlichen Verzögerungen. Erst im Juli 2025 erreicht das Fahrgestell die Endfertigung, im Oktober folgt die Auslieferung.
Das neue LF 10 auf MAN TGM 13.320 4×4 BL bringt einige angepasste Lösungen mit sich. Aufgrund der Gewichtsbilanz reduziert die Feuerwehr den Löschwassertank auf 1.800 Liter und verzichtet auf einzelne Ausstattungsdetails. Gleichzeitig integriert die Wehr eigene Ideen in die Beladung, etwa ein kompaktes Tragesystem für die Wasserentnahme oder eine modifizierte Kübelspritze für den schnellen Einsatz.
Auch die Bedienung richtet die Feuerwehr gezielt auf den Einsatz mit wenig Personal aus. Wichtige Geräte sind zentral angeordnet, sodass bereits in der Anfangsphase eines Brandeinsatzes alle notwendigen Mittel schnell verfügbar sind.
Trotz der langen Beschaffungszeit bewertet die Feuerwehr das Ergebnis positiv. In den ersten Wochen nach der Indienststellung rückt das neue Fahrzeug bereits zu mehreren Brandeinsätzen aus.
Den vollständigen Fahrzeugbericht von Rainer Brinkmann mit allen technischen Details, Hintergründen zur Beschaffung und weiteren Ausstattungsmerkmalen liest Du im aktuellen Feuerwehr-Magazin:
BF Chemnitz: Mehr als Kollegen +++ TLF 2000 auf Unimog U 327 +++ FF Lübeck: Spezialaufgaben im Verbund +++ Große Interschutz-Vorschau +++ LF 10von WISS