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Ungewöhnliches Einsatzgebiet

Panther schützt Raffinerie

Schwedt (BB) – Fast 2.500 Panther sind weltweit an Flugplätzen und Flughäfen im Einsatz. Insgesamt drei FLF der Baureihe hat Rosenbauer auch an Kunden ohne Flugbetrieb verkauft, einen davon in Europa. Die Werkfeuerwehr PCK schützt damit eine Raffinerie in Schwedt. Wir haben uns das Fahrzeug und sein ungewöhnliches Einsatzgebiet in der Uckermark angeschaut.

Als SLF läuft dieser Panther 6×6 bei der WF PCK in Schwedt. Mit dem Löscharm sollen sehr schnell Produktionsanlagen geschützt werden können. (Bild: Hegemann)

Der Panther 6×6 ist der unumstrittener Star im mit Exoten gespickten Fuhrpark der PCK. Ende 2020 lieferte Rosenbauer das SLF an die Werkfeuerwehr in Schwedt aus. Das „S“ hat hierbei mehrere Bedeutungen. „Es kann für Sonder-Löschfahrzeug, Schnell-Löschfahrzeug oder Schaum-Löschfahrzeug stehen. Das würde alles passen“, sagt Brandingenieur Bernward Tewes, der stellvertretende Leiter der Werkfeuerwehr.

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Die Schwedter bestanden darauf, dass am Panther ein Löscharm, eine CAFS-Anlage (Compressed Air Foam System – Druckluftschaumanlage) und eine gelenkte Hinterachse verbaut und gleichzeitig betrieben werden können. „Das hätte eigentlich drei Nebenabtriebe erfordert“, erklärt Torsten Ritzmann, verantwortlich für den Gesamtvertrieb bei Rosenbauer Deutschland, „bei einem Motor ist das technisch unmöglich. Aber unsere Konstrukteure haben eine Lösung gefunden. An einem Nebenabtrieb sitzen zwei Hydraulikpumpen hintereinander, eine für den Löscharm und eine für die CAFS-Anlage.“

Gerade der Löscharm war ein ganz entscheidender Grund für die Wahl des Panthers. „Wir hatten 2018 ein Brandereignis in der Rohölverarbeitung“, erinnert sich Dipl.-Ingenieur Ronny Appelt, der Leiter der Werkfeuerwehr. In der Anlage Rohöldestillation 1 wird Rohöl aus dem Tanklager entsalzt und destillativ aufgetrennt. Die gewonnenen Produkte werden in anderen Anlagen der Raffinerie weiterverarbeitet beziehungsweise gelagert. „Nach 30 Minuten hatten wir den Brand gelöscht“, so Appelt. Allerding war es durch die enorme Hitzeeinwirkung zu strukturellen Beschädigungen an anderen Anlagenteilen gekommen. „Einen länger andauernden Produktionsausfall konnten wir gerade noch verhindern, aber es war knapp“, so der Feuerwehrchef weiter.

Im Sinne der vorbeugenden Instandhaltung machten sich die Verantwortlichen Gedanken, wie solche Brandfälle in Zukunft noch effizienter gelöst werden können. Die „Technik“-Abteilung (Instandhaltung) brachte dann den Panther ins Spiel.  „Der Maschinist soll bei einem Brand vor allem die angrenzenden Anlagen und Bauteile schneller schützen“, erklärt Wachführer Patrick  Richter das Vorgehen. „Ziel war es, dass er an der Einsatzstelle sofort loslegen kann, ohne das Fahrzeug erst abstützen zu müssen.“ Wichtig war auch der Ein-Mann-Betrieb, da in der Anfangsphase unter Umständen nur acht Feuerwehr­leu­te des Abwehrenden Brandschutzes zur Verfügung stehen. Der Löscharm sollte die „Reichweite“ erweitern, die CAFS-Anlage die autarke Einsatzdauer verlängern und eine optimale Schutzwirkung bilden, die mitlenkende Hinterachse die Beweglichkeit im engen Raffineriebereich verbessern.

Löscharm und CAFS-Anlage

Die Arbeitshöhe des Löscharms beträgt 16,5 Meter. „Dank der großen Wurfweite des festinstallierten Werfers an der Spitze ist das für uns ausreichend“, sagt Richter, „wir erreichen fast alle aufgehenden Bauteile wie Rohrbrücken, Tanks oder die Produktionsanlagen.“ Nur das 60 Meter hohe Kraftwerk wäre unerreichbar. Neben dem Werfer (6.000 l/min) ist an der Spitze auch noch eine Wärmebildkamera installiert. Die Bilder könnten dann direkt in die Einsatzzentrale der Feuerwehr übertragen werden.

Der Löscharm sollte die „Reichweite“ er-weitern, die CAFS-Anlage die autarke Ein-satzdauer verlängern und eine optimale Schutzwirkung bilden, die mitlenkende Hinterachse die Beweglichkeit im engen Raffineriebereich verbessern. (Bild: Hegemann)

Der Löscharm hat noch einen weiteren großen Vorteil: Die Kräfte können einen größeren Sicherheitsabstand zum Brand einhalten. Im Prinzip ließe er sich schon während der Anfahrt bis zu einem gewissen Grad aufrichten. Die Schwedter haben den Panther aber so programmieren lassen, dass sich der Löscharm nur im Stand ausfahren lässt. „So ist sichergestellt, dass es zu keiner Beschädigung einer der vielen Rohrbrücken kommt“, erklärt Richter.    

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Großen Wert legten die Schwedter auf die Druckluftschaum-Anlage (CAFS = compressed air foam system). „Damit lassen sich die angrenzenden Anlagen einschäumen. Durch die guten Hafteigenschaften des Schaums auf den Oberflächen hält die Schutzwirkung länger an“, so Richter weiter. Als Schaummittel setzen die Schwedter im Panther übrigens Vapurex LV 0,5 (ein fluorfreies Klasse B-Schaummittel) von Sthamer ein. Damit können auch nicht-polare Flüssigkeitsbrände (wie Mineralölprodukte oder Kerosin) gelöscht werden.

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