Sachsen: Schwer verletzte Besatzung gerettet

TLF-Unfall: Auf dem Weg zum Fahrsicherheitstraining

Großschirma (SN) – Ein Tanklöschfahrzeug (TLF) 3000 der Freiwilligen Feuerwehr Mulda ist am Donnerstagmorgen an der Bundesstraße 101 zwischen Großvoigtsberg und Obergruna (Kreis Mittelsachsen) verunfallt. Zwei Feuerwehrmänner wurden schwer verletzt.

Sachsen / Großschirma: Am 26.04.2018 kam es gegen 7.15 Uhr auf der B 101 zwischen Großvoigtsberg und Obergruna zu einem Verkehrsunfall mit einem Tanklöschfahrzeug (TLF) der FF Mulda. Das Fahrzeug geriet ins Schleudern, rutschte auf ein Feld und überschlug sich. Beide Fahrzeuginsassen wurden schwer verletzt und eingeschlossen. Sie waren auf dem Weg zu einem Fahrsicherheitstraining. Foto: Halkasch
Am 26.04.2018 kam es gegen 7.15 Uhr auf der B 101 zu einem Verkehrsunfall mit einem Tanklöschfahrzeug (TLF) der FF Mulda. Das Fahrzeug geriet ins Schleudern, rutschte auf ein Feld und überschlug sich. Beide Fahrzeuginsassen wurden schwer verletzt und eingeschlossen. Sie waren auf dem Weg zu einem Fahrsicherheitstraining. Foto: Halkasch

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“Die Besatzung war gerade auf dem Weg zu einem Fahrsicherheitstraining”, sagt Steffen Kräher, Abteilungsleiter Ordnung und Sicherheit des Landratsamts Mittelsachsen gegenüber dem Feuerwehr-Magazin. Das Fahrzeug sei in einer Kurve von der Straße abgekommen, habe sich mehrfach überschlagen und auf den Rädern zum Stehen gekommen. Die Insassen, zwei Feuerwehrmänner (35 und 45 Jahre), wurden schwer verletzt in dem Fahrzeug eingeklemmt.

Fahrsicherheitstraining bei der Feuerwehr

Mehrere Feuerwehren, darunter die FF Großschirma, die FF Großvoigtsberg und die FF Freiberg wurden alarmiert und rückten zum Unfallort aus. Dort eingetroffen, retteten sie die Insassen mit schwerem Gerät. Ein Rettungshubschrauber brachte den 35-jährigen Fahrer anschließend in eine Dresdner Klinik. Der Beifahrer kam ebenfalls in ein Krankenhaus. “Zum Gesundheitszustand kann ich nichts sagen”, berichtet Kräher. “Ich gehe aber davon aus, dass für die Feuerwehrleute keine Lebensgefahr besteht.” An dem Fahrzeug sei ein Schaden von rund 200.000 Euro entstanden.

Liste Unfälle mit Tanklöschfahrzeugen

  • 26. April 2018: Auf dem Weg zu einem Fahrsicherheitstraining kommt das TLF 3000 der FF Mulda (SN) von der B101 ab. Zwei Feuerwehrleute werden schwer verletzt. Die Gemeinde Mulda beschaffte das TLF mit Aufbau von Magirus auf einem Iveco Eurocargo 150 E 30 W mit Singlebereifung.
  • 11. Januar 2018: Aus bisher ungeklärter Ursache kommt das TLF 16/25 auf Mercedes Atego 1325 AF mit Zwillingsbereifung der FF Dornum (NI) auf einer Einsatzfahrt nach rechts von der Fahrbahn auf die weiche Berme. Es prallt gegen einen Baum, wobei die Gruppenführerin schwer eingeklemmt wird. Insgesamt werden sieben Personen verletzt. Aufbau: Rosenbauer.
  • 7. August 2017: Im Rahmen einer Übungsfahrt kippt das TLF 20/40-SL der FF Coburg (BY) um und prallt gegen eine Mauer. Ein 20-Jähriger auf dem Beifahrersitz stirbt. Fahrgestell war ein Iveco Trakker 360 mit Zwillingsbereifung. Das Kraftfahrt-Bundesamt leitet Untersuchung gegen Magirus ein.
  • 22. Juli 2017: Ein TLF 16/25 kippt auf der Fahrt zu einem Einsatz im bayerischen Pöttmes (Landkreis Aichach-Friedberg) um und prallt gegen einen Stromverteiler. Drei Kameraden ziehen sich leichte Verletzungen zu.
  • 21. Mai 2017: Auf dem Weg zu einem Dachstuhlbrand stürzt das TLF (MAN LE 10.224, Rosenbauer, Singlebereifung) der FF Niederschönhausen (BE) in einer scharfen Linkskurve auf die Seite. Fahrer und Beifahrer werden verletzt.
  • 19. Mai 2017: Drei Kameraden der FF Bad Düben (SN) werden verletzt – einer davon schwer –, als ihr TLF 20/40 W auf der Fahrt zu einem Waldbrand mit zwei Pkw kollidiert. Fahrgestell: Iveco 150 E 30 W mit Singlebereifung, Aufbau Magirus.
  • 15. Mai 2017: In Köln stürzt ein TLF 4000 auf MAN TGA 18.310 mit Zwillingsbereifung der Feuerwache Ehrenfeld während einer Einsatzfahrt an einer Einmündung auf die Seite. Die Besatzung kann sich unverletzt befreien.
  • 1. April 2017: In Biederbach (BW) stürzt das TLF 20/40 von Magirus auf MAN TGM 13.290 auf der Einsatzfahrt zu einem Flächenbrand in einer scharfen Linkskurve um. Die drei Feuerwehrmänner erlitten bei dem Unfall schwere Verletzungen. Unfallursache: nicht angepasste Geschwindigkeit.
  • 17. Juni 2016: Während einer Übungsfahrt kommt ein TLF in Domschleg nach rechts von der Straße ab, stürzt einen Abhang hinunter und überschlägt sich mehrfach. Vier Feuerwehrleute werden leicht verletzt.
  • 2. Mai 2016: Im Rahmen einer Überprüfungsfahrt verunglückt das TLF der FF Steinen (BW) auf Mercedes Atego. Wie die Polizei mitteilt, geriet das Fahrzeug auf den Grünstreifen, kam von der Straße ab und prallte gegen eine Böschung. Von dort wurde das TLF ab-gewiesen und kippte auf die linke Fahrzeugseite. Der Maschinist wird leicht verletzt.
  • 31. Januar 2016: Auf einem Parkplatz kippt das TLF 16/25 auf Mercedes MK 1222 mit Schlingmann-Aufbau der FF Hasbergen (NI) um und verfehlt nur knapp einen Laternenmast. Der Unfall ereignet sich während eines Ausbildungsdienstes, nennenswerte Verletzungen erleidet keiner der Insassen.
  • 26. Dezember 2015: Am zweiten Weihnachtsfeiertag verunglückt das TLF 4000 auf MAN TGM 13.250 mit Ziegler-Aufbau (Zwillingsbereifung) der FF Hainichen (SN) auf einer Kreuzung. Das Fahrzeug war auf dem Weg zu einem Holzhüttenbrand und kippte um. Die drei Besatzungsmitglieder wurden leicht verletzt.
  • 17. Dezember 2015: Im Rahmen einer Einweisungsfahrt verliert der Fahrer des TLF 4000 auf MAN TGM mit Magirus-Aufbau der Feuer-wehr Solingen (NW) die Kontrolle über den 16-Tonner, durchbricht die Mittelleitplanke und kommt auf der Gegenspur zum Stehen. Mögliche Unfallursache laut Feuerwehr: die Offroad-Bereifung.
  • Oktober 2014: Auf einem Waldweg rutscht während einer Alarmfahrt ein TLF auf Unimog-Fahrgestell der Feuerwehr Solingen (NW) ab und stürzt um.
  • 10. Mai 2014: Auf dem Weg zu einem Übungseinsatz kollidiert ein TLF 16/25 auf Mercedes 1222 (Ziegler) auf einer Kreuzung mit einem Renault Twingo. Dessen 59-jährige Fahrerin wird lebensgefährlich verletzt eingeklemmt, ihr Beifahrer erleidet schwere Verletzungen. Zwei Feuerwehrmänner werden leicht verletzt.
  • 28. Februar 2014: Auf der Rückfahrt von einem Einsatz gerät das TLF 16/25 der FF Laupheim (BW) auf MAN LE 14.250 mit Ziegler-Aufbau und Zwillingsbereifung bei Gegenverkehr und langsamer Fahrt auf die Berme und stürzt eine kleine Böschung hinunter. Acht Feuerwehrleute kommen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus.
  • 15. Januar 2012: Während einer Alarmfahrt zu einer BMA kippt das TLF 20/40-SL der Feuer-wehr Mülheim (NW) bei der Auffahrt auf eine Brücke um. Der Mercedes Axor 1833 AK mit Ziegler-Aufbau wird schwer beschädigt, ein Feuerwehrmann leicht verletzt.,

FF Dornum: Tanklöschfahrzeug rammt Baum

Erst am 11. Januar 2018 war es zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem TLF der FF Dornum (NI) in Westerbur (Kreis Aurich) gekommen. Ein mit mehreren Feuerwehrleuten besetztes Einsatzfahrzeug war dabei mit Sondersignal unterwegs und sollte die Kameraden aus Westerbur bei einem Feuer im Heizungskeller in deren Feuerwehrhaus unterstützen.

Auf dem Weg zu einem Einsatz in Westerbur geriet das TLF 16/25 der FF Dornum auf die weiche Berme und prallte gegen einen Baum. Die Gruppenführerin wurde dabei im Fahrzeug eingeklemmt und schwer verletzt.

Doch auf der schmalen und gerade neu asphaltierten Straße kam das TLF 16/25 nach rechts von der Fahrbahn auf den weichen Untergrund der Berme und prallte anschließend gegen einen Baum. Dieser wurde durch den Anprall entwurzelt. Bei dem Unfall wurde die Gruppenführerin auf der Beifahrerseite eingeklemmt. Sie musste mit hydraulischem Rettungsgerät aus ihrer Lage befreit werden, was über eine Stunde dauerte. Sie wurde wie zwei weitere Insassen mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht.

Video-Quelle: Nonstopnews

Im Einsatz waren rund 60 Feuerwehrleute aus Norden, Westerholt, Westerbur und Roggenstede. Da ihnen vorab nicht bekannt war, dass sie zu einem Unfall mit einem Einsatzfahrzeug und zur Befreiung ihrer eigenen Kameraden alarmiert worden waren, wurde zur Betreuung auch die Notfallseelsorge hinzugezogen, so Ortsbrandmeister Thorsten Siebels von der FF Westerbur in einem Interview mit der Ostfriesen-Zeitung.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. In die Niedrlande mussen die freiwilligen fahrer jedes jahr minimal 10 fahr stunden machen und 4 davon mit einen fahr lehrer und jedes 2 e jahr fahren auf einen special bahn mit glatte und ausweichen und soweiter

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  2. Habe selber bei einem Fahrsicherheitstraining gesehen, wie ein LF 10 mit Singelbereifung und Agrarprofil, drotz Retuzierung der Geschwindichkeit, die komplette geflutete Anlage durchgerutscht ist.
    Die Wehr will jetzt die Berreifung umrüsten auf Zwillingsbereifung .
    Bei sowas kannst du soviel Fahrstunden haben wie du willst, das auto macht was es will.

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  3. Der Job der bei jedem Einsatz gefordert wird, wird meistenorts am wenigsten geschult Kraftfahrer)
    Interessant wäre bei den Unfällen jeweils zu erfahren ob die Fahrzeugnsassen Angeschnallt waren (ganz schwieriges Thema!!).

    aber: et hat noch immer jod jejange

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  4. Viele Einsatzfahrten (und teilweise auch andere Fahrten mit Großfahrzeugen, insbesondere mit Wassertank) verlaufen nur mit Glück unfallfrei und dass nicht nur, aber besonders bei uns freiwilligen Feuerwehren. Bei uns gilt die Grundregel: “Wir fahren auf “Ankommen”!” – Heißt das oberste Ziel ist, heil am Fahrziel anzukommen. Trotzdem hat man als MA oder FzF viel zu oft das Gefühl “oh ohh, das war knapp….”. Wenn jede Wehr mal eine ehrlich geführte Doku führen würde, in die jeder MA und/oder FzF (ggf. anonyn) grenzwertige Fahrerlebnisse einträgt, wäre das Ergebnis sicher erschreckend. Hier ist auf jeden Fall Handlungsbedarf in Sachen Fahrer-Schulung.

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  5. Das eigentlich erschreckende daran ist das wie viele TLF sich auf die seite legen. Liegt es an der Struktur des Aufbaus (zu hoher Schwerpunkt)?,an fehlenden Prallblechen entlang der Fahrtrichtung, die über die ganze höhe des Tankes gehen? Oder an der Bereifung? Ich möchte nicht immer nur den Maschinisten dafür Verantwortlich machen aber ich habe auch noch nichts von Nachbesserungen oder Untersuchungen seitens der Hersteller egal wie sie heißen mitbekommen.
    Ich hoffe nicht das die Hersteller solcher Fahrzeuge kein Interesse bekunden oder Ursachenforschung betreiben, natürlich ist es einfacher einen Maschinisten als Wurzel des Übels auszumachen als sich an die eigene Nase zu fassen und vielleicht das Aufbaukonzept zu Überarbeiten. MKG

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