Nach TLF-Tragödie in Coburg

Kraftfahrt-Bundesamt leitet Untersuchung gegen Magirus ein

Coburg (BY) / Flensburg (SH) – Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat eine Untersuchung gegen den Aufbauhersteller des Tanklöschfahrzeug (TLF) eingeleitet, das im August 2017 in Coburg bei einer Übungsfahrt verunglückt ist. Bei dem Unfall ist ein 20-jähriger Feuerwehrmann ums Leben gekommen.

Bei dem Unfall ist ein 20-jähriger Feuerwehrmann gestorben. Nun prüft das KBA den Fall. Foto: NEWS5 / Ittig

Das Feuerwehrfahrzeug der FF Coburg war am 7. August 2017 während einer Übungsfahrt umgekippt und gegen eine Mauer geprallt. Bei dem Fahrzeug handelte es sich um ein 14 Tonnen schweres TLF 20/40-W von Magirus. Ein 20-jähriger Feuerwehrmann auf dem Beifahrersitz verlor bei dem Unfall sein Leben. Besonders tragisch: Bei dem Maschinisten handelt es sich um den Vater des 20-Jährigen.

Junger Feuerwehrmann kommt bei Bewegungsfahrt ums Leben

Tragödie mit TLF: erschütternde Details

Maschinist trägt keine Schuld

Der Fahrer des TLF trägt keine Schuld an dem Unfall. Das teilte die Staatsanwaltschaft Coburg vergangenen Mittwoch (7. Februar 2018) mit.

Das Sachverständigengutachten habe ergeben, dass das TLF bei befülltem Tank über eine sehr hohe Schwerpunktlage verfüge. Der Maschinist sei in der Kurve rund 30 km/h gefahren. Er hätte nicht damit rechnen können, dass das Fahrzeug bei dieser Geschwindigkeit umkippt.

Jetzt prüft Flensburg den Fall

Wie die Pressestelle des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) heute auf Anfrage von feuerwehrmagazin.de bestätigte, hat die Flensburger Behörde nun eine Untersuchung nach dem Produktsicherheitsgesetz gegen die Firma Magirus eingeleitet. Dabei wird untersucht, ob konstruktive Mängel zu dem Unfall geführt oder den Verlauf beeinflusst haben. Am Ende des Prüfverfahrens kann eine Rückrufaktion stehen, die beispielsweise den Hersteller verpflichtet, baugleiche Fahrzeuge nachzubessern. Wir haben bei dem Ulmer Aufbauhersteller um eine Stellungnahme zu den Ermittlungen gebeten, jedoch keine offizielle Stellungnahme erhalten. Sollte es zu einer Rückrufaktion für baugleiche Feuerwehrfahrzeuge kommen, veröffentlicht dies das KBA.

Immer wieder Unfälle mit TLF

16 Kommentare zu “Kraftfahrt-Bundesamt leitet Untersuchung gegen Magirus ein”
  1. René Thomas

    Hallo ich habe da mal eine Frage
    Ist das den überhaupt noch Standard gemäß das aus diesem Tlf noch Trommel bremsen verbaut werden
    Wir als Feuerwehr hatten uns extra so ein hohes Fahrzeug aus gesucht da wir an der Elbe im Hochwasser Gebiet Leben um im Ernstfall da mit die überfluteten Straßen zu benutzen
    2013 war der Fall x wir mussten Hilfe. Leisten nach der Wasser durch fahrt hätten wir fast einen schweren Unfall gebaut weil das Fahrzeug Bein bremsen so stark nach links gezogen hat das wir im gegen verkehrt zum stehen gekommen sind
    Wir haben die Werkstatt kontaktiert und neue bremsen bekommen uns wurde mit geteilt das wir nicht mehr durchs Wasser fahren dürfen

    Durch unser nach fragen wurde gesagt durch das Wasser Quellen die brems backen auf

    Ich selber fahre beruflich selbst Lkw auf der Baustelle also viel schlam und Wasser
    Ich würde mich freuen über eine Antwort
    Oder ein weiterleiten an die Behörde

  2. Holger Korda

    Egal wie das Verfahren ausgeht dadurch wird der Kamerad nicht wieder lebendig .
    Es kann verhindert werden , dass keine weiteren Unfälle dieser Art passieren
    Hier muss und wird Magirus wohl handeln müssen , da andere baugleiche Fahrzeuge die gleichen Probleme haben .
    Im Notfall die betroffenen Fahrzeuge stilllegen und gegen Ersatzfahrzeuge tauschen die vom Hersteller kommen .

  3. Da Fahren die Fahrzeuge seit Jahren auf unseren Straßen und jetzt erst soll der Hersteller schuld sein?? Ich weiß leider nicht was das für eine Kurve war aber schon mal überlegt ob 30 km/h vielleicht doch zu schnell war? Ich selber fahre einen RTW und selbst da ist es manchmal problematisch in den Kurven.

  4. Sollte ein Fahrzeug nicht überprüft werden bevor es eine Zulassung bekommt !
    Meiner Meinung nach ist diese nachträgliche überprüfen nur notwendig weil die Behörden bei der erstabname versagt haben.
    Traurig ist das erst jemand sterben musste bevor jemand aktiv wird.

  5. Haben bei uns in der Wache ein 24/48 aus Brandenburg. Neigt sehr stark zum kippen. Hatte schon 2mal, das kurveninnerer Zwilling anfing durchzudrehen, bei nichtmal 30! Ich denke, dass die Tanks bis auf eine Höhe von 3,30m gebaut werden ist das Problem. Dadurch ist der Schwerpunkt immer zu hoch. Schiffe kentern auch, wenn die Last oben drauf kommt. Deswegen baut man Sportwagen auch breit und nicht hoch.
    Auf Grund der Entnahmehöhen im LF oder TLF wird auf Fahrstabilität verzichtet.

  6. Ich habe Frage mich, welche Aufgabe das KBA hat. Überprüfen die überhaupt was oder winken Sie nur alles durch ( siehe VW und jetzt noch ein Menschenleben ), da Frage ich mich ob die überhaupt noch eine Daseins Berechtigung haben, die Testen doch überhaupt nichts und die Leittragenden sind mal wieder die normalen Bürger.

  7. Meiner Meinung nach ist der hohe Schwerpunkt in Kombination mit den geländegängigen Fahrwerken hier das Problem.
    Vielleicht sollte man prinzipiell darüber nachdenken, keine fertigen Grundgestelle zu nehmen, sondern die Fahrzeuge komplett zu entwickeln (siehe USA mit ihren Fahrzeugen).
    Vielleicht lässt sich so eine Kombination wie die eben angesprochene besser realisieren.

  8. Hier nur auf die Behörde zu verweisen ist falsch. Die Verantwortung für die Produktsicherheit liegt beim Hersteller und das für den Normalgebrauch, als auch für den zu erwartenden Missbrauch. Wenn sich Hersteller hinter Behörden und Gesetze vollständig verstecken können führt das dazu, dass Kunden nicht entschädigt werden, anders als in den USA wo Hersteller das ganze Produktleben für die Sicherheit ihrer Produkte uneingeschränkt verantwortlich sind.

  9. Warum sind immer die Anderen Schuld. Wenn ich das erste Mal mit einem Fahrzeug fahre, muß ich mich an die Eigenschaften eines Fahrzeugs gewöhnen. Die Aussage kippt bei 30 km/h in der Kurve um, sagt nicht aus wie eng der Kurvenradius ist. Wenn ich zB. mit einem Linienbus mit 60km/h durch eine Kurve fahre, oder einem Doppelstock-Reisebus durch die gleiche Kurve mit 60km/h fahre, kippt dieser mir auch um. Da sagt keiner, der Bus Hersteller ist Schuld. Alleine der Fahrer ist Schuld. Er muss mit den Eigenschaften des Fahrzeuges vertraut sein. Und bei vielen Feuerwehren, speziell den Freiwilligen, fehlt es denn Fahrern an Fahrpraxis und Erfahrungen mit den Fahrzeugen.

  10. Das ist Quatsch. Zu oft werden die Fahrer unter Generalverdacht gestellt. Wenn Fahrzeuge umkippen geht es um Fahrdynamik. Und diese bleibt den Fahrern verborgen. Da reicht oft schon ein Stein auf der Fahrbahn. Ein weiterer Punkt ist die Beladung. Man kann davon ausgehen, dass diese in 11 Jahren auch mal geändert wurde. Bisher schreibt niemand den Feuerwehren vor, sich jede Änderung durch den Aufbauer genehmigen zu lassen. Ich halte das aber für zwingend. Allerdings unterschätzen viele Fahrer aber auch die permanenten Änderungen der Eigenschaften des Fahrzeugs. Wenn ich diese Fahrzeug leer bewege ändert sich das Fahrverhalten fundamental. Noch größer sind die Unterschiede bei Gruppenfahrzeugen mit großem Tank. Leer und ohne Mannschaft fehlen plötzlich über 2 t und die Vorderräder haben kaum noch Kontakt zur Fahrbahn. All das gehört endlich mal auf den Prüfstand.

  11. Axel Pawlowsky

    @ Uli: Wenn Ihr die Beladung verändert (Austausch, zusätzliche oder Änderung der Position) holt Ihr Euch dann beim Hersteller eine Genehmigung?

  12. Ich kenne diese Kreuzung auf der dieser tragische Unfall passiert ist. Der Bereich dort ist keineswegs eng, es sind sogar 2 Fahrspuren in der abbiegenden Richtung vorhanden. Auch war der Fahrer ein langjähriger erfahrender Maschinist der schon viele Jahre Fahrzeuge führt und auch diese Kreuzung kennt, da diese in der nähe des Gerätehauses liegt.

  13. Es ist nicht das erste Fahrzeug dieser Art wo umkippt
    Eine Überprüfung kann nicht schaden.

  14. Marc Hoffmann

    Hallo zusammen,
    zuerst sollte mal darüber nachgedacht werden das ein Vater seinen Sohn dabei verloren hat. Wir sollten lieber dem Kammeraden und seiner Familie beistehen. Zum anderen bin ich der Meinung das der Fahrzeughersteller hier zur Verantwortung gezogen werden soll und zwar richtig auch wenn es den jungen Kammeraden nicht hilft.

  15. Mann mann wenn ich das hier alles so lese stellen sich bei mir die Nackenhaare hoch. Auser Mike könne wir alle nicht mitreden, solange wir nicht dabei waren kann und darf keiner glucke sprüche los lassen.
    Habe selber schon einiges gesehen und hoffe nur das ich selber als Maschienist das nie erleben mus.

    Schöne grüße an alle besserwisser. Ihr müstet es eigentlich besser wissen.

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