Die 5 ungewöhnlichsten Feuerwehrhäuser

Wenn die Feuerwehr aus einem Parkhaus ausrückt

Wo gibt’s denn so was: Die Wache einer Werkfeuerwehr, die in ein Parkhaus integriert ist? Ein Feuerwehrhaus, das aussieht wie ein Löschfahrzeug? In den Berg gesprengte Fahrzeughallen? Wir stellen Euch die fünf ungewöhnlichste Feuerwehrhäuser im deutschsprachigen Raum vor.

Freiwillige Feuerwehr Bairisch Kölldorf

Wie ein riesiges dreiachsiges Rüstlöschfahrzeug (RLF), vergleichbar mit einem deutschen Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF), sieht das Rüsthaus der FF Bairisch Kölldorf (Steiermark, Österreich) aus. Es wurde im Jahr 2002 eingeweiht. Die drei Hallentore sind dort montiert, wo sich bei einem echten RLF die Geräteraum-Jalousien befinden.

Blinker, Blaulichter, Scheinwerfer und Scheibenwischer des über 25 Meter langen, mehr als 6 Meter hohen und 250 Tonnen schweren Gebäudes funktionieren wirklich. Die drei in die Fassade eingelassenen Räder sind Originale. Sie stammen von einem Bagger. Am Heck befindet sich ein Schlauchturm, der wie eine Leiter aussieht, auf der ein Feuerwehrmann steht und mit einem Strahlrohr spritzen kann.

Ein Feuerwehrhaus, das aussieht wie ein Feuerwehrfahrzeug. Standort: Bairisch Kölldorf in der Steiermark. (Bild: Hermann Kollinger)

 

Freiwillige Feuerwehr Margreid

In den Berg hinein gebaut ist das 2010 eingeweihte Feuerwehrhaus der FF Margreid (Südtirol, Italien). Es besteht aus drei in den Fels gesprengte Stollen, die durch Querschläge miteinander verbunden sind, und einem schmalen Vorbau. Mehr dazu erfahrt Ihr hier.

Einer von drei Bergstollen, in denen die FF Margreid untergebracht ist.
Einer von drei Bergstollen, in denen die FF Margreid untergebracht ist. (Bild: Michael Rueffer)

Werkfeuerwehr Roche, Penzberg

Oben parken die Privat-Pkw, unten rücken die Einsatzfahrzeuge aus: Die Wache der WF Roche am Standort Penzberg (Kreis Weilheim-Schongau, BY) ist in ein mehrstöckiges Parkhaus integriert. 2015 wurde das 7,5 Millionen Euro teure Gebäude eingeweiht. Sieben Fahrzeuge stehen den fünf hauptamtlichen und 45 ehrenamtliche Kräften der WF zurzeit zur Verfügung. Die Wache bietet sogar Platz für bis zu zehn Fahrzeuge. Außerdem finden sich dort eine Einsatzzentrale, eine Waschhalle, eine Werkstatt sowie Lager-, Sanitär, Büro- und Sozialräume. Außerdem wird die Wache vom Lokalen Ereignis Management(LEM – Stab) zur Abarbeitung größerer Einsätze sowie für Schulungsveranstaltungen genutzt.

In ein mehrstöckiges Parkhaus ist die Wache der WF Roche am Standort Penzberg integriert.
In ein mehrstöckiges Parkhaus ist die Wache der WF Roche am Standort Penzberg integriert. (Bild: WF Roche)

 

Freiwillige Feuerwehr Saerbeck, LZ Sinningen

In einer Windmühle ist der Löschzug (LZ) Sinningen der FF Saerbeck (Kreis Steinfurt, NW) untergebracht. Die Mühle würde im Jahr 1866 erbaut. Im Jahre 2000 wurde sie 50 Meter in nördlicher Richtung versetzt und restauriert. Seit 2001 dient sie dem LZ als Feuerwehrhaus. Hier sind ein Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) sowie ein Mannschaftstransportwagen (MTW) stationiert.

Der Löschzug Sinningen der FF Saerbeck nutzt eine Windmühle als Feuerwehrhaus.
Der Löschzug Sinningen der FF Saerbeck nutzt eine Windmühle als Feuerwehrhaus. (Bild: Claudia Puckert)

 

Werkfeuerwehr Vitra, Weil am Rhein

Die Feuerwache der WF Vitra in Weil am Rhein (Kreis Lörrach, BW) ist eine internationale Berühmtheit. Entworfen wurde sie von der irakisch-britischen Stararchitektin Zaha Hadid (1950-2016). Von ihren gewagten Plänen war das 1993 errichtete Gebäude der erste, der wirklich realisiert wurde. Kurios: Eigentlich hatte Hadid nur einen Stuhl für den Vitra-Firmenchef entwerfen sollen. Eine Besonderheit der Wache ist das Vermeiden von rechten Winkeln und der Verzicht auf Farben. Seit der Auflösung der WF wird das Haus als Veranstaltungszentrum benutzt.

Ehemalige Wache der Werkfeuerwehr Vitra von Zaha Hadid, Vitra Campus, 1993.
Ehemalige Wache der Werkfeuerwehr Vitra von Zaha Hadid, Vitra Campus, 1993. (Bild: Vitra)

 

Sonderheft Feuerwehrhäuser und -wachen

Im Jahr 2019 bringt das Feuerwehr-Magazin ein Sonderheft zum Thema “Feuerwehrhäuser und -wachen” heraus. Wir wollen auf rund 100 Seiten innovative und praxiserprobte Lösungen für die täglichen Abläufe präsentieren: bei der Lagerhaltung, bei der Arbeit in den Werkstätten, bei den Gemeinschaftsräumen, der Nutzung von Wasser, Sonnenlicht oder Abwärme, den Umkleide- und Sanitärräumen sowie in den Küchen und Büros. Thematisieren wollen wir auch den Einbruchschutz und Zutrittsysteme.

Habt Ihr ungewöhnliche, moderne oder innovative Lösungen bei Euch im Feuerwehrhaus oder in der Feuerwache realisiert? Dann lasst es uns doch bitte wissen und schickt einfach eine kurze Mail an redaktion@feuerwehrmagazin.de.

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