Ungewöhnliche Zwischenlösung: FF Kaufbeuren zieht in Eishockeyhalle

Eissportler raus – Feuerwehr rein!

Kaufbeuren (BY) – Weil ihr Feuerwehrhaus abgerissen und neu errichtet werden soll, geht die Freiwillige Feuerwehr (FF) Kaufbeuren einen ungewöhnlichen Weg: Sie zieht in ein ehemaliges Eissport-Stadion ein. 

Bis Mitte Februar wollen die Feuerwehrleute aus Kaufbeuren (BY) die ehemalige Eissporthalle beziehen. Foto: FF Kaufbeuren.

Das Feuerwehrhaus der FF Kaufbeuren, nahe dem Kern der 43.000-Einwohner-Stadt, ist langfristig zu klein. Gemeinsam mit der Stadt plante die Feuerwehr daher ein neues Gebäude. Es soll an gleicher Stelle errichtet werden. „Als der Plan für das neue Feuerwehrhaus stand, war erst angedacht, das Gebäude im laufenden Betrieb zu sanieren“, erzählt uns Thomas Vogt, Stadtbrandrat der FF Kaufbeuren. Dies sollte sich jedoch als nicht praktikabel herausstellen.

„Dann kam uns der Gedanke: wir haben ja ein Gebäude, das wir nutzen können!“, so der Stadtbrandrat weiter. Mit dem Gebäude ist das alte Eissportstadion gemeint. „Es war eine glückliche Fügung, dass die Stadt Ende 2017 ein neues Stadion fertigstellte und die alte Halle nun leer stand“, sagt Thomas Vogt. So gab es einen fließenden Übergang der Nutzung. „Die Infrastruktur in dem Gebäude passt dabei perfekt. Unsere Fahrzeuge können auf der ehemaligen Eisfläche stehen und wir können beispielsweise die Umkleideräume direkt nutzen.“

Eine Seite des Stadions ist offen, sodass Abgase abziehen können. Zusätzlich kann ein Ventilator beigeschaltet werden. Um die wasserführenden Fahrzeuge im Winter frostfrei zu halten, setzt die FF auf Wärmestrahler.

Die Fahrzeuge finden auf der ehemaligen Eishockeyfläche Platz und die FF kann beispielsweise die Umzugsräume direkt nutzen. Außerdem bietet sich zukünftig ein Panoramablick von der ehemaligen VIP-Lounge aus, die als Bereitschaftsraum genutzt werden soll. Foto: FF Kaufbeuren.

Dabei galt es auch einige Schwierigkeiten zu überwinden. „Zunächst hat es etwas Hirnschmalz erfordert, die baurechtliche Nutzungsänderung des Gebäudes durchzubringen und schließlich mussten die Tribünen leergeräumt werden“, gibt Vogt zu. „Außerdem gibt es nur eine Ausfahrt für die Fahrzeuge, die darüber hinaus auch noch ein bisschen ‘tricky’ ist. Aber es funktioniert und bei der Größe unserer Feuerwehr ist ein Tor kein Problem“, versichert der Stadtbrandrat.

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Einen ganz besonderen Vorteil bietet die Eishalle außerdem: „Wir haben einige Eishockeyfans in unseren Reihen. Und da der ehemalige VIP-Bereich mit Panoramablick auf das Spielfeld nun unser Bereitschaftsraum wird, fühlen sich die Kameraden dort besonders wohl“, freut sich Thomas Vogt.

Der Umzug in das Stadion soll bis Mitte Februar 2018 erfolgt sein. Ende 2019 wollen die Kaufbeurer Feuerwehrleute dann ihr neues Feuerwehrhaus am alten Standort beziehen. Wir werden weiter darüber berichten.

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