Beispiele und Prävention

Einbruchschutz: So sichert Ihr Euer Feuerwehrhaus

Statistisch wird alle 2 Minuten in Deutschland an einem Gebäude eine Fensterscheibe eingeschlagen, ein Schloss aufgebrochen oder eine Tür aufgehebelt. Zunehmend sind auch Feuerwehrhäuser betroffen. Dabei lässt sich die Unterkunft mit wenigen Maßnahmen wirkungsvoll gegen Einbruch schützen. 

Die Sicherheit in Feuerwehrhäusern wird in Unfallverhütungsvorschriften (UVV) geregelt. Die Gesetzliche Unfallversicherung (GUV) führt in seinen Vorschriften umfangreiche Regelungen für alle Fälle des Unfallschutzes auf. Es wird die Sicherheit in den Feuerwehr- und Gerätehäusern thematisiert – konkrete Empfehlungen zum Einbruchschutz sind allerdings Mangelware. Bundesweit ist jedoch eine deutliche Zunahme von Einbrüchen in Feuerwehrhäusern feststellbar. In Schleswig-Holstein sind nach Angaben des Landespolizeiamtes binnen einen Jahres 36 Einbruchdiebstähle verübt worden.

Einbrüche – egal ob in Privat- oder gewerblichen Gebäuden und Feuerwehrhäusern – werden hauptsächlich von Gelegenheitstätern begangen. Bei über 70 Prozent der Einbrüche werden Türen, Tore oder Fenster nach dem Motto „schnell rein und schnell wieder raus“ aufgehebelt. Schon mit einem einfachen Schraubendreher lassen sich mit 600 Kilogramm Hebelkraft die Schließstücke knacken. Brechstangen und Keile kommen als zusätzliches Einbruchswerkzeug zum Einsatz.

Auch in Feuerwehrhäusern findet sich leichte Beute für Einbrecher. Neben teuren Werkzeugen, Funkgeräten, Sägen und der Schutzbekleidung wird alles entwendet, was sich leicht transportieren lässt – sogar Stromaggregaten. Begünstigt werden die Diebstahl-Delikte bei freiwilligen Feuerwehren dadurch, dass die Kräfte nicht kontinuierlich anwesend sein. Dienstzeiten und andere regel-mäßige Termine lassen sich schnell ausspähen.

Mechanisch und elektronisch sichern

Das bundesweite Programm Polizeiliche Kriminalprävention (ProPK) hat zum Thema Einbruchschutz für den gewerblichen und privaten Bereich Broschüren herausge-bracht, die die Notwendigkeit – aber auch die Effektivität – von mechanischer und elektronischer Sicherheit deutlich herausstellt.

Tipp: Priorität bei der Absicherung eines Feuerwehrhauses sollten zunächst die Fenster, Türen und Tore haben. Durch den Einbau geprüfter Produkte mindestens der Widerstandsklasse 2 gemäß der Prüfnorm für Fenster und Türen (DIN ENV 1627) wird ein solider Grundschutz erreicht. Fenster sollten mit einer durchwurfhemmenden Verglasung (P 4 A) ausgestattet sein. Massive Vergitterungen vor Fenstern und Tore sind im Mauerwerk fest zu verankern. Neben der mechanischen Absicherung sämtlicher Öffnungen sollte auch der Einbau einer Einbruchmeldeanlage (EMA) vorgenommen werden.

Im Idealfall scheitert der Einbrecher schon beim Versuch an der mechanischen Absicherung. Wenn die Alarmanlage zusätzlich ausgelöst wird, bekommen die Interventionskräfte die Möglichkeit, die Täter noch am Tatort zu stellen.

Sonderheft Feuerwehrhäuser und -wachen

Das Feuerwehr-Magazin bringt im Jahr 2019 ein eigenes Sonderheft zum Thema “Feuerwehrhäuser und -wachen” heraus. Auf rund 100 Seiten wollen wir innovative Lösungen für die täglichen Abläufe in den Unterkünften präsentieren: bei der Lagerhaltung, bei den Werkstätten, bei den Gemeinschaftsräumen, der Nutzung von Wasser, Sonnenlicht oder Abwärme, den Umkleide- und Sanitärräumen, in den Küchen und Büros. Auch der Einbruchschutz und Zutrittsysteme spielen eine Rolle.

Habt Ihr ungewöhnliche, moderne oder innovative Lösungen bei Euch im Feuerwehrhaus oder in der Feuerwache realisiert? Dann lasst es uns doch bitte wissen und schickt einfach eine kurze Mail an redaktion@feuerwehrmagazin.de.

Neben dem Einsatz einer elektronischen Alarmanlage gibt es eigentlich keine preisgünstige Alternative. Hier gilt das Motto: Qualität vor Quantität. Das heißt, dass nicht am falschen Ende gespart werden darf. Gerade die Zuverlässigkeit einer EMA sorgt für Sicherheit. Außerdem produzieren Billiganlagen Falschalarme, die zusätzliche Kosten verursachen.

Alarmanlagen lassen sich per Chip oder Transponder in Sekundenschnelle scharf o-der unscharf schalten. Im Einsatzfall hat der freiwillige Feuerwehrmann, der das Gebäude aufschließt, nur einen minimalen zeitlichen Mehraufwand. Der Sicherheitsgewinn ist hingegen erheblich. Schließlich gilt es, mit vollständiger Ausrüstung schnell den Einsatzort zu erreichen.

Ein beim Betreten festgestellter kapitaler Einbruch und der Verlust elementarer Einsatzmittel hat womöglich gravierende Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Wehr. Ein mechanischer und elektronischer Grundschutz des Gebäudes und der da-zugehörigen Einsatzmittel ist damit obligatorisch.

Künstliche DNA zur Prävention

Neben der mechanischen und elektronischen Sicherheit empfiehlt die Polizei Bremen den Einsatz einer Künstlichen DNA. Diese wird seit Anfang 2009 bundesweit erstmalig in Bremen im Rahmen eines Pilotprojektes eingesetzt. Schon jetzt sorgt das Projekt für Aufsehen, da erstmalig nach fünf Jahren die Einbruchszahlen im Land Bremen rückläufig sind.

Durch den Einsatz einer dauerhaft fluoreszierenden Flüssigkeit soll ein präventiver Abschreckungseffekt erzielt werden, um die Einbruchszahlen zu senken. Jede einzelne Markierungsflüssigkeit ist mit einem individuellen DNA-Code ausgestattet. Durch die Markierung einzelner Gegenstände hat die Polizei die Möglichkeit, Gegen-stände konkret seinem rechtmäßigen Eigentümer zuzuordnen. Das Entwenden von markierten Wertgegenständen bedeutet für potentielle Straftäter somit ein höheres Risiko.

Mit einem Set für 75 Euro lassen sich etwa 50 Gegenstände markieren. Spezielle Aufkleber, die den Markierungssets beiliegen, sollen – an Fenstern und Türen angebracht – ungebetene Gäste fernhalten. Das wird in Bremen an allen DLRG-Stationen getestet und wäre so auch für Feuerwehrhäuser denkbar. 

Autor: Kriminalhauptkommissar Jürgen Schöttke, Polizei Bremen

Zutrittsysteme für die Feuerwehr

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Einbrüche in Feuerwehrhäuser – Beispiele:

Spreizer, Schere und Hydraulikaggregat weg!

Rodenberg (NI) – Diebe haben in der Nacht auf den 25. März 2018 aus dem Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Rodenberg (Kreis Schaumburg) hydraulisches Rettungsgerät gestohlen.

Erneut kam es zu einem Diebstahl aus einem Feuerwehrhaus. Die FF Rodenberg vermisst einen hydraulischen Rettungssatz. Symbolfoto: S. Buchenau

Wie die Polizei mitteilte, haben die Täter zwischen Samstagabend 17 Uhr und Sonntagvormittag 11 Uhr gewaltsam eine Außentür des Feuerwehrhauses aufgebrochen. Sie wussten offenbar, dass auf dem Rüstwagen ein Hydraulikaggregat sowie eine Schere und Spreizer verlastet waren und entwendeten diese.

Nach ersten Schätzungen der verantwortlichen Feuerwehrleute beträgt der Schaden allein der entwendeten Geräte über 35.000 Euro. Zusätzlich wurden eine Tür und ein Bewegungsmelder zerstört.

Auf ihrer Homepage schreibt die Feuerwehr: “Wir wurden in der Nacht zu Sonntag bestohlen. Und mit ‘wir’ meinen wir nicht nur die Feuerwehr Rodenberg, sondern auch die Bürger Rodenbergs. Unbekannte brachen in das Feuerwehrhaus ein und stahlen das hydraulische Rettungsgerät vom Rüstwagen. Ein Gerät, das dafür gedacht ist, Leben zu retten.”

Spinde durchwühlt und VW-Bus geklaut

Hagen (NW) – Am 6. November 2017 brach ein Mann in das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Eppenhausen in Hagen ein. Er durchsuchte Spinde und wollte ein Einsatzfahrzeug klauen. Doch er würgte den VW Bulli ab. In dem Moment konnte er von der Polizei gestellt werden.

Nach Polizeiangaben war der Täter ein ein 34-jähriger Mann. Er brach in den frühen Morgenstunden in das Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in der Haßleyer Straße ein. Dort durchwühlte er einen Großteil der persönlichen Spinde und diverse Schränke. Anschließend gelang es ihm, ein Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr (VW T5) zu starten. Als er das Blaulicht einschaltete, bemerkte ihn ein Feuerwehrmann auf dem Weg zur Arbeit in der nicht besetzten Feuerwehrwache und verständigte die Polizei.

Spindraum der Feuerwehr nach dem Einbruch. Foto: Polizei Hagen

Der Einbrecher durchbrach mit dem Bulli ein geschlossenes Rolltor und fuhr auf die Straße. An der Straßenkreuzung zur Karl-Ernst-Osthausstraße würgte der 34-Jährige den Motor des Autos ab. Die Beamten konnten den Einbrecher aus dem Auto ziehen. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Der Mann war angetrunken und hatte keinen Führerschein. Er richtete einen Gesamtschadenvon zirka 150.000 Euro an.

Zwei Einbrüche in kurzer Zeit, MTW entwendet

Neunkirchen (SL) – Zwei Mal, an zwei aufeinander folgenden Tagen, brachen Unbekannte diese Woche in das Gerätehaus des Löschbezirkes Wellesweiler der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen ein. Beim zweiten Einbruch am 10. Juni 2016 entwendeten die Diebe sogar einen Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr und ließen diesen nach einem Unfall beschädigt in der Neunkircher Innenstadt zurück.

Symbolfoto Blaulicht-1 T. Weege
Zweimal hintereinander: Einbruch im Gerätehaus. Symbolfoto: T. Weege

Zum ersten Mal suchten Einbrecher das Gerätehaus am Rande des Wellesweiler Berthold-Günther-Platzes in der Nacht zum Mittwoch heim. Sie durchsuchten die Unterkunft der Freiwilligen Feuerwehrleute, brachen einen Getränkeautomaten auf und stahlen daraus die Einnahmen in Höhe von rund 30 Euro.

Schon in der darauf folgenden Nacht zum Donnerstag kamen die Einbrecher wieder und richteten eine noch größere Verwüstung an als zuvor. In den Umkleideräumen der Feuerwehrleute wurden in den Spinden die Schließfächer für persönliche Gegenstände aufgebrochen und durchsucht. Eine gefundene Geldkassette ebenfalls aufgebrochen und der Inhalt geklaut. Im Schulungsraum rissen die Diebe einen Flachbildfernseher samt Halterung aus der Wand heraus und ließen ihn mitgehen.

Zum Abschluss des zweiten nächtlichen Raubzuges durch das Gerätehaus entwendeten die Einbrecher auch noch einen Mannschaftstransportwagen. Dieser wurde am frühen Donnerstagmorgen aufgefunden. Das Fahrzeug war mit einem Unfallschaden auf der linken Fahrzeugseite abgestellt worden. Mittlerweile befindet sich das beschädigte Feuerwehrfahrzeug wieder beim Löschbezirk Wellesweiler.

„Es ist an Dreistigkeit nicht zu übertreffen gleich zweimal direkt hintereinander in ein und dasselbe Feuerwehrgerätehaus einzubrechen und die Menschen zu bestehlen, die sich ehrenamtlich dem selbstlosen Schutz ihrer Mitmenschen verschrieben haben. Übertroffen wird dies nur noch durch den Diebstahl und die Beschädigung eines der Einsatzfahrzeuge“, äußert sich Feuerwehrsprecher Christopher Benkert empört über die Taten.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Korrektur zur Wache:

    Es handelt sich um das Feuerwehrgerätehaus auf Haßley, wo neben der Einheit Eppenhausen auch die Einheiten Holthausen sowie Eilpe/Delstern zusammen mit der Jugendfeuerwehrgruppe Süd untergebracht sind.

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