Beispiele und Prävention

Einbruchschutz: So sichert Ihr Euer Feuerwehrhaus

Statistisch wird alle 2 Minuten in Deutschland an einem Gebäude eine Fensterscheibe eingeschlagen, ein Schloss aufgebrochen oder eine Tür aufgehebelt. Immer wieder sind auch Feuerwehrhäuser betroffen. Dabei lässt sich die Unterkunft mit wenigen Maßnahmen wirkungsvoll gegen Einbruch schützen. 

Die Sicherheit in Feuerwehrhäusern wird in Unfallverhütungsvorschriften (UVV) geregelt. Die Gesetzliche Unfallversicherung (GUV) führt in seinen Vorschriften umfangreiche Regelungen für alle Fälle des Unfallschutzes auf. Es wird die Sicherheit in den Feuerwehr- und Gerätehäusern thematisiert – konkrete Empfehlungen zum Einbruchschutz sind allerdings Mangelware. 

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Einbrüche – egal ob in Privat- oder gewerblichen Gebäuden und Feuerwehrhäusern – werden hauptsächlich von Gelegenheitstätern begangen. Bei über 70 Prozent der Einbrüche werden Türen, Tore oder Fenster nach dem Motto „schnell rein und schnell wieder raus“ aufgehebelt. Schon mit einem einfachen Schraubendreher lassen sich mit 600 Kilogramm Hebelkraft die Schließstücke knacken. Brechstangen und Keile kommen als zusätzliches Einbruchswerkzeug zum Einsatz

Spindraum einer Feuerwehr nach einem Einbruch. Foto: Polizei Hagen

Auch in Feuerwehrhäusern findet sich leichte Beute für Einbrecher. Neben teuren Werkzeugen, Funkgeräten, Sägen und der Schutzbekleidung wird alles entwendet, was sich leicht transportieren lässt – sogar Stromaggregate. Hydraulisches Rettungsgerät wird mitunter von Dieben benötigt, um etwa Geldautomaten aufzubrechen. Begünstigt werden die Diebstahl-Delikte bei freiwilligen Feuerwehren dadurch, dass die Kräfte nicht kontinuierlich anwesend sein. Dienstzeiten und andere regel-mäßige Termine lassen sich schnell ausspähen.

Mechanisch und elektronisch sichern

Das bundesweite Programm Polizeiliche Kriminalprävention (ProPK) hat zum Thema Einbruchschutz für den gewerblichen und privaten Bereich Broschüren herausgebracht, die die Notwendigkeit – aber auch die Effektivität – von mechanischer und elektronischer Sicherheit deutlich herausstellt.

Tipp: Priorität bei der Absicherung eines Feuerwehrhauses sollten zunächst die Fenster, Türen und Tore haben. Durch den Einbau geprüfter Produkte mindestens der Widerstandsklasse 2 gemäß der Prüfnorm für Fenster und Türen (DIN ENV 1627) wird ein solider Grundschutz erreicht. Fenster sollten mit einer durchwurfhemmenden Verglasung (P 4 A) ausgestattet sein. Massive Vergitterungen vor Fenstern und Tore sind im Mauerwerk fest zu verankern. Neben der mechanischen Absicherung sämtlicher Öffnungen sollte auch der Einbau einer Einbruchmeldeanlage (EMA) vorgenommen werden.

Im Idealfall scheitert der Einbrecher schon beim Versuch an der mechanischen Absicherung. Wenn die Alarmanlage zusätzlich ausgelöst wird, bekommen die Interventionskräfte die Möglichkeit, die Täter noch am Tatort zu stellen.

Neben dem Einsatz einer elektronischen Alarmanlage gibt es eigentlich keine preisgünstige Alternative. Hier gilt das Motto: Qualität vor Quantität. Das heißt, dass nicht am falschen Ende gespart werden darf. Gerade die Zuverlässigkeit einer EMA sorgt für Sicherheit. Außerdem produzieren Billiganlagen Falschalarme, die zusätzliche Kosten verursachen.

 

Alarmanlagen lassen sich per Chip oder Transponder in Sekundenschnelle scharf oder unscharf schalten. Im Einsatzfall hat der freiwillige Feuerwehrmann, der das Gebäude aufschließt, nur einen minimalen zeitlichen Mehraufwand. Der Sicherheitsgewinn ist hingegen erheblich. Schließlich gilt es, mit vollständiger Ausrüstung schnell den Einsatzort zu erreichen.

Ein beim Betreten festgestellter kapitaler Einbruch und der Verlust elementarer Einsatzmittel hat womöglich gravierende Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Wehr. Ein mechanischer und elektronischer Grundschutz des Gebäudes und der dazugehörigen Einsatzmittel ist damit obligatorisch.

Künstliche DNA zur Prävention

Neben der mechanischen und elektronischen Sicherheit empfiehlt die Polizei Bremen den Einsatz einer Künstlichen DNA. Diese wird seit Anfang 2009 eingesetzt. 

Durch den Einsatz einer dauerhaft fluoreszierenden Flüssigkeit soll ein präventiver Abschreckungseffekt erzielt werden, um die Einbruchszahlen zu senken. Jede einzelne Markierungsflüssigkeit ist mit einem individuellen DNA-Code ausgestattet. Durch die Markierung einzelner Gegenstände hat die Polizei die Möglichkeit, Gegenstände konkret seinem rechtmäßigen Eigentümer zuzuordnen. Das Entwenden von markierten Wertgegenständen bedeutet für potentielle Straftäter somit ein höheres Risiko.

Mit einem Set für 75 Euro lassen sich etwa 50 Gegenstände markieren. Spezielle Aufkleber, die den Markierungssets beiliegen, sollen – an Fenstern und Türen angebracht – ungebetene Gäste fernhalten. Das wird in Bremen an allen DLRG-Stationen getestet und wäre so auch für Feuerwehrhäuser denkbar. 

Autor: Kriminalhauptkommissar Jürgen Schöttke, Polizei Bremen

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