Förderpreis "Helfende Hand" 2018 vergeben

Helfende Hand: Förderung für das Ehrenamt

Berlin – Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat zum 10. Mal den Förderpreis “Helfende Hand” verliehen. Wir stellen Euch die 18 Gewinnerprojekte unter anderem für Nachwuchsförderung und innovative Konzepte im Bevölkerungsschutz vor.

Die Sieger des BMI-Förderpreises Helfende Hand auf einem Bild. Foto: BBK

Aus 215 Bewerbungen wählten neun Jurymitglieder die besten Projekte der drei Kategorien aus: “Innovative Konzepte”, “Nachwuchsarbeit” und “Vorbildliche Unterstützung des Ehrenamtes”. Zudem gab es einen Sonderpreis zum Thema Nachhaltigkeit und die Bevölkerung konnte über einen Publikumspreis entscheiden. Die Gewinner erhielten jeweils Prämien bis zu 8.000 Euro für ihre Projekte.

“In den vergangenen Jahren gab es circa 2.000 Bewerber und 280.000 Euro an Fördergeld”, führte die Moderatorin in die Preisverleihung am Montag ein. Ehrenamt sei ein bürokratischer Begriff, hinter dem jeweils ein Mensch steht, der dazu beiträgt, die Gesellschaft zusammenzuhalten. 

Die Preise übergab der Parlamentarische Staatssekretär des BMI, Stephan Mayer. Er betonte, wofür der Förderpreis “Helfende Hand” steht: “Das Ehrenamt ist ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. Aber diese Selbstverständlichkeit darf nicht dazu führen, dass wir vergessen, was die Menschen leisten, wieviel Freizeit und auch privates Engagement sie einbringen und welchen Belastungen und Herausforderungen sie dabei ausgesetzt sind. Deshalb ist es auch mir persönlich so wichtig, heute mit der Veranstaltung und diesem Förderpreis ein Zeichen für alle helfenden Hände im Bevölkerungsschutz zu setzen. Sie haben unsere Anerkennung verdient und ich möchte Ihnen ganz herzlich Danke sagen.”

Kategorie “Innovative Konzepte”

In der Kategorie “Innovative Konzepte” wurden Projekte ausgezeichnet, die die Attraktivität des Ehrenamtes im Bevölkerungsschutz steigern.

Gewinner der Helfenden Hand 2018:

5. Platz: “Rettungsgasse? Kinderleicht!” aus Pulsnitz (SN, Kreis Bautzen). Die FF Pulsnitz hat ein Aufklärungsvideo mit Kindern gedreht. Das Video hat große Reichweite erzielt.

Hier findet Ihr alles zum Thema Rettungsgasse!

4. Platz: “Geocaching trifft Erste Hilfe” aus Münster (NW). Weil sich immer weniger Menschen trauen, Erste Hilfe zu leisten, veranstaltete das Bündnis “Gemeinsam für Münster” eine Schnitzeljagd mit GPS-Daten. Die Teilnehmer mussten an verschiedenen Stationen Ersthelfermaßnahmen durchführen, um die Koordinaten der nächsten Etappe zu erlangen.

3. Platz: “So geht sozial” aus Brake (NI, Kreis Wesermarsch). Das DRK Wesermarsch stellte Schülern bei den „Werkstatttagen“ Berufe aus dem Sozial- und Gesundheitswesen vor und machte Werbung für das Ehrenamt und den Bevölkerungsschutz.

Übrigens: 2017 gewann das Projekt “Helf-O-Mat: Der Helfer gegen Mitgliederschwund“, über das wir ausführlich berichtet haben!

2. Platz: “Gemeinsam gegen Gewalt” aus Augsburg (BY). Gemeinsames Projekt der HiOrgs, bei denen etablierte Techniken zur Deeskalation und Selbstverteidigung gelehrt werden.

1. Platz: “Saving Life” aus Kiel. Der Arbeiter-Samariter-Bund will in 190 Erste Hilfe-Kursen über 2.000 Menschen ausbilden und damit in Schleswig-Holstein ein dichtes Netz von Ersthelfern bilden. Diese werden dann mit einer App zielgerichtet als eine Art “First Responder” eingesetzt, um die Hilfsfristen bei Notfällen zu verkürzen.

Kategorie “Nachwuchsarbeit”

Die Kategorie “Nachwuchsarbeit” umfasst Ideen, die das Interesse der jungen Zielgruppe für das Ehrenamt wecken sollen. 

Bundesjugendleiter Christian Patzelt verrät, wie der Übergang von der JF in die Einsatzabteilung klappt!
In der Feuerwehr-Magazin Ausgabe 01/2019!

Gewinner der Helfenden Hand 2018:

5. Platz: “Auf Sommerski zum Jugendrotkreuz” aus Leipzig (SN). Mit einem Spiele-Anhänger wirbt die Jugendabteilung des DRK aus Leipzig für neue Mitglieder. Dafür werden Sommerfestivals und Kinderfeste besucht. In dem Anhänger sind viele Outdoor-Spiele wie Sommerski und Kugelstelzen.

4. Platz: “Jugend trifft Blaulicht” aus Bornheim (NW, Rhein-Sieg-Kreis). Der Stadtjugendring Bornheim hat die Aktionsgemeinschaft “Jugend trifft Blaulicht” gegründet, um gebündelt mit allen Hilfsorganisationen Nachwuchs auf allen Kanälen für das Ehrenamt zu gewinnen.

3. Platz: “2 Mal-Teser” aus Memmingen (BY). Der Malteser Hilfsdienst versucht Teilnehmer von Erste Hilfe-Kursen mit direkter Ansprache als Mitglieder zu gewinnen.

2. Platz: “Blaulicht-Camps” aus Erfurt. Seit 2016 führen die sieben Hilfsorganisationen, die in Thüringen vertreten sind, gemeinsame Zeltlager durch. In dem “H7-Camp” können die Mitglieder der thüringischen Jugendverbände Fotorallyes, Wettrennen mit selbstgebauten Booten und viele andere Aufgaben gemeinsam bewältigen. Damit soll der Zusammenhalt der einzelnen Organisationen gestärkt werden.

1. Platz: “Kids machen mobil” aus Stralsund (MV, Kreis Vorpommern-Rügen). Die THW-Jugendgruppe aus Stralsund fährt seit 1997 mit einem umgebauten Rettungswagen durch das Land und sucht nach Mitgliedern und Unterstützern. Mittlerweile gibt es das Promotion-Mobil 2.0 mit Bühne, Veranstaltungstechnik und einer Hüpfburg.

13 Methoden zur Mitgliederwerbung
haben wir für Euch hier zusammengestellt!

Kategorie “Vorbildliche Unterstützung des Ehrenamtes”

Wenn Unternehmen, Einrichtungen oder Personen mit Projekten das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Bevölkerungsschutz fördern, können sie die Kategorie “Vorbildliche Unterstützung des Ehrenamtes” gewinnen.

Gewinner der Helfenden Hand 2018:

5. Platz: “MP Feuerjugend” aus Kronau (BW, Kreis Karlsruhe). Kostenlose Verwaltungs-App für JF-Betreuer.

4. Platz: “Überlassung von Forschungsfahrzeugen” aus Rösrath (NW, Rheinisch-Bergischer Kreis). Joachim Lange entwickelt mit seiner Firma Jola Rent GmbH Rettungsfahrzeuge und stellt sie anschließend HiOrgs wie DRK oder Johanniter zur Verfügung. Bisher im Fuhrpark: Dekontaminationsfahrzeug, Sattelauflieger und mobile Großküche für 2.500 Personen.

3. Platz: “Hochschulkooperation mal anders” aus Mainz. Um die Arbeit beim THW zu erleichtern, bieten Wirtschaftsstudenten seit drei Semestern ein Kursprogramm für die Themen Führung, interkulturelle Kompetenz, Kommunikation an.

2. Platz: “Alarm-Muttis sorgen für Einsatzkräfte aus Hude (NI, Kreis Oldenburg). Das Baby-Einsatzkommando ist immer dann zur Stelle, wenn die FF zum Einsatz muss und kümmert sich um die Kinderbetreuung (wir berichteten).

Die Alarm-Muttis aus Hude (Kreis Oldenburg) sorgen für die Kinderbetreuung, wenn die Einsatzkräfte der örtlichen FF zum Einsatz ausrücken. Foto: BBK

1. Platz: “Tagesbereitschaft Durwen” aus Plaidt (RP, Kreis Mayen-Koblenz). Die FF Plaidt hat nach Möglichkeiten gesucht, ihre Tagesbereitschaft auszubauen und dafür lokale Firmen angefragt. Klaus Durwen, Geschäftsführer der Durwen Maschinenbau GmbH, stellt seitdem zehn seiner Mitarbeiter – die bereits Feuerwehrmitglieder sind – dafür ab, die FF zu unterstützen. Die Einsatzkräfte haben beispielsweise 2016 bei einer Unwetterlage geholfen, mehrere Wohnungen und ein Altersheim vor Schäden zu schützen.

Sonderpreis zum Thema Nachhaltigkeit.

Beim Thema Nachhaltigkeit ging es darum, Projekte mit einer langen Erfolgsgeschichte auszuzeichnen. 

Gewinner der Helfenden Hand 2018:

  • “Innovative Einsatzunterstützung” aus Bad Tölz (BY). Die Bergwacht Bayern hat 2015 mit dem Einsatz von Drohnen begonnen und dafür den Förderpreis Helfende Hand gewonnen. Mit dem Fördergeld baute die Bergwacht ihre Drohnenflotte aus und engagierte sich in mehreren Forschungsprojekten.
  • “Kindergeburtstag bei der Freiwilligen Feuerwehr” aus Goslar (NI). Vor 10 Jahren wurde die FF Goslar dafür ausgezeichnet, dass sie in ihrem Feuerwehrhaus Kindergeburtstagsfeiern anbietet. Dabei können die Kinder mehr über die Arbeit der FF lernen. 428 Kindergeburtstage später erfreut sich das Projekt immer noch von allergrößter Beliebtheit. Mittlerweile kann man seinen Geburtstag auch in einer Nachbargemeinde feiern.
  • “Zusammen in die Zukunft” aus Augsburg (BY). 2008 wurde die AG der Augsburger Hilfsorganisationen gegründet und 2013 mit der Helfenden Hand ausgezeichnet. Nach vielen gemeinsamen Einsätzen und einem Projekt mit der Hochschule Augsburg gibt es nun den Sonderpreis Nachhaltigkeit.

Publikumspreis 2018

Insgesamt haben über 7.800 Menschen an der Publikumswahl teilgenommen.

Gewinner der Helfenden Hand 2018:

3. Platz: “Alarmmuttis sorgen für Einsatzkräfte”

2. Platz: “Jugend trifft Blaulicht”

1. Platz: “Gemeinsam gegen Gewalt”

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Wir haben es geschafft den Publikumspreis 2018 nach Augsburg zu holen!

    Gemeinsam SIND WIR Stark!!

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