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Werbung auf Einsatzfahrzeugen: Was ist erlaubt - wovon sollten Feuerwehren besser die Finger lassen?
Orientierungshilfe für das Ehrenamt

Helf-O-Mat: Der Helfer gegen Mitgliederschwund

Karlsruhe (BW) – Der zu verzeichnende Mitgliederschwund stellt viele Feuerwehren vor personelle Herausforderungen. Dabei möchten sich junge Leute durchaus gerne engagieren. Damit sie im Angesicht des Überangebots ehrenamtlicher Tätigkeiten nicht gleich das Handtuch werfen, bietet das Portal HelfenKannJeder.de eine Entscheidungshilfe: den Helf-O-Mat.

Nachwuchs für den Katastrophenschutz: Jugendfeuerwehr und THW-Jugend üben zusammen. Damit Jugendliche angesichts des Überangebots an Freizeitaktivitäten eine Orientierung bekommen, gibt’s den Helf-O-Mat. Foto: HelfenKannJeder

Du hast keine Angst vor Feuer, nur Respekt? Möchtest Du lernen, wie man es löscht?“ – Natürlich! „Ist Kochen eine Deiner Leidenschaften?“ – Eher nicht. Nachdem ich 17 solcher Fragen entweder mit „ja“, „nein“ oder „egal“ beantwortet habe, sagt mir der „Helf-O-Mat“, welche Hilfsorganisation (HiOrg) beziehungsweise ob die Feuerwehr am besten zu meinen Interessen und Fähigkeiten passt.

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Der Helf-O-Mat ist ein Angebot des Vereins HelfenKannJeder. „Die Projektidee kam mir bei einem Brandeinsatz im Karlsruher Zoo im November 2010“, beginnt David Domjahn, Mitglied des Technischen Hilfswerks (THW) und Mitbegründer von HelfenKannJeder. „Bei dem Brand hatten Kräfte von Feuerwehr, THW und anderen Hilfsorganisationen eng zusammengearbeitet. Und da fragten wir uns, warum man nicht in einer gemeinsamen Aktion Mitglieder anwirbt. Alle Einsatzorganisationen haben ja schließlich dasselbe Problem, Mitglieder zu gewinnen“, führt Domjahn fort.

 

Eine der Fragen beim Helf-O-Mat. Nachdem Ihr alle Fragen beantwortet habt, wird Euch die Einsatzorganisation angezeigt, die am besten zu Euch passt. Screenshot: HelfenKannJeder

Der jetzige Leiter der Karlsruher Feuerwehr, Florian Geldner, lud daraufhin alle Karlsruher Einsatzorganisationen ein, sich an einem gemeinsamen Portal zur Mitgliedergewinnung zu beteiligen. Domjahn versuchte unterdessen, die Kontaktdaten von mehreren HiOrgs in Karlsruhe zusammenzutragen. „Die für einen Neueinsteiger interessanten Daten – wie zum Beispiel Ansprechpartner oder Dienstzeiten – auf den einzelnen Webseiten zu finden, war bereits schwierig“, erinnert er sich. „Viele Infos waren schlichtweg nicht vorhanden und Kontaktdaten mussten aufwändig recherchiert werden. Interessierte könnten hier bereits aufgeben.“

Unterstützung kam dann von der Feuerwehr. „Der damalige Feuerwehrchef Dr. Roland Goertz hat es geschafft, die HiOrgs zusammenzutrommeln und die Daten einzusammeln. Alle wollten mitmachen“, erinnert sich Domjahn. „Wir sind anschließend mit unserer Webseite online gegangen und haben die Kontaktdaten von Karlsruhes Hilfsorganisationen dort veröffentlicht.“ Im September 2012 folgte die Bereitstellung des Helf-O-Mat.

Feuerwehren sollen sich selbst registrieren

Nachdem das Land Baden-Württemberg eine finanzielle Förderung übernommen hatte, weiteten die Initiatoren HelfenKannJeder landes- und dann zur Interschutz 2015 bundesweit aus. 2017 zeichnete das Bundesinnenministerium den Helf-O-Mat des gemeinnützigen Vereins mit dem ersten Platz in der Kategorie Nachwuchsgewinnung mit dem Förderpreis „Helfende Hand“ aus. Mittlerweile sind Deutschlandweit viele HiOrgs wie Bergwacht, Deutsche Lebens-Rettungs- Gesellschaft, THW, Wasserwacht, Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter-Unfallhilfe vertreten.

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Doch als ich meine Postleitzahl im Helf-O-Mat eingegeben habe, staune ich nicht schlecht: der THW-Ortsverband Bremen-Süd steht dort als am besten geeignete Organisation. Eine Freiwillige Feuerwehr fehlt in den Vorschlägen. Woran das liegt, kann Domjahn schnell erklären: „Wir haben – soweit möglich – Datenbanken genutzt, um Hilfsorganisationen bei uns einzupflegen. Leider ist uns aber keine bundesweite Liste zum Beispiel aller Feuerwehren in Deutschland bekannt. So muss jede FF sich dort selbst registrieren. Was wir uns natürlich wünschen.“

Der Verein will noch einen Schritt weiter gehen und die Plattform zur Gewinnung und Koordination von Spontanhelfern erweitern. Um das umzusetzen, sucht der Verein händeringend nach Programmierern.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Personalmangel gehört leider der Zukunft. Eine Datenbank finde ich persönlich eine super Sache. 2019 zu meiner aktiven Zeit als stadtbrandschutzerzieher kam mir schon die Idee wenn man schon in den Schulen mitgliederwerbung für die Feuerwehr macht, dann warum nicht gleich für alle? Damit fing die Idee zumindest schonmal an. Nach gefühlten 1000 Gesprächen mit anderen jugendfeuerwehren, Jugend thw und Jugend rot Kreuz stellten sich die größten Probleme heraus womit jeder zukämpfen hat. Komischerweise kamen wir alle auf das Thema jaaaa früher war alles anders. Wir trugen unsere Vergangenheit zusammen und stellten fest das wir damals als Jugendliche mehr Zeit hatten. Das war der erste Punkt. Der nächste Punkt war die organisationen waren mehr in der Öffentlichkeit present. Unsere Ausbilder haben zugesehen das man gesehen wurde. Heute ist es oft das man sich eine ruhige Ecke sucht. Aber das war halt der Weg der Fehlersuche. Bzw woran was liegen kann. Dann kam plötzlich die Idee warum einsam wenns gemeinsam genauso gut gehen könnte. Warum sich hinter dem gerätehaus oder Unterkunft verstecken ? Gemeinsam üben gemeinsam Wettkämpfe gemeinsame info Tage. Man darf nicht vergessen das die Zusammenarbeit in den Einsatz Abteilungen auch klappen muss. Man könnte jetzt ein Buch schreiben. Kurz zusammen gefaßt. Letzter Stand war wieder mehr in die Öffentlichkeit. Mehr gemeinsam statt einsam. Ich weiß das hat jetzt wenig mit einer Datenbank zutun. Die ganze Aktion hatte den Namen rescue kids denn wir alle können gemeinsam helfen. Zeigen was wir können und lernen von den anderen. Leider konnte das Projekt auf Grund der Finanzierung und der aktuellen Situation noch nicht bzw getestet werden.

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