Online-Fortbildung „DFV direkt“

Feuerwehren in der Ukraine kämpfen mit Personalmangel und Wasserknappheit

Berlin – In der Online-Reihe „DFV direkt“ des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) berichteten Melanie und Markus Gras über die aktuelle Situation der Feuerwehren in der Ukraine. Die beiden Helfer aus Boppard (RP) haben seit Kriegsbeginn 2022 bereits 20 Hilfstransporte organisiert – darunter neun Feuerwehrfahrzeuge und zahlreiche Ausrüstungsgegenstände.

Symbolfoto: Michael Rüffer

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges stehen die ukrainischen Feuerwehren unter extremen Belastungen. Bei der Online-Fortbildung „DFV direkt“ gaben Melanie und Markus Gras Einblicke in den Alltag der Einsatzkräfte vor Ort. 190 Teilnehmende verfolgten die Veranstaltung.

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In der Ukraine ist das Feuerwehrwesen zweigeteilt: Staatliche Feuerwehren übernehmen die Aufgaben des Rettungsdienstes, während auf kommunaler Ebene Freiwillige Feuerwehren den Brandschutz sichern. Auf dem Land ist häufig nur ein Maschinist hauptamtlich tätig, der die Mannschaft telefonisch alarmiert. Die Kampfmittelbeseitigung gehört in der Ukraine zu den Aufgaben der staatlichen Feuerwehren – ähnlich wie in Deutschland nur in Hamburg.

Die Unterschiede in Ausstattung und Ausbildung sind erheblich. Während städtische Wachen meist über westliche Fahrzeuge ab Baujahr 1990 verfügen, stehen auf dem Land oft nur ältere Fahrzeuge russischer Herkunft bereit. Schulungen für Freiwillige finden kaum statt; Frauen sind in den Wehren selten vertreten.

Besonders problematisch sei auch die Löschwasserversorgung. „Keine Hydranten, keine Löschteiche, keine Brunnen, keine Zisternen“, fasste Markus Gras die Lage zusammen. Daher werden vor allem Fahrzeuge mit großen Wassertanks benötigt. Statt Tragkraftspritzen nutzen die Feuerwehren häufig Schwimm- oder Motorpumpen.

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Der Krieg verschärft die Situation zusätzlich: Viele Einsatzkräfte fehlen, Fahrzeuge sind stark beansprucht, Gerätehäuser wurden zerstört. Immer wieder kommt es zu sogenannten „Second Hits“, also erneuten Angriffen auf denselben Einsatzort, bei denen Feuerwehrleute verletzt oder getötet werden. Aus Schutzgründen werden Fahrzeuge in olivgrün umlackiert, Einsatzkräfte tragen Plattenträger über der Schutzkleidung.

Trotz aller Schwierigkeiten konnten bereits zahlreiche Hilfslieferungen erfolgreich übergeben werden. Ein ehemaliges Tragkraftspritzenfahrzeug aus Deutschland wurde in der Ukraine mit gespendeter Beladung komplettiert und ist wieder im Einsatz. Für den nächsten Transport planen die Helfer die Überführung einer Drehleiter und eines TLF 16/25. Spenden und Fahrerinnen oder Fahrer werden weiterhin gesucht.

Auch 2026 setzt der DFV seine Online-Reihe fort. Am 14. Januar berichten Marlene Obst und Lara Grewe vom Recherchenetzwerk Correctiv über Desinformation und Social Media. Am 18. Februar referiert Karsten Göwecke, Leitender Branddirektor aus Berlin, über Normung im Feuerwehrwesen.


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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Das würde mich auch interessieren!
    Stelle mich gerne als Helfer oder Fahrer zur Verfügung.

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  2. Hallo
    Wo kann man weitere Infos bekommen und sich z.b. als Fahrer eintragen?

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  3. Na ja, ist über die Presse bekannt, dass auch schon in Bayern schon öfters Feuerwehr -Fahrzeuge die im Konvoi nach Polen gefahren worden sind, und die dann dort den Ukrainern übergeben wurden.
    Dazu waren dann auch noch zusätzlich Gerätschaften ,Pumpen Ersatzteile oder auch Schutzkleidung und Helme ect.abgegeben worden. Organisiert wurde dieses vom Bayerischen Feuerwehrverband in Unterschleißheim.

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