Elektrisierende Probefahrt

Elektro-Porsche fliegt aus Linkskurve

Kirchheim (HE) – “Schon eine Probefahrt kann elektrisierend sein”, wirbt ein Porschehändler an einer Elektro-Tankstelle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg für die Sportwagen mit E-Antrieb. Während des Ladens des eigenen Elektrofahrzeugs werden spontane Probefahrten mit den Porsche angeboten. Zwei Männer wollen es ausprobieren und starten zu einer Ausfahrt mit einem 761 PS starken Porsche Taycan Turbo S.  Zwischen Kirchheim-Willingshain und Neuenstein-Raboldshausen kommen sie mit dem Luxus-Pkw von der Straße ab. 

Die Probefahrt mit einem Elektro-Porsche bei Kirchheim endete mit einem schweren Unfall. Der 186.000 Euro teure Sportwagen ist vermutlich ein Totalschaden. Foto: TVnews-Hessen

Ihnen sei ein Motorradfahrer auf seiner Spur entgegengekommen, gibt der Fahrer bei der Polizei zu Protokoll. Er habe deshalb nach rechts ausweichen müssen und sei auf die Bankette geraten. Im weiteren Verlauf fliegt der Porsche von der Straße einen Abhang hinunter und prallt frontal und mit dem Dach gegen einen Baum. Bei dem Unfall werden Fahrer und sein Beifahrer schwer verletzt. Beide können sich aber selbst aus dem Sportwagen befreien und den zirka 20 Meter hohen Abhang bis hoch zur Straße kriechen. Dort werden sie wenig später von anderen Verkehrsteilnehmern entdeckt. 

Anzeige

Die Ersthelfer alarmieren die Rettungskräfte und betreuen die Männer. Beide Fahrzeuginsassen müssen mit dem Rettungswagen und in Notarztbegleitung in ein Krankenhaus gefahren werden. Der 186.000 Euro teure Elektro-Porsche ist vermutlich ein Totalschaden. 

Zwei Mitarbeiter des Probefahrtanbieters treffen wenig später an der Unfallstelle ein. Sie können aber erst nach Rücksprache mit dem Porsche Service der Feuerwehr Kirchheim mit sachdienlichen Informationen dienen. Der Porsche wird von einem Abschleppunternehmen geborgen und nach Kirchheim abgeschleppt. Nach Bekanntwerden des Unfalls wird die Aktion an der Elektro-Tankstelle sofort eingestellt. Weitere Probefahrten sind nicht mehr möglich.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Den Umgang mit eines solch enormen Drehmomentes muss man erst mal erlernen, ein Profi-Rennfahrer wüsste, wie er sich an die Grenzen heranwagt, auch ohne dabei im Strassengraben zu landen, denn bei einem Fomel 1-Rennwagen, auf einer richtigen Rennstrecke, dann auch noch von einem 500Millionen Etat getragen, kann man natürlich dichter an die Grenze herangehen, als bei einem geliehenen Fahrzeug bei einer Probefahrt.

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Wichtig ist vielleicht noch die Information, das bei ausgelösten Airbags sofort der gesamte Stromkreis von den Akkus getrennt wird und nur noch eine 12 Volt Versorgung für die Notsysteme in Betrieb bleibt. Diese Information lag leider noch nicht vor, als die Pressemeldung geschrieben wurde.

    Auf diesen Kommentar antworten
  3. Die interessanten Punkte sind aus unserer Sicht: 761 PS, spontane Probefahrt, 186.000 Euro Schaden. Dass es sich um ein Elektrofahrzeug gehandelt hat, spielt tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle. Das sollte auch nicht besonders betont sein. Diese Meldung hätten wir auch gebracht, wenn es sich um einen 761-PS-Benziner gehandelt hätte. Wobei die Beschleunigung bei Elektrofahrzeugen schon sagenhaft ist….
    Gruß aus der Redaktion, Jan-Erik

    Auf diesen Kommentar antworten
  4. In wie fern ist dieser Unfall denn relevant hier behandelt zu werden? Das ständige Hinweisen/Hervorheben von Unfällen mit Elektrofahrzeugen in den Medien empfinde ich als polemisch. Wie viele Fahrzeuge landen denn tagtäglich im Graben – und jetzt hat dieses hochexplosive Vehikel noch nicht mal gebrannt. Nicht mal ein Abrollbehälter für das obligatorische Tauchbad kam anscheinend zum Einsatz.

    Die Nachricht lässt sich also zusammenfassen auf: “Sportwagen kommt aus ungeklärter Ursache von Straße ab. Insassen können sich schwer verletzt selber befreien. Das Fahrzeug wurde abgeschleppt.”

    Komisch, solche Meldungen müsste es ja tagtäglich bei euch geben?

    Auf diesen Kommentar antworten
  5. [Sarkasmus-Modus-Ein]
    Ich würde als Porsche-Händler die Aktion weiterbetreiben.
    Der Porsche wird ja wohl Vollkaskoversichert sein.

    Einfacher kann man seine Marge nicht hochtreiben…
    [Sarkasmus-Modus aus]

    Hoffentlich geht es den beiden Insassen schnell wieder gut.

    Es drängt sich mir allerdings die Frage auf, inwiefern solche Fahrzeuge heutzutage überhaupt noch zeitgemäß sind.

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert