Abtsgmünd-Neubronn (BW) – Bei einem Großbrand auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen ist die Feuerwehr an einem extrem heißen Sommertag an ihre Grenzen gestoßen. Weil das Hydrantennetz und die eigenen Tankfahrzeuge nicht ausreichten, halfen externe Tankzüge, die Löschwasserversorgung sicherzustellen.
In Neubronn brennt ein Wohnhaus mit Scheunenanbau. Die Flammen schlagen aus dem Dachstuhl und den Räumen im Dachgeschoss. (Bild: Gemeindeverwaltung Abtsgmünd)
Am Donnerstagnachmittag, 14. August 2025, wurde die Feuerwehr Abtsgmünd zu einem Brand in den Ortsteil Neubronn alarmiert. Auf einem Gebäudekomplex mit Scheune, Wohnhaus und Anbauten war Feuer ausgebrochen. Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand ein Scheunenanbau bereits in Vollbrand, das Feuer drohte auf weitere Gebäudeteile und Fahrzeuge überzugreifen.
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Ein zunächst vorbereiteter Innenangriff musste wegen der gefährlichen Lage im Gebäudeinneren und akuter Einsturzgefahr abgebrochen werden. Kurz darauf zündete der Dachstuhl schlagartig durch. Die Feuerwehr ging daraufhin ausschließlich im Außenangriff vor und errichtete unter anderem eine Riegelstellung zum Schutz eines benachbarten Wohnhauses.
Schon früh zeigte sich, dass die Löschwasserversorgung eine besondere Herausforderung darstellte. Das örtliche Hydrantennetz sowie die eingesetzten wasserführenden Fahrzeuge reichten angesichts der enormen Brandintensität nicht aus. Die Feuerwehr stellte daher auf größere Rohre und einen mobilen Wasserwerfer um, was den Wasserbedarf weiter erhöhte.
Unterstützung kam schließlich aus der Region: Neben einem Pendelverkehr mit Wasserfässern kamen zwei große Tankfahrzeuge eines Lebensmittelspediteurs zum Einsatz, die jeweils 25.000 Liter Wasser transportieren konnten. Damit ließ sich die Löschwasserversorgung stabilisieren.
Die hohen Temperaturen und die starke Hitzestrahlung belasteten die Einsatzkräfte erheblich. Einsatzleitung und Führung sorgten für zusätzliche Trinkpausen und eine engmaschige Ablösung der unter Atemschutz eingesetzten Trupps. Zwei Feuerwehrleute mussten wegen hitzebedingter Kreislaufprobleme medizinisch versorgt werden.
Gegen 18 Uhr brachten die Kräfte das Feuer unter Kontrolle. In der Folge ließ die Einsatzleitung aus Sicherheitsgründen Gebäudereste mit schwerem Gerät abbrechen. Einige Fahrzeuge konnten aus dem Brandobjekt gerettet werden. Die Brandursache ist bislang unbekannt. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die Nacht hinein.
In Ausgabe 1/2026 des Feuerwehr-Magazins schildert Heino Schütte den Großbrand in Neubronn ausführlich und mit vertiefenden taktischen Hintergründen. Der Einsatzbericht beleuchtet unter anderem die Wasserversorgung, die Führungsentscheidungen und die besonderen Herausforderungen durch Hitze und Gebäudestruktur.
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