Erneut Großbrand in Reifenlager

Bochum (NW) – In den frühen Morgenstunden des 24. August meldete um 1.58 Uhr ein Anrufer in der Leitstelle Bochum eine Rauchentwicklung aus einem Gebäude in der Robertstraße im Stadtteil Hamme. Als die alarmierten Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, bestätigte sich die gemeldete Lage. Aus einer ortsansässigen Firma für Autoreifen stiegen große Rauchschwaden in den Himmel. Bei der ersten Erkundung stellte der Einsatzleiter eine brennende Fläche von zirka 1.600 Quadratmeter fest.

Auf 1.600 Quadratmetern brennen Reifen in Bochum. Der Feuerwehr ist die Einsatzstelle gut bekannt. Dort hat es bereits einmal gebrannt, zu sehen in der Serie “Feuer und Flamme”, Staffel 4, Folge 6.

Hunderte Autoreifen standen direkt neben der A 40 in Vollbrand. Flammen schlugen bis zu 40 Meter hoch in den Nachthimmel. Neben dem Vollalarm für die Feuerwehr Bochum wurden Einsatzkräfte der Feuerwehren Herne, Gelsenkirchen, Essen, Dortmund, Ennepetal, Merklinde, des Technischen Hilfswerk, der Stadtwerke Bochum, der Deutschen Bahn, der Polizei sowie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hinzu alarmiert.

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Mit rund 180 Einsatzkräften vor Ort wurden fünf Einsatzabschnitte gebildet, um das Großfeuer zu bekämpfen. Der Löschangriff wurde mit drei Drehleitern mit Wenderohren, drei Wasserwerfern am Boden und mehreren Angriffstrupps mit handgeführten Strahlrohren durchgeführt. Durch den massiven Löschangriff konnte eine Ausbreitung auf weitere Bereiche verhindert werden. Nach circa 3,5 Stunden war das Feuer unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten zogen sich jedoch über Stunden hin. Auf Grund des Einsatzes musste zwischenzeitlich die A 40 komplett gesperrt werden. Auch der Bahnverkehr der Linie RB 46, Gelsenkirchen nach Bochum, musste eingestellt werden.

Erster Einsatz bei “Feuer und Flamme” zu sehen

Die Einsatzstelle war der Bochumer Feuerwehr gut bekannt. Und auch den Zuschauern der Fernsehserie Feuer und Flamme dürfte sie bekannt vorkommen. In Folge 6 der vierten Staffel wird der erste Einsatz in dem Betrieb gezeigt. Auch damals brannten direkt neben der Autobahn riesige Gestelle mit Autoreifen. Damals war es Brandstiftung, der Täter konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Was diesmal für das Feuer verantwortlich war, muss noch untersucht werden.

Aktualisierung 25. August 2021: Die Bochumer Staatsanwaltschaft sowie die Kriminalbeamten aus dem Brandkommissariat (KK 11) haben unmittelbar nach Beendigung der Löscharbeiten umfangreiche Ermittlungen aufgenommen. Nach bisherigem Stand gehen die Ermittler, die zurzeit unter anderem Videoaufnahmen auswerten, davon aus, dass das zweite Feuer vorsätzlich gelegt worden ist.

Auch einen Tag nach dem Großbrand liefen auf dem Gelände noch Nachlöscharbeiten. Dabei unterstützte das THW unter anderem mit einem Radbagger und einem Bergungsräumgerät.

Parallel zu den Löscharbeiten wurde aufgrund der starken Rauchentwicklung in westliche Richtung frühzeitig mit Schadstoffmessungen begonnen. Außerdem wurde eine Warnung der Bevölkerung über die Warn-App NINA ausgelöst. Bei den Messungen kamen neben Fahrzeugen der Feuerwehr auch Messfahrzeuge das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zum Einsatz. Gesundheitsgefährdende Schadstoffwerte wurden glücklicherweise nicht festgestellt, allerdings kam es in der Ausbreitungsrichtung der Rauchwolke zu Rußniederschlag. Dieser soll nach Aussage der Experten vom LANUV mit Wasser und handelsüblichen Reinigungsmitteln entfernt werden. Verunreinigtes Obst oder Gemüse sollte entsorgt werden.

Um die brennenden Reifenstapel abschließend löschen zu können, mussten diese mit einem Bagger und einem Radlader des Technischen Hilfswerkes (THW) auseinandergezogen werden. Zur Lokalisierung von Brandnestern kam zudem eine Drohne der Feuerwehr Herne zum Einsatz. Nach 11,5 Stunden, um 13.30 Uhr, konnte offiziell “Feuer aus” gemeldet werden. Da die Stützmauer der A 40 lange Zeit direkt vom Feuer beaufschlagt gewesen ist, müssen jetzt Statiker klären, ob sie tragfähig ist. Deshalb ist die Richtungsfahrbahn Dortmund der Autobahn immer noch gesperrt. Ein Teil der Lärmschutzwand wurde ebenfalls zerstört.

Aktualisierung 25. August 2021: Wie die Autobahn GmbH des Bundes heute mitteilte, muss die A 40 in Bochum zwischen dem Bochumer Westkreuz und Bochum-Zentrum bis voraussichtlich Ende November voll gesperrt bleiben. Die von dem Brand in dem Reifenlager beschädigte Stützmauer ist nicht mehr standsicher. Sie soll nun zunächst verstärkt werden, um den Verkehr der A 40 wieder standhalten zu können. Täglich nutzen rund 120.000 Fahrzeuge diesen Autobahnabschnitt. Da die naheliegende Schlachthofbrücke, welche die A40 über die Bahnlinie Bochum-Gelsenkirchen führt, absehbar erneuert werden muss, kann die endgültige Erneuerung der Stützwand im Zuge des Brückenneubaus eingeplant werden. Derzeit ist Autobahn Westfalen bereits dabei, die beschädigten Kabel der Notrufsäulen sowie der Wechselverkehrszeichen zu reparieren. Auch sie waren durch die Hitze beschädigt worden.

Nach dem Großbrand in dem Reifenlager muss die Stützmauer der A 40 verstärkt werden. Die Hitze hat die Mauer massiv geschädigt. (Bild: Die Autobahn GmbH des Bundes)

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