Sechs neue Folgen mit der Feuerwehr Bochum

Feuer & Flamme: Trailer zur Staffel 6 erschienen

Bochum/Köln – Es ist bald wieder so weit: Die neue Staffel 6 der WDR-Dokutainmentreihe “Feuer & Flamme” startet mit sechs Folgen ab dem 9. Januar 2023 immer montags um 20.15 Uhr im WDR Fernsehen. Gemäß dem Motto “online first” sind die jeweiligen Folgen ab dem 2. Januar 2023 vorab in der ARD Mediathek zu sehen. Außerdem stehen bereits ab dem 22. Dezember 2022 neue Ausgaben von “Feuer & Flamme – Der Podcast” auf allen gängigen Plattformen zum Download zur Verfügung.

Ab Januar 2023 bringt der WDR wieder neue Folgen der Dokutainmentreihe “Feuer & Flamme”.

Hauptdarsteller sind wieder die Kräfte der Feuerwehr Bochum. Laut WDR wird die sechste Staffel von “Feuer & Flamme” erstmals auch Einblicke in die Arbeitsabläufe der Leitstelle geben.

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Zu den dramatischen Lagen, mit denen sich die Disponenten und die Kollegen auf den Wachen konfrontiert sehen, zählen ein Straßenrennen mit furchtbarem Ausgang, zwei vermisste Kindern in den Bochumer Katakomben, ein brennender Dachstuhl durch Blitzeinschlag und ein Brand auf einem Werkstattgelände, der nur schwer unter Kontrolle zu bekommen ist.

Für die Dreharbeiten begleiteten Kamerateams die Bochumer Feuerwehrleute 50 Tage am Stück, 24 Stunden am Tag von Anfang Mai bis Ende Juni 2022. Dabei verwendeten sie bis zu 60 Bodycams gleichzeitig.

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Hintergrundgeschichten zu den Einsätzen bietet “Feuer & Flamme – der Podcast”. Darin sprechen wöchentlich wechselnde Feuerwehrleute aus der TV-Sendung mit der WDR-Redakteurin Silke Schnee.

Episodenkritik: Folge 6 (Staffel 5)

Stechende Schmerzen in der Brust: Einsatz für NEF

In der Rettungswache 7 (Bochum-Mitte) rückt Sven als Fahrer eines NEF aus. Durch eine Rettungswagen (RTW)-Besatzung vom Rettungsdienst nachalarmiert, bringt er den Notarzt vor Ort. Der Melder zeigt „GAK-positiv“ (grippeähnliche Symptome, Aufenthalt in Risikogebieten und Kontakt zu Corona-Patienten). Am Einsatzort angekommen, betreten die Kräfte unter Schutzkleidung die Wohnung. Die 57-jährige Patientin klagt über stechende Schmerzen in der Brust, bei ihr ist eine Lungenkrankheit diagnostiziert. Sie ist in körperlich schlechter Verfassung.

Sven bekräftigt: Sind Patienten selbst oder deren Angehörige unsicher, gilt es noch mehr als eh schon, umsichtig auf sie einzugehen. Ein sensibler Umgang könne helfen, sie nicht noch weiter zu verunsichern. Rettungssanitäter und Notarzt funktionieren als Team und arbeiten im „Vier-Augen-Prinzip“: Sie trügen zusammen die Verantwortung zur angezeigten Behandlung und zur Gabe der Medikamente. Um Fehler auszuschließen, spiegelt Sven das Vorgehen und bereitet das vom Arzt geforderte Medikament nicht nur vor, sondern zeige es noch einmal explizit und wiederhole den Namen. Zwar ist das EKG negativ, somit besteht kein akuter Verdacht auf Herzinfarkt. Zur Absicherung transportiert das ersteingetroffene RTW die Patientin in ein nahegelegenes Krankenhaus.

Abschließend gibt Sven noch weitere Einblicke in das richtige Vorgehen im Umgang mit Patienten und wirbt für Empathie: Ihm sei in der Ausbildung der Spruch im Gedächtnis geblieben: „Egal, wie ihr in den Einsatz reingeht, fahrt immer so, als ob Ihr Eure Mutter hinten auf der Trage liegen hättet!“ Daran halte er sich immer.

TOJs rücken aus: Waldgebiet in Flammen

Für den zweiten Einsatz sorgt der Anruf einer jungen Frau: Im Waldgebiet Zillertal in Bochums Norden brenne Laub in größerer Ausdehnung. Die Leitstelle alarmiert die Feuer- und Rettungswache 2 (Bochum-Innenstadt). Von dort machen sich die TOJs („Training on the job“, Ausbildungsgruppe) mit ihrem Gruppenführer Richard und dem Löschfahrzeug (LF) auf den Weg. Alarmierung: „Flächenbrand in Waldgebiet, größer als 100 Quadratmeter“. Bei Eintreffen finden die Neulinge eine brennende Fläche vor. Die Gefahr einer Ausbreitung besteht, durch den Wind könnten die noch kleinen Flammen zusätzlich angefacht werden.

Richard behält selbst die Ruhe und treibt seine Schützlinge mit den Worten an: „Wenn es jetzt ein bisschen schneller geht, macht das nichts!“ Nach anfänglichen Löschen muss der Maschinist auf die Suche nach einem Hydranten gehen, um die Löschwasserversorgung weiter sicherzustellen. In der Zeit heißt es: Wasser aus, Feuerpatschen raus, um die Glutnester zu ersticken. Gleichzeitig wird das Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF) 20 nachalarmiert. Auszubildener Sascha erinnert sich im Nachhinein an die Situation ohne Wasser: „Das war kein gutes Gefühl!“, das hätten sie so in der Ausbildung noch nicht gehabt. Schließlich wird ein Hydrant in 250 Meter Entfernung gefunden, gleichzeitig trifft das HLF ein. Mit der zusätzlichen Wasserreserve ist das Ablöschen nun kein Problem mehr. Richard lobt in der Nachbetrachtung, wie gut die Zusammenarbeit der Auszubildenden funktioniert habe, obwohl sie einen solchen Einsatz noch nie erlebt hätten. Bestanden.

Rüstige 84-Jährige klagt über Schwindel

Eine unklare Alarmierung geht in der Haupt- und Feuerrettungswache 3 (Bochum-Werne) für Judith (26 Jahre alt) und den 32-jährigen Adrian ein. Beide besetzen ein RTW und fahren zur Wohnung einer über Schwindel und Herzrasen klagenden Frau. Die 84-jährige Asthmatikerin empfängt sie, sie habe zusätzlich Schmerzen im Bein. Ihre Vitalwerte ergeben nichts Auffälliges, ihr Blutdruck könnte durch das an diesem Tage eigenmächtig Absetzen des Medikaments herrühren, vermutet Judith. Zwar möchte die Seniorin ungern ins Krankenhaus, die beiden jungen Sanitäter können sie aber mittels eines Facetime-Gesprächs mit der Tochter – auf dem eigenen Smartphone der Dame wohlgemerkt(!) – überzeugen. Im Krankenhaus wird die rüstige Seniorin medikamentös eingestellt, außerdem wird ein Herzklappenfehler diagnostiziert.

Tierrettung: Befreien eines Graureihers

Die TOJs werden alarmiert zu einer besonderen Tierrettung: Ein Graureiher hat sich in einen Kellerschacht verirrt. Die 30-jährige Ausbilderin Jasmin findet es toll, das Einsatzfahrzeug voller Auszubildender zu haben: „Die haben richtig Lust auf Ausbildung, die kann man von morgens bis abends mit Informationen zuballern.“ Auf der Anfahrt sind die fünf Einsatzkräfte zunächst skeptisch, ob es denn wirklich ein so großer Vogel sein sollte – mitunter komme es nach Eintreffen durchaus vor, dass es sich bei dem vermeintlichen Papagei um eine Taube handele. Im Wohngebiet angekommen, stellt sich aber heraus: Es ist tatsächlich ein Graureiher, der sich scheinbar am Flügel und am Bein verletzt hat. Sascha steigt den Schacht hinunter, fängt den Reiher möglichst schonend ein. Nach einer kurzen Untersuchung wird der Pechvogel in einen Karton verfrachtet. Die TOJs und Ausbilderin Jasmin sind sich einig: „So was mache ich gerne, das sind coole Einsätze!“, bringt es Sascha auf den Punkt. Sie bringen den Reiher zu einer Anlaufstation für verletzte Vögel. Dort wird sein Bein geschient. Einen Monat später konnte er zurück in die Natur entlassen werden.

Tragehilfe bei Sprungelenkbruch

Die Leitstelle alarmiert ein HLF der Haupt- und Rettungswache 3 zu einem „TH 0“. Die Aktiven sollen einem RTW Unterstützung bei einem Unfall an der Stadtgrenze zu Dortmund bieten. Dort wird eine Tragehilfe benötigt. Die werde immer dann benötigt, wenn es sich um eine schwergewichtige Person handele oder wenn die örtlichen Gegebenheiten einen Transport auf normalen Weg nicht zu zuließen.

Angekommen am Unfallort stellt sich heraus: Ein Spaziergänger ist bei einer Böschung abgerutscht und hat sich dabei am Sprunggelenk verletzt, der Fuß ist beinah um 90 Grad verdreht. Ihm werden Schmerzmittel intravenös verabreicht, über das Tragetuch soll er zum RTW gebracht werden. Glücklicherweise ist der Notarzt vor Ort in der Notfallchirurgie tätig. Er renkt dem Patienten direkt an vor Ort den Fuß wieder ein. Nun müssen die sechs Träger nur noch dafür sorgen, dass der Patient zum Antransport ins Krankenhaus unfallfrei die Böschung hinaufgelangt. Hier noch einmal erhöhte Aufmerksamkeit gefragt.

Die Diagnose im Krankenhaus ergibt: Mehrere Frakturen im Sprunggelenk, Schienbeinbruch sowie Bänderrisse, was eine sofortige Operation nötig machte. Nach 7 Monaten konnte der Patient wieder selbstständig laufen.

Alles in allem kein spektakuläres Finale von Staffel 5 – diejenigen, die sich noch einmal eine große Einsatzlage mit einem spektakulären Vollbrand gewünscht haben, dürften enttäuscht sein. Aber die letzten 45 Minuten zeigen einen soliden und sehenswerten Rundumblick davon, was Feuerwehr bedeutet. Wir sind gespannt auf Staffel 6 …

Episodenkritik: Folge 5 (Staffel 5)

Die Alarmierung für die Bochumer Wache 1, „Brand 2“, führt die Einsatzkräfte in Episode 5 in ein Einfamilienhaus. Dort steht eine Heimsauna in Flammen. Beim Eintreffen sind bereits über einen Balkon lodernde Flammen zu erkennen. Zugführer Christian verdeutlicht, worauf es ankommt: „Bei Sauna hat man gleich gefährliche Bilder im Kopf: Ein eng gekapselter Raum, der aber mit all dem Holz darin eine super Brandlast darstellt. Da drin kann das Feuer so richtig Gas geben.“ Trotz der Einsatzkleidung stelle ein solches Brandereignis eine besondere Schwierigkeit für die Einsatzkräfte dar, da die Brandbeaufschlagung besonders hoch sei.

Den ersten Angriffstrupp bilden Haudegen Günni und der 29-jährige Neuling Sebastian. Erst an diesem Morgen hat er noch mit einem Lehrgangkollegen gesprochen und festgestellt, dass er noch nie ein Feuer gehabt habe. Er werde wohl erst in 5, 6 oder 7 Jahren eins haben. Falsch gedacht, nun kommt es schneller als gewollt. Günni nimmt ihn unter seine Fittiche und ist sich sicher: „Das lernen die alles im Lehrgang, aber in so ’nem echten Feuer ist das schon noch mal anders.“

Das Feuer im ersten Obergeschoss brennt bereits in voller Ausdehnung. Personen sind nicht in Gefahr, die einzige Bewohnerin erwartet die Aktiven. Die Kräfte können sich also darauf konzentrieren, „nur noch“ das Feuer ausmachen. „Das, was ich gelernt habe, endlich mal in der Praxis umsetzen zu können … Das war aufregend!“, gibt Sebastian später vor der Kamera zu.

Unter Atemschutz gehen Günni und Sebastian mit zwei C-Rohren zur Brandbekämpfung vor. Zeitgleich geht die Drehleiter in Stellung. Christian erklärt, so könnten die Einsatzkräfte nötigenfalls auch von dort aus löschen. Außerdem stelle sie für den Angriffstrupp einen Backup da, sollte deren Fluchtweg durchs Treppenhaus abgeschnitten werden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Lokalisation lässt Günni Neuling Sebastian ran. Er leitet ihn mit seiner Erfahrung, motiviert ihn aber auch immer wieder auf seine unverblümte Art: „Mach fertig, hau drauf!“ Bei Sebastians ersten Brand steht er also gleich an vorderster Linie. Günni ordnet diese Erfahrung später ein: „Wenn Du sowas das erste Mal siehst, gehst Du natürlich mit Respekt ran.“

Eine Erkundung von der Drehleiter aus zeigt, dass die Brandbekämpfungsmaßnahmen funktionieren. Die Beaufschlagung auf Dach und Fassade lässt nach, durch die starke Verrauchung sind aber die Sichtverhältnisse schwierig. Durch den Einsatz des Angriffstrupps ist das Feuer zügig unter Kontrolle. Auch Sebastian erklärt seinen ersten Einsatz später: „Da drinnen ist es sehr laut, zum einen durch die Atemgeräte, durch den Funk, durch das Feuer, durch das Wasser … Das ist dann einfach eine Herausforderung, da auch zu kommunizieren.“ Seine Unsicherheit sei dann aber, dank Günni, schnell verlorengegangen. Es sei ein tolles Gefühl, mit jemandem, den man gar nicht kennt, so gut zusammengearbeitet zu haben.

Ein kleines Malheur passiert aber: Sebastian zieht aus Versehen den Löschschlauch über eine scharfe Kante, als er diesen vom Balkon aus durch ein geborstenes Fenster nach innen reicht, was einen Schlauchplatzer verursacht. Günni sieht es ganz entspannt und kreidet es ihm bei seinem ersten Brand nicht an. Im Gegenteil, er beschwört die Kameradschaft: „Wir sind alle ein Trupp!“ Außerdem freut er sich auf den Kuchen, den der Neue traditionell nach seinem ersten Brandeinsatz mitbringen muss. Für Sebastian selbst war es „ein toller Einsatz. Ich habe sehr viel daraus mitgenommen. Für nächsten Innenangriff bin ich nun etwas erfahrener!“

Fazit von Zugführer Christian: Wenn einmal etwas in einer Sauna brennt, gebe es dort mit all dem Holz genügend, was zu einer massiven Ausdehnung führen könne. Glücklicherweise sei das hier nicht passiert. Über die Drehleiter ist klar zu sehen, dass das Dach nicht betroffen sei. Der gesetzte Rauchvorhang sei Gold wert gewesen. Er verschafft sich gerne am Ende eines jeden Einsatz noch mal selbst einen Überblick: Da der Angriffstrupp mit eingeschränktem Sichtfeld arbeitet, wolle er absolut sichergehen, um ruhig „nach Hause fahren und schlafen“ zu können. Er entscheidet, dass die Wohnung nicht mehr bewohnbar ist, da das Risiko für die Bewohnerin mit all den feinen Rußpartikeln, die sich überall ablegen, zu groß wäre. Für das im Erdgeschoss befindliche Vermessungsbüro ist ein Wasserschaden in einem der Räume zu verzeichnen. Die Brandwohnung ist erts 4 Monate später wieder bewohnbar.

Im nächsten Einsatz alarmiert die Feuer- und Rettungswache 2 (Bochum-Innenstadt) einen Rettungswagen: „R1 unklar internistisch“. Während der Fahrt liegen für Sanitäterin Judith (26 Jahre alt) noch keine Informationen vor. Bei einem medizinischen Einsatz spüre man oft die Dankbarkeit der Patienten, auch unausgesprochen. Das gebe ihr persönlich sehr viel, der Beruf sei eine Herzensangelegenheit für sie.

Am Einsatzort angekommen, klagt der an Diabetes leidende Patient über Luftnot, die sich seit Tagen bemerkbar mache und sich verschlechtert habe. Er müsse sich 5 Minuten hinsetzen, wenn er 20 Treppenstufen steige. Auch ein Stechen in der Brust spüre er dabei. Judith ist alarmiert und erklärt, dass Diabetiker eine Reihe an Folgeerkrankungen ereilen könnten. Es könnte sich durchaus hier um einen versteckten Herzinfarkt handeln. Nach der Überprüfung der Sauerstoffsättigung, des Blutzuckers und der Lungenfunktion wird ein EKG geschrieben. Es gibt keinen Hinweis auf einen Herzinfarkt oder auf sonstige lebensbedrohliche Zustände. Woher seine Belastungsluftnot komme, müsse aber weiter abgeklärt werden, um krankhafte Gründe auszuschließen. Dafür bringen Judith und ihr Kollege den Patienten in ein naheliegendes Krankenhaus, wo sich später eine Lungenembolie infolge einer Thrombose herausstellt. Judith rät: Lieber einmal häufiger zum Arzt gehen und bei kleinsten Anzeichen diese abklären lassen.

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Im dritten Einsatz informiert ein eCall-Notrufsystem die Leitstelle über einen Unfall. Das System übermittelt die Koordinaten und stellt eine Sprechverbindung zum Unfallfahrer her. Dieser ist ansprechbar, klagt aber über Schmerzen im Nacken. Er steht unter Schock. Zugführer Björn erklärt die Vorzüge eines eCall-Systems: Bei modernen Fahrzeugen informiere dieses bei einem Aufprall automatisch die Leitstelle – und zwar inklusive der Koordinaten der Unfallstelle. „Je schneller wir vor Ort sind, umso schneller können wir helfen!“, sagt Björn. Gerade beim Klassiker, einem Allein-Unfall nachts auf der Landstraße könne ein eCall-System Leben retten. „Bei schweren Verkehrsunfällen und schwerverletzten Personen kann jede Sekunde über Leben und Tod entscheiden!“

Am Unfallort, einer Kreuzung, angekommen, erkunden die Kräfte die Lage. Die Airbags des Fords mit dem eCall-System haben ausgelöst. Die Insassen des zweiten beteiligten Pkw sind unverletzt. Während der Fahrer an die Notärztin übergeben wird, sichert das HLF die Unfallstelle ab. Wie sich später herausstellt, hat der Fahrer beim Unfall ein leichtes Schleudertrauma erlitten.

Episodenkritik: Folge 4 (Staffel 5)

Die Feuerwehr Bochum wird zu einem „riesengroßen Autounfall“ (Anruferin zu Leitstellendisponent) auf der Autobahn 40 gerufen. Ein jüngerer Pkw-Fahrer hat nach Aussage von Zeugen ein Fahrzeug mit einem älteren Ehepaar bedrängt, sodass dieses mit einer Mittelleitplanke aus Beton kollidiert ist. Zwar ist – entgegen der ersten Annahme – niemand eingeklemmt, aber alle Beteiligten müssen ins Krankenhaus. Die ältere Beifahrerin wird als schwerverletzt (Kategorie „gelb“) eingestuft, die beiden anderen Unfallbeteiligten als leichtverletzt („grün“).

Der mutmaßliche Unfallverursacher ist nach eigenen Angaben beschwerdefrei. Aber sicherheitshalber soll er zur Kontrolle in eine Klinik transportiert werden. Sven, der das Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) von Wache 7 zum VU gesteuert hat, bleibt trotz des Verdachts professionell und kümmert sich um die medizinische Versorgung des Manns. „Es ist komplett unangebracht, da irgendeinen Patienten oder Angehörigen anzugehen und vielleicht meine eigene Meinung mit ins Spiel zu bringen“, sagt der 36-Jährige

Die Lage spitzt sich zu, als der ältere Pkw-Fahrer – im Rettungswagen (RTW) neben seiner liegenden Frau sitzend – plötzlich über Schmerzen klagt. Wobei sich wieder mal zeigt, dass die Realität die krassesten Dialoge schreibt. Frage Sven: „Tut was weh?“ Antwort Patient: „Mir bricht der Arsch ab!“ Erhöhung auf Kategorie „gelb“, ein dritter RTW wird nachalarmiert.

Überraschend spät (in der Folge ungefähr bei 9:20) gerät an der Einsatzstelle der Brandschutz ins Blickfeld. Ein Gruppenführer meldet dem C-Dienst Marcel (Zugführer), dass das Fahrzeug des Ehepaars über Gas- und Benzinbetrieb verfügt. Droht da akute Gefahr?

Schnell können die Einsatzkräfte mit einem Messgerät Entwarnung geben: Der Gastank ist dicht. Letztlich ist nur das Abstreuen einer Kraftstoff-Lache erforderlich.

Es folgt eine Zwischenepisode zum Wachalltag der Feuerwehr Bochum. Bei der Fahrzeugübernahme auf der Hauptfeuer- und Rettungswache 3 erzählt Harry (53), Maschinist eines Hilfeleistungslöschfahrzeuges (HLF), was er an seinem Job ganz besonders schätzt: seine jungen Kollegen („Sind alles feine Jungs“). Auch der Umgang mit Fahrzeugen und Gerät bei der Feuerwehr bringt den ehemaligen Bergmann zum Schwärmen: „Ich steh’ auf Technik, is’ einfach geil. Und du hast jeden Tag was anderes.“

„Zwei C, ein Gardena vor“

Nach einem Rettungsdienst-Einsatz bei einem Senior klingt die Folge mit einem „Brand 2 – Laubenbrand“ aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr Bochum steht ein Jugendraum in Form einer hölzernen Gartenhütte auf einer Tennisanlage in Vollbrand. Das Gebäude ist verloren. Jetzt geht es nur noch darum, das Übergreifen auf die Umgebung zu verhindern.

Früher habe es einen höheren Anteil an Brandeinsätzen gegeben, sinniert Gruppenführer und stellvertretender Wachabteilungsleiter Jörg (40). „In jeder Schicht einmal.“ Heutzutage erlebten die Feuerwehrleute ein „klassisches Feuer“ gar nicht mehr so oft, wie es dargestellt werde.

„Wenn da wirklich mal was brennt und wir sehen, da sind keine Leute, das ist ein reines Schadensfeuer, dann ist das was Faszinierendes“, sagt Jörg. „Diese verschiedenen Rot- und Orangefarben, diese Rauchentwicklung, dieses Knistern.“ Wie bitte? Hier stockt man als Zuschauer erst mal. Aber der Gruppenführer fährt gleich fort: „Wir sind nun mal kleine Jungs, wir sind Feuerwehrleute, mit tollem Gerät dürfen wir uns austoben, und es macht Spaß dann auch, das Erlernte einzubringen und so’n Feuer zu bekämpfen.“ Dementsprechend heißt es bei dem Einsatz: „Ich mach‘ ‚Wasser marsch‘ – viel Spaß!“

Auch, als der Wasservorrat des HLF aufgebraucht ist („Wir haben kein Wasser mehr, ne?“) und die Einsatzkräfte auf das vorzuziehende Tanklöschfahrzeug (TLF) 4000 warten müssen, bleibt die Stimmung locker. Kurzerhand löscht Jörg mit einem auf der Tennisanlage installierten Gartenschlauch mit. „Ja, ich hab’s doch im Griff“, witzelt er. „Zwei C, ein Gardena vor.“

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Mit dem TLF speisen die Feuerwehrleute in das HLF ein. Noch ein Schaumteppich drauf („Schön saftig drüber“) – fertig. Mit reduzierten Kräften leuchtet die Feuerwehr die Einsatzstelle noch für die Brandursachenermittler aus.

Episodenkritik: Folge 3 (Staffel 5)

„Brand 1, Stadtpark Bochum, Rauchentwicklung aus einem alten Toilettengebäude“ klingt als Alarmierung zunächst recht unspektakulär. Als bei der Anfahrt weder Rauch noch Flammen zu sehen sind, ist die Stimmung der Feuerwehrleute noch recht entspannt. „Das sind meine Lieblingseinsätze, wo ich mir das Feuer suchen muss“, flachst einer der Kräfte noch im Fahrzeug.

Das ändert sich, als bekannt wird, dass sich in dem Toilettenhaus noch eine Person befinden soll. Plötzlich schalten alle mindestens zwei Gänge nach oben. „Mitkommen, mit allem“, befiehlt der Fahrzeugführer kurz und knapp seinem mit bereits mit Pressluftatmern (PA) ausgerüsteten Angriffstrupp. „Jetzt müssen wir Kette machen. Jetzt geht’s um was“, erklärt Jeff, als sich der Einsatz von einer Brandbekämpfung in eine Menschrettung wandelt. Jeff ist Gruppenführer der TOJ-Einheit (s.u.), die bei diesem Einsatz den zweiten PA-Trupp stellt.

Bei der Person im Gebäude soll es sich um einen Obdachlosen handeln. „Das sind Menschen wie Du und ich“, stellt Marcel klar. Tatsächlich findet der erste Trupp statt einer Person sogar zwei Männer, die in der Herrentoilette auf dem Boden schlafen. Neben sich hatten sie Kohle entzündet, um sich zu wärmen. „Raus hier, raus hier, raus hier!“ fordern die Kräfte die Beiden immer wieder auf, bis sie das Gebäude eigenständig verlassen.

Als die Männer, die offenbar in der Toilette wohnen, dem Rettungsdienst übergeben sind, fällt die Spannung augenblicklich von den Einsatzkräften ab. Denn die Kohle ist mit einer Flasche Limo und zwei Eimern Wasser schnell gelöscht. Unterlegt mit nachdenklich-dramatischer Musik kontrollieren die PA-Träger das Gebäude und lernen die nicht gerade wohnlich wirkenden Toilette kennen, in der sich die beiden Personen eingerichtet hatten. „So will keiner leben“, lautet der ernste Kommentar eines PA-Trägers.

Am Ende des Einsatzes gibt es sogar ein Lob vom „Chef“. Denn TOJ-Gruppenführer Jeff ist dieses Mal vollkommen zufrieden mit seiner Ausbildungseinheit: „Das war genau das Tempo, das ich sehen wollte.“ Weil der Rettungsdienst bei beiden Männern einen erhöhten Wert von Kohlenstoffmonoxid im Blut feststellt, empfiehlt der Notarzt, sie im Krankenhaus behandeln zu lassen. Ein Mann nimmt das Angebot an, doch der zweite will nicht. Daher nimmt ihn die Polizei vorübergehend in Obhut.

Die nächste Sequenz lockert die Stimmung bei den Zuschauern auf, denn es geht ums Essen. Wir erfahren, dass die Bochumer Berufsfeuerwehrleute riesiges Glück haben. Denn ihr Kollege Sven entpuppt sich als wahrer Gourmet, der richtig Spaß am Kochen hat. Trotz der liebevollen Neckereien in der Küche sind letztendlich alle happy, so leckeres Essen auf den Teller zu bekommen.

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Beim zweiten Einsatz begleiten wir eine Rettungswagen-Besatzung zu einem gestürzten Kind. Ein kleiner Junge soll aus mehreren Metern gefallen sein. Vor Ort werden die Feuerwehrfrauen mit erheblichen Kommunikationsschwierigkeiten konfrontiert. „Aus dem 5. Stock gefallen?“ Die Frauen bekommen zunächst einfach nicht die richtigen Infos aus den Eltern des Kindes heraus.

„Es ist eine andere emotionale Belastung für uns“, gibt Judith offen zu, wenn es sich um verletzte Kinder handelt. Dann erfahren die Feuerwehrfrauen, dass der Vater mit dem Sohn auf dem Arm im Treppenhaus fünf Stufen hinabgestürzt ist. Wegen einer Beule am Kopf kommt der kleine Mahmoud in eine Kinderklinik, wo die Ärzte tatsächlich eine Gehirnerschütterung feststellen. Am nächsten Tag darf er wieder nach Hause.

Die bis hierher schon sehr bunte und emotionale Episode endet mit einem Tierrettungseinsatz. Dabei beweisen die Männer der Feuerwehr Bochum nicht nur ein großes Herz für Tiere, sondern auch ihr Geschick beim Umgang mit Wildtieren. Ein Rehbock hatte sich in einem Garten verirrt, aus dem es kein Entkommen gab. Mit einem Netz fangen die Einsatzkräfte das Tier ein und fahren ihn ins Grüne. Auf einem Feld freigelassen, wollte sich der erschöpfte Rehbock zunächst nicht von der Stelle bewegen.

Da er sich im Garten an einer Holzwand großflächige, offene Schürfwunden zugezogen hatte, überraschte es ein bisschen, dass die Feuerwehr das Tier unter Anleitung des Jagdpächters in die Freiheit entlässt. Eine kurze Sichtung durch einen Tierarzt wäre zumindest eine Option gewesen. Doch: nach einer kleinen Motivation von Peter springt das Tier munter davon. „Das ist schon ein Stück weit eine Herzensangelegenheit“, freut sich Tierretter Peter. (Rezension: Sven Buchenau)

Episodenkritik: Folge 2 (Staffel 5)

Quasi ein perfektes Timing bewies der WDR mit der zweiten Folge und dem Hauptthema Kaminbrand. Gefühlt brennen aktuell in Deutschland so viele Schornsteine ​​wie selten zuvor. Doch was ist eigentlich ein Kaminbrand? Und was brennt da? Christian, Günni und Jeff können es für jedermann/jederfrau verständlich erklären. Durch zu feuchtes oder minderwertiges Holz setzt sich eine Rußschicht im Kamin ab. Und sterben kann in Brand geraten. Dabei entstehen dann Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius. Problematisch ist: Wasser scheidet als Löschmittel aus. Der im Schornstein entstehende Wasserdampf (1.700-fache Ausdehnung) würde das Mauerwerk schlagartig sprengen. Die kleinen Öffnungen oben und unten reichen nicht aus, damit der Dampf entweichen kann.  

Der Feuerwehr bleibt nichts anderes übrig, als die Ablagerungen an der Innenseite mit dem Schornsteinfeger-Satz (Kugel, Bürste) zu entfernen. Unterstützt wird die Löschzugbesatzung der Innenstadtwache dabei von den Auszubildenden der Bochumer Feuerwehr. Die TOJs (Training on the Job) besetzen ein eigenes Fahrzeug und rücken im gesamten Stadtgebiet mit aus. In Bochum werden die Nachwuchskräfte neckisch auch schon mal Feuerwehr-Embryos genannt, sagt zumindest Günni. “Aber sie gehören dazu. Die zählen genauso wie wir.”   

Wie kräftezehrend und aufwändig das Auskehren ist, wird in der Folge deutlich. “Wenn du da eine Stunde im Korb die Kette rauf, die Kette runter, die Ketter rauf, die Kette runter, bewegst, dann hast du am nächsten Tag Rückschmerzen und die Ärmchen merkste auch”, bringt es Jeff auf den Punkt. Von Jeff, dem Ausbilder der TOJ-Staffel stammt auch unser Zitat der Folge. “Ich erwarte einfach, dass die neuen (die TOJ) schneller sind als die alten. Das dauerte mir einfach zu lange. Und deshalb bin ich über Funk mal etwas höflicher geworden”, so der 39-Jährige. 

Bei der Erkundung des Gebäudes erleben die Feuerwehrleute einige Überraschungen. Der Dachboden steht voller Gerümpel, eine Teppichrolle und Styroporplatten lehnen direkt am Schornstein. Beim Vorgehen geht eine Ofenscheibe zu Bruch, ein Anwohner läuft wieder ins Gebäude und berichtet von einem eigenen Löscheinsatz. Im Keller schließlich stoßen die Kräfte auf eine Fischzucht mit Nemo und Dörrie. Und beim Auskehren des Kamins verabschieden sich dann plötzlich auch noch ein paar Steine. 

Unzählige Schuttmulden voller Ruß und Asche müssen aus dem Keller vors Haus getragen und abgelöscht werden. Letztlich dauert es fast 2 Stunden, “bis der ganze Rotz entfernt ist”. 

Im zweiten Einsatz muss einer älteren Dame in Wattenscheid geholfen werden. Sie hat hohen Blutdruck, Druck in der Brust, zittrige Beine und Atemnot. Verdacht auf Herzinfarkt. Einsatz für einen Rettungswagen und das Notarzt-Einsatzfahrzeug von Rettungswache 7. Vor Ort erfahren die Feuerwehrleute dann, dass Bärbel am Morgen überfallen worden ist und an dem Tag vorsichtshalber schon einmal im Krankenhaus war. Die Untersuchungen in der Klinik bestätigen den Herzinfarkt übrigens nicht. Dafür stellen die Ärzte eine Diabetes-Erkrankung fest.

Im dritten Einsatz müssen die Feuerwehrleute einem Imker beim Umsiedeln eines Bienenvolkes helfen. Der Feuerwehranteil hierbei beschränkt sich im Prinzip auf das Stellen und Halten von Leiterteilen. Sehenswert und informativ ist der Part trotzdem.              

Hier könnt Ihr die Episodenkritiken zu den vorherigen Staffel einsehen:

Ab dem 27. Januar 2022 startet der WDR auch den neuen „Feuer & Flamme“-Podcast. Hört mal rein auf der WDR-Webseite, in der WDR-2-App oder auf vielen Podcast-Plattformen.

Episodenkritik: Folge 1 (Staffel 5)

Gleich zu Beginn gilt es für die Wachen 2 und 3 der Berufsfeuerwehr Bochum, mit zwei Löschzügen zu einem „Brand 3 Rauch aus Gebäude oder Zimmer“ in ein Industriegebiet auszurücken. Zugführer Christian wird vom Praktikanten Malte begleitet, der seinen ersten Brandeinsatz als zukünftiger Zugführer bewältigen muss.

Neben der Anspannung und Konzentration bleibt trotzdem Zeit für ein bisschen Konkurrenzkampf: Welche Wache trifft zuerst ein auf dem Gelände einer Baufirma ein, die genau auf dem Grenzgebiet der beiden Wachbereiche liegt? Freundschaftliche-ironische Aussagen wie „Die sollen mir nicht mein Feuer klauen!“ sorgen nicht nur für den Spannungsabbau der Feuerwehrleute, sondern auch für die Unterhaltung der Zuschauer.

Bei Eintreffen ist die Lage am Brandobjekt zunächst unklar – die typische chaotische erste Phase eines Einsatzes. Die Kräfte kommen mit ihren Fahrzeugen nicht auf das Gelände der betroffenen Baufirma , da das Tor verschlossen ist. Am Wochenende ist normalerweise kein Mitarbeiter vor Ort. Nur eine starke Rauchentwicklung aus einer Halle ist erkennbar, offene Flammen sind nicht zu sehen.

Die Erkundung ergibt, dass vermutlich das Dach der Halle brennt. Ein Übergreifen auf das angrenzende Gebäude ist zu befürchten. Die Bochumer Feuerwehrleute tragen von außen einen Löschangriff vor und bauen eine Riegelstellung auf. Da schwarzer Rauch weiterhin allgegenwärtig ist, warnen die erfahrenen Kollegen vor der Gefahr der Durchzündung – das Dach der Halle könne „abheben“.

Ein Feuerwehrmann zieht beim Rolltor aufs Gelände den Zylinder, mit Ramme und Halligan Tool brechen andere eine Glastür zum Gebäude auf. Im Innern lauert womöglich eine weitere Gefahr: Laut einem Anwohner könnten sich in den Räumen Gasflaschen befinden.

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Zur Spannung in dieser Folge trägt auch bei, dass die im Innenangriff vorgehenden Feuerwehrleute zunächst kein offenes Feuer finden. Erst nachdem sie eine Rigipsdecke mit Einreißhaken herunternehmen, entdecken sie einen Vollbrand unter der Dachhaut. Die Bedrohung durch Gasflaschen kann der Besitzer entkräften.

Der Besitzer der Halle schlägt schließlich den Einsatz seines Mobilbagger vor. Mit diesem reißt einer seiner Arbeiter das Dach auf. Flammen schlagen hinaus. Nun kann die Feuerwehr den Brand endlich wirksam bekämpfen. „Rauch können wir nicht löschen, Flammen schon!“, sagt Zugführer Christian.

Im zweiten Einsatz der ersten Folge begleiten die Zuschauer eine RTW-Besatzung. Direkt auf der Rückfahrt von einem Einsatz aus dem Krankenhaus wird diesem ein „R1 Hilflose Person über Hausnotruf“ gemeldet. Dieser wurde in einem Wohnhaus ausgelöst, allerdings liegen keine weiteren Infos vor. Ein Kontakt zum zuständigen Pflegedienst besteht zu diesem Zeitpunkt nicht.

Angekommen am Einsatzort, stehen die beiden Rettungsdienst-Kräfte erst mal vor der verschlossenen Tür eines Mehrfamilienhauses. Trotz Unterstützung durch die Polizei öffnet ihnen niemand. Dies geschieht erst nach mehrfachem Klingeln bei unterschiedlichen Bewohnern . Die Rettungskräfte können nun zwar ins Haus hinein, es macht sich aber anschließend niemand bemerkbar. Schließlich öffnet eine Frau ihre Wohnungstür.

Sie vermutet, bei der gesuchten Person könne es sich um ihre Nachbarin, eine schwerhörige Frau, handeln. Möglicherweise ist sie gestürzt und kann nicht selbst zur Tür kommen. Das Objekt ist besonders gesichert, sodass eine Notöffnung der Tür nicht unmittelbar möglich ist. Als der Pflegedienst eintrifft, schafft dieser mit einem Schlüssel Zugang zur Wohnung.

Die ältere Dame ist gestürzt, aber wach und ansprechbar. Es besteht keine lebensbedrohliche Situation. Sie ist voll orientiert, hat lediglich eine Beule am Kopf. Dennoch raten ihr die Sanitäter, in einer Klinik alles abchecken zu lassen. Sie lässt sich überzeugen …

Die ersten 45 Minuten der neuen Staffel „Feuer & Flamme“ sind rum. Insgesamt ein gelungener Auftakt mit kniffeligen Situationen und Hindernissen, die viele Feuerwehrleute und Rettungsdienst-Mitarbeiter aus ihrem Einsatzgeschehen kennen werden. Klar, dass die Entscheidungen der Führungskräfte und das Vorgehen der Kräfte im Detail Raum für Diskussionen lassen, ob manches anders hätte gelöst werden können oder müssen. Als Zuschauer freut man sich in jedem Fall auf die nächsten 5 Wochen und weitere Einsätze der Berufsfeuerwehr Bochum.

Episodenkritik: Folge 6 (Staffel 4)

In dieser Folge erlebt Marcel seinen ersten Großbrand als Zugführer. Als der Notruf alarmiert wird, schwant ihm bereits böses. Ein Reifenlager an der Autobahn brennt. „Immer, wenn ich daran vorbeifahre, denke ich ‚oh Gott, wenn das mal brennt, hoffentlich hast du dann frei‘“. An diesem Tag hat Marcel nicht frei. „Das könnte eine lange Nacht werden“, sagt sein Kollege trocken.

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Schnell wird klar: Hier werden weitere Einheiten benötigt. Vor Ort ist ein Gabelstaplerfahrer, dem das Reifenlager offensichtlich auch gehört – ein Retter in der Not, wie sich zeigt. In Windeseile fährt er Paletten voller Reifen aus dem Gefahrenbereich – doch nicht alle kann er rechtzeitig vor den Flammen in Sicherheit bringen. Die Reifen sind eine optimale Brandquelle, weshalb sich das Feuer auch immer weiter ausbreitet. „Das bringt einen an den Rand der Verzweiflung“, gibt Marcel zu. Auch für den fleißigen Gabelstaplerfahrer wird die Situation allmählich zu brenzlig, weshalb ihn Marcel zurückruft. „Ich bin chillig, nur lass mich arbeiten“, bittet der mutige Mann ihn dennoch.

„Alter, wat’n Flammenbild“, ruft ein Feuerwehrmann. Die Drohnenbilder, die dem Publikum geboten werden, sind nicht nur spektakulär, sie werden auch mit der passenden Musik untermalt, sodass man denken könnte, man sei selbst Teil des Szenarios.

In einer der letzten Szenen wird ein weiterer Gabelstaplerfahrer gebeten, einen Turm aus Paletten mitsamt brennenden Reifen umzustoßen. Das geht beinahe schief. Der Turm wackelt nicht nur bedenklich in die entgegengesetzte Richtung, der Gabelstapler kippt durch die hohe Last auch kurz nach vorne. Eine Szene, die durchaus kritisch bewertet werden darf. Schließlich kann das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. „Manche Zugführer warten auf so ein Feuer Jahre, wenn nicht Jahrzehnte“, resümiert Marcel. Abschließend lobt er seine Truppe: „Ey, sehr geil malocht, ja?!!

Am Ende der Folge ist die Ausbildungseinheit TOJ unterwegs. Eine Anwohnerin hat einen Fuchs am Kellereingang entdeckt. Bei genauerer Betrachtung bemerkt Sebastian, dass das Tier unter Lähmungen an den Hinterläufen leidet. Dennoch ist es nicht einfach, den Fuchs in eine Transportbox zu bewegen. Mit Geduld gelingt es den angehenden Feuerwehrleuten, den Fuchs zu fangen und zu einem Tierarzt zu bringen.

Der Fuchs kann sich nicht selbst aus seiner Lage befreien – seine Hinterläufe scheinen gelähmt zu sein. Foto: WDR

Episodenkritik: Folge 5 (Staffel 4)

Im ersten Einsatz fahren die Einsatzkräfte zu einem Autounfall – ein Pkw ist gegen einen Lkw gefahren. „Natürlich schrillen da die Alarmglocken“, sagt Marcel. Er verbindet damit schlimme Einsätze, mit Bildern, die ihn teilweise nicht mehr loslassen. Es wird erneut verdeutlicht: Die Tätigkeit bei der Feuerwehr (ob beruflich oder ehrenamtlich) ist nicht nur körperlich anstrengend und herausfordernd, sondern auch mental. Die verletzte Fahrerin ist eingeklemmt. Das Lenkrad drückt auf ihren Brustkorb, weshalb ihr das Atmen schwerfällt. Mit seiner ruhigen und einfühlsamen Art beruhigt Marcel die Frau. Um sie zu befreien, wird schließlich das Dach abgenommen.

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In einer anderen Sequenz ist Katrin mit ihrem Kollegen unterwegs zu einem Notfall. „Schlaganfall“ lautet das Stichwort. „Da zählt jede Minute“, betont Katrin. Die 93-jährige Patientin kann sich nicht mehr artikulieren. Man sieht in ihrem Blick, wie ängstlich und verunsichert sie ist – verständlich, beim Verlust der Sprechfähigkeit. Im Krankenhaus bestätigt sich der Schlaganfall-Verdacht. Inzwischen sollen in der Leitstelle schon Notrufe ankommen, die sich wünschen, dass Katrin geschickt wird. Ihr verständnisvolle Art kommt einfach an.

Im nächsten „Einsatz“ wird es sentimental: Die Kollegen von Wache 2 verabschieden ihren Zugführer Dominic, der innerhalb der Feuerwehr Bochum die Wache wechselt. Zum Abschied gibt es Burger – das freut Sven ganz besonders. Als kleines Abschiedsgeschenk erhält Dominic eine besondere Tasse: Darauf abgebildet ist ein Best-of seiner Gesichtsausdrücke aus der 3. Staffel von „Feuer und Flamme“. Vielleicht kann diese auch offiziell verkauft werden? Die Fans der Serie würden sich sicher freuen! Bei der abschließenden Rede kommen Dominic schließlich die Tränen: „War ne‘ geile Zeit mit euch!“ bedankt er sich.

Das Abschiedsgeschenk für Dominic sorgt für einige Lacher auf der Wache. Foto: WDR

Im letzten Teil der Folge dürfen sich die Bochumer Feuerwehrleute über Kuchen freuen. Ein Pkw-Brand – für den neuen Kollegen Max der erste Brandeinsatz. Jeder Frischling muss nach seinem ersten Brandeinsatz einen Kuchen ausgeben – das hat Tradition bei der Bochumer Feuerwehr. „Ja, es gibt einen Kuchen!“, sagt Max sofort nach dem erfolgreichen Ende des Einsatzes. Peter möchte es genau wissen: „Kannst du backen? Oder macht dat die Mutti?“ fragt er lachend. So habe er das nämlich immer gemacht. Max betont aber, dass er den Kuchen allein backt – ohne Mutti.

Episodenkritik: Folge 4 (Staffel 4)

„Ich habe ein Problem: Ich habe mein Baby im Auto eingesperrt.“ Der erste Einsatz der Folge lässt direkt den Puls aller Mütter und Väter in die Höhe schnellen. Bei einem Einsatz mit Kindern sind auch direkt „Vatergefühle mit dabei“, bekräftigt Sven. Angekommen treffen die Einsatzkräfte auf die aufgelöste Mutter und den Vater des sechsmonatigen Babys. „Das kleine Baby hat nicht geheult. Da kann man entspannter an das Ganze rangehen“, erklärt José. Da sich die Schlüssel im verschlossenen Fahrzeug befinden, muss die Scheibe beseitigt werden. Dazu nutzt José einen Federkörner, damit das Baby nicht von Scherben oder Splittern getroffen wird. Anschließend kann der Vater das unversehrte Kind aus dem Auto holen und der schluchzenden Mutter übergeben.

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In der nächsten Sequenz ist Katrin mit einer Kollegin zu einem Parkinsonpatienten unterwegs, der mehrfach gestürzt sein soll. Das Besondere: Der Mann ist bei seinem Bruder untergebracht – der an Corona erkrankt ist. Somit sind besondere Sicherheitsmaßnahmen nötig. „So wenig wie möglich und so viel wie nötig“, erklärt Katrin in Bezug auf Einsatzkräfte und Equipment. Der Mann zeigt das typische Bild einer Parkinsonerkrankung – steife Körperbewegungen, zittern und kleine Trippelschritte. Bei weiteren Untersuchungen bemerkt Katrin, dass der ältere Herr gar keine Parkinsonmedikation hat. „Das hat mich ein bisschen überrascht“, gibt sie zu. Letztendlich wird der Mann nicht ins Krankenhaus gebracht, da es keine Notfallsituation gibt. Stattdessen soll er Kontakt zu seinem Neurologen aufnehmen. Die Therapie, die er benötigt, müsse eher langfristig erfolgen. Zudem sei es zu riskant den Mann ohne direkte Beschwerden in ein Akutkrankenhaus zu bringen, da er die erste Kontaktperson eines Corona-Patienten ist.

Im nächsten Einsatz soll in einem Wohnhaus Gas ausströmen. „Da gibt es auf der Anfahrt schon viele Dinge zu beachten“, erklärt Johannes. Beispielsweise muss man mit Windrichtung an den Einsatzort anfahren. Die Rede sei von einem „beißenden Gestank“ im Hausflur, der in eine der Wohnungen von einem Zeugen als besonders stark beschrieben wurde. Nachdem die Feuerwehrleute das Haus evakuiert haben, kontrollieren sie alle Wohnungen. Die Messungen ergeben kein Ergebnis. Auch die Mitarbeiter der Stadtwerke können keine besonderen Messwerte feststellen.

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Die nächste Sequenz dreht sich nur um ein Thema: Corona. Die Zuschauer erhalten einen Einblick in den Corona-Alltag der Bochumer Feuerwehr. „Corona ist natürlich maximal präsent auf der Wache“, betont Johannes. Nach 8 Monaten gibt es den ersten positiven Corona-Abstrich innerhalb der Wache, weshalb die Maskenpflicht ausgeweitet wird. „Eigentlich tragen wir die Dinger jetzt permanent“, sagt ein Feuerwehrmann, während er die neuen Verfahrensanweisungen verkündet. „Es hat sich vieles geändert“, sagt Marcel. Viele Treffen würden jetzt nur noch rein virtuell und online stattfinden, sagt auch Simon, der die Bochumer Wache leitet. „Dieses Gemeinschaftsgefühl, was es vor Corona gab, haben wir im Moment nicht“, erklärt Marcel. Alle seien zurückhaltender und ruhiger geworden. Fabian ist dennoch demütig und froh, dass er keine Existenzängste hat, so wie viele andere in der Krise: „Ich brauche mir keine Sorgen machen, ob ich morgen zur Arbeit gehen darf. Die Feuerwehr wird sicherlich nicht geschlossen.“

Online Meetings sind mittlerweile Alltag bei der Bochumer Feuerwehr.

Beim letzten Einsatz der Folge werden die Feuerwehrleute zu einem Wohnungsbrand gerufen, bei dem auch ein Menschenleben in Gefahr sein soll. „Das ist so ein Stichwort: Dafür wird man Feuerwehrmann“, sagt Peter. Eine Zeugin erklärt, dass ein Ethanol-Kamin den Brand ausgelöst habe. Außerdem würde ein Mann im Flur vor der brennenden Wohnung sitzen, der nicht laufen kann. „Unser wichtigstes Ziel ist das Retten von Personen. Sachwerte können ersetzt werden. Menschenleben niemals“, bringt es Peter auf den Punkt. Sie können den Mann retten, der tatsächlich direkt vor der Wohnung sitzt. Peter betont, was er für ein Glück gehabt hätte und spricht sogar von einem „6er im Lotto“, dass er gerettet wurde. Mittlerweile brennt die Wohnung in voller Ausdehnung. Auch als die Gefahr beseitigt ist, dauern die Nachlöscharbeiten an. „Das hat da rausgefeuert. Das habe ich lange nicht mehr gesehen“, sagt Peter. „Und das noch vorm Frühstück, weißte“, bekräftigt sein Kollege. Zu Ethanol-Kaminen hat Peter eine klare Meinung: „Solche Dinge sollte man nicht haben!“

 

Episodenkritik: Folge 3 (Staffel 4)

Die Folge beginnt morgens um halb 3. “Wenn der Gong geht ist es eben so, dass man aus dem Tiefschlaf rausgerissen wird”, erklärt Björn. Es brennt in einem Anbau einer Lagerhalle. Bei Ankunft sind auf den ersten Blick keine Flammen sichtbar. “Ich dachte, wir setzen hier den Verteiler, es geht ein Trupp rein, macht das Feuer aus und dann ist die Sache erledigt”, erzählt Björn. Auch als Kollege Ingo das Feuer sieht sagt er: “Ich dachte das wäre mehr”. Kein außergewöhnlicher Einsatz also – bis sich das Bild der Einsatzstelle schlagartig verändert.

Plötzlich schießen meterhohe Flammen in den Himmel. “Wenn da jetzt was hochgeht, dann haben wir halt ein Problem”, schreit Björn, während er seine Leute zurückruft. Durch eine Durchzündung muss augenblicklich eine massive Brandbekämpfung vorgenommen werden. “Von klein auf groß in einer Sekunde”, erklärt Björn. „Vielleicht haben wir Glück und wir finden doch noch mal den Weg ins Bett”, sagt einer der Kollegen scherzhaft, als das Feuer unter Kontrolle ist “Irgendwann ist jedes Feuer mal aus!”, bringt es Björn auf den Punkt.

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In der nächsten Sequenz stehen ein gefülltes Wasserglas und ein Klapptisch im Mittelpunkt. Jasmin hat für die Männer eine Teambuildingübung organisiert. “Die Intention war etwas Spaß zu haben und Gerätschaften zu benutzen, die man nicht so häufig nutzt”, erklärt sie. Dabei steht ein volles Wasserglas auf einem zusammengeklappten Tisch. Diesen gilt es aufzustellen, ohne dabei einen Tropfen Wasser zu verschütten. Außerdem dürfen dafür ausschließlich Gerätschaften genutzt werden und nicht die eigene Muskelkraft. Hebekissen, Unterklotzmaterial, hydraulische Hebel und Winden – “Wir haben unser HLF schon geplündert”, sagt Jörg. “Ein Feuerwehrauto ist eine große Spielkiste für Männer”, erklärt Richard. Nach 39 Minuten gelingt es den Männern, den Tisch aufzurichten, auch wenn ein wenig Wasser überschwappt. Laut den Männern passierte dies durch einen “Windstoß”. Dies nahm Jasmin mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis.

Im folgenden Einsatz ist der Spaß vorbei – es geht um Leben und Tod. Verkehrsunfall mit bewusstloser Person lauten die Informationen. Bei Ankunft wird die verletzte Person schon von einer Augenzeugin reanimiert. Einige “Schaulustige” haben sich bereits versammelt. “Da kämpft eine Person um ihr Leben und andere kommen dahin und holen ihr Handy raus und filmen das”, ärgert sich Richard. Sogar direkte Anwohner an den Fenstern filmen ungehemmt das Geschehen. Erst ein Sichtschutz kann die schwerverletzte Person abschirmen. Leider kann die Frau nicht wiederbelebt werden. Sie stirbt noch am Unfallort.

Der nächste Einsatz beginnt ungewöhnlich: Zu einem Fahrradunfall wird nachträglich eine Tragehilfe benötigt. Mit dem HLF geht es in ländliche Gebiete – die Wege sind schmal. Mit einem 18 Tonner sei das Ganze nicht ganz ungefährlich, erklärt Harry. Sie kommen vor einer steilen Böschung zum Stehen – 60 bis 70 Meter geht es in die Höhe. Ein Fahrradfahrer verunfallte oben und die bereits anwesenden Rettungskräfte können den Verletzten nicht alleine durch das steile Waldstück tragen. “Es war glatt, rutschig und verwurzelt”, sagt Harry.

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Mit Hilfe der anderen Radfahrer geht es langsam durch das steile Gebiet. Der Verletzte wird auf ein Spineboard verzurrt. Der Einsatz erfordert volle Konzentration. Die Fahrradkollegen des Verletzten beeindrucken Harry. “Die waren nicht so schockig. Die haben super mitgearbeitet.” Besonders das letzte Stück ist schwierig. “Geht nicht, gibt’s bei uns nicht!” betont Harry aber. Durch das konzentrierte Miteinander wird der Mann sicher in den RTW gebracht. “Ohne Teamwork bei der Feuerwehr, würde eine Feuerwehr nicht funktionieren!” sagt Harry abschließend.

Vorsichtig wird der Verunfallte die steile Böschung hinunter getragen. Foto: WDR

Episodenkritik: Folge 2 (Staffel 4)

Die Folge beginnt mit einem TH-Einsatz – schwerer Pkw-Unfall mit eingeklemmter Person. „Da geht der Adrenalin-Spiegel auch schon mal hoch“, sagt Holger. Das Kuriose: Auf dem Weg zur Einsatzstelle kommen die Feuerwehrleute an zwei weiteren Unfällen vorbei, sodass erstmal unklar ist, wo genau der schwere Unfall erfolgte. „Es geht alles drunter und drüber“, sagt der Zugführer. „Sowas habe ich noch nicht erlebt!“. Als die Kräfte endlich den gemeldeten Unglücksort erreichen, bietet sich ihnen ein schreckliches Bild. Ein Pkw ist frontal gegen eine Betonsäule gefahren.

Der Fahrer ist massiv eingeklemmt, die Feuerwehr leitet eine Sofortrettung ein. Auch wenn kein Puls mehr spürbar ist – „Wir machen das so, als wenn er noch lebt“, erklärt Fabian. Die Bochumer entscheiden sich dafür, den Vorderwagen mittels Hydraulikzylinders wegzudrücken. Schließlich können sie den Mann rausziehen. Seine Verletzungen sind so schwerwiegend, dass er im Rettungswagen (RTW) für tot erklärt wird.

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Bei dem Einsatz sind auch einige Praktikanten vor Ort. Der Zugführer erkundigt sich, ob es ihnen nach dieser Erfahrung gut geht. „Da hat sich die Zeit schon gewandelt. Man redet viel darüber“, sagt Holger. Fabian zeigt sich ebenfalls froh über die Entwicklung. „Das gehört zu einem modernen Verständnis von Feuerwehr dazu. Wir sind letztendlich Menschen und keine Maschinen.“

Das nächste Einsatzszenario ist „laut, unruhig und sehr aufgeregt“, erklärt Katrin im Vorfeld. Der RTW wird zu einer älteren Dame gerufen, die über Luftnot klagt. „Muss ich sterben?“ fragt sie aufgelöst. „Nein, heute nicht“, sagt Katrin und hält ihre Hand. Das die Seniorin nun ins Krankenhaus gebracht werden soll, löst bei ihr ganz andere Ängste aus. „Und dann kriege ich nachher Corona“, äußert sie sich besorgt. „Das erleben wir immer wieder – dass Patienten nicht ins Krankenhaus wollen, weil sie Angst haben, sich mit dem Corona-Virus anzustecken“, erklärt Katrin. Mit viel Empathie wird die Dame schließlich ins Krankenhaus gebracht.

Die kleine Echse sorgt für Entzückung… Foto: WDR
…und das bei allen Bochumer Feuerwehrmännern! Foto: WDR

In der nächsten Sequenz befinden sich die Männer der Feuerwehr Bochum im Tierpark und Fossilium Bochum. Jörg erklärt, dass sie im Umgang mit Schlangen, Spinnen und Co. noch nicht geschult seien und unsicher wären. Im Theorieunterricht dürfen deshalb lebendige Exemplare nicht fehlen. Eine Zwergbartagame – eine kleine Eidechse – sorgt für Entzückung bei den Männern. „Man hat da die Augen leuchten gesehen“, berichtet Johannes. Bei der Schlange sieht die Gemütslage schon anders aus. „Die sucht einen Kehlkopf!“, sagt Jörg lachend mit der Natter auf dem Arm. Abschließend geht es zum Spinnen-Terrarium – besonders Johannes ist alles andere als begeistert: „Alter, ich hasse Spinnen, Junge!“ Auch einige andere Kollegen machen sich aus dem Staub. Doch trotz der vorherigen Abneigung darf die Spinne auch über Johannes Hand krabbeln. Und somit hat sich der Tag gelohnt, denn Berührungsängste wurden überwunden und Hintergrundwissen gesammelt.

Beim letzten Einsatz rückt die ToJ-Ausbildungseinheit aus. Dabei sind die angehenden Feuerwehrleute im eigenen Fahrzeug (mit Ausbilder) unterwegs und absolvieren ihren berufspraktischen Teil. „Ein richtiger Einsatz ist schwer zu simulieren“, sagt Sebastian, „Vom Feeling her ist es eine andere Nummer, wenn es tatsächlich kachelt.“ Sie werden zu einem Pkw-Brand in voller Ausdehnung gerufen. Für die Auszubildenden ein optimaler Einsatz zum Üben. „Dat is’n Feuer und dat kriegen wir aus!“ bringt es Florian trocken auf den Punkt.

Episodenkritik: Folge 1 (Staffel 4)

“Das war ein Einsatz, der kommt vielleicht alle zehn Jahre vor”, sagt Zugführer Fabian bereits in der ersten Minute der neuen Staffel. Welche Einblicke wir Zuschauer in dieser Folge erhalten, können wir noch nicht erahnen Die Feuerwehr Bochum wird in ein Industriegebiet gerufen – Feuer auf einem Schrottplatz. Erstmal nichts außergewöhnliches. Die Bilder, die uns gleich erwarten, beweisen uns das Gegenteil.

Eine dunkle Rauchwolke erstreckt sich in den Himmel, die man sogar noch am andere Ende der Stadt sehen kann. Foto: WDR Fernsehen

Zirka 50 Autos auf einem Haufen brennen. “Mir war auf keinen Fall bewusst, dass es so eine große Nummer ist”, sagt der zweite Zugführer Marcel. Gasflaschen explodieren, das Feuer droht auf die Lagerhalle überzugehen und das Wasser wird knapp. Eine schwarze Rauchsäule erstreckt sich in den Himmel. Auch das neue HLF ist durch die enorme Hitzeeinwirkung in Gefahr.

Die größte Problematik liegt aber woanders: Keine 10 Meter vom Großbrand entfernt steht eine Chemiefabrik, die Farbe und Lacke lagert. Und das Feuer breitet sich rasant aus. Das die Einsatzkräfte mittlerweile mit dem Wasser haushalten müssen, verschlimmert die Situation zusätzlich. Marcel bekommt langsam Zweifel und denkt über einen Rückzug nach. Auch Simon, Leiter der Feuerwehr Bochum, sorgt sich um seine Leute. “Halten wir die Stellung oder ziehen wir uns zurück? Und im schlimmsten Fall haben wir hier die Megaexplosion.”

Das Feuer breitet sich rasant aus – immer weiter Richtung Chemiebetrieb. Foto: Feuerwehr Bochum

Ein Mitarbeiter der Chemiefabrik, dessen Name Aladin ist, (Marcel: “Diesen Namen werde ich niemals vergessen”) kommt mit der rettenden Nachricht: In den Silos auf dem Gelände befinden sich 2 Millionen Liter Wasser. Von Erleichterung kann dennoch keine Rede sein – die Pumpen funktionieren nicht, es fehlt der Druck auf den Schläuchen. Sven, der auf der Drehleiter steht, bekommt dies besonders zu spüren. “Dreh mich mal ein bisschen weg, Totto. Ich krieg’ langsam ‘nen heißen Arsch!” befiehlt er seinem Kollegen. Von oben wird ihm das Ausmaß besonders bewusst. “Es kam eine Riesenfeuerwand auf uns zu.” Und damit auch auf die Chemiefabrik.

Letztlich können die Pumpen in Gang gebracht werden. Damit wird verhindert, dass sich das Feuer weiter ausbreitet und auf den Chemiebetrieb übergeht. “Im Umkreis von 500 Metern hätte nichts mehr gestanden”, ist sich Marcel sicher, falls es zur Explosion gekommen wäre. Durch die gute Zusammenarbeit zwischen den Freiwilligen und Berufsfeuerwehren konnte die Katastrophe verhindert werden. “Am besten geht es gemeinsam”, sagt Simon, “dann sind wir im Ruhrgebiet unschlagbar!”

Was für uns 45 spektakuläre Minuten dauerte, waren für die Einsatzkräfte teilweise 21 Stunden. Marcel und Fabian waren zu dem Zeitpunkt erst seit Kurzem Zugführer. Für Sven war es erst die zweite Schicht. “Ich bin jetzt keine weiße Wolke mehr”, sagt er abschließend.

Mit diesen eindrucksvollen Bildern hätte die 4. Staffel nicht imposanter starten können. Wir sind gespannt, ob man diese Folge noch toppen kann…

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Episodenkritik: Folgen 8 und 9 (Staffel 3)

Besonders gut hat mir diesmal die Dramaturgie, also der Aufbau der Folgen, gefallen. Der technische Hilfeleistungseinsatz zu Beginn von Episode 8 wirkt dramatischer als manch ein Hollywood-Blockbuster. Werner ist bereits über 80 Jahre alt. Er ist in eine Werkstattgrube in seiner Garage gestürzt. Dabei hat er sich eine schwere Knieverletzung zugezogen. Am Einsatzort angekommen, haben die Einsatzkräfte nicht nur mit der Rettung des Patienten aus der schmalen Grube zu tun, sondern auch mit der Betreuung einer aufgeregten Angehörigen: “Hört der mich noch? – Ist das ein gutes Krankenhaus?“

Die Feuerwehrleute entscheiden sich im Laufe des Einsatzes dazu, die Rettungstaktik zu verändern: Sie nutzen das Spineboard nicht, wie anfangs überlegt, als Hauptrettungsmittel, sondern nur noch als Rutsche. Gerettet wird der Patient schonend mit Rettungskorsett und Rettungs-Boa. „Viele Wege führen ja immer zum Erfolg. Und alle Fahrzeuge zusammen, kombiniert quasi, haben dann die Lösung erbracht“, erläutert Tim das Vorgehen im Interview.

Der zweite Einsatz in Folge 8 ist mal wieder eine Tierrettung: Passanten hatten einen Notruf abgesetzt, weil sie am Ümminger See eine verletzte Gans gesehen hätten. Diese ‘Gänsejagd‘ strapaziert die Lachmuskeln aller Beteiligten: der Feuerwehrleute, der Passanten und der Zuschauer. Jeff lässt einen lustigen Spruch nach dem anderen ab: “Rein optisch hatte die Gans Entenfüße. – Wir können zwar gut rennen, aber die (Gans) hat auch gute Haken geschlagen. – Patient, verweigert Mitfahrt, ne?“

Neben zwei Einsätzen für den Rettungsdienst bekommen wir in der achten Folge noch die Feuerwehr-Olympiade der Bochumer Kollegen zu sehen. Bei diesem jährlichen Wettbewerb müssen die Feuerwehrleute eine Reihe kniffliger Aufgaben lösen und sich im Team beweisen. Dabei treten drei Gruppen gegeneinander an (LF, HLF und TOJ). Die Verlierer-Mannschaft muss den Küchenreinigungsdienst übernehmen.

Einige von euch kennen die Aufgaben, die hier gezeigt werden, vielleicht schon aus der Jugendfeuerwehr oder Einsatzabteilung der freiwilligen Feuerwehr? Zu den Aufgaben gehören: einen Pulverlöscher aus einer Mülltonne holen, ohne den abgesteckten Kreis zu betreten, einen Drehleiter-Parcours sowie ein spezieller Eierlauf mit Spreizer. Übrigens: Liebes Produktionsteam, zeigt uns gerne mehr Szenen mit Jörg – der kommt nämlich ultra witzig und sympathisch rüber!

Die achte Folge endet so dramatisch, wie sie angefangen hat: mit einem vermeintlich harmlosen Heckenbrand, der sich mit zwei brennenden Pkw größer erweist, als angenommen. Die Einsatzkräfte müssen mit Riegelstellung zunächst verhindern, dass das Feuer auf ein angrenzendes Wohnhaus überspringt. Erschwerend hinzu kommt, dass es sich bei dem einen brennenden Fahrzeug um einen Pkw mit Hybridantrieb handelt. Diese Brandbekämpfung ist “Neuland für die Feuerwehr“, wie Mattes erklärt. Die Bochumer Feuerwehrleute versenken das Hybridfahrzeug in einen mit wassergefüllten Container, den sie von den Kollegen aus Dortmund zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Folge 9 schafft es, den hohen Unterhaltungswert der achten Episode zu halten. Besonders emotional und herzlich wird es, als die Feuerwehrleute die Pensionierung von Norbert mit einem Grillfest feiern. “Die Feuerwehr ist hier wie ‘ne zweite Familie“, sagt Jörg. So sollte es sein.

Traurig und nachdenklich stimmt einen das Schicksal des Patienten mit der Hirnblutung, der trotz der schnellen Hilfe des Rettungsdienstes 10 Tage nach dem operativen Eingriff verstarb.

Highlight der Folge ist für mich der letzte Einsatz gewesen: Auf einer städtischen Kompostieranlage ist ein 6.000 Kubikmeter großer Haufen mit Grünabfällen in Brand geraten. Etwa ein Drittel davon steht in Flammen. Die Einsatzkräfte haben große Probleme mit der Löschwasserversorgung, weil die Hydranten im Umkreis der Einsatzstelle wegen Bauarbeiten abgestellt worden sind. Das kennen wir ja bereits aus der vierten Folgen und dem Großbrand der Sporthalle.

Großes Finale der 3. Staffel von Feuer & Flamme: Großbrand eines Haufen Schnittguts. Foto: Feuerwehr Bochum

Dementsprechend legen die Führungskräfte den Fokus zunächst darauf, die Wasserversorgung herzustellen: “Mir egal, wo Wasser herkommt – Hauptsache es kommt.“ Auch Ulrike, die 25-jährige Zugführerin, ist wieder mit dabei. Die Kollegen schätzen an ihr, dass sie trotz ihres jungen Alters im Einsatz immer die Ruhe behält. Später berichtet sie im Interview, dass sie mit 10 Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten, mit 16 Jahren in die Einsatzabteilung gewechselt ist und vor fünf Jahren ihre Ausbildung bei der Feuerwehr Bochum begonnen hat. “Das erste, was ich wirklich durchgezogen habe und bis heute durchziehe ist die Feuerwehr.“

Die Folge endet schließlich damit, dass die Berufsfeuerwehr den Einsatz an die freiwillige Feuerwehr übergibt, um schnell wieder einsatzbereit zu sein. Schade, dass die Arbeit der freiwilligen Kameradinnen und Kameraden nicht weiter thematisiert wird.

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Episodenkritik: Folge 7 (Staffel 3)

“Huch, etwa schon wieder vorbei? Kann nicht sein, ist doch gerade erst losgegangen”, denke ich regelmäßig, nachdem die aktuelle Folge von “Feuer & Flamme” im Fernsehen lief. Wahrscheinlich geht es vielen von euch ähnlich, oder reichen euch die 45 Minuten aus?

Die gestrige Episode empfand ich sogar als besonders kurzweilig. Vielleicht, weil Katrin wieder mit dabei war und ich ihre empathische, ruhige und humorvolle Art im Einsatz absolut schätze.Ich glaube jeder würde sich so eine souveräne Notfallsanitäterin wünschen, wenn sie oder er einmal selbst auf Hilfe des Rettungsdienstes angewiesen wäre.

“Es ist nochmal essentieller, weil es nicht nur um den Patienten geht, sondern um den Patienten im Patienten”, erläutert die 38-Jährige, warum ihr der Einsatz “Schonender Transport einer Patientin in der 19. Schwangerschaftswoche” besonders nah ging.

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Aber auch abseits der Rettungsdiensteinsätze spielt der ‘menschelnde Faktor’ in dieser Folge eine zentrale Rolle. “Feuer in einem leeren Bahngebäude” heißt das Einsatzstichwort direkt nach der Alarmierung zu Beginn der Episode. Daraus wird urplötzlich “Menschenleben in Gefahr”, als der Zugführer bei der Lageerkundung einen obdachlosen Mann entdeckt, der sich in dem Gebäude offensichtlich ein kleines Zuhause eingerichtet hat. “Es gibt nichts, was es nicht gibt”, sagt Tim passenderweise im Interview. Als Feuerwehrfrau oder Feuerwehrmann muss man immer wieder mit Überraschungen rechnen.

Generell finde ich, dass in Folge 7 die menschlichen und emotionalen Eigenschaften der Einsatzkräfte besonders im Fokus standen – sei es durch die Sprüche am Einsatzort, den Umgang mit den Patienten oder durch das, was sie in den Interviewsequenzen gesagt haben. Das liegt selbstverständlich auch daran, dass die Beteiligten hinter der Kamera gezielt nachgefragt haben, um eine emotionale Brücke zwischen Zuschauern und Feuerwehrleuten zu schaffen.

Falls es auf den sozialen Plattformen immer noch Stimmen geben sollte, dass die Bochumer Feuerwehrleute kühl und unnahbar wirken würden, sollten diese nach der aktuellen Folge eigentlich verstummen.

Übrigens: Nächsten Montag zeigt der WDR die beiden letzten Episoden (8 & 9) der dritten Staffel direkt hintereinander. Und danach heißt es: warten auf die neue Staffel mit den Kolleginnen und Kollegen aus Bochum.

Episodenkritik: Folge 6 (Staffel 3)

Spektakulärer Einsatz für die Höhenretter, Strömungsretter-Übung und Wohnungsbrand mit Rettung eines Bewohners, der – sagen wir mal – unerwartet ruhig mit der Situation umgegangen ist: Das waren für mich die Highlights der sechsten Folge Feuer & Flamme aus Bochum.

Ich halte Episode 6 sogar für die bislang beste der aktuellen Staffel. Warum? Diese Folge vermittelt den Zuschauern, vor allem den Nicht-Feuerwehrangehörigen, unmissverständlich, wie vielfältig der Beruf ‘Feuerwehr‘ ist.

Auch die Ausbildung der Strömungsretter wurde in der sechsten Folge aus Bochum behandelt. Foto: Feuerwehr Bochum

Bei aller Beliebtheit der WDR-Doku innerhalb der Feuerwehr-Community: Die Macher von Feuer & Flamme wollen mit ihrem Format auch Menschen erreichen, die wenig oder überhaupt keine Ahnung vom Feuerwehr- und Rettungswesen haben. Und das gelingt den Produzenten in Folge 6 mit einem breiten Spektrum an gezeigten Einsatzlagen und Übungsszenarien besonders gut.

An dieser Stelle ist mir auch wieder klar geworden, wie sehr die Serie hinsichtlich ihrer Qualität davon profitiert, gänzlich auf einen Kommentator zu verzichten – und stattdessen die Einsatzkräfte in nachgedrehten Interviewsequenzen sprechen zu lassen. Apropos: Die Bochumer Kolleginnen und Kollegen haben diesmal mit vielen guten und witzigen Sprüchen punkten können:

Was ist euer Lieblingsspruch aus der aktuellen Folge gewesen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Ich kann mich glücklich schätzen, nicht unter Höhenangst zu leiden, aber bei dem Tiefbauunfall gleich zu Beginn der Folge, ist mir schon ein wenig mulmig geworden, als die Höhenretter den Verunfallten mit Schleifkorb und Baukran aus der 10 Meter tiefen Baugrube nach oben transportiert haben.

Feuerwehr Bochum – Verletztenversorgung in Tiefbaustelle

Am Beispiel dieses TH-Einsatzes wurde, wie in vergangenen Folgen auch schon, die Arbeit des Führungsdienstes näher beleuchtet – ein Thema, das in den ersten zwei Staffeln kaum angesprochen worden ist. Spannend war aber auch die Ausbildung der Strömungsretter. Solche Sondereinheiten gibt es bisher ja noch nicht so viele bei deutschen Feuerwehren.

Kennt ihr eigentlich auch die Tradition, für die Kameraden einen selbst gemachten Kuchen backen zu müssen, wenn ihr eine Einsatzlage das erste Mal bewältigt habt?

Episodenkritik: Folge 5 (Staffel 3)

Die Feuerwehr Bochum hat parallel zur Veröffentlichung der neuen Folge in der WDR-Mediathek am vergangenen Donnerstag bekannt gegeben, dass es eine vierte Staffel von Feuer & Flamme geben wird. In Zeiten von Corona war das für mich die beste Neuigkeit des Tages. Ich bin gespannt, wann die Dreharbeiten angesichts der Pandemie überhaupt starten können.

Ich will nicht jede Woche schreiben, dass mir die Gelsenkirchener mit ihrer herzlichen, humorvollen, direkten und ehrlichen Art fehlen, aber noch ist das so. Da können die Bochumer Kolleginnen und Kollegen nicht viel machen – und es wäre mit jeder anderen neuen Stadt genauso gewesen. Mehr neue Folgen bedeuten auch, dass mir die Umstellung irgendwann leichter fällt. Mich interessiert, wie es euch geht. Seid ihr schon warm geworden mit den Bochumer Feuerwehrleuten? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Folge 5 ist für mich bislang die schwächste Episode der dritten Staffel. Der Einsatz “Verbranntes Ofenbrot“ wird mir aus dieser Folge wahrscheinlich am ehesten im Gedächtnis bleiben. Ich finde es wirklich positiv, dass sich Hilal und Peppi nicht über die Frau lustig gemacht, sondern Verständnis aufgebracht haben. Mal ehrlich, wie scheiße ist das, wenn man vom Feiern nach Hause kommt, das Ofenbrot in den Ofen schiebt, einschläft, den Rauchwarnmelder nicht hört und dann von der Feuerwehr geweckt wird, die gegen das Fenster schlägt. Hilal trifft es in der Interview-Sequenz mit “So‘n Rauchmelder rettet auf jeden Fall Leben” auf den Punkt.

Übrigens: Ich hätte gerne in die Gesichter des Produktionsteams geblickt, als sie sich für den Song “Pumped Up Kicks“ bei der Personenrettung aus dem Bahnhofsaufzug entschlossen haben. Die Musik aus den ersten zwei Staffel gib es hier zum Nachhören.

Episodenkritik : Folge 4 (Staffel 3)

Feuer & Flamme kehrt mit dem Großbrand einer Sporthalle zurück aus der Osterpause. Um ehrlich zu sein, habe ich die neue Folge bereits am Ostermontag in der WDR-Mediathek gesehen: Das was ein nettes Ostergeschenk vom Sender, die Folge bereits am Montag und nicht wie sonst erst am Donnerstag online zum Abruf bereitzustellen. Aber zurück zum Brand des Sporthallendaches: Bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle bemerken die Bochumer Feuerwehrleute eine Rauchentwicklung, die sie in ihrem Einsatzalltag nicht alle Tage zu sehen bekommen.

Mit dem Großbrand einer Turnhalle startete die vierte Folge von Feuer & Flamme aus Bochum. Besonders problematisch: Wegen defekter Hydranten gab es in der Anfangsphase des Einsatzes große Probleme mit der Löschwasserversorgung. Foto: Feuerwehr Bochum

In der Spitze sind bei diesem Einsatz rund 100 Kräfte vor Ort. Neben den Einsatzkräften aller drei Berufsfeuerwehrwachen sind auch mehrere Löscheinheiten der freiwilligen Feuerwehr sowie Kräfte des THW dabei. Auch fordert die Einsatzleitung einen Teleskopmast der Feuerwehr Dortmund nach, um die Glutnester in der Dachkonstruktion kontrolliert zu löschen.

Aber was um Himmels willen ist mit der Löschwasserversorgung? Zwei Hydranten sind defekt (ein Gruß geht raus an die Bochumer Stadtwerke, die für das Hydrantennetz zuständig sind), daher geraten die Jungs zu Recht ins Schwitzen. Glücklicherweise befinden sich keine Personen im Brandobjekt. Draußen gibt es allerdings neugierige Passanten, die den Einsatzkräften im Weg stehen – und sich im gefährdeten Bereich aufhalten. “Einfach weggehen. Wenn die Feuerwehr kommt, Abstand halten!“, ermahnt Jonas, Maschinist des HLF, die Schaulustigen.

Nur aus der Deckung heraus finden die Löscharbeiten in der Turnhalle statt. Foto: Feuerwehr Bochum

Die Zuschauer erfahren von Nick, dem Einsatzleiter, was es mit der Riegelstellung und einem kontrollierten Abbrennen auf sich hat. Der Eigenschutz der Einsatzkräfte steht für ihn an erster Stelle: “Ich will, dass wir gemeinsam rausfahren und gemeinsam zurückkehren“, erläutert er. Nick ist übrigens als B-Dienst tätig, das heißt, der 35-Jährige koordiniert als Einsatzleiter das Geschehen bei größeren Einsätzen mit zwei Löschzügen oder wenn Menschenleben in Gefahr sind. Der Einsatz zieht sich mit den Nachlöscharbeiten auf über 6 Stunden.

Bevor ein RTW ausrücken muss, weil eine Frau über starke Beinschmerzen klagt, bekommen wir kurze Sequenzen von der Wache zu sehen, die mit Musik unterlegt sind. Sie dienen als visueller Übergang zwischen den Einsätzen. Wenn es nach mir geht, könnten die Zwischenszenen auf der Wache deutlich länger sein. Gebt uns noch mehr Einblicke vom Wachalltag!

Im Umgang mit der Patientin hat Katrin schnell die richtigen Worte zur Hand und gewinnt so im Nu das Vertrauen der Frau. Dass die Patientin nicht ins Krankenhaus möchte, weil sie das Wohl ihres im Heim lebenden Mannes über ihr eigenes stellt, rührt mich. Wie Katrin schon anmerkt, bestätigt dieser Einsatz zum wiederholten Mal, wie wichtig der “emotionale Part“ bei der Arbeit im Rettungsdienst ist. Die vierte Episode geht mit zwei kleineren TH-Einsätzen zu Ende. Dabei gelingt der Versuch, ein Fenster von außen mit einer Mullbinde zu öffnen. Sehenswert!

Episodenkritik : Folge 3 (Staffel 3)

“Garnelen-Samstag“ auf der Wache in Bochum-Werne: Mir persönlich gefällt es, wenn wir Zuschauer bei den alltäglichen Momenten des Wachalltags dabei sein dürfen. Jasmin und Co. haben es sich zum Ritual gemacht, jeden dritten Samstag, wenn sie Schicht haben, gemeinsam Garnelen zu kochen. Dabei darf der Spaß natürlich nicht fehlen. Sinnvoll finde ich, dass jeder Neuling im Team einen Paten gestellt bekommt, um die Eingewöhnung leichter zu machen.

In der dritten Folge der 3. Staffel von Feuer & Flamme ging es um einen Bauernhofbrand, eine Türöffnung, einen RTW-Einsatz sowie um die Zubereitung von Garnelen. Foto: WDR/Lutz Leitmann

Die Szene mit der Zubereitung der Garnelen erinnert mich ein wenig an den Wurstcontest der Gelsenkirchener Kollegen – dabei fällt mir auf, dass mir Hacki, Thorsten, Philip und der Rest fehlen. Feuerwehr ist eben wie eine große Familie: Kameradschaft, Zusammenhalt und Teamwork sind wichtige Säulen sowohl bei den freiwilligen Wehren als auch der Berufsfeuerwehr.

Und jetzt zum Einsatz, den ich in dieser Episodenkritik näher besprechen möchte. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb brennt es im Bereich der Trockenanlage in einer Halle. Der zweite Brandabschnitt befindet sich auf einer freien Fläche: Dort steht ein Anhänger voll Heu in Flammen, dieser war ursprünglich auch in der Halle abgestellt. Doch der Landwirt hatte den Anhänger noch vor Eintreffen der Feuerwehr herausgezogen. Die TOJ-Einheit übernimmt die Löscharbeiten am Anhänger. Die Heuballen müssen alle einzeln auseinandergerissen werden, damit die Glutnester vollständig abgelöscht werden können. Der Bauer versucht auch zu helfen, indem er mit seinem Traktor das brennende Heu vom Anhänger nimmt. Allerdings lädt er das Heu nicht an der mit dem Einsatzleiter abgesprochenen Stelle ab. Der Mann hat seinen eigenen Kopf – wie übrigens auch weitere Familienmitglieder.

Insgesamt sind 44 Einsatzkräfte vor Ort, darunter auch die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr. Die freiwilligen Feuerwehrleute unterstützen die Kollegen dabei, die Heuballen auseinanderzuziehen. Die TOJ-Einheit erhält zwischendurch das Kommando, eine Trinkpause einzulegen, während die FF übernehmen soll. Den Spruch, “wir [die Berufsfeuerwehrleute] haben noch die ganze Nacht vor uns – die [Freiwilligen] gehen nachher schlafen“, finde ich ehrlichweise unnötig und unüberlegt. Die Feuerwehr Bochum hat auf den Facebook-Kommentar eines anderen Users dazu übrigens geantwortet, dass dieser Spruch alles andere als abschätzig gemeint gewesen sei. Er komme daher, dass die TOJ-Einheit in dieser Zeit pro Schicht rund 10 Mal ausgerückt wäre.

Ein Lob gibt es in dieser Episode erneut für die Musikauswahl: Ich habe mindestens zwei Songs des britischen Singer-Songwriters Banners herausgehört. Die vierte Folge “Feuer & Flamme“ wird aufgrund der Osterfeiertage erst am 20. April ausgestrahlt. Wir müssen also eine Woche pausieren.

Falls ihr die Folge verpasst habt, könnt ihr sie hier nachsehen.

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Episodenkritik: Folge 2 (Staffel 3)

Nach Folge 2 stellt sich bei mir schon fast das gewohnte Feuer & Flamme-Feeling ein: Wir sehen spannende bis teils dramatische Einsätze, Rettungskräfte mit Herz und Verstand sowie der nötigen Portion Witz. Klar ist auch: Wir befinden uns mit den Bochumer Feuerwehrleuten zurzeit noch in der “Kennenlernphase”.

In der zweiten Folge ist nicht nur eine Feuerwehrfrau dabei, sondern gleich zwei: Katrin, Notfallsanitäterin, und Ulrike, die mit ihren 25 Jahren eine der jüngsten Zugführerinnen Deutschlands ist. Wir dürfen Katrin bei einem Rettungsdienst-Einsatz begleiten: Eine ältere Dame hat einen Kreislaufkollaps erlitten. Katrin zeigt sich begeistert davon, dass die Patientin eine Notfalldose mit allen wichtigen Notfallinformationen besitzt. Denn das spart den Rettungskräften wertvolle Minuten bei der Suche. Ein guter Anlass, sich an der älteren Dame ein Beispiel zu nehmen, und sich selbst so eine Notfalldose für Zuhause anzuschaffen. Im Shop des Feuerwehr-Magazins gehört diese Dose übrigens schon seit Jahren zu den Verkaufsschlagern.

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Die Einsatzkräfte transportieren die Patientin ins Krankenhaus. Auf dem Beifahrersitz des RTW hat der Ehemann der erkrankten Frau Platz genommen und scherzt mit Katrin: “Haben Sie einen Führerschein?” Diese kontert mit: “Habe ich gestern gemacht.” Sehr sympathisch!

Ich finde, die Rettungsdienst-Einsätze in Feuer & Flamme so wichtig, weil sie zeigen, wie viel Witz, Geduld, Verständnis und vor allem Einfühlungsvermögen die Einsatzkräfte in ihrem Berufsalltag aufbringen. Dass Menschlichkeit und Mitgefühl für den Job als Feuerwehrfrau oder Feuerwehrmann zentral sind, daraus aber keine schlaflosen Nächte entstehen dürfen, vermittelt der Wasserrettungs-Einsatz zu Beginn der Episode. Entsprechend nimmt dieser auch knapp die Hälfte der Sendezeit in Anspruch.

Bei einem Wasserrettungseinsatz suchen zwei Strömungsretter der Feuerwehr Bochum die Ruhr nach einem Vermissten ab. Taucher können den Mann später nur noch tot aus dem Fluss bergen. Foto: Feuerwehr Bochum

Bei einem Badeunfall stürzen zwei Männer in die Ruhr und drohen zu ertrinken. Ein Mann kann von DLRG-Kräften aus dem Wasser gerettet werden, der andere wird noch vermisst, als die Feuerwehr eintrifft. Für die Einsatzkräfte beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – und am Ende wird aus dem Rettungseinsatz ein Bergungseinsatz. Ich finde es hilfreich, dass bei diesem tragischen Unglück zudem die Arbeit eines Feuerwehr-Pressesprechers gezeigt wird. Darüber hinaus weisen die interviewten Einsatzkräfte auf die Notfallseelsorge hin. Großes Lob auch an die Produktion für den gefühlvollen Song am Ende der Personenbergung: You Mean the World to Me von Freya Ridings.

Mit “der Vogel hat die Einsatzstelle selbstständig verlassen” endet eine Tierrettung der TOJ-Einheit und bringt mich zum Schmunzeln. TOJ steht für Training on the job. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form des sechsmonatigen Wachpraktikums der Brandmeister-Ausbildung in Bochum. Die angehenden Feuerwehrleute besetzen zusammen ein eigenes Löschfahrzeug, als Führungskraft ist ein erfahrener Gruppenführer dabei. Kleine Einsätze, wie die Vogelrettung aus einem Drogeriemarkt, erledigen sie eigenständig. Bei größeren Lagen kommen sie im gesamten Stadtgebiet als Unterstützungseinheit hinzu.

Wer sind die Protagonisten der dritten Staffel “Feuer & Flamme”?

Wache Werne:

– Nick, Führungsdienst / B-Dienst
– Jasmin, Feuerwehrfrau
– Ulrike, Zugführerin
– Fabian, Gruppenführer
– Peter, Gruppenführer
– Jeff, Gruppenführer und Notfallsanitäter
– Katrin, Notfallsanitäterin

TOJ-Einheit:

– Steffen, Azubi
– Tim, Azubi

Wache Innenstadt:

– Hilal, Zugführer
– Peppi, Gruppenführer
– Mattes, stellvertretender Zugführer
– Jörg, Gruppenführer und stellvertretender Zugführer
– Richard, Gruppenführer und Notfallsanitäter
– Addy, Gruppenführer und stellvertretender Zugführer
– Tim, Feuerwehrmann und Notfallsanitäter
– Jonas, Feuerwehrmann

Episodenkritik: Folge 1 (Staffel 3)

Knapp ein Jahr ist es her, dass die letzte Folge von Feuer & Flamme im Fernsehen lief – noch dazu war es die Abschlussepisode mit Freddy, Philip, Hacki & Co. Als ich damals erfahren habe, dass die Feuerwehr Gelsenkirchen für keine weitere Staffel zur Verfügung stehen würde, war meine Enttäuschung groß. Denn ich hatte die Gelsenkirchener Jungs mit ihrem typischen Ruhrpott-Charme bereits so ins Herz geschlossen, dass ich mir eine Fortsetzung von Feuer & Flamme ohne sie überhaupt nicht vorstellen hätte können.

Dies ist das offizielle Foto des WDR für die 3. Staffel der beliebten Doku-Serie “Feuer & Flamme”. Die neuen Folgen strahlt der WDR jeweils montags um 20.15 Uhr aus. Los ging es am 23. März. Foto: WDR

Nach der Premieren-Folge der dritten Staffel kann ich guten Gewissens sagen: Zum Glück gelang es dem WDR und der Produktionsfirma SEO Entertainment, die Feuerwehr Bochum als Nachfolger zu gewinnen. Übrigens: Der Kontakt nach Bochum dürfte schnell geknüpft worden sein, schließlich war Simon Heußen, jetziger Leiter der dortigen Feuerwehr, bis Juni 2017 noch stellvertretender Leiter in Gelsenkirchen.

Aber jetzt zur neuen Episode: Feuer & Flamme setzt glücklicherweise auch in der dritten Staffel auf sein altbewährtes Konzept: Es wurden bis zu 60 Körper- und Helmkameras eingesetzt und es gibt weiterhin keinen Kommentar aus dem Off. Auch ist die Musikauswahl erneut gelungen.

In der ersten Folge Feuer & Flamme aus Bochum ist erfreulicherweise auch eine Feuerwehrfrau dabei. Wünschenswert wäre es, wenn in den kommenden acht Folgen noch weitere Feuerwehrfrauen mitwirken würden.

Die 28-jährige Jasmin steht ihren männlichen Kollegen jedenfalls in Nichts nach – und erst recht nicht in Sachen Schlagfertigkeit oder kessen Sprüchen. So macht Jasmin bei der Übung einer Technischen Hilfeleistung ihre ersten Erfahrungen mit dem Aufpumpen eines Hebekissens. Im Kurzinterview bringt sie es auf den Punkt: “Feuerwehr ist nicht in allen Dingen sehr schwierig, aber es ist unheimlich viel.”

Jasmin hat übrigens auch keine Probleme damit, dass ihre Kollegen sie als Feuerwehrmann bezeichnen. Schließlich gebe es kein “gendern” in der Feuerwehr. “Weißt du, was das Schöne war, bei diesem Einsatz? Wir mussten nichts sauber machen”, sagt die 28-Jährige nach dem Ende eines Rettungsdienst-Einsatzes und bringt mich damit einmal mehr zum Schmunzeln.

In der Auftaktfolge wurden neben der Übung und dem Rettungsdienst-Einsatz noch zwei weitere Einsätze gezeigt: ein Gebäudebrand sowie eine Tierrettung wegen einer Schlange im Garten. Gefühlt waren es damit weniger Einsätze als wir es aus Staffel 1 und 2 gewohnt sind. Allerdings ging es auch erstmal darum, die neuen Feuerwehrleute kennenzulernen. Neben Jasmin kamen Addy, Nick, Peter und Fabian vor, die alle einen sympathischen Eindruck machen.

Alles zur dritten Staffel Feuer & Flamme

In den neuen Folgen mit der Feuerwehr Bochum kommen erstmals auch Feuerwehrfrauen und Kräfte des Führungsdienstes zu Wort. Die drei Frauen der Feuerwehr Bochum arbeiten als Notfallsanitäterin, als Brandmeisterin in einem Löschzug, also “im Feuer”, und als Zugführerin. Auch die Auszubildenden der Feuerwehr Bochum werden bei ihren ersten Einsätzen gezeigt. Die Bochumer Azubis bleiben sechs Monate an der Wache und bilden schon eine richtige Einheit, die kleinere Einsätze alleine fahren kann. Darüber hinaus geht es in der neuen Staffel um die Herausforderungen, die sich für die Einsatzleitung bei größeren Bränden stellen und die Perspektive des Führungsdienstes.

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Durch den Einsatz sogenannter Bodycams und Helmkameras, die extra für die Serie entwickelt wurden, sind die Zuschauer hautnah dabei, wenn die Einsatzkräfte Brände löschen, Menschen retten und ihren Alltag auf der Wache leben. Insgesamt sind bis zu 60 Kameras gleichzeitig im Einsatz. Feuer & Flamme zeigt ein authentisches und realistisches Bild des Berufsalltags und möchte Respekt für Feuerwehrleute und Rettungskräfte wecken. Alle Protagonisten sind “echt”. Es sind keine Schauspieler zu sehen! Es wurde auch nichts nachgestellt!

Die neuen Folgen von Feuer & Flamme wurden von Juni bis Mitte August 2019 auf der Bochumer Innenstadtwache und der Hauptfeuer- und Rettungswache in Bochum-Werne gedreht. Das Produktionsteam hat die Feuerwehrleute 70 Tage rund um die Uhr begleitet. Dafür musste die 25-köpfige TV-Crew in das Ruhrgebiet ziehen und in Schichtsystemen arbeiten. Der Prozess der Postproduktion dauert insgesamt zehn Monate.

70 Tage begleiteten Filmteams die Bochumer Kollegen rund um die Uhr bei allen Einsätzen. Foto: BF Bochum

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