Magirus liefert erstes 4×4-MLF

Erbach (BW) – Als erste Feuerwehr in Deutschland erhielt die FF Erbach, Abteilung Ringingen ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) auf einem Iveco Daily 70 C 17 4×4. Das MLF besitzt einen 1.000 Liter fassenden Tank sowie eine Staffelkabine und kann dank seiner zulässigen Gesamtmasse von 7.000 Kilogramm noch mit dem Führerschein Klasse 3 beziehungsweise C1 gefahren werden. Der Allradantrieb stammt aus dem Hause Achleitner.

Das erste von Iveco Magirus ausgelieferte MLF auf einem Daily 70 C 17 mit Allradantrieb gin an die FF Erbach, Abteilung Ringingen. Foto: Iveco Magirus

Der kleinste Iveco-Lastkraftwagen Daily hat mit seinem stabilen Leiterrahmen und der zulässigen Gesamtmasse von 7.000 Kilogramm laut Hersteller eine größere Nutzlast als die meisten Frontlenker mit 7,5 Tonnen Gesamtgewicht. In Verbindung mit dem Allradantrieb sowie Differenzialsperren und 170 PS/125 kW Motorleistung kommt die Feuerwehr Ringingen auch bei schlechten Straßenverhältnissen gut voran. Auch beim Aufbau entschieden sich die Verantwortlichen für Magirus. Staffelkabine und Aufbau sind in AluFire-3-Technologie ausgeführt. Rollläden sowie eine heckseitige Klappe verschließen die fünf Geräteräume.

Die Grundbeladung ergänzten die Planer mit einem tragbaren 8,5-kVA-Stromerzeuger sowie mobile Beleuchtungsgeräte. Ein pneumatisch ausfahrbarer Lichtmast ist mit vier Xenon-Scheinwerfern bestückt. Diese erhalten ihren Strom direkt aus der Bordspannung des Fahrzeugs. Die zweistufige Magirus-Feuerlöschkreiselpumpe kann über das Magirus HMI (Human Machine Interface) mit Farbdisplay gesteuert werden. Durch den klassischen Einbauort im Heck ist sie im Einsatz sowie für Wartungsarbeiten leicht zugänglich.

Weiterer Artikel zum Thema:

Seitlich rechts ist zur schnellen Wasserabgabe eine Schnellangriffshaspel mit 50 Metern S25-Schlauch eingebaut. Weiter ist links und rechts je ein Schnellangriffsverteiler vorhanden. Im Aufbau verlastet sind weiterhin eine Motorsäge, ein Drucklüfter, eine Tauchpumpe, ein Wassersauger, ein Hochdrucklöschgerät High-Press, vier Atemluft-Ersatzflaschen, umfangreiches Absperrmaterial sowie eine Wärmebildkamera, ein Gasspürgerät und eine zusätzliche Standrohr-Ausrüstung Württemberg.

Das MLF baute Iveco Magirus gemäß der DIN 14530-25 “Löschfahrzeuge – Teil 25: Staffellöschfahrzeug StLF 10/6”. Gemäß dem Normentwurf DIN 14530-25A vom September 2011 soll dieser Fahrzeugtyp in MLF (Mittleres Löschfahrzeug) umbenannt werden. Gründe dafür sind ist in erster Linie die Umstellung der Fahrzeugbezeichnungen für den kommenden Digitalfunk sowie die bessere Sprechbarkeit der Typenbezeichung. (Informationen und Fotos: Iveco Magirus GmbH)

33 Kommentare zu “Magirus liefert erstes 4×4-MLF”
  1. LF16/12

    ich dachte ich sehs nicht Mitleres löschfahrzeug was soln das fürne scheiße sein das ist nen LF10/6 7,5 tonnen fahrgestell

  2. Tolle Sache für kleine Wehren, wie bei uns. Allrad und trotzdem nicht zu hoch fürs Gerätehaus. Mehr als eine Staffel hat man beim Ausrücken eh seltenst. Ich nehme an, daß beim Preis, im Vergleich zum LF10/6 4×4, ein MTW/MZF mit drin ist. Es muss nicht immer der 8×8 Panther für eine 4000 Seelen Gemeinde sein;-)

  3. @ EM4 Fan. Es hängt schon davon ab, ob es wie in meinem Fall ein kleiner Ortsteil ist, oder wie wahrscheinlich in deinem Fall eine Gemeinde “Hauptstadt” is. Dann habt ihr evtl. noch zusätzliche KatS Kapazitäten, wie Wald oder große Industriebetriebe usw.
    Ich behaupte ja nicht, dass das “MLF” für alles reicht, aber als Grundausstattung für kleine Wehren ist es super.

  4. Wäre auch für die Wasserrettung interessant…natürlich mit paar kleinen Änderungen!!! Denn nen Wassertank für Löschwasser brauchen wir echt nicht. 😉

  5. Ich schmeiss mich weg … Mittleres Löschfahrzeug!!! Was kommt als Nächstes? Vielleicht das GKLF (ganz kleine Löschfahrzeug) oder vielleicht das RGLFMA (riesengroßes Löschfahrzeug mit Allem) 😉

  6. Süß.

    Was mir fehlt ist die herausnehmbare Pumpe.

    Und dann stellt sich mir gleich die Frage nach der weiteren Daseinsberechtigung für TSF-W. Weil gleiches Gewichtslimit, auch Staffel und trotzdem weniger Beladung und weniger Wasser.

  7. da vergessen wohl einige das man sein fahrzeugpark auch etwas an seine örtlichen gegebenheiten anpassen sollte. z.B. altstädte mit engen straßen, gewichtsbegrenzte straßen, durchfahrtshöhen usw.! mit dem richtigen aufbauhersteller kann man da was richtig feines draus machen… 😉

  8. Vielleicht sollte sich der ein oder andere mal über die aktuelle Normung informieren.

    Das Fahrzeug ist keine tolle Neuerfindung, sondern einfach ein unter der neuen Bezeichnung MLF gebautes StLF 10/6.

    Das TSF-W ist schon bei einer der letzten Überarbeitungen bei einem Gesamtgewicht von 6,5 Tonnen gedeckelt worden, dass weiterhin munter Giga-TSF-W auf 7,5-Tonnen-Frontlenkern beschafft werden ist nicht im Sinne der Normung.
    Übrigens orientiert sich die Grundbeladung des MLF / StLF am TSF-W, nicht am LF 10.

  9. Martin Scholtes

    Um den Namen mal zu erklären:

    LF 8/6=LF 10/6 -> StLF10/6 -> MLF

  10. Naja es gibt wie immer neue Bezeichnung o0

  11. Gutes Konzept.
    Als Nachfolger für das vorherige TSF Ideal.
    Kompakte Maße für enge Straßen, Allrad, 1000 Liter Wasser für den Erstangriff, zwei Schnellangriffsverteiler, vernünftige Sondersignalanlage, Lichtmast, gerade bei knapper Personalstärke wird die Mannschaft hier gut durch die Technik unterstützt.
    Wer will schon immer erst die Pumpe rausnehmen!!

    “Sieht aus wie ein Wohnmobil”
    Neue Fahrzeuge müssen nicht immer größer breiter schwerer sein.
    Solch ein Fahrzeug könnte ich mir in meiner Feuerwehr auch gut als Nachfolger für ein TSF vorstellen.

  12. Wolfgang Kresz

    Dies geht erst mal an alle Kritiker, die mit den Neuerungen nicht so recht klarkommen

    Ich unterstelle erst mal allen Feuerwehren, dass man sich bei einer Fahrzeugbeschaffung Gedanken macht.
    Für die Stadt Erbach (BW) mit ihrem Ortsteil Ringingen ist das gewiß nicht anders.
    Im Klartext, ich wäre froh, wenn in jedem Ort, wenn auch noch so abgelegen, ein Feuerwehrfahrzeug stehen würde, dass diese Anforderungen erfüllen kann. Das Ringinger Fahrzeug hat Löschwasser an Bord, Atemschutzgeräte in der Kabine, Lichtmast, Drucklüfter, usw. – dazu eine Staffel als Besatzung. Ich denke es geht im ländlichen Bereich um ein schnelles Eingreifen, erste lebensrettende Maßnahmen einzuleiten – mit dem Fahrzeug kann ich auch tagsüber mit wenig Personal jemanden aus einer verrauchten Wohnung holen, und somit das Leben retten….
    Da ist es mir ehrlich gesagt egal, wie das Fahrzeug aussieht, welche Bezeichnung das Fahrzeug trägt oder ob sonst irgendwas seltsam wirkt…

    Dieses Fahrzeug erfüllt den Zweck wofür es gebaut wurde, und zwar ganz nach den Bedürfnissen DER Feuerwehr, die damit arbeiten soll…

    Ich denke ebenso daß hier ein sehr gut konzipiertes Fahrzeug vor uns steht, mit einer sehr guten Kombination an Ausrüstung, um auch in kleinen, abgelegenen Ortschaften die Vielfalt der Aufgaben einer Feuerwehr optimal bewältigen zu können.
    Die Menschen in Ringingen können sicher sein, dieses neue Fahrzeug ersetzt nicht nur einen Vorgänger, nein es erhöht ihre Sicherheit.

    Also liebe Kritiker, vorher erst mal Nachdenken und die Fakten kennen bevor man sich äußert.
    Hier geht es um den Schutz von Menschen und Sachwerten, nicht um einen Schönheitspreis. Und wenn der tag kommt, an dem in Ringingen ein Mensch gerettet wird, dann ist es mir sch…egal, ob vor dem Haus ein MLF oder ein StLF steht, dass wegen mir aussieht wie ein Wohnmobil….

  13. Rollo112

    Klein Kompakt und alles dabei. Schöne Lösung gerade für kleinere Wehren.

  14. Ich verstehe ich einige Äußerungen nicht. Im Endeffekt ist es doch egal, wie man das Fahrzeug nennt. wichtig ist der Nutzen. Für unsere Wehr wäre es eine super Alternative gegen unser TSF. Mich würde echt der Preis interessieren

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: