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Fahrzeug-Portrait: Der erste Rüstwagen mit einem Varus-Aufbau.
Feuerwehrautos im XXL-Format

Feuerwehrkran – unverzichtbar für schwere Technische Hilfeleistungen

Die Feuerwehrkräne gehören zu den größten und teuersten Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr. Aber dafür leisten sie auch wertvolle Dienste – in der Technischen Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen, beispielsweise bei der Bergung von Lkw, bei der Personenrettung aus der Höhe sowie bei Sicherungsmaßnahmen während der Sturmeinsätze. Einige Feuerwehrkräne sind zusätzlich mit Löschkomponenten ausgestattet.

Schwerlast-Profi aus Heilbronn

Bereits seit 1959 unterhalten Stadt und Landkreis Heilbronn einen gemeinsamen Feuerwehrkran (FwK). Während zunächst ein Kranwagen (KW) 15 auf einem Magirus Deutz Uranus-Fahrgestell beschafft worden war, konnte dieser nach knapp 30 Jahren 1988 durch einen Liebherr LTM 1050 ersetzt werden. LTM steht übrigens für Liebherr Teleskop Mobilkran, nach der 1 folgt die maximale Tragfähigkeit (50 Tonnen). Weitere 30 Jahre später hat die Berufsfeuerwehr Heilbronn erneut einen Feuerwehrkran aus dem Hause Liebherr in Dienst gestellt. Dieses Mal allerdings ein deutlich stärkeres Modell des Typs LTM 1070. Dazu kam ein Abrollbehälter Kran (AB-Kran) samt neuem Trägerfahrzeug.

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An die Berufsfeuerwehr Heilbronn lieferte der Ehinger Kranbauer Liebherr diesen LTM 1070 mit 38 Tonnen maximaler Hublast. Hier zusammen mit dem dazu beschafften Abrollbehälter Kran und dem Arbeitskorb. Foto: Kunkel

Basierend auf der Fachempfehlung Nr. 5/2004 des Deutschen Feuerwehr Verbandes, dem „Pflichtenheft Kranwagen für die Feuerwehr“, haben die Heilbronner ihren neuen Kranwagen konzipiert und ausgeschrieben. Da die nächsten Berufsfeuerwehren mit entsprechenden Kranfahrzeugen jeweils mindestens eine Fahrtstunde entfernt liegen, haben sich die Verantwortlichen für einen leistungsstarken Liebherr LTM 1070 entschieden. Dadurch können nahezu alle erdenklichen Einsatzlagen mit einem Kran autark abgearbeitet werden.

Angetrieben wird das 48 Tonnen schwere Fahrzeug durch einen Liebherr-6-Zylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von 399 kW (542 PS). Um dem Maschinisten und Kranführer die (Einsatz-) Fahrt und das Rangieren zu erleichtern, stehen ein automatisiertes Schaltgetriebe, diverse Fahrerassistenzsysteme (zum Beispiel eine Rückfahrkamera) sowie verschiedene Lenksysteme (Hundegang, Allradlenkung, reduziertes Ausschermaß) zur Verfügung. Dank der Allradlenkung wird beispielsweise ein Wendekreis von nur 9,5 Metern erreicht. Für eine erhöhte Geländegängigkeit verfügt der Kran außerdem über ein sogenanntes All-Terrain-Fahrwerk, was sich besonders in der anspruchsvollen Topographie und in den Weinbergen bezahlt macht.

Ständiger Begleiter des FwK ist ein Wechselladerfahrzeug (WLF) mit Abrollbehälter (AB) Kran. Letzterer stammt aus dem Hause GSF und gliedert sich in zwei Module. Im vorderen Bereich befindet sich der Rettungskorb, welcher einfach senkrecht nach oben durch den Kran herausgehoben werden kann. Der hintere Bereich ist durch eine heckseitige Rampe verschlossen und von innen begehbar. Foto: Kunkel

Technisch Lasten bis zu 70 Tonnen möglich

„In der Modifikation als Feuerwehrkran weist der Liebherr LTM 1070 eine maximale Traglast von 38 Tonnen auf, auch wenn technisch bis zu 70 Tonnen problemlos möglich wären. Hierzu müssten wir allerdings weitere Gegengewichte mitführen, die ein weiteres Begleitfahrzeug erfordern und längere Rüstzeiten notwendig machen würden“, erklärt der zuständige Sachgebietsleiter Technik, Markus Widmann.

Auch um die 38 Tonnen Traglast zu erreichen, ist eine zusätzliche Ballastierung notwendig. Das auf dem Feuerwehrkran mitgeführte 3,6 Tonnen schwere Gegengewicht kann durch den Kranmaschinisten über Ballastierzylinder vollautomatisch aufgenommen werden. Insgesamt lässt sich der fünfteilige Teleskopausleger auf eine maximale Länge von 50 Metern ausfahren, das entspricht einer Arbeitshöhe von 45 Metern. Die maximale Ausladung liegt bei 36 Metern. Dann beträgt die Traglast noch 2.200 Kilogramm.

„Bei zahlreichen Einsatzsituationen sind wir auf die große Ausladung des Feuerwehrkrans angewiesen, egal ob das Arbeiten mit dem Rettungskorb oder auf Gebäuderückseiten sind“, erläutert Widmann einen weiteren Vorteil eines Feuerwehrkrans in dieser Größenordnung. Damit der Maschinist ein besseres Blickfeld erhält, kann die Krankabine nach oben geneigt werden. Um eine Unterstützung für den Kranführer zu gewährleisten, verfügt das Fahrzeug über Assistenzsysteme und Sicherheitseinrichtungen wie beispielsweise eine Abstützdrucküberwachung Variomatik, eine Ballastüberwachung, einen Windmesser sowie eine elektronische Lastüberwachung.

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Für den Kranbetrieb steht eine 25-Tonnen-Lasttraverse bereit, welche an der Fahrzeugfront mitgeführt wird. Dank der heckseitig verbauten Rotzler-Bergewinde des Typs Treibmatic TR110 mit einer Leistung von 110 Kilonewton und 90 Metern nutzbarer Seillänge kann der Kran vielseitig im Bereich der Technischen Hilfeleistung eingesetzt werden. Durch eine lose Rolle lässt sich diese Zugkraft außerdem auf bis zu 220 Kilonewton verdoppeln. Um die Einsatzmöglichkeiten gegenüber dem Vorgängerfahrzeug zu erweitern, steht außerdem ein Rettungskorb zur Verfügung. Dieser ist unter anderem zur Rettung adipöser Patienten geeignet. Er kann bis zu einer maximalen Rettungshöhe von 45 Metern eingesetzt werden.

Löscharm mit 4.000 l/min

Am Kranarm lässt sich auch eine Klappspitze mit Löschmonitor befestigen. Dadurch steht bei Großbränden ein effektiver Löscharm mit einer maximalen Wasserdurchflussmenge von 4.000 l/min bereit. Zur Einspeisung sind drei spezielle B-Schläuche auf dem AB-Kran verlastet. Diese werden im Werferbetrieb unterhalb des Kranauslegers durch Führungsösen gesichert. Da die BF Heilbronn außerdem ein Holland Fire System vorhält, ist es problemlos möglich, die entsprechende Durchflussmenge von 4.000 l/min auch in einer Höhe von 50 Metern zu erzielen.

Im Feuerwehr-Magazin 12/2018 haben wir den Heilbronner Kran ausführlich vorgestellt. Das Heft könnt Ihr hier versandkostenfrei nachbestellen.

Bergungsrevier – Kran der Berufsfeuerwehr Dortmund

Der Feuerwehrkran kommt für Bergungseinsätze in den Industrieanlagen und auf den Autobahnen in und um Dortmund regelmäßig zum Einsatz. So lohnt sich 2016 die Ersatzbeschaffung nach 22 Jahren definitiv. Wir stellen den neuen 48-Tonnen-Koloss im Revier vor.

Text: Jörg Prochnow

Im Vergleich zu Lösch- und Hubrettungsfahrzeugen verbleiben Feuerwehrkräne in der Regel länger im Dienst. Bei der Berufsfeuerwehr Dortmund hat es der alte Kran auf 22 Dienstjahre gebracht. Seit 2016 ersetzt ein Liebherr Mobilkran LTM 1070-4.2 den LTM 1040/1 von Liebherr mit dem Baujahr 1994. Somit verfügt die BF über einen der zurzeit modernsten Feuerwehrkrane Deutschlands.

Für eine Neubeschaffung eines solchen Einsatzmittels braucht es auch immer die richtigen Argumente. Schon beim Vorgänger stellten damals Kritiker die Frage, warum man bei Bedarf nicht die Dienste eines privaten Kranunternehmens in Anspruch nehme. Schließlich gäbe es doch gerade in Dortmund und im gesamten Ruhrgebiet mehrere Fachfirmen, die über unterschiedlich große Kräne verfügen würden.

Neu und alt: Der neue Feuerwehrkran der Berufsfeuerwehr Dortmund, ein Liebherr LTM 1070-4.2, mit seinem Vorgänger – in Szene gesetzt vor einem ehemaligen Hochofen auf der Gelände Phönix-West in Dortmund-Hörde. Foto: Prochnow

Ein weiterer Kritikpunkt war das Verhältnis zwischen Anschaffungspreis und Anzahl der Einsätze. Die Antworten der Feuerwehr Dortmund auf diese Fragen lauten auch nach Jahren noch gleich: Nach wie vor ist Notwendigkeit eines eigenen Krans gegeben, da dieser rund um die Uhr verfügbar ist und längere Zeit am Einsatzort verbleiben kann, ohne dabei weitere Kosten zu verursachen. Hinzu kommt, dass das eigene Personal für bestimmte Einsatzsituationen besser geschult ist.

Auf süffisante Bemerkungen, wie „teures Spielzeug“ angesprochen, antwortet Michael Birkhahn, stellvertretender Bereichsleiter der Abteilung Technik: „Wenn durch einen Kran auch nur ein Menschenleben gerettet werden kann, hat er sich schon bezahlt gemacht.“

Vielleicht ist der Ausdruck Tradition hier etwas fehl am Platz, doch die Feuerwehr Dortmund verfügt bereits seit 1929 über eigene Kranfahrzeuge. Der Neuling ist der siebte und größte Feuerwehrkran. Von anfänglich 15 Tonnen Hubkraft entwickelten sich die Generationen der Kräne immer weiter. Mit seiner Hubkraft von 70 Tonnen ist der LTM 1070-4.2 in der Lage, das 4,7-fache des ersten Krans zu heben.

Sieben konkrete Anforderungen

Die Entscheidung für die Neubeschaffung von Liebherr aus Ehingen (BW) fiel aus wirtschaftlichen Gründen – aufgrund der steigenden Reparatur- und Wartungskosten für den alten Kran. Wie bei der Beschaffung der aktuellen Generation Hilfeleistungs-Löschfahrzeuge (HLF), bildeten die Dortmunder eine Projektgruppe. Sie bestehend aus Kranausbildern, Führer der Spezialeinheit Bergung und Mitarbeiter der Fachabteilung Technik. Diese Kollegen erarbeiteten folgende Anforderungen und Beschaffungskriterien:

  • Bei einer Ausladung von 14 Metern muss eine Mindestlast von 12 Tonnen gehoben und gesichert werden. Der Arbeitsbereich muss 360 Grad betragen.
  • Maschinelle Zugeinrichtung (Seilwinde) von 80 Kilonewton am Heck des Fahrzeugs, die auch über die Fahrzeugfront mit einer Seillänge von mindestens 80 Metern einsetzbar ist.
  • Bewegen des Fahrzeugs unter Last von der Krankabine. Das bedeutet, dass der Kran mit angehängter Last langsam weiter fährt, nur soweit das verkehrs- und sicherheitsbedingt möglich ist.
  • Allradlenkung für Hundegang (wie bereits beim Vorgänger vorhanden).
  • Verstellbare Lasttraverse für mindestens 25 Tonnen.
  • Vollhydraulische Abstützung.
  • Einen garantierten 24-stündigen Reparaturservice.

Am Ende fiel die Wahl dann auf das Modell von Liebherr, welches nach zirka einjähriger Bauzeit im Frühjahr 2016 in Dortmund in Dienst gestellt werden konnte. Dieser Kran überzeugte auch andere Feuerwehren in Deutschland. Nach Auskunft der Firma Liebherr gibt es bereits baugleiche Typen bei den Feuerwehren in Ulm, Reutlingen, Stuttgart und Bremen.

Die Kranausbildung findet überwiegend auf dem Gelände des Ausbildungszentrums der Feuerwehr Dortmund statt. Hier gilt es, einen Kesselwagen aufzurichten. Foto: Prochnow

Obwohl der Kran konzeptionsbedingt in der Lage ist, in optimaler Ausladung ein Gewicht von 70 Tonnen zu heben, entschied sich die Fachgruppe der BF Dortmund dafür, die maximale Kraft standardmäßig auf 23 Tonnen bei einer Vierfachscherung abzusenken. Verlangt es die Einsatzlage, besteht allerdings die Möglichkeit, durch die sogenannte Umscherung die Traglast wieder auf 38 Tonnen zu erhöhen. Die Begründung: Bei der vollen Traglast von 70 Tonnen wären größere Gewichte notwendig, die auf einem separaten Fahrzeug mitgeführt werden müssten. Dies würde wiederum zu Lasten der schnellen Einsatzbereitschaft gehen. Und gerade das wollte man bei der BF Dortmund vermeiden.

Ferner wären weitere Ausrüstungsgegenstände vorzuhalten, schärfere Verkehrsvorschriften einzuhalten sowie die Ausstattung des Fahrzeugs mit einer Zusatzrolle zu ergänzen. Außerdem wäre der Ausleger dann nicht mehr teleskopierbar.

So drängt sich die Frage auf, warum die Dortmunder nicht gleich einen 40-Tonnen-Kran beschafft haben. „Das Anforderungsprofil forderte ein Kranfahrzeug, welches in der Lage ist, einen Pkw über eine komplette dreispurige Autobahn zu tragen, wenn der Kran selbst auf der Gegenfahrbahn steht“, erklärt Michael Birkhahn. „Da sich die Hubkraft bei voller Auslage und die damit verbundene weitere Entfernung zur Last verringert, kam die 40-Tonnen-Variante nicht in Frage.“

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Extrem variables Abstützsystem

Bei dem LTM 1070-4.2 handelt es sich im Grunde um einen normalen Industriekran. Allerdings verfügt er über ein spezielles Feature, welches für den Einsatz auf engem Raum nützlich ist. VarioBase heißt das Zauberwort von Liebherr. Im zivilen Bereich für räumlich beengte Baustellen entwickelt, wird dieses neuartige Abstützsystem auch in den Kränen der Dortmunder und Reutlinger Feuerwehr verwendet.

„Je nach Rüstzustand errechnet die Kransteuerung die maximale Tragfähigkeit des Krans“, erklärt Patrick Fähnle von der Firma Liebherr. Früher konnten die Abstützungen lediglich zu 50 Prozent oder 100 Prozent ausgefahren werden.

VarioBase ermöglicht, jeden Ausfahrtzustand der einzelnen Kranstützen variabel einzustellen. Dadurch ist es möglich, die Reichweite und die Traglast zu optimieren. Um Unfälle infolge fehlerhafter Rüstung oder falscher Programmierung des Rüstzustandes zu vermeiden, messen Sensoren in den Abstützungen den Bodendruck und der Ausleger das Gewicht der Traglast. Die daraus entstehende Lastmomentbegrenzung wird durch das von Liebherr entwickelte Computersystem Liebherr Computed Control (LICCON) errechnet.

Auf allen Ebenen und mit fünf Lenkarten

Eine weitere Besonderheit ist das All-Terrain-Fahrgestell, welches sich auf unebene Fahrbahnuntergründe einstellen und anpassen lässt. Durch die hydraulisch verstellbare Achsfederung lässt sich beispielsweise das Fahrgestell vorn etwas anheben, um den Böschungswinkel zu vergrößern. Zur Erhöhung der Watfähigkeit können alle Achsen leicht angehoben werden. Bei seitlich abgeschrägter Fahrbahn lassen sich die Räder einer Seite erhöhen oder absenken, damit das Fahrgestell in der Waage bleibt. Dies ist aufgrund des hohen Schwerpunktes sehr wichtig.

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Über verschiedene Lenkarten verfügte der Vorgänger bereits. Jetzt kann der Fahrer allerdings per Knopfdruck zwischen fünf verschiedenen Lenkprogrammen wählen, die Liebherr wie folgt beschreibt:

  • P1 Straßenlenkung. Die Hinterachsen werden geschwindigkeitsabhängig gelenkt. Je höher die Geschwindigkeit, desto weniger werden die Hinterachsen mitgelenkt. Ab einer definierten Geschwindigkeit werden sie auf Geradeausfahrt gestellt und fixiert.
  • P2 Allradlenkung. Die Hinterachsen werden so weit eingeschlagen, dass sich kleinste Wenderadien ergeben.
  • P3 Hundeganglenkung. Alle Achsen werden in die gleiche Richtung gelenkt.
  • P4 Reduziertes Ausschermaß. Die Hinterachsen werden so eingeschlagen, dass das Ausscheren des Fahrzeughecks minimiert wird.
  • P5 Unabhängige Hinterachslenkung. Die Hinterachsen werden unabhängig vom Lenkeinschlag der Vorderachse über Taster gelenkt.

Alle Programme können über einfachen Tastendruck während der Fahrt umgeschaltet werden.

Kran als Garant der Spezialeinheit Bergung

Der neue Kran besitzt also diverse technische Einsatzmöglichkeiten für unterschiedliche Lagen. Beispielsweise kann eine Lkw-Mulde aus dem Innenhof von Häuserblocks der Dortmunder Innenstadt über die Bedachung von fünfgeschossigen Gebäuden gehoben werden. Weiterhin ist es möglich, einen Pkw über eine komplette dreispurige Autobahn zu tragen.

Der LTM 1070-4.2 kann auch bei größeren Lasten in Situationen von Hoch- und Tiefbauunfällen aus einem weitreichenden Abstand arbeiten. Er verfügt obendrein über einen Personenkorb, einschließlich der Aufnahmemöglichkeit von Tragegestellen zum Transport von adipösen Patienten.

Kran-Unternehmen statt Feuerwehrkran

>>So klappt die Zusammenarbeit<<

Stationiert ist der neue FwK 70 auf der Feuer- und Rettungswache 1 der Berufsfeuerwehr Dortmund – als ist Teil der Spezialeinheit (SE) Bergung. Personell besteht diese SE aus zirka 80 Einsatzkräften. Als personelle Reserve steht zudem das zweite HLF der Hauptwache zur Verfügung.

An weiteren Fahrzeugen verfügt die Bergungsmannschaft über die beiden Teleskopmastfahrzeuge (32 Meter und 54 Meter), einen Teleskoplader sowie ein Wechselladerfahrzeug (WLF) mit dem Abrollbehälter-Rüst. Geplant ist die Beschaffung zwei weiterer Abrollbehältern: Kran & Bau. Ein weiterer Teleskoplader befindet sich auf dem Gelände des Ausbildungszentrums der Feuerwehr Dortmund. Bei größeren Lagen kann er von dort abgefordert werden. Der Feuerwehrkran wird in Dortmund pro Jahr bis zu 70 Mal alarmiert und kommt davon zirka 15 Mal zum Einsatz.

Rüstzüge in Bremen und Köln mit Kran

Bei den Feuerwehren in der Hansestadt Bremen und in der Dommetropole Köln gehören ebenfalls Feuerwehrkräne mit zu den Rüstzügen.

Rüstzug der Kölner Feuerwehr. Foto: Patzelt

 

Feuerwehrkran der Berufsfeuerwehr Bremen. Foto: Feuerwehr

 

Rüstzug der BF Bremen. Foto: Patzelt

In Eigenregie umgebaut: Kran der BF Kassel

Kasseler Feuerwehrleute bauten einen gebrauchten zivilen Kran für die Belange der Feuerwehr um. Damit sparten sie fast eine Million Euro gegenüber einem Neufahrzeug ein.

Was muss ein Kran bei der Feuerwehr zwangsläufig leisten? Worauf kann verzichtet werden? Bei der Berufsfeuerwehr Kassel gingen die Beschaffer beim Ersatz für den 1981 gebauten Feuerwehrkran (FwK) neue Wege und beschränkten sich auf ein Minimum dessen, was einschlägige Empfehlungen eigentlich vorsehen. Sie kauften ein gebrauchtes Zivilfahrzeug, bauten es in Eigenregie zum Einsatzfahrzeug um und sparten damit Geld. Und zwar so viel, dass es für drei gut ausgestattete Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge (HLF) reichen würde.

Der gebraucht beschaffte Feuerwehrkran der BF Kassel. Foto: Jann

An modernen HLF mangelt es in Kassel glücklicherweise nicht – im Gegensatz zum Vorgänger des jetzt in Dienst gestellten Krans. Der hätte auch schon mit einem H-Kennzeichen für Oldtimer ausrücken dürfen. Allerdings will die hessische Stadt (193.000 Einwohner) bis 2018 schuldenfrei sein – da kam ein Neukauf dieses Einsatzmittels nicht in Frage. Immerhin schlägt ein der Fachempfehlung des Deutschen Feuerwehrverbandes entsprechender neuer FwK mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche. Dagegen kostete der 2003 gebaute „neue“ Kranwagen der Kasseler Feuerwehr inklusive Umbau nur 180.000 Euro – wahrlich ein Schnäppchen.

Die Idee für das Spar-Modell hatte Tobias Winter, der Leiter der technischen Abteilung der Feuerwehr Kassel. „Unser alter Kran war in den vergangenen Jahren fast öfter defekt als einsatzbereit. Außerdem wurden die Ersatzteile knapp. Wir brauchten eine Lösung, mussten aber mit einem geringen Etat auskommen.“ Unter anderem bei den Feuerwehren Hamburg, Berlin und Stuttgart hörte er sich um, welche technischen Details der dort eingesetzten Kräne im Einsatzdienst tatsächlich benötigt werden. Und vor allem, welche so gut wie gar nicht zum Einsatz kommen.

Winter stellte ein entsprechendes Pflichtenheft zusammen und suchte nach einem gebrauchten Fahrzeug. „Einen Markt für gebrauchte Feuerwehrkräne gibt es nicht, die Fahrzeuge sind meistens so lange im Dienst, bis sie nicht mehr funktionieren. Wir haben also nach einem zivilen Fahrzeug Ausschau gehalten, das unseren Anforderungen nahe kam“, sagt Winter.

>>> Weiterlesen? Klicken Sie hier, um das eDossier „Feuerwehr-Kran der BF Kassel“ herunterzuladen! <<<

FM_eDossier2015_FW-Kran_BF_Kassel

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hallo Harald,

    wir haben einmal bei der BF Dortmund nachgefragt. Hier die Antwort aus der Pressestelle: “Nach Rücksprache mit einem unserer Kranausbilder können wir die Frage des Lesers wie folgt beantworten: Freies Verfahren auf Rädern mit Last ist mit dem LTM 10/70 4.2 aus der Krankabine – unter Berücksichtigung des Traglasttabellenbuches nach EN 13000 und auf ebenem Boden – möglich.” Für darüber hinausgehende Informationen empfiehlt die Pressestelle, sich mit dem Hersteller Liebherr in Verbindung zu setzen.

    Herzliche Grüße, Olaf Preuschoff, Redakteur Fahrzeuge & Technik

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  2. Feuerwehrkran der BF Dortmund
    Sieben konkrete Anforderungen:
    Unter Punkt 3, “Bewegen des Fahrzeugs unter Last von der Krankabine. Das bedeutet, dass der Kran mit angehängter Last langsam weiter fährt, nur soweit das verkehrs- und sicherheitsbedingt möglich ist.”
    Soll das heissen, mit Last am Haken, egal ob 1 to oder 10 to unter Berücksichtigung der LMB (Lastmomentbegrenzer ) und womöglich mit ” langen Mast – 40m” soll der Kranführer ohne Abstützung (4 hydr. Stützen hoch, kein Bodenkontakt) den Kran auf den Rädern um einige Meter versetzen?
    Auf Ihre Antwort freu ich mich schon, und natürlich die BSK Bundesfachgruppe Schwertransporte und Kranarbeiten UND BG-Verkehr DGUV Vorschrift 52 Kräne, §40|2, Der Kranführer hat die Abstützung bestimmngsgemäß zu benutzen…

    Mit freundlichen Grüßen aus Bayern
    Harald

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