Produkt: Feuerwehrfahrzeuge richtig fotografieren
Feuerwehrfahrzeuge richtig fotografieren
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Beschleunigung wie beim FLF

RT-Vorserie: Rosenbauer liefert erste hybride TLF aus

Leonding (Österreich) – Rosenbauer hat die ersten drei Kundenfahrzeuge aus der Vorserie seiner RT-Reihe (Revolutionary Technology, deutsch revolutionäre Technologie) fertiggestellt. 3 Jahre hatte das Unternehmen an der Entwicklung der Hybrid-Feuerwehrfahrzeuge gearbeitet.

Einer von zwei Prototypen des RT, die Rosenbauer heute in Leonding präsentierte.

Auf einer Pressekonferenz präsentiert Rosenbauer heute die RT-Exemplare für die Feuerwehren Berlin, Amsterdam (Niederlande) und Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) sowie zwei Prototypen. Das Berliner Fahrzeug wird nach Informationen des Feuerwehr-Magazins heute noch von Österreich in die Bundeshauptstadt überführt, wo es bereits am Montag den Einsatzdienst aufnehmen soll.

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Die hybriden Tanklöschfahrzeuge sind mit zwei Elektromotoren ausgestattet, die eine Gesamtleistung von bis zu 360 kW (490 PS) erzeugen. Laut Rosenbauer verleihen sie dem allradgetriebenen RT einen Vortrieb und eine Beschleunigung, wie man sie von Flughafen-Löschfahrzeugen mit 1.000-PS-Verbrennungsmotoren kennt.

Beim Anfahren in steilem Gelände soll ein Zweiganggetriebe dafür sorgen, dass das volle Drehmoment zur Verfügung steht sowie genug Traktion für Steigungen vorhanden ist.

Einzelradaufhängung und Hinterachslenkung

Der RT besitzt ein Niederflur-Chassis mit Kernrohrrahmen zwischen den beiden Achsen, in dem eine rund 550 Kilogramm schwere Traktionsbatterie montiert ist. Durch den tieferen Schwerpunkt als bei Feuerwehrfahrzeugen auf konventionellen Lkw-Fahrgestellen soll der RT selbst in schnell gefahrenen Kurven sicher auf der Straße liegen.

Die Einzelradaufhängung ermöglicht gegenüber konventionellen Fahrzeugen mit Allradantrieb einen deutlich größeren Lenkeinschlag und somit einen kleineren Wenderadius. Auch Fahrkomfort und Fahrdynamik sind im Vergleich zur Starrachse deutlich besser.

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Der Wendekreisdurchmesser beträgt beim RT mit kürzestem Radstand (3.800 Millimeter) zirka 15 Meter, mit aktivierter Hinterachslenkung sind es nur 12,50 Meter. Zum Lieferprogramm zählen auch Radstände von 4.100 Millimeter und 4.400 Millimeter.

Eine weitere Besonderheit des Hybridfahrzeugs sind die kompakten Abmessungen: Der RT ist nur 2,35 Meter breit und bei einem Radstand von 3.800 Millimeter nur 7,3 Meter lang. Im abgesenkten Fahrniveau (ohne An- und Aufbauten) beträgt die Fahrzeughöhe 2,9 Meter.

Absenkung per Luftfederung

Mit Hilfe des luftgefederten Fahrwerks mit wählbaren Fahrniveaus lässt sich die Bodenfreiheit entsprechend dem Untergrund beziehungsweise der Situation einstellen: für Straßenfahrten auf 250 Millimeter, für Fahrten durch unwegsames Gelände auf 350 Millimeter und zum Durchqueren von überfluteten Straßen auf 470 Millimeter (Watmodus). An der Einsatzstelle lässt sich der RT auf eine Bodenfreiheit von 175 Millimeter absenken, um die Einstiegshöhe in die Kabine auf ein Minimum zu reduzieren.

Traditionelle Auftrittsklappen sind nicht notwendig, da sich mit abgesenktem Fahrzeug die maximale Beladehöhe auf etwas über 2 Meter reduziert. Zudem stehen manuelle oder elektrische Absenkvorrichtungen zur Verfügung, zum Beispiel für die Schiebeleiter auf dem Dach.

Zentrales 17-Zoll-Display

Alle Funktionen des Einsatzfahrzeuges – von der Beleuchtung bis zur Löschtechnik – werden digital gesteuert. Es gibt zwar im RT noch konventionelle Schalter und Knöpfe, aber die Bedienung erfolgt in der Regel über einen zentralen 17-Zoll-Touchscreen.

Ein eigenes, abgesichertes WLAN baut der RT selbst auf. Fahrzeugposition, -betrieb und -zustand können über das Rosenbauer-Fahrzeugmanagementsystem überprüft und der RT in ein Flottenmanagement eingebunden werden. Mit dem Einsatzmanagement- und Informationssystem EMEREC kann aus dem Fahrzeug heraus anderem auch die kabellose Steuerung von Robotern, Drohnen und Sensorsystemen erfolgen.

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Fahrerhaus und Mannschaftskabine des RT sind nicht durch eine Wand räumlich getrennt, sondern bilden eine Einheit. Die Sitze von Fahrer und Kommandant sind 90 Grad seitlich nach innen drehbar. An den Fahrzeugseiten sitzen bis zu vier Einsatzkräfte über den Radkästen der Vorderachse mit Blick zueinander und bis zu drei weitere an der Kabinenrückwand mit Blick nach vorn.

Laut Rosenbauer ermöglicht dies eine noch nie dagewesene Interaktion und Kommunikation im Fahrzeug. So lassen sich im RT Einsatzbesprechungen unter Bereitstellung aller relevanten Daten auf dem Zentraldisplay (beispielsweise Gebäudepläne, Kamerabilder, digitale Lagekarten, Nachschubsituation) durchführen.

Die Hybrid-Technologie des RT

Mit dem RT fahren die Feuerwehren vollelektrisch und damit lokal emissionsfrei in den Einsatz. Außerdem senkt die Rekuperation über die Elektromotoren den Bremsenverschleiß und damit die Entstehung von Feinstaub. An der Einsatzstelle werden Abgasemissionen und Lärmpegel gesenkt, weil die Energie für Beleuchtung und technische Geräte aus den Hochvolt-Energiespeichern kommt.

Der RT ist mit einem, optional zwei Hochvolt-Batteriespeichern mit jeweils zirka 50 Kilowattstunden (kWh) Kapazität ausgestattet. Diese speisen nicht nur den Fahrantrieb, sondern stellen an der Einsatzstelle elektrische Energie zur Verfügung. Über das Power Outlet lassen sich zeitgleich mehrere externe Geräte – wie etwa Lüfter oder Tauchpumpen – mit bis zu 18 kW Gesamtleistungsaufnahme nutzen.

Die Löschwasserpumpe kann zum einen elektrisch per Generator, zum anderen per Range Extender (Dieselmotor) betrieben werden. Für kürzere Löscheinsätze soll die Energie des RT in der 100-kWh-Variante reichen. Für längere Einsätze steht der Range Extender zur Verfügung, der aus einem Sechszylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von 200 kW (272 PS) und einem Stromgenerator besteht.

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Wenn mehr Energie verbraucht wird, als in den Akkus gespeichert ist, lädt der RT diese automatisch wieder auf. Dadurch sollen Einsatzzeiten über den Vorgaben der EN 1846 „Feuerwehrfahrzeuge“ erreicht werden.

Sowohl mit Wechselstrom aus industrieüblichen Starkstromdosen oder an geeigneten Gleichstromladestationen ist die externe Aufladung der RT-Batterien möglich. Bei voller Ladeleistung von 150 kW soll bereits eine Viertelstunde ausreichen, um den Ladezustand beider Hochvolt-Akkus (100 kWh) von 50 Prozent auf 80 Prozent zu heben.

Vollwertiges Tanklöschfahrzeug

Rosenbauer betont, dass der RT ein vollwertiges Tanklöschfahrzeug ist. Es lassen sich die Einbaupumpen N/NH25 (2.500 l/min bei 10 bar, 400 l/min bei 40 bar) und N/NH35 (3.500 l/min bei 10 bar, 400 l/min bei 40 bar) verbauen und mit einem Schaumvormischsystem beziehungsweise einem Druckzumischsystem kombinieren.

Das Fahrzeug kann mit Wassertanks zwischen 1.000 l und 4.000 l sowie mit Schaummitteltanks von bis 50 l bis 400 l ausgestattet werden. Im Heck befindet sich die zentrale Wassereinspeisung, in den beiden hinteren Gerätetiefräumen 5 und 6 sowie optional an der Front und am Dach die Druckabgänge. An diese lassen sich die Rosenbauer-Werfer RM15 (als Front- und Dachwerfer) beziehungsweise RM35 (als Dachwerfer) anschließen.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Der neue Rosenbauer RT erinnert mich an den auf der Interschutz 2000 Vorgestellten Magirus Octopus mit Allradantrieb, Allradlenkung und Luftfederung!!!
    Klar beim Design gibt es Unterschiede und auch bei der Vernetzung der Systeme, aber ein Diesel ist für mich keine Revolution bei einem Feuerwehrfahrzeug, sondern eine Brennstoffzelle oder Gasmotor oder ein Fahrzeug das mit Bioethanol betrieben wird!!!
    Und ob die Sitzanordnung auch so gut ist, wird sich erst in der Praxis zeigen.
    Und wie teuer so ein Fahrzeug gegenüber einem Handelsüblichen Fahrzeug ist, wird erst gar nicht erwähnt.

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  2. Zu 4: weil ein Dieselmotor im Fahrbetrieb selten im optimalen Wirkungsbereich fährt und verschiedene Lastbereiche abdecken muss. Ein Motor als Generator kann dagegen praktisch durchgehend im optimalen Drehzahlbereich gefahren werden.
    Dazu kommt, dass man wenn überhaupt ein deutlich kleineres und leichteres Getriebe nutzen kann.

    Außerdem kann ein Generatormotor meistens schwächer dimensioniert sein als ein Motor für den Fahrbetrieb. Also doch, für mich klingt das effizient und sinnvoll.

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  3. 1.Wie groß ist das Mehrgewicht durch die Hybridkonfiguration?
    2.Platzbedarf der Hybridkonfiguration?
    3.Mehrkostenen der Hybridkonfiguration?
    4.Wenn die HV-Batterien leer sind, kann durch das Fahrzeug geladen werden. Also Motor laufen lassen und Diesel verbrennen, um dann elektrisch zu fahren. Also warum nicht gleich mit Diesel fahren? Jeder Energiewandel hat Verluste. Klingt alles nicht wirklich effizient für mich.

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