Hamburg – Feuerwehr und Rettungsdienst verzeichneten 2025 insgesamt etwas weniger Einsätze als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Zahlen im Brandschutz und bei den Großbränden. Mit mehr Personal, 68 neuen Fahrzeugen und weiteren Wachen baut Hamburg die Leistungsfähigkeit seiner Feuerwehr aus.
Harald Burghart, Landesbereichsführer der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg, Innensenator Andy Grote und Feuerwehr-Amtsleiter Jörg Sauermann (v.l.) präsentieren den Jahresbericht 2025. (Bild: Feuerwehr Hamburg)
Am Dienstag, 14. Juli 2026, stellten Innensenator Andy Grote, Feuerwehr-Amtsleiter Jörg Sauermann und Harald Burghart, Landesbereichsführer der Freiwilligen Feuerwehr, den Jahresbericht im Hamburger Rathaus vor. Zu den prägenden Einsatzlagen des Jahres zählten das ICE-Unglück im Stadtteil Rönneburg im Februar, der Brand im Marienkrankenhaus im Juni und der mehrtägige Großbrand auf der Veddel im August.
Anzeige
Gesamteinsatzaufkommen sinkt leicht
Insgesamt registrierten Feuerwehr und Rettungsdienst 333.394 Einsätze. Im Vorjahr hatte die Zahl bei 334.630 gelegen. Hinter dem leichten Rückgang stehen jedoch unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Einsatzbereichen.
Auf die Technische Hilfeleistung entfielen 22.595 Einsätze. Aufgrund weniger ausgeprägter Unwetterlagen sank deren Zahl um mehr als 2.000. Dagegen erhöhte sich das Aufkommen im Rettungsdienst um rund 0,37 Prozent auf 296.394 Einsätze. Nach Angaben der Feuerwehr Hamburg fiel dieser Zuwachs entgegen dem bundesweiten Trend vergleichsweise gering aus.
24 Einsätze als Großbrände eingestuft
Im Brandschutz stieg die Zahl von 12.840 Einsätzen im Jahr 2024 auf 13.157 im Jahr 2025. Insgesamt 24 Lagen stufte die Feuerwehr als Großbrände ein. Diese Einordnung gilt nach Hamburger Definition für Einsätze, bei denen die Kräfte mehr als drei Strahlrohre zur Brandbekämpfung einsetzen müssen. Im Vorjahr hatte die Statistik 16 Großbrände ausgewiesen.
Trotz des Anstiegs erkennt die Feuerwehr in der Langzeitbetrachtung weiterhin einen rückläufigen Trend. Auch bei den Brandtoten sieht die Feuerwehr über die vergangenen 20 Jahre eine positive Langzeitentwicklung, obwohl die Zahlen von Jahr zu Jahr schwanken. Im Jahr 2025 kamen elf Menschen bei Brandereignissen ums Leben. In diesem Zusammenhang weist die Feuerwehr Hamburg erneut auf die Bedeutung funktionierender Rauchwarnmelder hin.
Der Kampfmittelräumdienst rückte im Berichtsjahr zu 146 Einsätzen aus. Die Spezialisten machten vier große Sprengbomben und zahlreiche kleinere Munitionsstücke unschädlich. Zusätzlich wertete die Gefahrenerkundung 7.889 Luftbilder im Auftrag privater oder gewerblicher Antragsteller aus.
Freiwillige Feuerwehr erreicht Höchststand im Brandschutz
Die Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr erhielten 2025 insgesamt 10.720 Alarmierungen. Das entspricht einem Rückgang um 10,27 Prozent. Im Vorjahr hatten insbesondere Unwetterlagen die Zahlen deutlich erhöht.
Auch im Ehrenamt verlagerte sich das Einsatzgeschehen: Während die Technischen Hilfeleistungen abnahmen, stiegen die Alarmierungen im Brandschutz. Mit 7.796 Alarmierungen erreichte die Freiwillige Feuerwehr in diesem Bereich einen neuen Höchststand.
Insgesamt engagierten sich 5.561 Mitglieder in den Einsatzabteilungen, Jugend- und Minifeuerwehren, Musikzügen sowie Ehrenabteilungen. Damit bildet das Ehrenamt nach Einschätzung der Feuerwehr weiterhin eine unverzichtbare Stütze bei der Bewältigung des Einsatzgeschehens.
Feuerwehr wächst um 77 Mitarbeitende
Auch die hauptamtliche Feuerwehr vergrößerte sich. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Mitarbeitenden um 77 auf 3.729. Seit 2017 kamen damit mehr als 700 Mitarbeitende hinzu. Der Schwerpunkt liegt nach Angaben der Stadt weiterhin auf dem Einsatzdienst.
Zur Feuerwehr Hamburg gehörten zuletzt 2.804 Feuerwehrbeamtinnen und -beamte sowie Angestellte im Rettungsdienst. Weitere 468 Mitarbeitende arbeiteten in der Verwaltung. Für den Einsatzdienst befanden sich 448 Nachwuchskräfte in der Ausbildung, neun weitere absolvierten ihre Ausbildung in anderen Bereichen der Feuerwehr.
Deutlich entwickelte sich zudem die Nachwuchsarbeit der Freiwilligen Feuerwehr. Zu den 17 bestehenden Minifeuerwehren kamen 2025 vier weitere hinzu. Dort führt die Feuerwehr Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren an ihre Gemeinschaft heran.
Bis zur Jahresmitte 2026 entstanden vier weitere Minifeuerwehren. Damit gibt es aktuell 25 Gruppen. Ein bis zwei zusätzliche Gründungen sollen im weiteren Jahresverlauf folgen.
Acht Sonderhefte, über 800 Seiten Einsatzwissen: von Waldbrand und Fahrzeugtechnik über CBRN bis zu erneuerbaren Energien und Rund um das Feuerwehrhaus. Nur 39,90 € statt 83,50 €, limitiert bis 30.08.2026.
Für fast 30 Millionen Euro beschaffte Hamburg im vergangenen Jahr 68 neue Fahrzeuge. Damit modernisierte die Stadt den Fuhrpark der Feuerwehr weiter.
Nach der Eröffnung des neuen Hörsaal- und Trainingsgebäudes der Feuerwehrakademie sollen in den kommenden Monaten die neue Feuer- und Rettungswache Finkenwerder sowie die zusätzliche Feuer- und Rettungswache Schnelsen den Betrieb aufnehmen. Außerdem plant die Stadt die Einweihung der Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren in Kirchsteinbek und Sülldorf-Iserbrook.
Für die weitere Sanierung der Häuser der Freiwilligen Feuerwehren setzt der Senat zudem 20 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes ein.
Innensenator Andy Grote verband die Jahresbilanz mit der Zusage, auch unter schwierigen Haushaltsbedingungen in Fahrzeuge sowie den Bau und die Modernisierung von Feuerwachen zu investieren. Amtsleiter Jörg Sauermann verwies auf das hohe Einsatzniveau und die gezielten Maßnahmen im Rettungsdienst. Harald Burghart hob die Fahrzeugbeschaffung und das Wachstum der Minifeuerwehren als Beiträge zur Zukunftssicherung der Freiwilligen Feuerwehr hervor.