Montag, 21. August 2017

Die 5 größten Irrtümer zur Feuerwehr

2. August 2017 von  

Bremen –“Die Rettungskräfte waren zuerst freiwillige Feuerwehrleute oder waren das Profis?“ lautete das Statement eines N24-Reporters am 3. Juli 2017 in der Berichterstattung zum Busunglück auf der A9.  Leider kursieren so einige Irrtümer und Klischees, wenn es um das Thema Feuerwehr geht. Wir haben die fünf bekanntesten zusammengestellt – und räumen mit Vorurteilen auf.  

 Irrtum 1: Die Feuerwehr besteht überwiegend aus Hauptamtlichen und Berufsfeuerwehrleuten

„Seid Ihr von der richtigen Feuerwehr?“ – diese Frage stellen Bürger, die zwischen Hauptamt und freiwilliger Feuerwehr unterscheiden wollen. Was in der Bevölkerung im ländlichen Raum noch weiter verbreitet ist, wissen die meisten Bürger in Städten und Ballungsräumen gar nicht. Nur 3,5 Prozent, zirka 46.000, der 1,3 Millionen Feuerwehrangehörigen in Deutschland sind hauptamtliche Kräfte beziehungsweise Berufsfeuerwehrleute. Hier sind öffentliche Feuerwehren, Jugendfeuerwehren und anerkannte Werkfeuerwehren mit einbezogen.

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Laut Statistik des Deutschen Feuerwehrverbandes zu Beginn des Jahres 2014 engagieren sich rund 1,1 Millionen freiwilligen Feuerwehrleute im aktiven Einsatzdienst. Es gibt keine öffentliche Feuerwehr ohne ehrenamtliche Einheiten beziehungsweise freiwillige Feuerwehrleute. Auch in den Großstädten sind freiwillige Feuerwehren unverzichtbar für die Gefahrenabwehr. In kleineren Städten, Gemeinden und Kommunen meistern ausschließlich Ehrenamtliche den Brandschutz und Hilfeleistung. Ob beim Großbrand oder dem Einsatzstichwort „Katze auf Baum“.

Es gibt Feuerwachen beziehungsweise Feuer- und Rettungswachen. Diese sind von Berufsfeuerwehren oder einer hauptamtlichen Wachbereitschaft besetzt.

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Irrtum 2: Ein Feuerwehrhaus ist rund um die Uhr besetzt

Freiwillige Feuerwehrleute gehen dem Ehrenamt in ihrer Freizeit nach. Klar, dass sie deswegen nicht die gesamte Zeit in ihrem Feuerwehrhaus sitzen und auf den nächsten Einsatz warten. Im Falle einer Alarmierung fahren deswegen die Einsatzkräfte von ihrem Aufenthaltsort auf direktem Weg zum Feuerwehrhaus und rüsten sich aus. Einige Gemeinden haben allerdings einzelne hauptamtliche Kräfte, die dann ihre Arbeitszeit im Gerätehaus verbringen. Da dies aber nicht die Regel ist, gilt: Im Notfall nicht bei der Feuerwehr direkt anrufen, sondern die 112 wählen!

 

Irrtum 3: Wer den Notruf wählt, muss auch für den Einsatz der Feuerwehr zahlen

Um es klar zu sagen: Wer einen Brand entdeckt und diesen an die 112 meldet, muss nichts zahlen. Leider ist dieser Irrtum sehr verbreitet. Auch wenn er überhaupt nicht stimmt. Darüber hinaus ist dieser Irrtum gefährlich. Denn wer aus Angst vor Kosten nichts unternimmt, kann sich bei einem Notfall der unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen. Allerdings: Wird die Feuerwehr beispielsweise wegen eines nicht angemeldeten Gartenabfallfeuers gerufen, kann es teuer werden – für den Gartenbesitzer.

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Die 5 größten Irrtümer zur Feuerwehr. Symbolfoto: Hegemann

Irrtum 4: Die Arbeit der freiwilligen Feuerwehrleute wird gut bezahlt

Wie es der Name schon sagt, sind die Einsatzkräfte einer freiwilligen Feuerwehr Freiwillige und opfern ihre Freizeit. Es handelt sich dabei um ein Ehrenamt, dem jeder Einzelne aus ganz unterschiedlichen Gründen nachgeht. Aber für alle gilt: Freiwillige Feuerwehrleute bekommen für das Ehrenamt kein Gehalt. Eine Ausnahme stellen beispielsweise Führungspositionen in der Feuerwehr dar. Für diese gibt es eine geringe Aufwandsentschädigung. Einzelne Kommunen zahlen den Einsatzkräften auch Fahrtkostenerstattung beziehungsweise eine Aufwandsentschädigung für Einsätze. Der Betrag liegt in den meisten Fällen unter 10 Euro. Egal wie lange der Einsatz dauert.

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Irrtum 5: Die Feuerwehr ist eine reine Männerdomäne

In vielen Feuerwehren in Deutschland arbeiten Frauen und Männer mittlerweile Hand in Hand zum Wohle der Bevölkerung. Das Bild, dass sich in einer Feuerwehr nur Männer beteiligen können, ist absolut antiquiert. Jedoch gibt es körperliche Grenzen. Die gesamte Ausrüstung, die beispielsweise für den Innenangriff benötigt wird, kann bis zu 25 Kilogramm wiegen. Aber auch dabei stehen viele Frauen mittlerweile ihren Mann.

Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr München:

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Kommentare

8 Kommentare zu “Die 5 größten Irrtümer zur Feuerwehr”
  1. Karl Sion sagt:

    Gute Erklärungen. Zur Weiterempfehlung und Aufklärung geeignet.

  2. Hallo,
    eine Frage: Darf ich den Text in 5 Teilen auf Facebook für meine Freunde veröffentlichen? Ich finde die Argumente prima. Kann näheres zu meiner Person gerne mitteilen, schau mal auf die Homepage.
    Gruß Günther Semmler

  3. Henk sagt:

    In die Niederlande(Holland) bekommen die freiwilige feuerwehre ongefehr €2400 pro jahr exl einsatse die werden pro stunde betsalt aug studien werden pro stunde betsalt

  4. Armin sagt:

    Irrtum Nr.6 : Die freiwilligen machen das ja „nur“ als Hobby !

    Ohne die sehr Gut ausgebildeten freiwilligen Kräfte , welche neben Beruf und Familie den Brandschutz in unseren Gemeinden, rund um die Uhr ehrenamtlich sicherstellen, ist ein Flächendeckender Brandschutz nicht sichergestellt.

    Am 24.01.2011 von Sonntag zu Montag brannte mein Haus nieder, die Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Holtriem (Westerholt/Nenndorf, Schweindorf, Blobmberg, Ochtersum – um einige zu nennen) haben das schlimmste verhindert und waren über 12 h im Eindatz, !! Ehrenamtlich und Freiwillig !!

    Vielen Dank an alle Kameraden der FFW

  5. Armin sagt:

    Irrtum Nr.7 Die Löschen ja nur Feuer

    Das Aufgabengebiet der Freiwilligen Feuerwehren ist nicht mehr nur Brandbekämpfung.
    Technische Hilfeleistung bei Unfällen, bei Unwetter Keller auspumpen, Fehlalarme von Brandmeldeanlagen überprüfen. Viele Kameraden der FFW sind auch im Rettungsdienst tätig.

  6. Klaus sagt:

    Vielleicht sollten Journalisten (selber freiberuflich tätig) sich erst einmal über die Feuerwehr(en) und die Strukturen informieren, bevor man sie an ein Mikrofon oder den Stift lässt. Es kann ja durchaus sein, das der einzelne Journalist, weil er eben aus einem Ballungsraum stammt, freiwillige Feuerwehren nicht kennt, aber der Einsatzleiter oder ein Pressesprecher hätte ihm wohl helfen können. Die Feuerwehr (Sammelbegriff) ist in allen Fällen hochmotiviert und hervorragend ausgebildet. Die einen beruflich aber der überwiegende Teil eben als freiwillige, die Zeit in den Bereichen Aus- und Weiterbildung und die Hilfe für die Bevölkerung investieren. Dies sollte, so meine ich, erheblich besser kommuniziert werden.

  7. Uli sagt:

    Da stellt sich die Frage, ob das alles ureigenste Aufgabenbereiche der Feuerwehr sind oder ob sie rekrutiert worden sind. Neu ist mir, dass Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren (FFW) im regulären Rettungsdienst eingesetzt sind.

  8. Wolfgang Aspek sagt:

    Hallo aus .at!

    Meines Wissens hat die Rettungsgasse nicht funktioniert!!!! Warum fragt der Reporter nicht die Kraftfahrer, die die Rettungsgasse nicht gebildet haben? Bin selbst freiwilliger…

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