Übernimmt Falck deutsche Werkfeuerwehren?

Bremen (rd.de) – Das Unternehmen Falck aus Dänemark expandiert schon seit Jahren international und steht jetzt kurz vor dem Sprung nach Deutschland. Wie Ole Qvist Pedersen, Vizepräsident des auf Sicherheitsaufgaben spezialisierten Unternehmens, gegenüber dem Feuerwehr-Magazin am Dienstag erklärte, plane man, sich an Ausschreibungen für Rettungsdienstaufgaben zu beteiligen und auch im betrieblichen Brandschutz engagieren zu wollen.

Das dänische Sicherheitsunternehmen Falck möchte auch auf dem deutschen Markt Fuß fassen. Foto: Falck
Das dänische Sicherheitsunternehmen Falck möchte auch auf dem deutschen Markt Fuß fassen. Foto: Falck

Nicht nur im Heimatland Dänemark, sondern auch in zahlreichen Ländern Europas ist Falck heute bereits im Brandschutz tätig. In Schweden, Rumänien, der Slowakei und in Spanien stellt Falck Feuerwehren für Kommunen, Großbetriebe, Industrieparks sowie Flughäfen.

In Deutschland spekuliert Falck deshalb darauf, die Aufgaben von Werkfeuerwehren zu übernehmen, den Brandschutz in Industrieparks sicherstellen zu können oder vergleichbare Aufgaben auch auf großen deutschen Flughäfen auszufüllen. In allen Fällen, so erklärt Pedersen, könne man auf jahrelange Erfahrung, nachgewiesene Kompetenz und eine umfangreiche Palette von flankierenden Dienstleistungen verweisen. Auf Flughäfen könnte Falck beispielsweise zusätzlich den Rettungsdienst, einen Transportservice für Personen mit Mobilitätseinschränkungen und weitere Sicherheitsaufgaben übernehmen.

Neben Rettungsdienst und Feuerwehr bietet Falck heute in 23 Ländern zum Beispiel auch Pannenhilfe und Gesundheitsfürsorge an. Darüber hinaus werden weltweit Notfall- und Sicherheitskurse, insbesondere für den Offshore- und Marinebereich, durchgeführt. Hierfür unterhält der Konzern auf fünf Kontinenten 15 Ausbildungszentren. Eines der in Deutschland bekanntesten: Falck RISC in Rotterdam (Niederlande). Der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr lag bei 1,1 Milliarden Euro. (Text: Lars Schmitz-Eggen, rd.de)

4 Kommentare zu “Übernimmt Falck deutsche Werkfeuerwehren?”
  1. Hallo,

    ein interessanter Artikel über Falck.
    Dienstleister “Feuerwehr” sind aber nicht neu.

    Es gibt bereits heute in Deutschland ca. 15 Firmen die “Feuerwehrleistungen” als Dienstleistungsfeuerwehr (zum Teil mit eigenen Fahrzeugen etc.) gegen Entgeld im betrieblichen Brandschutz oder für die Bevölkerung anbieten.

    Angefangen von der kompletten Stellung einer “Werk”- Feuerwehr mit eigenen Fahrzeugen, bis zur Anbietung einzelner Leistungen (z.B. Absicherung feuergefährliche Arbeiten, Umpumparbeiten, Sturmschadensbeseitigung usw.).

    So neu ist es daher nicht, man nimmt bisher nur wenig Notiz von der Branche “Dienstleistungsfeuerwehr”.

    Gruß
    Simon

  2. Olaf Preuschoff

    Richtig, private Unternehmen im Bereich betrieblicher und Werksbrandschutz sind auch in Deutschland nicht unbekannt. Wir haben im Feuerwehr-Magazin ja auch schon über solche Unternehmen berichtet.

    Es ging auch nicht darum, ein “neues” Modell vorzustellen. Mit dem Bestreben der Firma Falck, sich auch auf dem deutschen Markt zu etablieren, bekommt das ganze eine andere Dimension als bisher. Zum einen könnte im Bereich Rettungsdienst neben den “alteingesessenen” Hilfsorganisationen (DRK, JUH, MHD und ASB) quasi ein fünfter Mitbewerber hinzukommen. Und zwar einer, der neben Rettungsdienst und Krankentransport auch die weitere Palette wie Breitenausbildung, Behindertentransport und ähnliches anbieten kann.

    Bei den Feuerwehren könnte sich das Engagement neben den Werkfeuerwehren auch auf Werkschutz und – wie in Dänemark üblich – den kommunalen Brandschutz ausdehnen. Zum Beispiel in Gemeinden, in denen nicht mehr genügend freiwillige Kräfte für den Brandschutz zur Verfügung stehen. Vielleicht dauert es ja gar nicht mehr lange, bis eine Kommune auch diesen Bereich ausschreibt?

  3. Hallo,

    interessant, in welcher Ausgabe wurde schon über solche private Dienste berichtet ?

    Mein Hinweis darauf das “Dienstleistungsfeuerwehren” nicht neu sind, war ein allgemeiner Hinweis.

    Grundsätzlich wäre es wünschenswert wenn durch Falck, die Branche (Dienstleistungsfeuerwehr) insgesamt eine neue Dimension bekommt.
    Ehrlicherweise bezweifel ich das, auch Falck wird mit den gleichen Problemen wie die bereits bestehenden Anbieter im Bereich “Feuerwehrdienstleistungen” kämpfen müssen, z.B:

    – Schwierigkeiten bei der Zulassung von Fahrzeugen
    – Schwierigkeiten mit der Absolvierung von Ausbildungen, da nicht jede Fw-Schule “private” zulässt
    – Schwierigkeiten mit der Anerkennung von Ausbildungen
    usw.

    Bezüglich Brandschutz in den Gemeinden:

    Natürlich wären private Dienstleister eine Möglichkeit zur Sicherstellung vom Brandschutz tagsüber oder komplett.
    Bis jetzt sehe ich aber diese Möglichkeit nicht, alleine schon aus finanziellen Gründen.
    Wenige bis gar keine Gemeinde, dürften sich einen Dienstleister leisten können.

    In meinen Augen müsste daher:
    A: der Dienstleister mehrere Gemeinden gleichzeitig betreuen
    B: eine Vielzahl von Aufgaben (Vorbeugender u. Abwehrender Brandschutz + feuerwehrfremde Aufgaben) übernehmen, damit er sein Personal finanzieren könnte.

    Anders würde ich keine Möglichkeit der Finanzierung sehen.

    Daher mal abwarten, was kommt.

    Gruß
    Simon

  4. Thomas Weege

    Falck hat vor einiger Zeit eine weitere Geselschafft gegründet, Falck-Nutec.
    Hier spezialisiert man sich auf die Offshore-Ausbildung. Sprich Personal welches auf hoher See, z.b. auf Ölplattformen oder Wohnplattformen von Offshore-Windparks arbeitet und wohnt. In der Regel werden diese Plattformen mit einem Hubschrauber angeflogen. Hierfür benötigt das Plattformpersonal ein spezielles Überlebenstraining.
    Falck-Nutec hat in Emden (Nds.) mit der Fa. Bard-Offshore und der Fa. Wiking eine Akademie für diese Ausbildung gegründet und schulen dort Basic-Firefighting, First-Aid, Sea-Survival, Helicopter-Underwater-Escape-Training sowie Highrescue. Am Wiking-Standort in Mariensiel wird zusätzlich Heliheusting traininert.
    Da die Offshorebranche vor einem Boom steht, boomt auch dieser Ausbildungzweig.
    Falck-Nutec stellt Ausbilder hierzu zur Verfügung, die in Dänemark als Rettungsassistent, Feuerwehrmänner und/oder Rettungstaucher arbeiten.
    Also vermarkten die ihr Einsatzpersonal nun schon international als Dienstleister.
    Ich habe dieses Training bereits selber absolviet und kann nur sagen, die machen einen verdammt guten Job.

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