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Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

Seenotrettungskreuzer “Nis Randers” getauft

“Sagt Mutter, ‘s ist Uwe!” Die Schlusszeile der Ballade “Nis Randers” von Otto Ernst ist vielen Menschen aus der Schule vertraut. Die Seenotretter sind nun zum zweiten Mal in ihrer 160-jährigen Geschichte unter diesem Namen im Einsatz. Der jüngste Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wurde auf der Fassmer-Werft in Berne/Unterweser “Nis Randers” getauft. Das Tochterboot erhielt den Namen “Uwe”.

“‘Nis Randers’ steht wie kaum ein zweiter Name für freiwillige, selbstlose Bereitschaft der Seenotretter zum gemeinschaftlichen, oft gefahrvollen Einsatz auf Nord- und Ostsee”, sagte Gerhard Harder, Vorsitzer der Seenotretter, zur Taufe auf der Werft Fr. Fassmer. Die bekannte Ballade von Otto Ernst erschien 1901, als die DGzRS noch mit Ruderrettungsbooten im Einsatz war. Nis Randers gilt als Inbegriff des Seenotretters: Ungeachtet der Gefahr für das eigene Leben, retten er und seine Mannschaft einen Mann aus dem Mast eines im Gewittersturm gestrandeten Schiffes.

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Entgegen ihrer Tradition hatte die DGzRS den Namen des 28 Meter und rund 4.000 PS starken Spezialschiffs bekanntgegeben, um möglichst viele Menschen für das Projekt zu gewinnen: Der neue Seenotrettungskreuzer und sein Tochterboot mit den internen Bezeichnungen SK 42 und TB 46 wurden, wie die gesamte Arbeit der DGzRS, ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Rund 140 Menschen haben ihre Verbundenheit mit den Seenotrettern durch außergewöhnliche Zuwendungen für die “Nis Randers” zum Ausdruck gebracht.

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Weil Uwe gerettet wurde, wird “Uwe” retten

Nach einem Namen für das Tochterboot der “Nis Randers” brauchten die Seenotretter nicht lange zu suchen. Schnell wurden sie in der Ballade selbst fündig: Nis’ Mutter will ihn nicht rausfahren lassen, weil schon ihr Mann und ihr Sohn auf See geblieben sind und ihr Sohn Uwe verschollen ist. Nis antwortet knapp: “Und seine Mutter?” Die Seenotretter rudern hinaus, überstehen alle Gefahren – und retten den verschollenen Uwe.

Rosa Käb taufte das Tochterboot der neuen “Nis Randers” auf den Namen “Uwe”. Die Zehnjährige besucht die 4. Klasse der Rostocker Grundschule St. Georg. Diese Schule hatte im vergangenen Jahr mit einem erfolgreichen Spendenlauf zur Finanzierung des neuen Seenotrettungskreuzers beigetragen. 8.000 Euro waren zusammengekommen. Die Besatzung der “Nis Randers” hatte sich eine Taufpatin aus dem Kreis der Kinder gewünscht. Den ersten Seenotrettungskreuzer mit Namen “Nis Randers” hatte die DGzRS 1990 zu ihrem 125-jährigen Bestehen in Dienst gestellt. Nach fast 30 Einsatzjahren auf Nord- und Ostsee war er 2020 außer Dienst gegangen.

Die für den Darß vorgesehene neue “Nis Randers” ist der sechste SK der 28-Meter-Klasse und der erste dieses Typs, der in Mecklenburg-Vorpommern stationiert wird. Einsatzgebiete dieser Spezialschiffe sind das Küstenvorfeld ebenso wie die Hohe See. Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS werden sie aus Aluminium im bewährten Netzspannsystem als Selbstaufrichter gebaut.

Zwei je 1.440 kW/1.958 PS starke Maschinen beschleunigen den 120 Tonnen verdrängenden Neubau auf bis zu 24 Knoten (ca. 46 km/h). Gefahren wird er von einer vierköpfigen Besatzung. Besondere Merkmale sind eine umfassende Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung an Bord, eine Feuerlöschpumpe mit ferngelenktem Monitor zur Bekämpfung von Bränden auf See. In der Heckwanne führen die 28-Meter-Einheiten jeweils ein gut 8 Meter langes Tochterboot mit, das auf See unabhängig vom Mutterschiff agieren kann.

Die Seenotretter

Bremen – Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sichern die deutschen Küsten von Nord- und Ostsee mit rund 60 Seenotrettungskreuzern (SK) und Seenotrettungsbooten (SRB) ab. Die Gesellschaft finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Sie ist keine staatliche Einrichtung. Seenotretter und Feuerwehr haben außer der Menschenrettung eine weitere wesentliche Gemeinsamkeit: Der überwiegende Teil aller Mitglieder ist ehrenamtlich tätig. Hier findet Ihr die wichtigsten Infos über die Seenotretter sowie eine aktuelle Liste der gesamten DGzRS-Flotte inklusive technischer Daten.

Rund 180 Hauptamtliche und etwa 800 Ehrenamtliche an 55 Stationen sind rund um die Uhr in Bereitschaft, um Menschen an den deutschen Küsten aus Seenot zu retten. Alarmiert und koordiniert werden die Einheiten von den Disponenten der Seenotleitung in Bremen (kurz MRCC: Maritime Rescue Coordination Centre). Besetzt ist sie mit erfahrenen Nautikern und Funkern.

Während die SK überwiegend mit hauptamtlichen Seenotrettern 24 Stunden besetzt sind, rücken mit den SRB Ehrenamtliche aus. Eine Besonderheit der SK sind die so genannten Tochterboote (TB) beziehungsweise Arbeitsboote, die am Heck in einer Wanne mitgeführt werden. Mit diesen TB können die Seenotretter Personen in Höhe der Wasserlinie an Bord nehmen. Anschließend fährt das TB zurück in die Heckwanne des Kreuzers.

46-Meter-Seenotrettungskreuzer

Technische Daten: 46 m lang, 10,66 m breit, 2,8 m Tiefgang, 404 t Verdrängung, maximale Geschwindigkeit: 25 Knoten (rund 46 km/h), drei Propeller mit 2.775 PS, 3.700 PS und 2.775 PS (gesamt 9.250 PS), zwei Bugstrahl-Anlagen mit jeweils 142 PS.

  1. “Hermann Marwede” (2003), Helgoland
Seenotretter
Die “Hermann Marwede” auf dem Weg von Cuxhaven zu ihrer Station auf Helgoland. Foto: Sven Buchenau (Bild: Sven Buchenau)

36,5-Meter-Seenotrettungskreuzer

Technische Daten: Länge: 36,45 Meter, Breite: 8,2 Meter, Tiefgang: 2,7 Meter, Verdrängung: 220 Tonnen, Geschwindigkeit: 25 Knoten (rund 46 km/h), drei Propeller mit 1.578 PS + 3.352 PS + 1.578 PS = 6.508 PS.

  1. “Harro Koebke” (2012), Sassnitz

28-Meter-Seenotrettungskreuzer

Technische Daten: 27,9 Meter lang, 6,2 Meter breit, 1,95 Meter tief, 120 Tonnen Verdrängung, Geschwindigkeit: 24 Knoten (rund 44,5 km/h), Leistung: zwei Propeller mit 1.958 PS = 3.916 PS).

  1. “Anneliese Kramer” (2017), Tochterboot “Mathias”, Cuxhaven
  2. “Berlin”(2016), Tochterboot “Steppke”, Laboe
  3. “Ernst Meier-Hedde” (2015), Tochterboot “Lotte”, Amrum
  4. “Felix Sand” (2021), Tochterboot “Saphir”, Grömitz
  5. “Hamburg” (2020), Tochterboot “St. Pauli”, Borkum
  6. “Nis Randers” (2021), Tochterboot “Uwe”, Darßer Ort
Die neue “Nis Randers” ersetzt die “Theo Fischer” (links) an der Station Darßer Ort. Foto: Olaf Preuschoff

27,5-Meter-Seenotrettungskreuzer

Technische Daten: Länge: 27,5 Meter, Breite: 6,53 Meter, Tiefgang: 2,1 Meter, Verdrängung: 103 Tonnen, Geschwindigkeit: 23 Knoten (rund 42,5 km/h), Leistung: drei Propeller mit 781 PS + 1.632 PS + 781 PS = 3.194 PS.

  1. “Arkona” (1992), Warnemünde
  2. “Bremen” (1993), Fehmarn/Großenbrode

23,3-Meter-Seenotrettungskreuzer

Technische Daten: Länge: 23,3 Meter, Breite: 5,5 Meter, Tiefgang: 2 Meter, Verdrängung: 66 Tonnen, Geschwindigkeit: 20 Knoten (rund 37 km/h), Leistung: zwei Propeller mit je 972 PS = 1.944 PS.

  1. “Vormann Jantzen” (1990), Tochterboot “Butscher”, Springer ohne feste Station

23,1-Meter-Seenotrettungskreuzer

Technische Daten: 23,1 Meter lang, 6 Meter breit, 1,6 Meter tief, Verdrängung: 80 Tonnen, Geschwindigkeit: 23 Knoten (rund 42.5 km/h), Leistung: zwei Propeller mit je 1.350 PS = 2.700 PS.

  1. “Bernhard Gruben” (1997), Tochterboot “Johann Fidi”, Hooksiel
  2. “Hans Hackmack” (1996), Tochterboot “Emmi”, Springer ohne feste Station
  3. “Hermann Rudolf Meyer” (1996), Tochterboot “Christian”, Bremerhaven
  4. “Theo Fischer” (1997), Tochterboot “Ströper”. Sie kommt ab September 2021 ohne feste Station immer dort zum Einsatz, wo andere Rettungseinheiten vertreten werden, zum Beispiel während einer Werftzeit.
Seenotretter
Die “Hermann Rudolf Meyer” von der Station Bremerhaven ist ein Vertreter der 23,1-Meter-Klasse. Foto: Sven Buchenau

22-Meter-Trainingsschiff

  1. “Carlo Schneider” (2021). Gebaut wurde das Spezialschiff auf der Schiffswerft Hermann Barthel GmbH in Elbe-Pearey (ST). Die SK lässt die DGzRS vor allem bei Fassmer in Berne (NI) an der Weser und die SRB auch bei Tamsen Maritim in Rostock (MV) bauen. Das Trainingsschiff ist ein Einzelstück, das die Experten der DGzRS für die Ausbildung ihrer Besatzungen entwickelt hatten. “Wir haben 1,5 Jahre daran gebaut und sind sehr stolz, diesen Auftrag abgeliefert zu haben”, sagte Werftchef Hermann Barthel. Finanziert wurde der Bau des Trainingsschiffes aus einer Erbschaft. 22 Meter lang und 6 Meter breit ist das rot-weiß lackierte Schiff. Die beiden Maschinen an Bord sind baugleich mit denen, die auf den modernen SK zum Einsatz kommen. Das ermöglicht an Bord des Trainingsschiffes auch die technische Aus- und Fortbildung der Seenotretter. “Carlo Schneider” wird von drei Besatzungsmitgliedern gefahren. Acht Auszubildende bzw. Freiwillige können an Bord untergebracht und an entsprechend ausgerüsteten technischen Navigationsplätzen geschult werden. Das Training aller Besatzungen findet gebündelt an der Seenotretter-Akademie in Neustadt/Holstein (SH) statt.
“Carlo Schneider” heißt das 22 Meter lange Trainingsschiff der DGzRS. Foto: Timo Jann

20-Meter-Seenotrettungskreuzer

Technische Daten: Länge: 19,9 Meter, Breite: 5,05 Meter, Tiefgang: 1,3 Meter, Verdrängung: 38 Tonnen, Geschwindigkeit: 22 Knoten (rund 41 km/h), Leistung: ein Propeller mit 1.630 PS.

  1. “Berthold Beitz” (2017), Arbeitsboot “Else”, Greifswalder Oie
  2. “Eiswette” (2009), Arbeitsboot “Novize”, Nordstrand
  3. “Eugen” (2009), Arbeitsboot “Hubertus”, Norderney
  4. “Fritz Knack” (2018), Arbeitsboot “Ingeborg”, Olpenitz
  5. “Pidder Lüng” (2013), Arbeitsboot “Michel”, List
  6. “Theodor Storm” (2011), Arbeitsboot “Nis Puk”, Büsum

9,5-/10,1-Meter-Seenotrettungsboote

Technische Daten: 9,41/10,1 Meter lang, 3,61 Meter breit, 0,96 Meter tief, Verdrängung: 7 Tonnen, Geschwindigkeit: 18 Knoten (rund 33 km/h), Leistung: ein Propeller mit 320 PS.

  1. “Casper Otten” (2001), Lauterbach
  2. “Eckernförde” (2004), Eckernförde
  3. “Emil Zimmermann” (2000), Fedderwardersiel
  4. “Elli Hoffmann-Röser” (2004), Baltrum
  5. “Erich Koschubs” (2020), Travemünde
  6. “Fritz Thieme” (2018), Wangerooge
  7. “Gerhard Elsner” (2019), Schilksee
  8. “Gillis Gullbransson” (1999), Brunsbüttel
  9. “Hans Dittmer” (2017), Juist
  10. “Hans Ingwersen” (2000), Springer ohne feste Station
  11. “Heiligenhafen”(2000), Heiligenhafen
  12. “Heinz Orth” (1999), Freest
  13. “Henrich Wuppesahl” (2015), Neustadt
  14. “Hertha Jeep” (1999), Stralsund
  15. “Horst Heiner Kneten” (2006), Hörnum
  16. “Konrad Otto” (2006), Kühlungsborn
  17. “Kurt Hoffmann” (2005), Glowe
  18. “Mervi” (2018), Trainingszentrum Neustadt
  19. “Nausikaa” (2006), Vitte/Hiddensee
  20. “Neuharlingersiel” (2000), Neuharlingersiel
  21. “Nimanoa” (2017), Damp
  22. “Otto Diersch” (2020), Norddeich
  23. “Paul Neisse” (2003), Eiderdamm
  24. “Peter Habig” (2019), Wilhelmshaven
  25. “Romy Frank” (2020), Puttgarden
  26. “Secretarius” (2017), Langeoog
  27. “Ursula Dettmann” (2018), Gelting
  28. “Walter Rose” (2003), Trainingszentrum Neustadt
  29. “Werner Kuntze” (1999), Langballigau
  30. “Wilma Sikorski” (1999), Springer ohne feste Station
  31. “Wolfgang Wiese” (2018), Timmendorf/Poel
  32. “Wolfgang Paul Orenz” (2019), Horumersiel
  33. “Woltera” (2002), Lippe/Weißenhaus

8,9-Meter-Seenotrettungsboote

Diese Vollkunststoffboote bestehen aus Polyethylen. Technische Daten: Länge: 8,9 Meter, Breite: 3,1 Meter, Tiefgang: 0,88 Meter, Verdrängung/Leergewicht: 3,2 Tonnen, Geschwindigkeit: 38 Knoten (zirka 70 km/h), Antrieb/Leistung: 2 x 200 PS

  1. “Hellmut Manthey” (2018), Maasholm
  2. “Manfred Hessdörfer” (2019), Breege
  3. “Eva Ahrens-Thies” (2020), Ueckermünde
  4. “Herwil Götsch” (2021), Schleswig

8,5-Meter-Seenotrettungsboote

Technische Daten: Länge: 8,52/8,28 Meter, Breite: 3,1 Meter, Tiefgang: 0,95/0,85 Meter, Verdrängung: 5,5/4,6 Tonnen, 18 Knoten (rund 33 km/h), Leistung: 220 PS.

  1. “Gerhard ten Doornkaat” (1992), Ueckermünde
  2. “Otto Behr” (1993), Zinnowitz
  3. “Stralsund” (1994), Prerow/Wieck

7-Meter-Seenotrettungsboote

Technische Daten: 7 Meter lang, 2,5 Meter breit, 0,5 Meter tief, Verdrängung: 3,5 Tonnen, Geschwindigkeit: 22 Knoten (rund 41 km/h), 295 PS (auf Hamilton-Jet).

  1. “Barsch” (1993), Wustrow
  2. “Hecht” (1993), Zinnowitz
  3. “Zander” (1993), Zingst
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