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Mängel: BAI-Fahrzeug nicht mehr einsatzbereit

Kahl am Main (BY) – Die Freiwillige Feuerwehr Kahl am Main (Kreis Aschaffenburg) hat ein erst zweieinhalb Jahre altes Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 20/16 außer Dienst gestellt. Nach Angaben der Feuerwehr sei die Einsatzbereitschaft “aufgrund einer Vielzahl an sicherheitstechnischen Mängeln” nicht mehr gewährleistet. Bei dem HLF handelt es sich um das erste von der Firma BAI Sonderfahrzeuge GmbH ausgelieferte Fahrzeug.

In einem Schreiben an den Bürgermeister hatte Kommandant Florian Ritter in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass das Fahrzeug “auf unbefristete Zeit” nicht mehr zur Verfügung stehe – weder für Einsätze, noch für normale Fahrten im Straßenverkehr. Das Fahrzeug war im Mai 2009 in Dienst gestellt worden. “Es war bis zum heutigen Tage, trotz zahlreicher Servicetermine durch den Lieferanten, zu keinem Zeitpunkt mängelfrei”, teilte die Feuerwehr mit. Derzeit laufe ein vom Landgericht Aschaffenburg eingeleitetes Beweissicherungsverfahren. Die Feuerwehr hat die Gemeindeverwaltung aufgefordert, Maßnahmen zur Kompensation des Fahrzeugausfalls einzuleiten.

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Das Fahrzeug hatte schon vor der Auslieferung für etlichen Ärger gesorgt (siehe auch ausführlicher Artikel in Feuerwehr-Magazin 9/2009). Im März 2007 hatte die Stadt Kahl die Lieferung des neuen Einsatzfahrzeuges in vier Losen vergeben. Den feuerwehrtechnischen Aufbau sollte BAI Sonderfahrzeuge GmbH liefern – die Firma hatte das deutlich günstigste Gebot abgegeben. BAI Sonderfahrzeuge, ein Ableger der italienischen Firma BAI, befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Aufbau, die Fertigung sollte am neuen Standort Limburg an der Lahn (HE) erfolgen. Doch es kam immer wieder zu Verzögerungen, die Arbeiten und Baubesprechungen fanden größtenteils im italienischen Brescia statt.

Schon bei der Endabnahme stellte die Wehr diverse Mängel fest, eine eingehende Prüfung ergab später noch mehr Probleme. Dazu zählten ein Haariss im Löschwassertank, Steuerungsprobleme der Beleuchtungstechnik und der Pumpenbedienelektronik sowie lockere Gerätehalterungen. Das Fahrzeug musste schon kurz nach der Auslieferung zur Nachbesserung wieder nach Limburg.

Der Geschäftsführer des Herstellers, der Firma BAI Sonderfahrzeuge GmbH, Flavio Gandolfi nahm zum dem Thema wie folgt Stellung: “Es ist zutreffend, dass es seit der Auslieferung des Prototyps der Feuerwehr Kahl am Main zu diversen Mängel-Feststellungen des Auftraggebers kam. Die gemeldeten Mängel wurden durch Techniker unseres Unternehmens zeitnah und absprachegemäß durchgeführt. Von Seiten des Auftraggebers wurde die Abstellung der entsprechenden Mängel anschließend bestätigt. In Folge einer Diskussion um einen angeblich vorliegenden weiteren Mangel ist es zu unterschiedlichen Auffassungen gekommen. Daher hat die Firma BAI die Einleitung eines gerichtlichen Beweissicherungsverfahrens begrüßt. Wir sind der Auffassung, dass diese  Angelegenheit nun gutachterlich geprüft werden sollten. Sollte in diesem Zusammenhang eine Nachbesserungspflicht seitens der Firma BAI bestehen, werden wir dieser selbstverständlich innerhalb eines üblichen Zeitrahmens nachkommen. Die BAI Sonderfahrzeuge GmbH stellt fest, dass sie auch künftig in der Lage sein wird, den vertraglichen Bestimmungen nachzukommen.”

Am 30. September 2010 hatte BAI Deutschland seine Produktion in Limburg eingestellt – es mangelte an Neuaufträgen. Wirklich gebaut wurden in Deutschland bis dahin keine Feuerwehrfahrzeuge. In Limburg fand lediglich die Endfertigung und Bestückung der Fahrzeuge für den deutschen Markt statt. Auf der Interschutz in Leipzig war BAI noch vertreten. Von der deutschen Niederlassung wurden unter anderem Fahrzeuge für die FF Murr und die FF Hasenkrug gezeigt. Insgesamt lieferte BAI 35 Feuerwehrfahrzeuge nach Deutschland.

Im Januar 2011 war BAI Deutschland nochmals in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Damals hatte die Firma wieder Mitarbeiter gesucht, um ein Service- und Vertriebsbüro in Heidenheim (BW) zu eröffnen. Peter-Michael Gold, Mitglied der Geschäftsleitung hatte die Pläne allerdings relativiert. Gegenüber feuerwehrmagazin.de sagte Gold damals: “Es handelt sich hierbei um Pläne, deren definitive Umsetzung noch bearbeitet und konkretisiert werden muss.

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