Privater Kommandowagen sorgt für Wirbel

Aventoft (SH) – Ärger im Kreis Nordfriesland um ein kleines Feuerwehrfahrzeug: der Ortswehrführer der freiwilligen Feuerwehr Aventoft (zugleich Gemeindewehrführer von Aventoft/Rosenkranz sowie stellvertretender Amtswehrführer) setzt seit einigen Wochen einen Smart als “Dienstfahrzeug” ein. Wie das Portal shz.de berichtet, ist das Fahrzeug nicht nur überwiegend rot lackiert und mit einem Feuerwehr-Schriftzug versehen, sondern auch mit einem Blaulichtbalken ausgestattet. Das wäre kaum ungewöhnlich – wäre der Kleinwagen nicht als Privatfahrzeug zugelassen worden. Das rief die Kfz-Zulassungsstelle auf den Plan.

Artikel: “Kleiner Flitzer, große Aufregung” (shz.de, 27. Februar 2013)

30 Kommentare zu “Privater Kommandowagen sorgt für Wirbel”
  1. Was für ein blödes Palaver … wenn wir keine Probleme haben machen wir uns welche anstatt sich darüber zu freuen, dass jemand gleich mehrere Funktionen besetzt und dann, meiner Meinung nach, berechtigter Weise ein wenig Erleichterung durch ein Dienstfahrzeug wünscht und dieses auch noch privat finanziert und der Feuerwehr gespendet hat.
    Meine Güte Deutschland!

  2. Wir reden hier von einer Gemeinde mit knapp 500 Einwohnern? Da hat ein Blaulichtbalken auf dem Dach Privatfahrzeugs des Wehrführers absolut NICHTS zu suchen. Die Zahl der Blaulichtfahrzeuge wird ja nicht zum Spaß so stark begrenzt. (…aber wahrscheinlich steh ich mit meiner unpolemischen und wenig Stammtischtauglichen Meinung hier wieder recht einsam da)

  3. Der Kamerad ist doch ein Gemeindebrandmeister oder? Von daher kann ich das schon nachvollziehen, dass der nen Blaulichtbalken benutzt. Wenn es natürlich nur ein normaler Ortsbrandmeister ist, kann ich den Wirbel verstehen. Aber so. Oder habe ich was in dem Artikel falsch verstanden?

  4. Ich denke das ist abhängig von der Notwendigkeit.
    Wenn … es notwendig ist so ein Fahrzeug zu beschaffen, es aber von der Gemeinde aus finanziell nicht möglich ist, sollte man eine gemeinsame Lösung finden. Der gute Mann will die Feuerwehr “nur” unterstützen. Das sollte die Stadt mal etwas genauer betrachten und sich darüber freuen. Eine gemeinsame Lösung (z.B. Nachtrag) wäre dann auch sinnvoll.

    Sollte des aber nur der privaten Spielerei diehen und absolut überflüssig sein ist es besser das gemeinsam genau zu überdenken und dem Kollegen vielleicht für die notwendige Zeit ein Fahrzeug der Stadt zuteilen.

    Gruß Dom

  5. Sollte dieses Fahrzeug wirklich von großem Nutzen sein, so hätte man die Sache von Anfang an richtig angehen müssen. Und was passiert im Schadensfall? Weiß die KFZ-Versicherung, dass das Fahrzeug für solche Zwecke genutzt wird. Aber mal generell: Wenn jeder der denkt, er würde ein solches Fahrzeug brauchen und bereit ist, das Geld für sowas auszugeben. Wo kämen wir dann hin. Bestes Beispiel: Gelbe Rundumleuchten in der Landwirtschaft. Ich bin selber Nebenerwerbs-Landwirt. Bei uns wird die Rundumleuchte nur zum Einsatz bei Überbreiten. Viele Autofahrer reagieren kaum noch auf solche Warnleuchten, da viele die Lampen so cool finden, das sie diese bei jeder Gelegenheit anschalten.

  6. Wenn innerhalb einer 500 Seelen Gemeinde keine anderen Sorgen dominieren.
    Womit ist die Feuerwehr ausgestattet?
    Wie viele Mitglieder hat sie?
    Tipp auf 15, ein TSF?

  7. Matthias

    In Sachsen- Anhalt gibt es eine klare Regelung dafür.

    Akustische Warneinrichtungen (Einsatzhorn) und Kennleuchten für blaues Blinklicht an Privatfahrzeugen von Führungskräften der Feuerwehren
    Gem. RdErl. des. MI und MLV vom 21.05.2007 – 21 – 30057/121 (MBl. LSA S. 519) geändert durch gem. RdErl. des MI und MLV vom 13.06.2012 (MBl. LSA S. 442)

    download unter
    http://www.inneres.sachsen-anhalt.de/bks-heyrothsberge/bks_neu/index.php?seite=download/download_gesetze.php&url=4&pfad=bs_erlasse&level=Download&sublevel=Rechtsvorschriften&subsublevel=Erlasse zum Brandschutz

  8. Hier von Öffentlichkeitswerbung zu sprechen ist wohl der Hohn schlechthin. Die Feuerwehr lässt sich im Internet nicht einmal über eine Homepage finden.
    Wer im Straßenverkehr eine RKL haben darf, ist GLÜCKLICHERWEISE in der StVZO geregelt. Und zwar eindeutig.
    Hier dient das Ganze augenscheinlich ausschließlich der Selbstdarstellung des Betroffenen.
    Der Gag mit der Uumschreibung auf die Gemeinde klingt nicht nachvollziehbar:
    – Hat das Fahrzeug Funk?
    – Entspricht es der Norm eines KDOW?
    – Zahlt die Gemeinde die Kraftstoff-, Service- und Reparaturkosten?
    – Weiß die Versicherung um die Details des Fahrzeuges?

  9. Sueder80

    Stellvertretender Amtswehrführer und Gemeindewehrführer. Das Amt Südtondern hat laut Wikipedia 38.981 Einwohner und besteht aus 30 Gemeinden und hat 36 Ortswehren.
    Alleine Aventoft/Rosenkranz als Gemeindeverbund hat 14 Ortswehren.
    Da macht ein kostenlos zur Verfügung gestellter Kommandowagen doch irgendwie Sinn.

    Das erinert mich an eine Folge aus der Sendung “Wie Bitte?!”:

    Dem Wehrführer einer kleinen TSA-Feuerwehr wurde zum 50. Geburtstag wohl ein altes fahrtüchtiges Feuerwehrauto geschenkt. Theoretisch hatte man damit ja ständig ein Fahrzeug um den TSA ziehen zu können, Allerdings untersagte der Bürgermeister der Whr dies und sie sollte in Zukunft weiterhin auf einen Trecker warten der von irgendeinem Bauern zur Verfügung gestellt wird.

    Begründung des Bürgermeisters:
    Die anderen Nachbarfeuerwehren könnten neidisch auf das Auto sein und selbst eins wollen.

    Ich kann mich an eine Fahrzeugvorstellung im Feuerwehrm-Magazin erinnern, das irgendwo ein Katastrophenschutzfahrzeug was einer Feuerwehr zugeteilt wurde absichtlich Orange lackiert worden ist damit andere benachbarte Feuerwehren keine “Begehrlichkeiten” entwickeln.

  10. Eikobald

    @Henning Schur
    Was heisst denn “nur ein normaler Ortsbrandmeister”? Ich kann zwar nur für Niedersachsen sprechen, aber hier hat die Einsatzleitung der Ortsbrandmeister. Der Gemeindebrandmeister kann diese übernehmen, hat Sie aber nicht automatisch, wenn er an der Einsatzstelle eintrifft. Von daher würde ich die OrtsBM nicht so herabsetzen. Ich behaupte mal, was den eigentlichen Einsatz angeht, haben die OrtsBM in der Regel mehr Aufgaben und Verantwortung als die GBM. Größere Schadenslagen ausgenommen.

    Aber wo ist das Problem mit dem Blaulichtbalken? Auto abmelden, als neuer Eigentümer die Gemeinde = wieder anmelden, fertig…

  11. Liebe Leute,

    Ihr solltet den Beitrag einmal richtig und zwischen den Zeilen lesen.

    Der Kamerad hat, wenn ich das richtig gelesen habe, drei Ämter inne.

    1. Ortswehrführer = Löschzugführer

    2. Gemeindewehrführer = IvD = kommt einem Inspektor vom Dienst der BF gleich

    &

    3. stellvertretender Amtswehrführer = kommt einem stellvertretender Leiter einer BF gleich

    Also erst LESEN und dann einen Komentar schreiben.

  12. Es geht hier jawohl eher darum WIE der Kamerad zu seinem “Dienstfahzeug” gekommen ist!

    Auch ohne genau zu wissen welche Aufgaben er als stellvertretender Amtswehrführer im Amt Südtondern (ca. 38.000 Ew.) wahrzunehmen hat: Wenn dafür ein “Dienstfahrzeug” angebracht seien sollte, redet man darüber doch wohl VORHER.

    Gleiches gilt falls das Fahrzeug für die Feuerwehr seiner Gemeinde benötigt werden sollte, was man jedoch – bei offenbar knapp 500 Ew.- zumindest in Frage stellen sollte.

  13. Wie gut, das uns das alle nicht betrifft!
    Man kann davon halten, was man will, doch andere haben darüber zu richten.

    Ich bin der festen Überzeugung, das die jungen Kameraden es noch erleben werden, das sie mit Blaulichtaufsetzer das Gerätehaus anfahren werden, da sie ansonsten nicht mehr durch den Verkehr kommen werden. Es werden weniger freiwillige und diese haben auch immer länger werdende Anfahrtswege.

    Entweder es kommen Hauptamtliche zum Einsatz oder man ermöglicht es den Freiwilligen sicherer und zügiger zum Einsatz zu gelangen. Natürlich nicht Heute und auch nicht Morgen!

  14. Matthias

    In unserer Ortswehr (Schwerpunktfeuerwehr, > 130 Einsätze im Jahr) hatte der Ortsbrandmeister und der Bürgermeister auch die Zulasseung des privaten PKW des Ortsbrandmeisters als Kdo.-Wagen bei der Zulassungsstelle beantragt. Es lief alles glatt – bis der Kreisbrandmeister bei der Zulassungsstelle interveniert hat. Der KBM (Feuerwehr mit Grundausstattung, keine 15 Einsätze im Jahr aber auf jeder Feier dabei) hat gegenüber dem Bürgermeister deutlich auf sein KBM-Privileg hingewiesen. Blaulicht darf nur er haben…

  15. Carsten: Wo ist es denn bitte mit Blaulicht zügiger und sicherer? Wenn dann plötzlich aus allen Richtungen 20 Blaulichter durch die Gemeinde rasen, dann bin ich mal gespannt wie lange das gut geht…

    Das Problem ist heute nicht, dass die Leute zu langsam im Verkehr voran kommen. Es ist das Problem, dass zu wenig Personal vorhanden ist und wenige am Ort arbeiten. Wenn jemand 20km entfernt arbeitet, dann bringt es ihm auch nichts wenn er mit dem Magnetblaulicht durch die Gegend eiert.

    Probleme mit der Tagesalarmsicherheit sind nicht mit Blaulicht für jeden zu lösen!

  16. stefan_67

    Lesen und verstehen, sich bei Notwendigkeit informieren und erst dann schreiben, hilft ungemein.

    Die Gemeinde Aventoft, Rosenkranz ist ein Gemeindeteil, hat Stand Ende 2011 laut Wikipedia 456 Einwohner und nicht einmal 15 Quadratkilometer. Braucht da ein Gemeindewehrführer einen PKW mit Blaulicht?

    Jeder Feuerwehrmann lernt schon in der „Grundausbildung“ (z. B. im Truppmannlehrgang), dass Blaulichter an privaten Kfz verboten sind. Es gibt Ausnahmen, wie der Kamerad aus Sachsen-Anhalt belegt, aber die sind mit hohe Hürden verbunden und einzuhaltende Weg sind eindeutig vorgeben.

    Der Ortswehrführer von Aventoft hat im Vorfeld alles missachtet, was notwendig gewesen wäre, um Probleme oder Ärger zu vermeiden. Dieses ist entweder blauäugig, naiv oder fahrlässig. Das spricht nicht für ihn … und der Kreisbrandmeister des Kreises Nordfriesland scheint dieses genauso zu sehen.

    @Sueder80, die Gemeinde hat nicht einmal 15 km2 und dann 14 Ortswehren? Wo hast du das gelesen? Da ein Amt nur ein Teil eines Kreises ist und stellvertretende Kreisbrandmeister schon in der Regel kein Fahrzeug mit Blaulicht haben, braucht dieses ein stellvertretender Amtswehrführer sicherlich auch nicht. Außerdem löschen Führungskräfte kein Feuer …

    @J.B. die Unterschiede zwischen einer Gemeinde, einem Amt, einem Kreis und einer kreisfreien Stadt sind dir anscheinend auch nicht so ganz bekannt. Vergleiche zwischen Gemeinden und einer Berufsfeuerwehr sind nur bedingt hilfreich. Ein Kreis wäre da passender. Ein Ortswehrführer ist erst einmal nur ein Löschgruppenführer. Ob er auch Löschzugführer hängt u. a. von seiner Qualifikation und auch von der Ausstattung seines Standortes mit Mannschaft und Gerät. Da ein Amt nur ein Teil eines Kreises ist, ist ein stellvertretender Amtswehrführer mit großer Wahrscheinlichkeit nicht einmal stellvertretender Kreisbrandmeister. Der Vergleich mit dem stellvertretenden BF-Leiter ist also völlig unpassend.

    @Carsten, wenn jeder mit einem Blaulichtaufsetzer zum Gerätehaus fahren würde, dann wäre die Signalwirkung von blauem Rundumlicht und Sondersignal bei Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr usw. bald bei null. Niemand würde mehr Platz machen, weil es eine „Normalität“ bekommen würde. Dieses kann nicht gewollt sein.

  17. @stefan_67
    Hab vergessen den Link zu meiner Quelle anzugeben:

    http://www.kfv-nf.de/?page_id=105

    Ich muss zugeben das die Aufteilung dort etwas widersprüchlich ist. An oberster Stelle nach dem fettgedruckten steht ohne Zählung “Aventoft/Rosenkranz GF”.
    da bin ich davon ausgegangen das alle darunterliegenden Ortswehren bis zur nächsten Unterbrechung mit GF zu Aventoft/Rosenkranz gezählt werden.

    Wenn die gemeinde 2 Ortswehren aufweist gebe ich gerne meinen Fehler zu. Allerdings ist das Amt Südtondern immer noch was die Einwohnerzahl und Fläche angeht das größte Amt im Kreis Nordfriesland.

    Das der weg der Anschaffung bzw. in Dienst Stellung des Fahrzeuges vielleicht nicht so in Ordnung war würde ich auch sagen.
    Ob jetzt wirklich der Smart als Kdow benötigt wird sei auch dahingestellt.

    Aber wenn die Gemeinde für ihre Feuerwehr ein neues Fahrzeug beschafft darf der Kreisbrandmeister darüber sein Veto einlegen?

    Was die Qualifikation angeht ist Ingwersen stand Anfang 2012 Oberbrandmeister. In Schleswig-Holstein entspricht das einem Zugführer.

    Quelle:
    http://www.shz.de/nachrichten/lokales/nordfriesland-tageblatt/artikeldetails/artikel/wechsel-in-der-amtsfeuerwehr.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstgrade_der_Feuerwehr_in_Schleswig-Holstein

  18. Carsten

    Irgendwas muss aber in geraumer Zukunft passieren, damit die immer weniger werdenden Freiwilligen durch den immer dichter werdenden Verkehr kommen.
    Ich stimme ja sogar zu, das es im Prinzip nicht gut ist und verwirrt. Irgendwann werden aber so wenig Freiwillige bereit sein sich zu engagieren und davon werden auch noch welche im dichten Verkehr stecken bleiben. Und dann? Rücken 5 Wehren mit je 2 Leuten aus um Eine Gruppe voll zu bekommen?

    Natürlich sind wir noch weit entfernt davon, doch man macht sich Gedanken, BEVOR es soweit ist und das sind einfach MEINE Gedanken an die Zukunft.

    In 20 Jahren dürft ihr mich gerne eines Besseren belehren.

  19. Sueder80

    @Carsten in manchen Regionen ist es bereits der Fall das um überhaupt auf eine Gruppe zu kommen mehrere Wehren alarmiert werden müssen.

    Allerdings muss man dazu sagen das dichter Verkehr in diesen Regionen eher selten ist.

  20. Die Gemeinde Aventoft hat ein Tlf und einen MTW. War erst in August im Rahmen eines ZELTLAGER dort. Der smart ist völlig berechtigt da es sehr weite Wege gibt. Die feuerwehr fährt auch zwei Flugplätze der Gemeinde an einer davon in DÄNEMARK.

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: