Kleine Technik-Geschichte

Warum ist das Blaulicht blau?

Wie lange gibt es eigentlich schon Blaulicht als Sondersignal? Warum nutzen BOS in Deutschland für ihre Einsatzfahrzeuge ausgerechnet blaues Licht – und nicht rotes oder gelbes? Und wann kamen die ersten Rundumkennleuchten, Dachbalken und Frontblitzer auf den Markt? Wir bringen eine kleine Geschichte des Blaulichts.

Blaulicht als Sondersignal gibt es in Deutschland schon seit den 1930er Jahren. Blau übrigens deshalb, weil diese Farbe für feindliche Bomber-Piloten nicht so gut zu erkennen sein sollte. Zunächst verwendeten die Konstrukteure nach vorn gerichtete Scheinwerfer mit blauen Scheiben.

Im Feuerwehrmuseum Norderstedt zu bewundern: LF 8 der FF Heiligenhafen (SH) auf Opel-Fahrgestell, Baujahr 1939, mit einer frühen Form von Blaulichtern. Foto: M. Rüffer
Im Feuerwehrmuseum Norderstedt zu bewundern: LF 8 der FF Heiligenhafen (SH) auf Opel-Fahrgestell, Baujahr 1939, mit einer frühen Form von Blaulichtern. Foto: M. Rüffer

Die erste Rundumkennleuchte brachte die Firma Auer um 1955 auf den Markt. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung im Nachkriegsdeutschland hatte der Straßenverkehr zugenommen und die Sichtbarkeit der Einsatzfahrzeuge musste verbessert werden. Daher gab die legendäre Auer-Leuchte ein rundum sichtbares, flackerndes Blinken von sich. Ermöglicht wurde diese 360-Grad-Abstrahlung durch ein Linsensystem. Später entwickelten andere Hersteller das Drehspiegel-Prinzip: Unter einer blauen Lichthaube dreht sich um eine feststehende Glühbirne ein Hohlspiegel.

Erstes Blaulicht mit 360-Grad-Abstrahlung in Deutschland: Auer-Leuchte aus den 1950er Jahren. Foto: M. Rüffer
Erstes Blaulicht mit 360-Grad-Abstrahlung in Deutschland: Auer-Leuchte aus den 1950er Jahren. Foto: M. Rüffer

Bereits in den 1970er Jahren kamen in den USA die ersten Dachbalkensysteme auf den Markt. In Deutschland stellte Hella im Jahr 1984 als eine der ersten Firmen einen Blaulichtbalken in Modulbauweise vor: die RTK 4-SL (Rundum-Ton-Kombination mit Stadt-Land-Schaltung des akustischen Signals). Sie ging 1986 in Serienproduktion.

Einer der ersten Blaulichtbalken in Modulbauweise: Hella RTK 4-SL. Foto: Hella
Einer der ersten Blaulichtbalken in Modulbauweise: Hella RTK 4-SL. Foto: Hella

Seit den 1990er Jahren rüsteten die Hersteller ihre Kennleuchten zunehmend mit Doppel-Blitz-Technik (Stroposkop-Technik) aus. Die dafür verwendeten Xenon-Lampen bieten im Vergleich zu konventionellen Leuchtmitteln bessere Lichtwerte, einen geringen Energieverbrauch und eine längere Lebensdauer. Als gerichtete Blitzleuchten fanden sie massenhaft in Form von Frontblitzern im Kühlergrill Verwendung. Diese waren erstmals im Laufe der 1980er Jahre auf den Markt gekommen.

Gehörten zu den ersten Frontblitzern auf dem Markt: Typ 45 von Hänsch (1986). Foto: Hänsch
Gehörten zu den ersten Frontblitzern auf dem Markt: Typ 45 von Hänsch (1986). Foto: Hänsch

In den letzten 10 Jahren hat sich im Blaulichtbereich die LED-Technik (light-emitting diode, deutsch: lichtemittierende Diode) immer mehr durchgesetzt. Sie ermöglicht eine noch bessere Energiebilanz, eine höhere Langlebigkeit und kleinere Baugrößen der Kennleuchten. Die LEDs wurden von Jahr zu Jahr leistungsfähiger. Durch den Ausbau von Fertigungskapazitäten wurde das Angebot immer größer, die Preise fielen dementsprechend.

Blaulichtbalken mit LEDs als Hauptlicht und als Arbeitslicht (Alley Light). Foto: M. Rüffer
Blaulichtbalken mit LEDs als Haupt- und Arbeitslicht (Alley Light). Foto: M. Rüffer (Bild: michaelrueffer.de)

So sind Einsatzfahrzeuge mittlerweile Stand der Technik, bei denen nicht nur die Blaulichter, sondern auch die Warn- und Arbeitslichter sowie die Umfeld- und Geräteräumbeleuchtung LEDs enthalten.

Rundum-LED-Ausstattung: HLF 20 mit Varus-Aufbau von Schlingmann. Foto: Schlingmann
Rundum-LED-Ausstattung: HLF 20 mit Varus-Aufbau von Schlingmann. Foto: Schlingmann

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