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Traditionshersteller aus Baden-Württemberg mit bewegter Geschichte

Ziegler: Die 10 wichtigsten Fakten

Giengen (BW) – Im Jahr 1891 gründete Albert Ziegler in Giengen an der Brenz eine Schlauchfabrik. Seit 1953 produziert das Unternehmen auch Feuerwehrfahrzeuge. Wir nennen 10 Dinge, die jeder über einen der bekanntesten Aufbau-Hersteller der Branche wissen sollte.

Luftaufnahme des Ziegler-Stammwerkes in Giengen an der Brenz. An diesem Standort ist die Firma seit 1922/23 zuhause. Foto: Ziegler

1.) Einmal Giengen, immer Giengen 

Zu Beginn des Jahres 1891 gründet der Stuttgarter Kaufmann Albert Ziegler (geboren 1862) in Giengen an der Brenz (BW) eine Firma, um Schläuche zu produzieren. Zum Personal zählen zwei kaufmännische Angestellte sowie acht Mitarbeiter in der Produktion. Ihnen stehen fünf Flachwebstühle – Webstühle mit waagerecht gespannter Kette – zur Verfügung. Das Lieferprogramm umfasst auch Feuerwehrzubehör sowie in der Folge Schlauchpflegemaschinen und -trockenanlagen.

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1922/23 wird der Betrieb an den Stadtrand von Giengen verlegt. Dort produziert Ziegler bis heute. Feuerwehrschläuche gehören übrigens immer noch zum Produktportfolio. Über 60 Millionen Meter Schlauch hat Ziegler seit 1891 hergestellt.

Der Stuttgarter Kaufmann Albert Ziegler gründete 1891 die Schlauchfabrik, aus der die Albert Ziegler GmbH hervorging. Foto: Hegemann

2.) Lange Zeit in Familienbesitz

 1910 stirbt Firmengründer Albert Ziegler im Alter von 48 Jahren. Seine Ehefrau Hermine Ziegler führt das Geschäft 8 Jahre weiter. Eine weibliche Chefin war in Kaisers Zeiten eine echte Ausnahme. 1918 übernimmt dann Sohn Kurt die Leitung der Firma. Er übergibt die Leitung 35 Jahre später an seinen Sohn Günther. Von 1953 bis 1998 steht der Diplom-Ingenieur an der Spitze des Unternehmens. Nach Günther Zieglers Tod im Jahr 1998 wird Uwe Henn neuer Geschäftsführer. Kornelia Ziegler -Schildknecht, die Urenkelin des Firmengründers, wird Mitglied der Geschäftsleitung. Ende 2000 übernimmt Dr. Rolf Schildknecht, der Mann von Kornelia, die Leitung des Unternehmens. 2008 wird auch Kornelias Bruder Achim in die Geschäftsleitung berufen.

3.) Kartellverfahren und seine Folgen

2011 ermittelt das Bundeskartellamt gegen die Aufbauhersteller Schlingmann, Magirus, Rosenbauer und Ziegler. Gegen Ziegler verhängt das Bundeskartellamt ein Bußgeld in Höhe von 8 Millionen Euro. Der Vorwurf: illegale Preisabsprachen. In der Folgezeit geben in einem Prozess der Selbstreinigung Geschäftsführer Dr. Schildknecht und der Vertriebsleiter Inland ihre Posten auf. Marc-René Faerber wird in die Geschäftsleitung berufen und unter anderem mit dem Bereich Compliance (deutsch: Regeltreue) beauftragt.

Trotz voller Auslastung der Produktion gerät das Unternehmen durch die Kartellbuße in Liquiditätsschwierigkeiten. Schließlich muss Ziegler Insolvenz anmelden. Der Rechtsanwalt Dr. Bruno M. Kübler wird zum Insolvenzverwalter bestellt. In dieser Funktion ist er bis 2013 tätig. Kurz nach der Insolvenz-Anmeldung beenden der geschäftsführende Gesellschafter Achim Ziegler und Faerber ihre Tätigkeit in der Firmenleitung. Zieglers Nachfolger wird Prof. Dr.-Ing. Albert Jugel.

2013 erwirbt der chinesische Nutzfahrzeug- und Logistikkonzern China International Marine Containers (CIMC) mit Sitz in Shenzen die Albert Ziegler GmbH & Co. KG mit allen zwölf deutschen und internationalen Tochterunternehmen. Kaufpreis: rund 55 Millionen Euro. Von nun an firmiert das Unternehmen unter dem Namen Albert Ziegler GmbH.

Seit 1953 fertigt Ziegler Feuerwehrfahrzeuge. Das Bild zeigt die Nummer 1: ein Kleinlöschfahrzeug (KLF) 6 auf Opel Blitz. Der ehemalige Vorführer lief von 1955 bis 1977 bei der FF Adelberg. Inzwischen befindet sich das Fahrzeug wieder im Besitz der Firma. Foto: Hegemann

4.) Das erste Feuerwehrfahrzeug

Seit 1953 baut Ziegler auch Feuerwehrfahrzeuge. Als erstes Exemplar dieses neuen Produktionszweigs gilt ein Kleinlöschfahrzeug (KLF) 6 Ausführung Baden-Württemberg auf einem 1,75-Tonnen-Fahrgestell Opel Blitz. Zu den ersten Typen zählen außerdem Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF) und Löschgruppenfahrzeuge (LF) 8-TS beziehungsweise LF 8-TSA. Der Opel Blitz befindet sich inzwischen wieder im Firmenbesitz. Außer Hubrettungsfahrzeugen fertigt Ziegler inzwischen im Prinzip alle Fahrzeugtypen. Ab 1970 bietet Ziegler allerdings auch Gelenkbühnen des finnischen Herstellers Nummela an. Die Verkaufszahlen bleiben allerdings übersichtlich. Ende der 1980er Jahre vertreibt Ziegler auch Drehleitern des französischen Herstellers Camiva an deutsche Feuerwehren. Rund 50 Fahrzeuge werden ausgeliefert.

Im Jahr 2018 konnte die Ziegler GmbH mehr als 700 Fahrzeugprojekte abwickeln. Das sind nach Firmenangaben rund 10 Prozent mehr als 2017.

Am Rande des Haupteinganges befindet sich das Ziegler-Museum, Historische Sammlung genannt. Foto: Hegemann

5.) Historische Sammlung

Das KLF auf Opel Blitz bildet den Mittelpunkt der historischen Sammlung auf dem Firmengelände auf dem Gelände des Stammwerkes an der Memminger Straße. In dem separaten gebäude werden Exponate aus allen Unternehmensphasen gezeigt.  

6.) Flughafenlöschfahrzeuge der Z-Baureihe

Auf der Interschutz 1988 in Hannover können Besucher auf dem Ziegler-Stand das erste Flughafenlöschfahrzeug Z1 (FLF 60/92-16) bestaunen. Es basiert auf einem Faun LF 26.30 6×6 mit zwei Motoren mit je 265 kW (360 PS). Mitgeführt werden 9.200 Liter Wasser und 1.600 Liter Schaummittel. Als Pumpe dient eine FP 60/10-2 (6.000 l/min). Es wird später am Flughafen in Nürnberg in Dienst gestellt.

Zum 100. Firmenjubiläum von Ziegler im Jahr 1991 wird das neue vierachsige Flugfeldlöschfahrzeug Z8 (FLF 60/120-15) vorgestellt. Das erste Exemplar geht 1992 ebenfalls an den Flughafen Nürnberg. Ihm folgt 1993 ein weiterer Z8. Heute ist Ziegler bei den Flughafenlöschfahrzeugen Z4, Z6 und Z8 in Deutschland die Nummer 1. Auch die Bundeswehr beschaffte für ihre Flugplätze Fahrzeuge der Z-Baureihe.

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7.) Produktionsstandorte weltweit

In Deutschland produziert Ziegler an drei Standorten: in Giengen an der Brenz, in Mühlau und in Rendsburg. In Rendsburg werden vornehmlich kleinere Norm- und Sonderfahrzeuge (wie Gerätewagen oder TSF-Logistik) gebaut. Am Standort in Mühlau werden ebenfalls Sonder-/ Normfahrzeuge (MLF, GW, etc.) sowie Abrollbehälter und Rollcontainer produziert. 

Außerdem gehören Ziegler sechs internationale Standorte: in Zagreb und Kutina (Kroatien), in Winschoten und Leeuwarden (Niederlanden), in Jakarta (ndonesien) und Corte Franca in Italien.

8.) Beschäftigtenzahl steigt

Weltweit beschäftigt die Ziegler-Gruppe aktuell zirka 1.300 Mitarbeiter. So viele, wie nie zuvor. Am Stammsitz in Giengen sind es 680 Kolleginnen und Kollegen. Die Tochtergesellschaft in Mühlau hat eine Personalstärke von zirka 150 Personen, die Tochtergesellschaft in Rendsburg zirka 80 Personen. Zum Zeitpunkt der Übernahme durch den chinesischen Investor waren es bei Ziegler 900 Beschäftigte gewesen. Damals war befürchtet worden, die Produktion könne schrittweise nach China verlegt werden. Diese Befürchtungen haben sich nicht bestätigt.   

Diese sechs Tanklöschfahrtzeuge gehören zu einem Großauftrag über 38 Fahrzeuge der Feuerwehr Istanbul. Der Exportanteil bei Ziegler beträgt inzwischen über 50 Prozent. Foto: Ziegler

9.) Exportanteil und Umsatzzahl

Seit der Übernahme durch den chinesischen Mischkonzern CMIC (über 64.000 Beschäftigte weltweit, 200 Niederlassungen in über 20 Ländern) konnte Ziegler seinen Exportanteil stark ausbauen. “Der neue Eigner erschließt uns ganz neue Märkte”, heißt es aus Der Führungsriege. Über 50 Prozent der Produktion wird inzwischen exportiert. Der Umsatz der Ziegler Gruppe lag 2018 bei über 200 Millionen Euro.   

Eine der jüngsten Entwicklungen: Zum 125-jährigen Bestehen überraschte Ziegler die Fachwelt mit dem Beleuchtungskonzept Z-Vision. Besonderheit: die blauen LED-Elemente über den Geräteräumen. Foto: Hegemann

10.) Die Meilensteine der Entwicklungsgeschichte

1925 präsentierte Ziegler die erste Tragkraftspritze. 1930 lieferte die Firma die erste elektrische Schlauchwaschmaschine an die BF Leipzig. Seit 1932 bauen die Giengener eigene Pumpen. Im Jahr 1952 bietet Ziegler erstmals eine Tragkraftspritze (TS) 8/8 (800 l/min bei 8 bar) mit luftgekühltem VW-Motor an. Diese Konstruktion entwickelt sich zum Verkaufsschlager. 1967 bringt das Unternehmen mit dem Trokomat eine automatische Entlüftungseinrichtung für Feuerlöschpumpen auf den Markt. Sie wird rein hydraulisch durch Förderwasser gesteuert. Noch heute bietet Ziegler eine weiterentwickelte Version der patentierten Entlüftungs-Technologie unter dem Namen Trokomat Plus an. Seit 1970 ergänzen Hochdruckpumpen die Produktpalette der Ziegler-Feuerlöschkreiselpumpen.

Zur Interschutz im Jahr 1972 in Frankfurt am Main stellt Ziegler erstmalig den neuen AZ-Geräteraumverschluss – bestehend aus Lamellenverschlüssen aus eloxierten Leichtmetallprofilen – vor. Bis dahin waren Klapp- oder Schwingtüren im Programm. Diese Lamellenverschlüsse (Rollläden) werden künftig der Standard für Geräteräume von Feuerwehrfahrzeugen weltweit.

1998 stellt Ziegler sein patentiertes Aluminium Paneel-System (ALPAS) vor. Es besteht aus einem selbsttragenden Alu-Aufbau in Paneelenbauweise, der besondere Stabilität und hohen Korrosionsschutz bieten soll.

Zu den Neuerungen, die Ziegler zur Interschutz 2010 in Leipzig präsentiert, zählt die neue Z-Cab-Gruppenkabine. Sie zeichnet sich gegenüber bisherigen Konstruktionen unter anderem durch größere Fensterflächen, große Einstiege und einen ergonomisch gestalteten Mannschaftsraum aus. 2016 überrascht Ziegler auf der 125-Jahr-Feier mit dem Beleuchtungskonzept Z-Vision. Auch über den Geräteräumen sind jetzt blaue LED-Elemente verbaut.

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Ausführliche Fahrzeugvorstellung: MLF auf Iveco Daily mit Ziegler Z-Cab.

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