Feuerwehr Einsatzfahrt

Wenn Falschparker die Feuerwehr behindern

Falschparker sind für alle lästig: für andere Verkehrsteilnehmer, für Ordnungsdienste, für Fahrradfahrer. Aber vor allem gefährden sie massiv Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst, riskieren damit schlichtweg Menschenleben. Warum? Löschfahrzeuge und Drehleitern kommen nicht durch zugeparkte Straßen bis zum Einsatzort, Drehleitern können als Rettungsmittel nicht vor dem Brandobjekt platziert werden, Hydranten werden zugeparkt – es gibt da unzählige Erklärungen.

“Platz für Retter” in Hamburg

Mit ihrer Aktion “Platz für Retter” hat die Hamburger Feuerwehr im Frühjahr 2018 Falschparker darauf aufmerksam gemach, wie eng es für sie werden könnte, wenn sie selbst mal in Not geraten.

Die Feuerwehr Hamburg veranstaltete zusammen mit der Polizei Hamburg am Mittwochabend die Aktion “Platz für Retter”, bei der die Sensibilität für Falschparken erhöht werden soll. Dazu ging es mit einer Drehleiter durch enge Seitenstraßen auf der Suche nach falsch geparkten Fahrzeugen, die im Einsatzfall ein erhebliches Risiko darstellen. Foto: Dominick Waldeck

Die BF befuhr dafür mit einer Drehleiter der Feuer- und Rettungswache Barmbek F23 durch die Stadt. In etlichen Straßen musste der Maschinist minutenlang durch Pkw-Labyrinthe manövrieren. “Verzögerungen, die Menschenleben gefährden oder sogar kosten können”, sagt Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger.

Bei einem Gebäude, in dem es bereits häufiger zu Bränden mit Menschenleben in Gefahr kam, überprüften die Hamburger die Feuerwehrzufahrt. Ergebnis: zugeparkt. Doch die Feuerwehrleute waren nicht alleine: Die Polizei ließ einen Pkw abschleppen und schrieb zwei weitere auf. Bei fünf Fahrzeugen konnten die Kräfte die Halter feststellen, die ihre Wagen nach einem aufklärenden Gespräch eigenständig entfernten.

Da offenbar alle Pkw-Fahrer Einsicht zeigten, zieht die Feuerwehr eine positive Bilanz aus der Aktion. Auch in Zukunft sollen “Platz für Retter”-Maßnahmen zusammen mit der Polizei stattfinden.

Düsseldorf: Berufsfeuerwehr kommt bei Brandeinsatz nicht durch

In der Nacht zum 25. Februar 2018 wurden zwei Löschzüge der Düsseldorfer Feuerwehr zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus alarmiert. Der erste Löschzug war in wenigen Minuten am Einsatzort. Den Brand hatten die Kollegen schnell unter Kontrolle. Doppeltes Glück im Unglück! Denn der zweite Löschzug fuhr sich auf der Anfahrt aufgrund von falsch geparkten Pkw so fest, dass sich das Eintreffen dieser Kräfte erheblich verzögerte.

Hier geht’s zum Originalbeitrag: “Falschparker behindern Feuerwehr in Düsseldorf” (25. Februar 2018, RP Online)

Das hält Feuerwehr-YouTuber “Der Sievi” von Falschparkern

Meerbusch: Feuerwehr startet Aktion gegen Falschparker

Meerbusch (NW) – Die Feuerwehr Meerbusch (Rhein-Kreis Neuss) wird ab sofort auf allen Einsatzfahrzeugen selbst erstellte Flyer gegen Falschparker mitführen. Die Einsatzkräfte werden die Flyer bei Bedarf unter den Scheibenwischer von falsch parkenden Fahrzeugen klemmen. Damit wollen die Feuerwehrleute an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer appellieren.

Oberfeuerwehrmann Niklas Coppel vom Löschzug Osterath hat den Flyer gegen Falschparker entwickelt. Foto: Feuerwehr Meerbusch

“Ich war doch nur ganz kurz beim Bäcker” oder „ich dachte, heute kommt kein Müllwagen, da habe ich mich dahingestellt“, so lauten mögliche Aussagen von Falschparkern. Was für viele Parksünder belanglos erscheint, wird für Feuerwehren zunehmend zu einem Problem.

Einsatzstellen können aufgrund zugeparkter Straßen nur noch mit Verzögerung oder im schlimmsten Fall gar nicht erreicht werden. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hat Oberfeuerwehrmann Niklas Coppel vom Löschzug Osterath einen Flyer entwickelt. Auf dem Flugblatt steht: “Parken Sie Ihr Fahrzeug immer so, dass die Einsatzwagen der Feuerwehr jederzeit ungehindert passieren können! Bei der Parkplatzsuche haben Sie die Zeit, die uns im Einsatz fehlt.”

Die Flyer stehen künftig in allen Feuerwehrfahrzeugen der Feuerwehr Meerbuscher bereit. Einsatzkräfte können die Flugblätter bei Bedarf unter den Scheibenwischer von Falschparkern klemmen.

App “Wegeheld” gegen Falschparker

Falschparker via App melden und öffentlich machen, das ist schon grenzwertig. Aber falsch parken ist nun mal ordnungswidrig. Also darf sich “Täter” nicht beschweren, oder? Trotz gewisser offener Fragen zu Datenschutz und Co. hat sich die App Wegeheld etabliert, eine erhebliche Reichweite aufgebaut. Zudem wird sich von vielen Verkehrsverbänden und -institutionen unterstützt.

>>Hier könnt Ihr Euch informieren.<<

Bürger wehren sich gegen Falschparker

In Dortmund setzten sich die Bürger nach einem Bericht der “Ruhrnachrichten” nun selbst gegen die Falschparker zur Wehr. Sie schrieben in den vergangen sechs Wochen rund 576 Anzeigen und leiteten diese an das Ordnungsamt weiter. Wichtig ist bei dieser Art privater Anzeigen vor allem, dass für das Gericht verwertbare Angaben wie Tag, Uhrzeit, Ort, Fahrzeug und Kennzeichen notiert werden. Und Beweisfotos helfen ebenfalls. In Zeiten von Smartphones eigentlich kein Problem.

Hier geht’s zum Orginalbeitrag: “Falschparker-Melder – Notwehr oder Denunziantentum?” (13. August 2016, Ruhrnachrichten)

Mainz: Feuerwehr kommt nicht durch

In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz hat die Freiwillige Feuerwehr Bretzenheim gemeinsam mit den Verkehrsbehörden eine Durchfahrtsübung angesetzt. Dabei entlarven sie Falschparker und prüfen, welche ausgezeichneten, regulären Parkflächen Einsatzfahrten behindern könnten. Mit dabei war der SWR für einen Beitrag in der Landesschau Rheinland-Pfalz.

Hier geht’s zum Video: “Wenn Falschparker die Feuerwehr ausbremsen” (5. Mai 2017, SWR)

Berliner Feuerwehr lässt Falschparker abschleppen

Die Berliner Feuerwehr hat in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt Falschparker im Bezirk Treptow-Köpenick abschleppen lassen. Rundfunk Berlin Brandenburg berichtet, dass Montagabend zahlreiche Fahrzeuge umgesetzt worden seien, welche die engen Straßen zugeparkt hatten. Für Löschfahrzeuge und Drehleitern hätte es im Notfall kein Durchkommen gegeben. Mit dieser geplanten Aktion wollten Ordnungsamt und Feuerwehr die Anwohner sensibilisieren, in den engen Straßen angemessen zu parken und vor allem vor Kreuzungen ausreichend Platz zu lassen.

Kein Durchkommen für die Feuerwehr in Kiel

Zu große Fahrzeuge für zu enge Straßen. Die Berufsfeuerwehr Kiel steht vor einem großen Problem. Immer wieder sind Falschparker der Grund dafür, dass die Feuerwehr im Stadtgebiet nicht schnell genug am Einsatzort sein kann. Im Schleswig-Holstein Magazin begleitete der NDR die Kollegen der BF und des Ordnungsamt auf ihren Kampf gegen die Falschparker. Feuerwehrmann Günther Lorenz stellt schon zu Beginn des Beitrags klar: “Notfalls, wenn Menschenleben in Gefahr sind, hätte ich auch kein Problem damit einen Spiegel abzufahren”.

Hier geht´s zum Originalbeitrag: “Wenn Falschparker die Feuerwehr behindern” (12. Januar 2017, NDR)

Falschparker: Feuerwehr muss für Schaden zahlen

Wenn jede Sekunde zählt, kann es vorkommen, dass die Feuerwehr auf ihrer Einsatzfahrt einen Falschparker mit dem Feuerwehrauto zur Seite schiebt. Blechschäden und Lackkratzer sind dann die Folge. Wie die “Rheinische Post” berichtet, muss dafür aber nicht der Falschparker selbst, sondern die Feuerwehr aufkommen. Nach dem Verkehrsrecht gilt in solch einer Situation das bewegte Fahrzeug als Unfallverursacher. In Düsseldorf beispielsweise mussten in diesem Jahr bislang 16 Blechschäden, die an falsch geparkten Fahrzeugen entstanden, aus öffentlichen Mitteln bezahlt werden. Durchschnittlich sind es jedes Jahr etwa 25 Fälle. Zwar wäre es möglich, eine Teilschuld einzuklagen. Die Kosten dafür wären aber höher, als einfach den Schaden zu übernehmen. Auch in Düsseldorf sind zur Verbesserung der Parksituation ab dem Herbst Kontrollfahrten geplant.

Hier geht’s zum Originalbeitrag: “Feuerwehr zahlt für Schäden bei Falschparkern” (19. August 2016, Rheinische Post)

Feuerwehrzufahrt zugeparkt: Was darf die Feuerwehr?

Was zählt rechtlich als Feuerwehrzufahrt? Wer ist für die Überwachung zuständig? Und was ist zu beachten, wenn die Feuerwehr ein Kraftfahrzeug entfernen möchte? Das kompakte eDossier “Zugeparkte Feuerwehrzufahrt” gibt Antworten!

Betrachtet man die Rechtsordnung, können bezüglich Zufahrtswegen für die Feuerwehr die zwei folgenden Varianten unterschieden werden: 1. Die “amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten” nach StVO Nach § 12 Abs. 1 Nr. 5, Abs. 3 Nr. 3 Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Halten und das Parken vor und in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten unzulässig. Diese Zufahrten sind entweder mit einem amtlichen Schild “Feuerwehrzufahrt” gekennzeichnet oder – sofern dies als nicht ausreichend erscheint – mit Verkehrszeichen 283 oder 286 (Haltverbot oder eingeschränktes Haltverbot) und Zusatzschild “Feuerwehranfahrt” versehen.

Da die StVO kein amtliches Schild “Feuerwehrzufahrt” vorgibt, können diese Schilder örtlich unterschiedlich aussehen. Oftmals sind es rechteckige Schilder mit schwarzer Schrift auf weißem Grund und einer roten Umrandung. Um ein amtliches Schild “Feuerwehrzufahrt” handelt es sich aber nur…

Weiterlesen? Klicken Sie hier, um das eDossier “Zugeparkte Feuerwehrzufahrt” herunterzuladen!

eDossier "Zugeparkte Feuerwehrzufahrt".

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Im Kaufbeurer Stadtteil Neugablonz hat die Feuerwehr den Kampf gegen einen Falschparker verloren. Denn hier darf nun ein Schuldirektor ohne Konsequenzen in der beschilderten Feuerwehrhzufahrt der Schule parken. Nach Anrufen bei Ordnugsamt kamen diese mehrere Male vorbei, auch die Polizei, und erteilte Strafzettel. Dann wurde dem Direktor von der Stadtverwaltung eine Sondergenehmigung erteilt und seitdem darf der Direktor sein Fahrzeug in der Feuerwehrzufahrt der Schule parken, Polizei und OA schreiten nicht mehr ein. Im Falle eines FW Einsatzes wäre der Direktor nicht gefährdet, denn im Gegensatz zu den Kindern im zweiten Stock, hat er eine Tür in seinem Erdgeschossbüro, die direkt ins Freie führt… http://www.gustav-leutelt-schule.de/

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  2. Die Regierung sollte das Falschparkern mehr bestraft die Feuerwehrwege versperren. Und die Feuerwehr sollte auch entschieden können ob die Fahrzeuge oder die DLK notwendig sind das sie beulen und beschädigen erlaubt sind aber nur im besonderen Notfall

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  3. In Dorsten ist die Stadt auch da zu über gegangen, auf jedem FW-Fahrzeug Flyer mit zuführen, die bei Bedarf unter die Scheibenwischer geklemmt werden können. Aber da nicht nur die FW dieses Problem hat wurden die mit entsprechender Beschriftung für den Betriebshof, den Entsorgungsbetrieb und die FW verteilt. Es hilft kurzfristig aber ein paar Stunden später steht ein anderes Fahrzeug dort…

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  4. Die “Null” die im Auto sitzt fehlt an der Summe auf dem Bußgeldbescheid. € 35 tun nicht richtig weh. Bei 350€ sähe das schon anders aus. Außerdem muss die Rechtslage gedreht werden. Falschparker müssten automatisch für alle SChäden an Einsatzfahrzeugen haften. Die Versicherungen müssten die Regulierung soclher Schäden, auch bei Vollkaksko, ablehnen dürfen. Nur wenn es im Geldbeutel richtig wehtut setzt bei macnhen das Nachdenken ein.

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  5. Warum gibt es denn so viele Falschparker? Genau: Weil es zu wenige Parkplätze gibt!

    Also, bitte die richtigen Schuldigen (nämlich die Kommunalpolitiker) bennenen — und nicht die Autofahrer anschwärzen, die keine Chance haben, ihr Auto verkehrsgerecht zu parken.

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  6. Seit wann verpflichten denn Kommunalpolitiker Leute ihr Fahrzeug ordnungswidrig abzustellen? Überraschende Neuigkeit: Es gibt kein Recht auf Parkplatz vor der Haustür! Notfalls muss man halt mal 30 Minuten Fußweg oder Parkplatzkosten mit einplanen.

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