Vor zehn Jahren: Katastrophe in Enschede

Enschede (NL) – Es ist zehn Jahre her: Am 13. Mai 2000 explodiert eine Feuerwerksfabrik in der niederländischen Stadt Enschede. Die Druckwellen zerstörten den Ortsteil Roombeek, insgesamt fast 1.500 Wohnhäuser. 22 Menschen starben, darunter auch vier Feuerwehrleute. Etwa 950 Einwohner erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

Kurz nach 15 Uhr löste die Brandmeldeanlage der Fabrik aus, gefolgt von Notrufen durch Passanten an die Leitstelle. Zwei Minuten nach der Alarmierung erreichte ein Löschzug, aus Tanklöschfahrzeug und Drehleiter, die Einsatzstelle. Es brannte ein Container. Inhalt des Containers und vor allem der nebenstehenden Fabrikhallen waren nicht bekannt, bis die ersten Feuerwerkskörper durch die Luft flogen. Gegen 15.30 Uhr explodierte der erste Container und löste eine Kettenreaktion aus. Vier Feuerwehrleute des Löschzuges wurden getötet, der Rest der Mannschaft konnte sich schwer verletzt retten. Die Flammen zerstörten auch die Fahrzeuge.

Von den Gebäuden rund um das Fabrikgelände blieben nur die Grundmauern stehen, ganze Straßenzüge bestanden nur noch aus Ruinen. Der Schadensradius zog sich bis zu anderthalb Kilometern rund um den Explosionsherd hin.

Aus der deutschen Nachbarstadt Gronau rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an, ohne den eigentlichen Brandort zu kennen. In Enschede bot sich den Aktiven ein erschreckendes Bild. “Wie ausgebombt”, beschrieb Günter Setzpfand damals dem Feuerwehr-Magazin seinen ersten Eindruck. Die erste Rückmeldung der Gronauer an ihre Leitstelle lautete: “Viele Häuser in Brand, etliche Tote und Verletzte, brauchen Verstärkung.” Dann machten sie sich gemeinsam mit ihren niederländischen Kameraden daran, ihren schwersten Einsatz zu bewältigen.

Zum Nachlesen: Den ausführlichen Einsatzbericht zum Unglück finden Sie in der Feuerwehr-Magazin-Ausgabe 9/2000.

4 Kommentare zu “Vor zehn Jahren: Katastrophe in Enschede”
  1. MisterX

    Schlimm sowas. Wie man eine illegale Feuerwerksfabrik mitten in einem Wohngebiet bauen konnte ist mir schleierhaft. Jedenfalls muss man sehen, daß die Verantwortlichen schnell zur Verantwortung gezogen werden. Sowas schlimmes darf es doch nicht geben. Niemand wusste, was in der Fabrik bzw. in den Containern gelagert wurde. Man hätte eher reagieren müssen, dann wäre es nicht zu so einer Katastrophe gekommen.

  2. Mister X

    Naja okay, es war legal. Aber wie man weiss, befanden sich in den Lagerhallen extrem gefährliche Sprengstoffe und keine harmlosen Knallerbsen. Was mit dem ganzen Stadtteil Mekkelholt geschah, hat man sehen können. Da blieben nicht mal mehr die Hausgiebel stehen. Alles verbrannt und zerstört. Also muss in den Hallen übelst heftiger Sprengstoff gelagert sein. Man hätte die Fabrik besser überwachen müssen. So heftige Explosionen sieht man nicht alle Tage.

  3. Sprengmeister

    Und in diesem Jahr wird wahrscheinlich wie jedes Jahr ein Schiffscontainer ca. 13 Meter x 4 Meter x 2,5 Meter vollgepackt mit Sprengstoff Ecke Butterlandstrasse/Enschederstrasse stehen.
    Wenn der hochgeht und das in einem Wohngebiet. Wer vergibt eigentlich eine Genehmigung für eine derartige riskante Verkaufsstation ?
    Da es in Holland verboten ist, nach dem erlebten Desaster, wird es halt bei uns gemacht, solange bis es kracht.

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