Borgstedt (SH) – Eine brennende Acetylenflasche auf der Baustelle der Rader Hochbrücke im Kreis Rendsburg-Eckernförde hat am Dienstagnachmittag eine stundenlange Vollsperrung der A7 sowie eine Unterbrechung des Schiffsverkehrs auf dem Nord-Ostsee-Kanal ausgelöst. Eine Spezialfirma entfernte die Gasflasche am Abend in einem Spezialbehälter.
Das Livebild einer Drohne zeigt die weiterhin brennende Acetylenflasche auf der Baustelle. Auf dem Monitor ist die Flamme deutlich zu erkennen. (Bild: KFV Rendsburg-Eckernförde | Passig)
Gegen 13:23 Uhr alarmierte die Leitstelle die Feuerwehren Borgstedt, Bünsdorf und Büdelsdorf zu dem Einsatz auf dem Ersatzbauwerk der Rader Hochbrücke. Bauarbeiter hatten die für Schweißarbeiten genutzte Acetylenflasche brennend bemerkt und die Einsatzkräfte eingewiesen.
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Aufgrund der Explosionsgefahr zog Einsatzleiter Andreas Hoffmann frühzeitig den Löschzug-Gefahrgut des Kreises Rendsburg-Eckernförde mit einem Fachberater hinzu. Die Feuerwehr richtete einen Schutzbereich mit einem Radius von 200 Metern ein. Zeitweise waren rund 60 Einsatzkräfte vor Ort.
Autobahn und Kanal gesperrt
Feuerwehr und Polizei sperrten die A7 zwischen dem Kreuz Rendsburg und Büdelsdorf in beide Fahrtrichtungen vollständig. Zusätzlich wurde der Zubringer von der A210 in Richtung Rendsburg gesperrt, damit im Stau stehende Fahrzeuge wenden konnten. Auch der Nord-Ostsee-Kanal wurde für mehrere Stunden für den Schiffsverkehr geschlossen.
Im Verlauf des Abends reduzierte die Einsatzleitung die Kräfte. Gegen 19 Uhr traf eine spezialisierte Fachfirma aus Lübeck ein. Sie entfernte die weiterhin brennende Gasflasche in einem Spezialbehälter. Um 20:30 Uhr wurde die Autobahn nach Angaben der Polizei wieder freigegeben.
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Acetylen ist ein hochentzündliches Gas, das unter Druck in speziellen Gasflaschen gelagert wird. Bei Erwärmung oder Beschädigung kann es sich selbstständig zersetzen. Diese Reaktion kann sich im Inneren der Flasche fortsetzen und noch Stunden nach einem Brand zu einer Explosion führen.
Mit einem Schutzradius von 200 Metern sicherte die Feuerwehr die Einsatzstelle auf der Baustelle der Rader Hochbrücke. Mehrere Fahrzeuge positionierten sich im abgesperrten Bereich. (Bild: KFV Rendsburg-Eckernförde | Passig)
Nach Angaben der Feuerwehr dürfen brennende Acetylenflaschen daher in der Regel nicht sofort gelöscht werden. Stattdessen müssen sie kontrolliert abbrennen oder über längere Zeit gekühlt und überwacht werden. Laut Einsatzleiter Hoffmann sei es nicht möglich gewesen, die Flasche einfach zu schließen, da sonst der Druck im Inneren wieder angestiegen wäre.
Die geborgene Flasche wird nun kontrolliert ausgekühlt. Zur Brandursache liegen weiterhin keine Angaben vor.