Große Hitzebelastung in den kommenden 5 Tagen erwartet

Hitzewarnung und Gefahr von Vegetationsbränden

Offenbach (HE) – Für den heutigen Dienstag erwarten der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie Kachelmannwetter.com zunehmend starke Hitze von Südwesten und Westen. So werden lokal bis zu 40 Grad Celsius erwartet. Schuld daran ist Hoch „Jürgen“, das von Afrika über Spanien und Frankreich sehr heiße Tropenluft nach Deutschland führt.

Der Deutsche Wetterdienst hat sein Hitzewarnsystem erweitert. Der nationale Wetterdienst bietet auch Vorhersagen der zu erwarteten Hitzebelastung in den kommenden fünf Tagen an. (Bild: Deutscher Wetterdienst)

Am Mittwoch verlagert sich der Schwerpunkt der Hitze nach Osten und Nordosten, wo nochmals bis zu 39 Grad möglich sein sollen. Von Westen sind dann ab Mittwoch einzelne, teils kräftige Gewitter, ost-/nordostwärts verlagernd möglich. Dabei sind unwetterartige Entwicklungen aufgrund heftigen Starkregens nicht ausgeschlossen. Auch aus der Schweiz und den Alpen heraus können einzelne Gewitter mit Unwetterpotential durch heftigen Starkregen, größeren Hagel und orkanartige Böen nach Deutschland ziehen.

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Passend dazu hat der DWD sein Hitzewarnsystem erweitert. Der nationale Wetterdienst bietet auch Vorhersagen der zu erwarteten Hitzebelastung in den kommenden fünf Tagen an. In Hitzetrend-Karten werden Gebiete markiert, für die voraussichtlich eine Hitzewarnung ausgesprochen wird. Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des DWD: „Hitzewellen, wie sie jetzt wieder bevorstehen, sind ein großes Risiko für die menschliche Gesundheit. In heißen Sommern steigen die hitzebedingten Todesfälle deutlich an. Ich hoffe sehr, dass unserer  Hitzewarnsystem gerade im Gesundheits- und Pflegebereich breit genutzt wird und wir so gemeinsam Risikogruppen schützen und Leben retten können.“

Wie werden Temperaturen offiziell gemessen?

Zunächst braucht man einen geeigneten Standort für die Messung. Dabei sollten die Wetterdaten repräsentativ für die Umgebung sein und die Station beispielsweise nicht in einem lokalen „Kälteloch“ oder über aufgeheiztem Straßenteerbelag liegen. Am besten eignet sich hierfür ein relativ freier Platz mit genügend Abstand zu Gebäuden oder hohem Bewuchs auf einem für die Region natürlichen Untergrund (in der Regel eine kurz gehaltene Grasfläche). Gemessen wird die Lufttemperatur immer in zwei Metern Höhe über Grund. Die Messung erfolgt abgeschattet mit einem modernen, aus Kunststoff gefertigten, gut ventilierten Lamellen-Strahlungsschutz.

Zur Messung der Temperatur können verschiedene Thermometer verwendet werden, wobei diese strengen Richtlinien unterliegen und regelmäßig gewartet werden müssen. Automatisierte Wetterstationen besitzen elektronische Sensoren, welche die Lufttemperatur kontinuierlich aufzeichnen. Standardmäßig werden die Stationen in regelmäßigen Abständen gewartet, zudem durchlaufen deren Daten eine Qualitätsprüfung. Wird nun an einer Station ein neuer Temperaturrekordwert gemessen, so wird die Anlage noch einmal genau auf ihre korrekte Funktionsweise und die Wahrung der örtlichen Umgebungsbedingungen geprüft. So musste beispielsweise der am 25. Juli 2019 gemessene Allzeitrekord von 42,6 Grad an der Station in Lingen im Emsland nachträglich annulliert werden.

Alle Informationen seines Hitzewarnsystem bietet der DWD unter www.hitzewarnungen.de an. Die Nutzerinnen und Nutzer finden dort Karten der amtlichen Hitzewarnungen für heute und morgen, Vorhersagen des Hitzetrends sowie Details zur Entwicklung in jedem Landkreis. Hinzu kommen Verhaltensempfehlungen und Hintergrundinformationen zum Hitzewarnsystem. Alle Hitzewarnungen können kostenfrei als Newsletter abonniert werden.

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Steigende Gefahr von Waldbränden

Zugleich mit der steigenden Hitzebelastung steigt auch die Gefahr von Vegetationsbränden erheblich. „Dadurch, dass es längere Zeit nicht geregnet hat und das Unterholz ziemlich trocken ist, kann es sehr schnell zu Bränden kommen“, sagte Landesbrandmeister Frank Homrich (Schleswig-Holstein) gegenüber den Medien. So gilt im Norden Deutschlands bereits Warnstufe 4 von 5. Auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen warnen Feuerwehren sowie Forstbehörden vor der steigenden Wald- und Flächenbrandgefahr. Lokal, so warnen die Forstleute, könne die Gefahr zum Beispiel an warmen Südhängen mit trockenem Brandmaterial auch schnell sehr groß werden. Besonders gefährdet sind zudem die Fichten-Schadflächen, auf denen Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall zu einer Zunahme von trockenen Holzresten geführt haben.

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