Neues Brandmanagementsystem soll Waldbränden vorbeugen

23 Millionen Euro für die Waldbrandprävention

Berlin – Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin (BAM) forscht gemeinsam mit 46 weiteren wissenschaftlichen Institutionen aus ganz Europa an einem neuen, ganzheitlichen Brandmanagementsystem, mit dem Waldbrände, die sich schädlich auf den Klimawandel auswirken, vermieden werden sollen. Gefördert wird das Großprojekt, das auf 3,5 Jahre angelegt ist, vom EU-Programm Horizon 2020 mit 23 Millionen Euro.

Symbolfoto: Ein Waldbrand in Brandenburg. (Bild: TIMO JANN)

Einfließen in das Brandmanagementsystem sollen die Daten der rund 40 Satelliten des europäischen Atmosphärenüberwachungsdienstes Copernikus. Sie werden dem Projekt von der Europäischen Weltraumorganisation ESA zur Verfügung gestellt. Teil des Systems werden ferner mit künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen entwickelte Simulationen sein, durch die sich die Ausbreitung von Bränden vorhersagen lässt, Drohnen zur Echtzeit-Überwachung von Wäldern sowie Virtual Reality bei der Ausbildung von Einsatzkräften. Geplant ist auch ein integriertes Risikobewertungssystem, mit dem sich Brände wirkungsvoll bekämpfen oder möglichst ganz verhindern lassen.

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Implementiert wird das Brandmanagementsystem zunächst in acht der beteiligten Länder. In Deutschland findet der Testlauf unter Leitung der BAM statt, die langjährige Erfahrung in der experimentellen Untersuchung von Bränden und deren Ausbreitung hat. „Wir werden zudem Bodenproben aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Regionen, die in Deutschland in den letzten Jahren besonders von Waldbränden betroffen waren, gezielt auf ihre Rolle bei der Brandausbreitung untersuchen“, erklärt Anja Hofmann-Böllinghaus, die die Projekt-Beteiligung der BAM verantwortet. „Dazu werden wir Parameter wie Dichte, pH-Wert und den speziellen Aufbau des organischen Materials im Waldboden näher betrachten. Die Erkenntnisse sind entscheidend, um zu verstehen, wie sich Waldbrände ausbreiten, aber auch, um die Wirksamkeit von Löschmaßnahmen und die Wahl geeigneter Löschmittel beurteilen zu können.“

Dr. Anja Hofmann-Böllinghaus bei der Untersuchung der Proben verschiedener Vegetation für das Projekt DRYADS. (Bild: Bundesanstalt für Materialforschung u.-prüfung (BAM))

Weltweit haben Waldbrände in den letzten Jahren stark zugenommen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass mit dem Klimawandel das Risiko solcher Umweltkatastrophen weiter drastisch steigen wird. Denn auch Hitzeperioden und Trockenheit nehmen mit der fortschreitenden Erderwärmung zu – sie sind ideale Katalysatoren für Brände. Außerdem wüten die Feuer durch den Klimawandel inzwischen länger und intensiver. 

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Der weltweite Klimawandel ist nicht nur immer häufiger Auslöser von Waldbränden, er sorgt auch dafür, dass Waldbrände selbst eine wachsende Gefahr für das Klima sind: Die Flammen setzen große Mengen CO2 und klimaschädlicher Substanzen wie Methan und Ruß frei und sie zerstören große Waldflächen, die für die Verlangsamung des Klimawandels bedeutsam wären. Umso wichtiger ist es, Brände durch präventive Maßnahmen zu verhindern und dort, wo dies nicht möglich ist, Brandherde früh zu erkennen und sie rasch zu bekämpfen. Mit dem neuen Brandmanagementsystem des Forschungsverbundes, an dem die BAM beteiligt ist, würde man diesem Zielen deutlich näherkommen. 

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