Bloß nicht den Helden spielen

10 Tipps für den Einsatz bei großer Hitze

Berlin – Feuerwehr-Einsätze bei großer Hitze: Die aktuell herrschenden hohen Temperaturen können eine enorm kreislaufbelastende Situation darstellen, die beim Feuerwehreinsatz für Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau gefährlich werden kann. Wir geben 10 Tipps für das richtige Verhalten von Einsatzkräften der (freiwilligen) Feuerwehr.

  • Trinkt im Alltag laufend ausreichend ungekühltes Wasser beziehungsweise geeignete (zucker-/alkoholfreie) Getränke – ein Einsatz kann jederzeit kommen! Bei längeren Anfahrten ist außerdem vielleicht noch etwas Zeit, vor Eintreffen etwas Wasser im Einsatzfahrzeug zu trinken.
  • Wichtig für Führungskräfte: Stellt sicher, dass auf den Einsatzfahrzeugen ihrer Wehr für alle Kameraden ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung steht (oder Saftschorle).
  • Parkt den Privat-Pkw vor Einsätzen nach Möglichkeit in der (Tief-) Garage bzw. im Schatten. Wenn möglich Lüftungsschlitze öffnen, damit sich der Wagen nicht zu sehr aufheizt. Im Einsatzfall erst die Stauwärme entweichen lassen, dann einsteigen und losfahren. Kostet ein paar Sekunden – aber ein Kreislaufkollaps wäre schlimmer!
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In voller Montur zum Einsatz. Das schlaucht. (Bild: Timo Jann)
  • Höre auf Deinen Körper: Wer ohnehin schon unter Schwindelgefühl und Kreislaufschwäche leidet, bzw. sonstwie “nicht fit” ist, darf keinesfalls an einem Einsatz teilnehmen. Es geht nicht um Heldentum – wer unter diesem Umstand zum Einsatz fährt handelt nicht nur sich selbst gegenüber grob fahrlässig, sondern kann auch zur Belastung für die anderen Einsatzkräfte werden.
  • Persönliche Schutzausrüstung: Die “dicke” Einsatzbekleidung (HuPF 1 / 4) nur so lange tragen, wie unbedingt notwendig (zum Beispiel zur Innenbrandbekämpfung). Bei Wald- und Flächenbränden reicht der Feuerwehrschutzanzug nach Unfallverhütungsvorschrift (UVV) Feuerwehr § 14 (HuPF 2 und 3). Jacke nach Möglichkeit erst an der Einsatzstelle schließen! Sobald eine “Marscherleichterung” möglich ist, sollte diese angeordnet werden. Aber obacht: Marscherleichterung bedeutet nicht kurze Hosen und nackter Oberkörper! Die Kleidung muss dem Einsatz und seinen Gefahren angemessen sein. Eine Kopfbedeckung (zum Beispiel Base Cap) – wenn kein Helm getragen werden muss – macht viel Sinn, um sich vor der Sonne zu schützen.
Wasser trinken – für freiwillige Feuerwehrleute bei großer Hitze permanent wichtig. Niemand weiß, wann der nächste Einsatz kommt! Ein zu Einsatzbeginn ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt kann sehr helfen. (Bild: Klöpper)
  • Atemschutzgeräteträger in Bereitstellung sollten sich sitzend im Schatten aufhalten können. Auch sonst gilt: Schattensuchen (wenn möglich) ist kein Zeichen von Schwäche! Das gleiche gilt für den Einsatz von Sonnencreme – eine kleine Tube im persönlichen Zugriff erleichert auch das schnelle Eincremen zwischendurch.
  • Bei Hitze frühzeitig Verstärkung von anderen Feuerwehren nachfordern, sodass ein nahtloser Austausch der Kräfte möglich ist. Auch sind keine Helden gefragt, die mehrere Pressluftflaschen leeren. Dies gilt insbesondere für Kräfte, die keinen Ausdauersport betreiben.
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  • Fordert frühzeitig den Rettungsdienst zur Eigensicherung an, sofern dieser nicht automatisch mit alarmiert worden ist. Atemschutzträger sind während und nach dem Einsatz medizinisch zu überwachen!
  • Auch wenn es vermeintlich “cool aussieht” – kein Wasser über den Kopf schütten und damit die Einsatzbekleidung durchnässen – diese ist nass nicht mehr für den Einsatz geeignet!
  • Wechselkleidung bereithalten – nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz! 

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