Zwei Großbrände innerhalb kurzer Zeit in einem Dorf

Gasthaus komplett ausgebrannt, Dachstuhl gehalten

Neustadt am Rübenberge (NI) –  Nur knapp 1.500 Einwohner zählt Schneeren, ein Ortsteil der Stadt Neustadt am Rübenberge. Doch dieses Wochenende mussten die Feuerwehren der Region gleich zwei Großbrände in Schneeren löschen. Am Freitag gegen 14 Uhr brach in einem Gasthaus in der Ortsmitte ein Feuer aus. Am Tag darauf stand der Dachstuhl einen Wohnhauses in Flammen. Einen Zusammenhang zwischen den Bränden hält die Polizei für „unwahrscheinlich”. 

Sehr schnell nach Einsatzbeginn war klar, dass der Komplex in Schneeren (Region Hannover) nicht zu retten ist. Zum Glück befand sich niemand mehr in dem Gebäude. Foto: Feuerwehr

206 Einsatzkräfte mit 43 Fahrzeugen kamen am Freitag beim Brand des Gasthauses im Ortskern zum Einsatz. Anwohner hatten den Brand entdeckt und die 112 gewählt. Neben der örtlich zuständigen FF Schneeren alarmierte die Leitstelle auch gleich die Feuerwehren aus Mardorf und Neustadt. Zur Unterstützung wurden dann bereits in der Anfangsphase auch Eilvese, Nöpke und Borstel und die Drehleiter aus Nienburg an der Weser angefordert. Die Besitzer des Gebäudes informierten die Kräfte darüber, dass sich niemand mehr im Gebäude aufhält. Der begonnene Innenangriff wurde aufgrund der schnellen Brandausbreitung daraufhin eingestellt.

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Die Löscharbeiten konzentrierten sich infolge dessen auf die Vermeidung einer Brandausbreitung auf andere Gebäude und den Löschangriff von außen über mehrere Strahlrohre und die Drehleitern. Da sich das Feuer unter dem Dach schnell in dem großen zusammenhängenden Gebäudekomplex ausbreitete wurde im weiteren Einsatzverlauf eine dritte Drehleiter aus Wunstorf hinzugezogen. Ein unmittelbar neben dem Gebäude stehender Flüssiggastank musste zudem permanent gekühlt werden.

Für die Löschwasserversorgung wurden insgesamt über 1,2km Schlauchleitungen verlegt, über welche auch Wasser aus mehreren Teichen entnommen und zum Löschen eingesetzt werden konnte. Das THW leuchtete die Einsatzstelle ab Einbruch der Dunkelheit aus. Aus den Körben der Drehleitern entfernten Feuerwehrleute die verbliebenen Dachziegel, um den Komplex Löschschaum fluten zu können.

Um alle Glutnester abzulöschen, flutete die Feuerwehr den ausgebrannten Komplex in der Ortsmitte von Schneeren mit Löschschaum. Foto: Feuerwehr

Es kam im Verlauf zu weiteren Teileinstürzen an der Gebäudestruktur, sodass zur weiteren Abstimmung hinsichtlich der Statik ein Baufachberater des Technischen Hilfswerks aus Hannover hinzugezogen wurde. Dieser stufte Teile des Gebäudes als einsturzgefährdet ein. Zur Abwehr dieser Gefahr forderte die Einsatzleitung die Fachgruppe „Räumen“ des THW-Ortsverbands Stadthagen an, die mit einem Bagger die besonders einsturzgefährdeten Bereiche einriss. Die Nachlösch- und anschließenden Rückbauarbeiten zogen sich bis zu Samstagmittag hin.

Zweiter Großeinsatz in dem Ortsteil innerhalb von wenigen Stunden

7 Stunden nach Einsatzsende brannte es in Schneeren erneut. Aus dem Dachstuhl eines Einfamilienhauses schlugen Flammen.  Die Feuerwehrleute entfernten in dem Bereich die Dachziegel, um die darunterliegende Dämmung und Holzlattung ablöschen zu können. Ein Trupp ging unter Atemschutz in das Gebäude vor, konnte dort aber kein Feuer im Innenbereich feststellen. 

Am Samstag brach im Dachstuhl dieses Einfamilienhauses in Schneeren ein Feuer aus. Dieser Brand konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Foto: Feuerwehr

Nachdem alle sichtbaren Flammen abgelöscht waren, kontrollierten die Feuerwehrleute das Gebäude von innen und außen mit Wärmebildkameras auf eventuelle verdeckt liegende Brandnester. Es wurden keine weiteren Brandstellen ausfindig gemacht, sodass die Feuerwehren gegen 22 Uhr einrücken konnten. Unter der Leitung des Schneerener Ortsbrandmeisters Peer-Hendrik Wesemann waren die Feuerwehren aus Schneeren, Mardorf, Neustadt, die Informations- und Kommunikationseinheit sowie der stellvertretende Stadtbrandmeister mit insgesamt 73 Kräften im Einsatz gewesen.

Nach einer Einschätzung der Polizei sei ein Zusammenhang zwischen den beiden Bränden in dem Ortsteil unwahrscheinlich. Nähere Erkenntnisse würden aber erst die Ergebnisse der Untersuchungen der Kriminalpolizei ergeben. 

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