Feuerwehr Aachen

Die Brandschützer der Kaiserstadt

Rund 360 Berufsfeuerwehrleute sind, gemeinsam mit rund 520 ehrenamtlichen Kameraden in 12 Löschzügen, für den Schutz der Bürger in der Kaiserstadt Aachen zuständig. Die Berufsfeuerwehr rückt aus drei Feuer- und Rettungswachen aus. Nur 2,5 Kilometer entfernt von Dom und Rathaus befindet sich die Hauptwache östlich der Innenstadt.

Die Hauptwache wurde in den letzten Jahren komplett saniert. Sie verfügt über eine Fahrzeughalle mit 20 Abschnitten, größtenteils mit Platz für je zwei Fahrzeuge. Auf dem Gelände entstand ein weiteres großes Gebäude für die Verwaltung und die Städteregionale Leitstelle Aachen. Auch hier finden bis zu sechs Einsatzfahrzeuge in der Halle Platz.

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Auf rund 160 Quadratkilometer Fläche erstreckt sich das Gebiet der westlichsten Großstadt Deutschlands – vergleichbar mit Freiburg im Breisgau (BW) und Saarbrücken sowie etwas kleiner als Potsdam (BB) und Nürnberg (BY). Etwa 245.00 Einwohner leben in Aachen.

Das Video zur Feuerwehr-Magazin-Reportage:

Geschichte, Forschung und Studentenleben – die Stadt Aachen

„Aachen ist menschlich eine sehr junge Stadt, stark geprägt durch Studentenleben“, sagt Stefan Herrmann vom Stadtpresseamt. „Immerhin sind von den 245.000 Einwohnern derzeit knapp 55.000 Studenten – also mehr als jeder fünfte Aachener studiert.“ Davon profitiert teilweise auch die Berufsfeuerwehr – beispielsweise durch Quereinsteiger aus den naturwissenschaftlichen Studiengängen oder dem Bereich Bauingenieurwesen.

Mit knapp 44.000 Studierenden gilt die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) als die größte Uni für technische Studiengänge in Deutschland. Außerdem gibt es noch die Fachhochschule und diverse spezialisierte Hochschulen im kulturellen Bereich. Mit dem Universitätsklinikum besitzt Aachen das größte zusammenhängende Krankenhausgebäude Europas. In dem Gebäudekomplex, der auch für ein Kraftwerk gehalten werden könnte, befinden sich die Krankenversorgung, Lehreinrichtungen und Forschungszentren unter einem Dach.

Aachen ist außerdem eine Hochburg für Sportveranstaltungen. Zwar spielt der Traditionsverein Alemannia Aachen in seinem 33.000 Zuschauer fassenden Stadion „Neuer Tivoli“ nur noch Viertliga-Fußball. Dafür ist der Reitsport ein echter Publikumsmagnet. Zum weltbekannten CHIO-Turnier strömen Zehntausende in den Sportpark Soers. 40.000 Zuschauer fasst das Stadion für die Springreitwettbewerbe, 6.300 Plätze hat das Dressurstadion. Diese sind weit im Voraus ausverkauft.

>>Neuer Brandschutzbedarfsplan in Aachen auf den Weg gebracht<<

Der Aachener Dom ist das bedeutendste Bauwerk der Stadt und gehört zum UNESCO-Welterbe. Er besteht aus mehreren Bauabschnitten – mit dem über 1.200 Jahre alten Oktogon als Zentralbau und dem Westwerk als wichtigste Elemente. Der Katschhof verbindet den Dom mit dem beeindruckenden Rathaus aus dem 14. Jahrhundert. Markant sind die Türme auf beiden Seiten. Vor dem Rathaus befindet sich der Marktplatz mit dem Karlsbrunnen. Dom, Katschof, Rathaus und Markplatz bilden den beeindruckenden Stadtkern. Hier trifft Geschichte im Alltag auf junge Menschen. In der Altstadt genießen die Studierenden gerne die freien Zeiten im Studentenleben.

Einsätze der Feuerwehr Aachen

Massive Rauchwolke bei Großfeuer in Aachen

Aachen (NW) – Ende August 2018 brach ein Großbrand in einem Gewerbebetrieb im Aachener Osten aus. In der mehrere tausend Quadratmeter großen Halle lagerten vor allem Kabel- und Elektroschrott. Vollalarm für die Feuerwehr Aachen. Die Feuerwehr kämpfte mit einem Großaufgebot gegen die Flammen. Die massive Rauchwolke zog aufgrund des Windes über die Stadt. Es mussten zahlreiche Gebäude im Umfeld des Brandobjektes geräumt werden.

Dichte schwarze Rauchwolke bei Großfeuer in Aachen. Foto: dmp-press / Ralf Roeger

Um 10.47 Uhr brach das Feuer in dem Gebäudekomplex aus. Die Brandmeldeanlage leitete den Alarm in die Leitstelle der Feuerwehr Aachen. Hier wurde direkt ein Großaufgebot im ersten Abmarsch alarmiert.

Für die Feuerwehr war von Beginn an nur ein massiver Außenangriff möglich. Eine starke Riegelstellung verhinderte die weitere Brandausbreitung. Das Dach des Gebäudes stürzte bereits nach kurzer Zeit ein. Immer wieder kam es zu Detonationen.

“Insgesamt sind etwa 80 Kräfte der Berufsfeuerwehr und 80 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Auch dienstfreie Kollegen der Berufsfeuerwehr wurden gerufen, alle zwölf Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr sind aktiviert, so dass die Grundsicherung in der Stadt gewährleistet ist. Die Polizei ist mit 40 Beamten im Einsatz”, berichtete das Presseamt der Stadt Aachen zwischenzeitlich.

Der Bereich um die Einsatzstelle wurde weiträumig abgesperrt. Auch die Bewohner eines Übergangswohnheims mussten in eine Ersatzunterkunft gebracht werden. Der dichte schwarze Rauch zog in Richtung Osten. “Fenster und Türen geschlossen halten”, wurden die Aachener Bevölkerung und die Einwohner der angrenzenden Orte um Eschweiler, Stolberg und Würselen gewarnt. Durchgängig waren drei Mess-Kraftwagen unterwegs, um die Schadstoffe zu messen.

Bernd Geßmann, stellvertretender Fachbereichsleiter der Feuerwehr Aachen: “Uns hilft heute das windige Wetter. Die Schadstoffbelastung in der Luft erfuhr so eine sehr schnelle und sehr hohe Verdünnung.” Die gemessenen Werte seien unterhalb der Nachweisgrenze.

Großbrand an der Hochschule

Ein Großbrand an der Hochschule in Aachen sorgte Anfang Februar 2016 für einen umfangreichen Einsatz der Feuerwehr Aachen. Mit teilweise 160 Einsatzkräften kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen.

Kurz vor 23 Uhr schlug eine Brandmeldeanlage im Werkzeugmaschinenlabor der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen Alarm. Die Leitstelle verständigte die Feuerwache 3 der Berufsfeuerwehr. Bereits auf der Anfahrt konnten die Kräfte eine starke Rauchentwicklung aus dem Dach feststellen. Die Alarmstufe wurde daraufhin erhöht.

Großeinsatz für die Feuerwehr Aachen an der Hochschule. Foto: Ralf Roeger
Großeinsatz für die Feuerwehr Aachen an der Hochschule. Foto: Ralf Roeger (Bild: dmp press)

Beim Eintreffen der ersten Kräfte waren Flammen im Dachbereich sichtbar. Die Feuerwehr baute einen umfangreichen Löschangriff und Riegelstellungen zu benachbarten Gebäuden auf. Doch das Feuer erfasste den Gebäudekomplex vollständig. Ein Innenangriff war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, da die Gefahr für die eingesetzten Kräfte zu groß gewesen wäre. Bereits 20 Minuten nach Einteffen der Feuerwehr stürzte ein Teil des Gebäudes ein. Um die nötige Personalstärke zur Bekämpfung des Großbrandes bereitstellen zu können, wurde die Alarmstufe ein weiteres Mal erhöht.

Umfangreiche Brandbekämpfung beim Großbrand an der Hochschule in Aachen. Foto: Ralf Roeger
Umfangreiche Brandbekämpfung beim Großbrand an der Hochschule in Aachen. Foto: Ralf Roeger (Bild: dmp press)

Sowohl der dritte Zug der Feuerwache Süd als auch vier Züge der freiwilligen Feuerwehr werden in den Einsatz eingebunden. Der Brand wird über insgesamt vier Hubrettungsfahrzeuge mit Wenderohren, sechs Werfern und mehreren B-Rohren bekämpft. Am frühen Freitagmorgen konnte die Einsatzleitung „Feuer aus“ melden. Einzelne Kräfte blieben zur Brandwache vor Ort.

Größter Brand seit Jahrzehnten

Aachen (NW) – In einem Möbellager in Aachen kam es im Sommer 2015 zu einem Großbrand. Das Feuer breitete sich schnell aus und erfasste auch weitere Gewerbebetriebe, die in dem Gebäudekomplex ansässig waren. Neun Zügen der Feuerwehr Aachen und weiteren Kräften gelang es zum Mittag das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Um 3.19 Uhr erfolgte die Alarmierung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr Aachen. Das Lager einer Möbelfirma brannte in voller Ausdehnung. Ein angrenzendes Fitness-Studio konnte nicht mehr gerettet werden. Mehrere kleine Betriebe und eine Fußballhalle, die sich auch in dem Gebäudekomplex befanden sind stark beschädigt.

Bei einem Großbrand in Aachen ist ein Gebäudekomplex mit mehreren Gewerbebetrieben zerstört worden. Foto: Ralf Roeger
Bei einem Großbrand in Aachen ist ein Gebäudekomplex mit mehreren Gewerbebetrieben zerstört worden. Foto: Ralf Roeger

Zur Brandbekämpfung setzte die Einsatzleitung neben mehreren Trupps am Boden auch vier Drehleitern und insgesamt sechs Monitore ein. Da jeder der Monitore 1.600 Liter Wasser pro Minute verbrauchte, war die Löschwasserversorgung sehr aufwändig. Aus zwei zentralen Leitungen sowie dem Fluss Wurm wurde das Wasser entnommen. Ebenso verstärkte das Wasserwerk Reichswald die Wasserversorgung im Leitungsnetz.

Über 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr Aachen waren an der Brandbekämpfung beteiligt. Zum Einsatz kamen die komplette Berufsfeuerwehr der Stadt mit drei Löschzügen sowie die freiwilligen Feuerwehren Mitte, Eilendorf, Haaren, Nord, Sief und Kornelimünster. Darüber hinaus rückten die Feuerwehr Eschweiler und das THW zur Unterstützung aus.

Damit die rückwärtige Sicherung gewährleistet werden konnte, besetzten 70 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Richterich, Walheim, Verlautenheide, Laurensberg und Brand die Wachen der Berufsfeuerwehr.

Feuerwehrchef Jürgen Wolff gab in einer Pressekonferenz an, dass es sich um den größten Feuerwehreinsatz der zurückliegenden Jahrzehnte handele. Die Löscharbeiten dauerten noch den ganzen Tag an.

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