Feuerwehr Aachen

Die Brandschützer der Kaiserstadt

Rund 360 Berufsfeuerwehrleute sind, gemeinsam mit rund 520 ehrenamtlichen Kameraden in 12 Löschzügen, für den Schutz der Bürger in der Kaiserstadt Aachen zuständig. Die Berufsfeuerwehr rückt aus drei Feuer- und Rettungswachen aus. Nur 2,5 Kilometer entfernt von Dom und Rathaus befindet sich die Hauptwache östlich der Innenstadt.

>> Große Reportage im Feuerwehr-Magazin 5/2018 <<

Die Hauptwache wurde in den letzten Jahren komplett saniert. Sie verfügt über eine Fahrzeughalle mit 20 Abschnitten, größtenteils mit Platz für je zwei Fahrzeuge. Auf dem Gelände entstand ein weiteres großes Gebäude für die Verwaltung und die Städteregionale Leitstelle Aachen. Auch hier finden bis zu sechs Einsatzfahrzeuge in der Halle Platz.

HLF mit Besatzung auf dem Katschhof hinter dem Aachener Rathaus. Foto: Patzelt

Auf rund 160 Quadratkilometer Fläche erstreckt sich das Gebiet der westlichsten Großstadt Deutschlands – vergleichbar mit Freiburg im Breisgau (BW) und Saarbrücken sowie etwas kleiner als Potsdam (BB) und Nürnberg (BY). Etwa 245.00 Einwohner leben in Aachen.

Geschichte, Forschung und Studentenleben – die Stadt Aachen

„Aachen ist menschlich eine sehr junge Stadt, stark geprägt durch Studentenleben“, sagt Stefan Herrmann vom Stadtpresseamt. „Immerhin sind von den 245.000 Einwohnern derzeit knapp 55.000 Studenten – also mehr als jeder fünfte Aachener studiert.“ Davon profitiert teilweise auch die Berufsfeuerwehr – beispielsweise durch Quereinsteiger aus den naturwissenschaftlichen Studiengängen oder dem Bereich Bauingenieurwesen.

Mit knapp 44.000 Studierenden gilt die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) als die größte Uni für technische Studiengänge in Deutschland. Außerdem gibt es noch die Fachhochschule und diverse spezialisierte Hochschulen im kulturellen Bereich. Mit dem Universitätsklinikum besitzt Aachen das größte zusammenhängende Krankenhausgebäude Europas. In dem Gebäudekomplex, der auch für ein Kraftwerk gehalten werden könnte, befinden sich die Krankenversorgung, Lehreinrichtungen und Forschungszentren unter einem Dach.

Aachen ist außerdem eine Hochburg für Sportveranstaltungen. Zwar spielt der Traditionsverein Alemannia Aachen in seinem 33.000 Zuschauer fassenden Stadion „Neuer Tivoli“ nur noch Viertliga-Fußball. Dafür ist der Reitsport ein echter Publikumsmagnet. Zum weltbekannten CHIO-Turnier strömen Zehntausende in den Sportpark Soers. 40.000 Zuschauer fasst das Stadion für die Springreitwettbewerbe, 6.300 Plätze hat das Dressurstadion. Diese sind weit im Voraus ausverkauft.

Der Aachener Dom ist das bedeutendste Bauwerk der Stadt und gehört zum UNESCO-Welterbe. Er besteht aus mehreren Bauabschnitten – mit dem über 1.200 Jahre alten Oktogon als Zentralbau und dem Westwerk als wichtigste Elemente. Der Katschhof verbindet den Dom mit dem beeindruckenden Rathaus aus dem 14. Jahrhundert. Markant sind die Türme auf beiden Seiten. Vor dem Rathaus befindet sich der Marktplatz mit dem Karlsbrunnen. Dom, Katschof, Rathaus und Markplatz bilden den beeindruckenden Stadtkern. Hier trifft Geschichte im Alltag auf junge Menschen. In der Altstadt genießen die Studierenden gerne die freien Zeiten im Studentenleben.

Am Aachener Dom mit einer Hubrettungsbühne angeleitert. Im Hintergrund ist die Rückseite des Rathauses zu sehen. Foto: Patzelt

Einsätze der Feuerwehr Aachen

Großbrand an der Hochschule

Ein Großbrand an der Hochschule in Aachen sorgte Anfang Februar 2016 für einen umfangreichen Einsatz der Feuerwehr Aachen. Mit teilweise 160 Einsatzkräften kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen.

Kurz vor 23 Uhr schlug eine Brandmeldeanlage im Werkzeugmaschinenlabor der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen Alarm. Die Leitstelle verständigte die Feuerwache 3 der Berufsfeuerwehr. Bereits auf der Anfahrt konnten die Kräfte eine starke Rauchentwicklung aus dem Dach feststellen. Die Alarmstufe wurde daraufhin erhöht.

Großeinsatz für die Feuerwehr Aachen an der Hochschule. Foto: Ralf Roeger
Großeinsatz für die Feuerwehr Aachen an der Hochschule. Foto: Ralf Roeger (Bild: dmp press)

Beim Eintreffen der ersten Kräfte waren Flammen im Dachbereich sichtbar. Die Feuerwehr baute einen umfangreichen Löschangriff und Riegelstellungen zu benachbarten Gebäuden auf. Doch das Feuer erfasste den Gebäudekomplex vollständig. Ein Innenangriff war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, da die Gefahr für die eingesetzten Kräfte zu groß gewesen wäre. Bereits 20 Minuten nach Einteffen der Feuerwehr stürzte ein Teil des Gebäudes ein. Um die nötige Personalstärke zur Bekämpfung des Großbrandes bereitstellen zu können, wurde die Alarmstufe ein weiteres Mal erhöht.

Umfangreiche Brandbekämpfung beim Großbrand an der Hochschule in Aachen. Foto: Ralf Roeger
Umfangreiche Brandbekämpfung beim Großbrand an der Hochschule in Aachen. Foto: Ralf Roeger (Bild: dmp press)

Sowohl der dritte Zug der Feuerwache Süd als auch vier Züge der freiwilligen Feuerwehr werden in den Einsatz eingebunden. Der Brand wird über insgesamt vier Hubrettungsfahrzeuge mit Wenderohren, sechs Werfern und mehreren B-Rohren bekämpft. Am frühen Freitagmorgen konnte die Einsatzleitung „Feuer aus“ melden. Einzelne Kräfte blieben zur Brandwache vor Ort.

Größter Brand seit Jahrzehnten

Aachen (NW) – In einem Möbellager in Aachen kam es im Sommer 2015 zu einem Großbrand. Das Feuer breitete sich schnell aus und erfasste auch weitere Gewerbebetriebe, die in dem Gebäudekomplex ansässig waren. Neun Zügen der Feuerwehr Aachen und weiteren Kräften gelang es zum Mittag das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Um 3.19 Uhr erfolgte die Alarmierung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr Aachen. Das Lager einer Möbelfirma brannte in voller Ausdehnung. Ein angrenzendes Fitness-Studio konnte nicht mehr gerettet werden. Mehrere kleine Betriebe und eine Fußballhalle, die sich auch in dem Gebäudekomplex befanden sind stark beschädigt.

Bei einem Großbrand in Aachen ist ein Gebäudekomplex mit mehreren Gewerbebetrieben zerstört worden. Foto: Ralf Roeger
Bei einem Großbrand in Aachen ist ein Gebäudekomplex mit mehreren Gewerbebetrieben zerstört worden. Foto: Ralf Roeger

Zur Brandbekämpfung setzte die Einsatzleitung neben mehreren Trupps am Boden auch vier Drehleitern und insgesamt sechs Monitore ein. Da jeder der Monitore 1.600 Liter Wasser pro Minute verbrauchte, war die Löschwasserversorgung sehr aufwändig. Aus zwei zentralen Leitungen sowie dem Fluss Wurm wurde das Wasser entnommen. Ebenso verstärkte das Wasserwerk Reichswald die Wasserversorgung im Leitungsnetz.

Über 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr Aachen waren an der Brandbekämpfung beteiligt. Zum Einsatz kamen die komplette Berufsfeuerwehr der Stadt mit drei Löschzügen sowie die freiwilligen Feuerwehren Mitte, Eilendorf, Haaren, Nord, Sief und Kornelimünster. Darüber hinaus rückten die Feuerwehr Eschweiler und das THW zur Unterstützung aus.

Damit die rückwärtige Sicherung gewährleistet werden konnte, besetzten 70 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Richterich, Walheim, Verlautenheide, Laurensberg und Brand die Wachen der Berufsfeuerwehr.

Feuerwehrchef Jürgen Wolff gab in einer Pressekonferenz an, dass es sich um den größten Feuerwehreinsatz der zurückliegenden Jahrzehnte handele. Die Löscharbeiten dauerten noch den ganzen Tag an.

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