Bereitschaft der Kreisfeuerwehr Nienburg

Einsatz für deutsche Kräfte in Schweden beendet

Hannover/Stockholm – In den letzten 10 Tagen war eine Feuerwehrbereitschaft für Waldbrandbekämpfung der Kreisfeuerwehr Nienburg (NI) im Einsatz in Schweden. Sie kamen in der Region Darlanas Län, nordwestlich von Stockholm, zum Einsatz. Besonders beeindruckend war das herzliche Willkommen der Bevölkerung. “Wir haben so viel Zuspruch und Dankbarkeit bei unserer Ankunft erlebt, das ist überwältigend”, betont Bernd Fischer.

Am Wochenende …

setzte dann endlich auch Regen ein. Insgesamt wurde die Lage in den schwedischen Wäldern entspannter, immer mehr Feuer waren unter Kontrolle. So entschieden sich die Schweden nun doch, die internationalen Kräfte – also auch Polen und Deutschland – aus ihren Einsätzen zu entlassen. Heißt, die Ablösung aus Nienburg wurde nicht in Marsch gesetzt und die Bereitschaft vor Ort kehrt am Dienstag nach Deutschland zurück.30

Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, und Karl-Heinz Banse, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, machten sich selbst auf den Weg nach Schweden, um die Feuerwehrbereitschaft zu besuchen.

Was bringen die Bombenabwürfe?

Mittlerweile haben die Schweden begonnen, mit Bombenabwürfen gegen das Feuer vorzugehen. Was diese Methode bewirken soll:

Am Donnerstag …

wurde nun bekannt: Der Einsatz geht weiter! Von der Kreisfeuerwehr Nienburg machen sich die nächsten Freiwilligen Feuerwehrleute bereit, um am Wochenende nach Schweden aufzubrechen. Sie fahren mit einem Reisebus in die Region Darlanas Län. Dort werden dann die Fahrzeuge übergeben, die “frischen” Kräfte in die Einsatzaufgaben eingewiesen. Anfang der Woche rückt dann die erste Bereitschaft mit dem Reisebus ab und kehrt nach Nienburg zurück.

Seit Dienstag …

sind die niedersächsischen Feuerwehrkräfte in die Waldbrandbekämpfung eingebunden. Sie bekämpfen aktuell Flammen nahe des Ortes Särna. Martin Voß gegenüber dem NDR: “Wir arbeiten hier mit den Schweden sehr eng zusammen, weil die Taktik doch eine ganz andere ist als das, was wir bei uns in Deutschland kennen. Die Wasserversorgung ist deutlich schwieriger, die Entfernungen sind viel größer und es sind keine Wege im Wald, so wie wir das kennen.”

Die Nienburger gehen gemeinsam mit schwedischen Kräften vor, legen beispielsweise gezielte Gegenfeuer, um die Brandausbreitung zu bekämpfen. Im 6-Stunden-Takt werden die erschöpften Kräfte abgelöst. 

Für die Nienburger Kameraden stehen nun 7 Tage Einsatz an, wie Karl-Heinz Banse, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, gegenüber dem NDR mitteilte. DFV-Präsident Ziebs betont in einer Pressemeldung: “Es ist leider zu erwarten, dass der gesamte Einsatz länger dauern wird als die vorerst geplanten sieben Tage. Die Wetterlage soll sich wieder verschärfen, sodass die Brandgefahr weiter steigen soll.”

Am Montag…

…war Einsatzleiter Brandrat Martin Voß zunächst zur Erkundung in einem Hubschrauber unterwegs. Er verschaffte sich einen Überblick über das Einsatzgebiet der Feuerwehrbereitschaft und wurde in die Lage eingewiesen. “Wir konnten die Lage genau betrachten und sehen, wie die jetzt eingesetzten Kräfte operieren”, betonte Voß. “Es ist extrem wichtig, sich so gut auf den Einsatz vorbereiten zu können.”

Brandrat Martin Voß ist Einsatzleiter der Nienburger Feuerwehrbereitschaft. Foto: Innenministerium Niedersachsen

 

Blick auf das Einsatzgebiet während eines Erkundungsfluges. Foto: Innenministerium Niedersachsen

Währenddessen errichteten die Kameraden das Camp nahe des Ortes Särna, wie ein kleines Jugendfeuerwehr-Zeltlager. Die Feuerwehrbereitschaft verfügt über eine Infrastruktur, die ein fast komplett autarkes Handeln ermöglicht: Von Duschzelten bis zum Verpflegungsplatz mit dem großen Gerätewagen Küche.

Das Nienburger Camp ist in direkter Nachbarschaft zu den Standorten der schwedischen Feuerwehrkräfte, um den Austausch und die Koordination so eng wie möglich zu gestalten. Johan Szymaniski, Rettungsleiter Feuerwehr Schweden, und sein Stellvertreter Peter Bäcke tauschten sich mit Fischer und Voß aus, begrüßten anschließend die Freiwilligen Feuerwehrleute. 

 

Herzliches Willkommen in Schweden

In Schweden angekommen erlebten die deutschen Feuerwehrleute direkt eine große Dankbarkeit für die Unterstützung. In den sozialen Medien erschienen immer mehr Postings, wo die schwedische Bevölkerung die Kreisfeuerwehr Nienburg, aber auch Feuerwehrkräfte aus Polen herzlich begrüßte. 

Privatpersonen stellten den Helfern Getränke und Snacks bereit.

Abmarsch aus Nienburg und Fahrt nach Schweden

Eine erste Statusmeldung postete Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes: “Unsere Kräfte aus Niedersachsen sind 10 Stunden Fahrt vom Einsatzgebiet Dalarne entfernt. Wenn sie ankommen, bleibt ihnen eine kurze Erholungspause und gehen dann in den Einsatz.”

Das Königreich Schweden hatte am Freitag in einem sogenannten Hilfeleistungsersuchen die Bundesrepublik Deutschland um Hilfe gebeten, um die verheerenden Waldbrände in den Griff zu bekommen. Es stehen Wälder auf einer Fläche von über 200 Quadratkilometer in Flammen. Einheiten aus Niedersachsen und Bayern wurden dem Bund angeboten, die jetzt im Rahmen des EU-Gemeinschaftsverfahrens im Katastrophenschutz zum Einsatz kommen sollen.

“Der Gedanke der europäischen Solidarität ist für uns von besonderer Bedeutung. Und natürlich bieten wir Hilfe an und unterstützen, wo wir nur können”, so Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius. Die Zusammenstellung der Einheiten orientiert sich an Standards der EU und erlaubt den autarken Einsatz der Kräfte vor Ort.

Es geht los für die Kräfte der Feuerwehrbereitschaft auf Nienburg. Foto: Hegemann

Aus Niedersachsen machten sich 52 freiwillige Feuerwehrleute aus dem Landkreis Nienburg, darunter auch Kreisbrandmeister Bernd Fischer, mit insgesamt 11 Fahrzeugen auf den Weg in Richtung Schweden. Insbesondere Löschfahrzeuge, die größere Mengen Wasser an die Einsatzstellen bringen können, sind vor Ort gefragt. Unter den Fahrzeugen sind fünf TLF (aus Hoya, Rodewald, Bohnhorst, Stolzenau, Steyerberg). Die Einheit aus dem Landkreis Nienburg ist für eine Woche für den Einsatz in Schweden angefordert worden und konnte schnell und unproblematisch zusammengestellt werden. Derartige Einheiten können auch innerhalb Niedersachsens eingesetzt werden. Sie sind Teileinheiten sogenannter Kreisfeuerwehrbereitschaften.

>>Achtung! Große Gefahr von Flächen- und Waldbränden<<

Neben der Einheit aus dem Landkreis Nienburg wurden aus Niedersachsen für den Einsatz in Schweden auch noch Einheiten aus der Landeshauptstadt und der Region Hannover für die Hilfeleistung angeboten, welche jetzt zunächst als Reserve zur Verfügung stehen. “Der Brandschutz in Niedersachsen ist durch die Entsendung unserer Einheiten aber nicht gefährdet”, sagt Niedersachsens Landesbranddirektor Jörg Schallhorn. “Mit mehr als 124.000 ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männern und den hauptamtlichen Kräften der Berufs- und Werkfeuerwehren in Niedersachsen wird der Brandschutz auch weiterhin sichergestellt.” Die Nienburger werden im 1.200 Kilometer entfernten Darlanas Län eingesetzt. 

Der Deutsche Feuerwehrverband klärt nochmal über die Koordination der Einsätze und der Unterstützung für Schweden auf …

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Alles gute den Kameraden vor Ort,kommt heile und Gesund wieder nach Hause.
    Gruß von der Kreisbereitschaft Ost Hameln Pyrmont

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  2. Ich würde gerne helfen und habe ab 30.07. Urlaub ( bin aktiv in der FF Mollhagen/ Schleswig-Holstein). Sind weiter Hilfsaktionen geplant, bei denen ich mich einbringen kann?

    MfG

    Alex

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  3. Hej LIEBE Feuerwehren !
    Danke für die tolle Hilfe bei der Brandbekämpfung hier in Schweden.
    Wie stark die Anteilnahme der Schweden, aber auch der Deutschen
    ist, das kann man in meiner Facebook-Gruppe nachlesen. Es handelt sich um die größte deutsche Schwedengruppe
    Bei Facebook mit rund 14.000 Mitgliedern, davon ca. 10.000 Deutsche und rund 1.000 Schweden. Der Rest aus der Schweiz, Österreich, Holland. Vielleicht sind die Beiträge und Kommentare interessant.
    Hier der Link:
    Herzlich Willkommen in der
    Facebook-Group für alle Schwedenfreunde.
    https://www.facebook.com/groups/213684985753437/
    Vielen Dank / Tack så mycket.
    Ulrich Schumann

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