Rauchwolke kilometerweit sichtbar

200 Kräfte bei Großbrand gefordert

Mainz – Am gestrigen Nachmittag kam es im Mainzer Stadtteil Mombach zu einem Großbrand in einer Fahrzeugteilefirma: Ein als Lager genutzter Hallenteil auf dem Gelände der ehemaligen Alten Waggonfabrik stand dabei in Vollbrand. Zahlreiche Notrufe gingen ein, in Spitzenzeiten waren bis zu 200 Feuerwehrleute im Einsatz.

Durch eine ausgelöste Brandmeldeanlage alarmierte die Leistelle 15.51 Uhr die Feuerwache 2 mit dem Stichwort „B2 BMA“. Dieses wurde durch zahlreiche folgende Notrufe auf „B3 Werkstattbrand“ erhöht. Für die 15.56 Uhr ersteintreffenden Kräfte war bereits von weitem eine starke Rauchentwicklung sichtbar.

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Die Mitarbeiter der Firma hatten bereits vor Eintreffen das Gebäude unverletzt verlassen können. Einsatzleiter Branddirektor Martin Spehr konnte daher die Kräfte auf die Brandbekämpfung fokussieren. Er ließ mehrere Einsatzabschnitte bilden und nach ersten Maßnahmen um 16.12 Uhr auf „B4 Großbrand“ erhöhen. Ein Löschzug der Feuerwehr Wiesbaden sowie Kameraden aus den Kreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms rückten zur Unterstützung aus. Außerdem wurde dienstfreies Personal der Berufsfeuerwehr Mainz alarmiert.

Im Mainzer Stadtteil Mombach geriet eine Halle mit Fahrzeugteilen in Vollbrand. Rund 200 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr rückten zur Brandbekämpfung aus. Foto: Keutz TV-News

Da bereits Teile der Dachkonstruktion durchgebrannt waren, fand die Brandbekämpfung ausschließlich über einen Außenangriff statt. Dafür bauten die Einsatzkräfte eine Riegelstellung auf. Ein Tanklöschfahrzeug und drei Drehleitern sowie ein Teleskopmast der Feuerwehr Budenheim löschten vom erhöhten Standort. Bodengebunden bekämpften Kräfte Vornahme von C-Rohren die Flammen. Im Laufe des Einsatzes kamen 40 Pressluftatmer, weitere 40 Atemluftflaschen sowie rund 30 Atemschutzfilter zur Verwendung.

Augenzeugen berichteten von kleineren Explosionen, die sich innerhalb der Halle ereignet haben sollen. Gelagert waren dort neben Fahrzeugteilen auch diverse Betriebsstoffe. Die Polizei ließ weite Teile des Stadtteiles absperren. Über die Katastrophen-WarnApps Nina und Katwarn wurden die Anwohner gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Industriebrandbekämpfung
XXL-Großeinsätze zielsicher in den Griff bekommen Brände in Fabriken, Lager- und Maschinenhallen und ganz generell in Industrieanlagen sind in der Regel nicht nur „eine Nummer größer“, sondern oft auch darüber hinaus eine extreme Herausforderung für die Feuerwehrtechnik und -taktik: wegen drohender Domino- und Kaskadeneffekte, wegen großer Mengen potenziell brennbarer Stoffe, wegen hoher elektrischer Spannungen, wegen automatisierter Komponenten in Maschinen (Roboter & Co.
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Die Einsatzkräfte konnten das Übergreifen der Flammen auf angrenzende Hallenteile sowie benachbarte Hallen erfolgreich verhindern. Zu den Nachlöscharbeiten, die sich bis in 9.30 Uhr am Folgetag zogen, unterstützte das THW mit Beleuchtung und Radlader. Das Ablöschen der letzten Glutnester gestalte sich laut Auskunft von Björn Patzke von der Berufsfeuerwehr Mainz als schwierig, da ein Betreten des betroffenen Bereiches wegen akuter Einsturzgefahr nicht möglich war. Daher wurde der Teleskopgelenkmast 54 der WF Boehringer Ingelheim alarmiert. Dieser löschte unter Einsatz von Schwerschaum das Feuer endgültig.

Die Halle brannte komplett aus und ist einsturzgefährdet. Ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht im Einsatz. Zur Brandursache ist bislang nichts bekannt, auch die Höhe des Schadens ist noch unklar.

Neben dem Großbrand beschäftigten mehrere sich zum Teil zeitlich überschneidende Paralleleinsätze die Einsatzkräfte. Die Wachbesetzungen rückten noch zu drei automatischen Brandmeldeanlagen aus sowie zu einem Brand in einem Seniorenheim aus.

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