Produkt: Download 150 Jahre Magirus
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Die Geschichte des Fahrzeugherstellers Magirus und seiner Entwicklungen - von 1864 bis heute!
Einsatzfahrzeuge mit alternativen Antrieben

Erstes LF 10 mit Gasantrieb

Ulm (BW) – Ende September 2019 stellte Magirus als erster Hersteller ein Löschgruppenfahrzeug (LF) 10 mit gasbetriebenem Motor vor – und damit wohl das erste funktionsfähige Norm-Löschfahrzeug mit einem alternativen Antrieb in Deutschland. Auch der verlastete Stromerzeuger ist ein Novum: In seinem Motor wird Wasserstoff statt Benzin verbrannt.

Magirus stellte Ende September das erste Löschgruppenfahrzeug (LF) 10 vor, das mit Methan fahren kann. Es basiert auf einem Iveco EuroCargo 160-210 mit Straßenantrieb sowie einer Kraftstoffanlage für CNG (Compressed Natural Gas, komprimiertes Erdgas). Foto: Preuschoff

„Eine der ganz wesentlichen Fragen für die Zukunft im Bereich Lkw für die Feuerwehr ist das Thema alternative Antriebe.“ Mit diesem Statement enthüllte Magirus-Geschäftsführer Marc Diening das erste gasbetriebene Normfahrzeug Deutschlands. Damit geht das Unternehmen – nach der Vorstellung von Elektro-Kleinlöschfahrzeugen – den nächsten Schritt im Aufbau direkt einsetzbarer Feuerwehrfahrzeuge mit zuverlässiger alternativer Antriebstechnik. Diese sind unter dem Seriennamen Innovative Drive Line (iDL) zusammengefasst.

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Ganz bewusst soll das neue LF 10 iDL nicht die Universal-Lösung für alle Anwendungsbereiche sein. Diening: „Wir müssen die Möglichkeiten, die sich durch neue Technologien ergeben, nutzen. Dabei ist völlig klar: Keine technische Lösung ist für alle Bereiche vom ersten Tag an sinnvoll.“ Aber viele Kommunen stellen seit Jahren Teile ihres Fuhrparks auf erdgas- beziehungsweise biogasbetriebene Fahrzeuge um. Diese Antriebsarten gehören zu einem Förderprogramm des Bundes, dessen Ziel es ist, bis 2025 rund 10 Prozent der schweren Nutzfahrzeuge mit alternativen Antrieben zu beschaffen. So wurden im Zeitraum von Juli 2018 bis Juli 2019 insgesamt 1.333 Kommunal-Lkw mit Erdgasantrieb gefördert.

Die Beladung entspricht komplett der DIN 14530-5 „Löschfahrzeuge – Teil 5: Löschgruppenfahrzeug LF 10“. Foto: Preuschoff

300 Kilometer Reichweite pro Tankfüllung

Aufgebaut ist das LF 10 iDL auf einem Iveco EuroCargo 160-210 4×2 mit einer zulässigen Gesamtmasse von 16.000 Kilogramm. Bei einem Ausrüstungsgewicht von 1.500 Kilogramm sowie einem 1.600 Liter fassenden Löschwassertank liegt das Einsatzgewicht des Löschgruppenfahrzeugs unter 14 Tonnen. Seine Motorleistung beträgt 205 PS, die Kraftübertragung erfolgt über ein Allison-Automatikgetriebe. Der 420 Liter fassende CNG-Tank (CNG = Compressed Natural Gas, durch Druck komprimiertes Gas) erlaubt eine Reichweite von über 300 Kilometern. Getankt werden kann Methan (CH4), als Erd-, Bio- beziehungsweise Synthesegas. Die Beschleunigung entspricht den in der DIN 1846 „Feuerwehrfahrzeuge“ geforderten Werten (Beschleunigung aus dem Stand, Mindestgeschwindigkeit).

„Die Dauer des Tankvorgangs ist vergleichbar mit der von Dieselfahrzeugen“, sagt Christian Sulzer, Leiter Vertrieb Iveco für Deutschland und Österreich. „Dabei liegt der Kraftstoffpreis zirka 20 bis 30 Prozent unter dem Dieselpreis.“ Als Betriebsdauer im Pumpeneinsatz gibt er über 4 Stunden bei voller Leistung an. Eingebaut ist eine Magirus FPN 10-2000 (2.000 l/min bei 10 bar).
„Gerade bei Volllast wird Ihnen auch auffallen, dass das Fahrzeug deutlich leiser ist als ein Diesel betriebener Lkw“, so Sulzer. Rund 8 Dezibel weniger ergaben die Geräuschmessungen. Zudem entfällt das von vielen als unangenehm empfundene Nageln des Dieselmotors.

Als Stromerzeuger dient dieses mit Wasserstoff (H2) betriebene Modell der Firma H2SYS S.A.S. mit einer maximalen Leistung von 5,2 kVA. Foto: Preuschoff

Zur weiteren Ausstattung gehören eine Gas-Standheizung sowie akkubetriebene Rettungsgeräte. Der tragbare Stromerzeuger in G2 vom Typ BOXHY 5 der Firma H2SYS S.A.S. wird mit einer Wasserstoffzelle betrieben und liefert im Eco-Mode 3.200 Watt, im Power Mode 5.200 Watt über drei 230-Volt-Steckdosen. Aufgrund der teureren Fahrgestelle und der Integration der Gasanlage sind die gasbetriebenen Einsatzfahrzeuge zwar derzeit noch 5 bis 10 Prozent teurer als der vergleichbare Diesel. Dies könnte jedoch aufgrund der möglichen Fördergelder durch den Bund kompensiert werden.

Nur einige Aufkleber auf dem neuen LF 10 von Magirus weisen auf den alternativen Antrieb hin. Foto: Preuschoff
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Es gibt ja durchaus Szenarien bei denen die Wasserförderung länger als 4 Stunden aufrecht erhalten werden muss.
    Und dann? CNG Kanister und nachfüllen?

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  2. Warum nicht Autogas? Gibt es an jeder Ecke.

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