150 Jahre Magirus

Es war im Jahr 1864, als Conrad Dietrich Magirus in Ulm den Grundstein für sein Unternehmen legte. Heute steht sein Name in der ganzen Welt für Feuerwehrfahrzeuge aus Deutschland. Zahlreiche Innovationen sind in dieser Zeit entstanden. Hans-Joachim Profeld zeichnet die Firmengeschichte nach.

Im Jahr 1864 lässt Conrad Dietrich Magirus in der Firma der Gebrüder Eberhardt – ein Wagner und ein Schmied – unter deren Firmennamen erste von ihm konstruierte Leitern und Spritzen fertigen. Magirus arbeitet als Kommanditist und Prokurist in dem Unternehmen. Auf dem Feuerwehrtag in Leipzig 1865 stellt Magirus am Stand der Gebrüder Eberhardt verschiedene von ihm gebaute Feuerspritzen aus. Er ist zu dieser Zeit Kommandant der von ihm gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Ulm.

Am 19. April 1867 annonciert Magirus erstmals in der Deutschen Feuerwehrzeitung unter der Bezeichnung Feuerwehrrequisiten-Fabrik und empfiehlt sich für die Lieferung von Spritzen und Feuerwehrgeräten. In Reutlingen werden kurz darauf unter seinem Namen Fahrspritzen, Leitern und Ausrüstungsgegenstände ausgestellt. Und auf der Pariser Weltausstellung erhält Magi-rus eine Goldmedaille für eine Feuerspritze.

Mit der Ulmer-Leiter entwickelt er 1872 eine Zweirad-Schiebleiter, die bis zu 14 Meter ausgeschoben sowie im Freistand bestiegen und verfahren werden kann. Ein Jahr später erhält er auch für diese Konstruktion auf der Weltausstellung in Wien 1873 eine Goldmedaille.

1875 erfolgt die Erteilung eines Patentes auf eine fahrbare Elevator-Patent-Leiter, bei der das Aufrichten und Ausziehen durch eine Seilwinde erfolgt. Die Patentleiter kann – je nach Größe – sowohl auf einem zwei- als auch einem vierrädrigen Wagen (1876) mit lenkbarer Vorderachse und Pferdezug aufgebaut sein.

Im Selbstverlag veröffentlicht Magirus 1877 das Buch “Das Feuerlöschwesen in allen seinen Theilen”. Dieses hatte er be-reits 1851 geschrieben und zur Veröffentlichung gründlich überarbeitet. Unmittelbar am Wohnhaus von Magirus in der Promenade in Ulm entsteht 1881 eine Werkstatt zur Herstellung von Feuerwehrgeräten.

Im Jahr 1883 nimmt Magirus seinen ältes-ten Sohn Heinrich als Teilhaber in die nun als OHG (offene Handelsgesellschaft) geführte Firma auf. Auch die jüngeren Söhne Hermann und Otto arbeiten in der Firma mit. Otto entwickelt die Magirus-Balance-Leiter auf Zweirad-Fahrgestell.

Ein neues Fabrikgelände wird zwei Jahre später an der Schillerstraße in Ulm erworben. Es umfasst eine Fläche von 4.095 Quadratmetern. Zirka ein Viertel des Geländes wird mit Werkstätten bebaut. Unter anderem eine Leitermontierhalle, ein Spritzenmontiersaal, eine Modellschreinerei, Gießerei und Lackiererei sowie Leiterprüfstände.

1887 übergibt Kommerzienrat Magirus die Fabrik an seine drei Söhne. Die technische Leitung übernimmt Otto Magirus. Weitere drei Jahre später bietet das Unternehmen etwa 4.000 Artikel rund um das Feuerwehrwesen an. Durch Zukauf eines Fabrikgeländes können weitere Werkhallen geschaffen werden.

Die erste Drehleiter

Einen bedeutsamen Meilenstein setzt Magirus 1892 mit der Konstruktion der ersten Drehleiter. Die vierteilige Pferdezug-Drehleiter hat eine Steighöhe von 25 plus 2 Metern und ist mit einem Drehturm ausgestattet, der mittig auf der Fahrzeugplattform angeordnet ist. Alle Leiterbewegungen werden per Hand ausgeführt. Während in anderen Unternehmen der 13,5-Stunden-Arbeitstag die Regel ist, führt Magirus den 10-Stunden-Tag ein. Die Wochenarbeits-zeit beträgt damit 60 Stunden, auch der Samstag gilt als Arbeitstag.

Eine verbesserte Version der ersten Pferdezug-Drehleiter stellt Magirus 1893 zum 14. Deutschen Feuerwehrtag in München vor. Sie hat eine Steighöhe von 22 plus 3 Metern. Der Drehturm ist nun auf einem abgestuften Podium aufgebaut, wodurch sich ein günstigerer Schwerpunkt ergibt. Geliefert wird die erste Leiter der neuen Bauart nach Chemnitz (SN). Als weitere Neuheit zeigt Magirus in München eine pferdegezogene Petroleum-Motor-Spritze mit einer Förderleistung von 500 l/min. Sie kostet rund 5.000 Mark, die Leiter 7.000 Mark….

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