Entrauchung und Brandbekämpfung

Bielefeld beschafft Löschroboter LUF 60

Bielefeld (NW) – Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und die Feuerwehr Bielefeld haben gemeinsam ein Sonderlöschfahrzeug vom Typ LUF 60 beschafft. Hintergrund sind die laufenden Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude der Universität Bielefeld, bei denen zeitweise technische Brandschutzanlagen nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Mit hoher Wurfweite und großem Volumenstrom kann der ferngesteuerte Löschroboter Brände bekämpfen und Rauch gezielt abführen. (Bild: BLB NRW)

Während der abschnittsweisen Modernisierung des Universitätsgebäudes greift der Bauherr in die bestehende Gebäudesubstanz ein. Zudem stehen Brandmelde- und Entrauchungsanlagen zeitweise nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung. Als Eigentümer ist der BLB NRW verpflichtet, diese Einschränkungen durch geeignete Maßnahmen auszugleichen.

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In enger Abstimmung mit der Feuerwehr Bielefeld führten die Beteiligten Entrauchungssimulationen durch und prüften verschiedene Alternativen. Ergebnis dieser Abstimmung ist die gezielte Erweiterung der Einsatzoptionen der Feuerwehr durch ein Löschunterstützungsfahrzeug.

Das LUF 60 wurde ursprünglich für die Tunnelbrandbekämpfung entwickelt. Während der Bauphase übernimmt es Aufgaben, die sonst automatische Lösch- und Entrauchungsanlagen erfüllen. Insbesondere in der unterirdischen Fahrstraße des Universitätsgebäudes soll das System für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Nach Angaben der Beteiligten belaufen sich die Kosten für Anschaffung, Betrieb und Wartung in den kommenden Jahren auf 640.000 Euro. BLB NRW und Stadt Bielefeld tragen diese Summe anteilig.

Über den Einsatz an der Universität hinaus steht das Fahrzeug der Feuerwehr im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung. Es eignet sich unter anderem zur Entrauchung von Stadtbahntunneln sowie zur Brandbekämpfung und Ventilation in Industrie- und Gewerbehallen. Für den Universitätsstandort beschafften die Verantwortlichen zusätzlich einen leistungsstarken Zusatzlüfter, der seitlich am Fahrzeug montiert werden kann.

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Stationiert ist das 2.200 Kilogramm schwere Fahrzeug auf der Feuer- und Rettungswache Süd, der Schwerpunktwache für Sonderlöschmittel. Kräfte der Berufsfeuerwehr bedienen den Löschroboter, die Löschabteilung Eckardtsheim stellt die personelle Reserve. Zwei bis vier Einsatzkräfte steuern das System per Joystick.

Angetrieben wird das LUF 60 von einem 140 PS starken Dieselmotor (John Deere). Der Volumenstrom beträgt 90.000 Kubikmeter pro Stunde, mit Zusatzlüfter bis zu 150.000 Kubikmeter pro Stunde. Das Fahrzeug bewältigt Steigungen von bis zu 30 Grad. Zur Ausstattung gehören eine Löschkanone mit 360 Düsen und einer Wurfweite von bis zu 60 Metern, eine Druckerhöhungspumpe, ein Kamerasystem mit Wärmebildkamera sowie eine hydraulische Seilwinde.

Mit der Beschaffung stärkt die Feuerwehr Bielefeld nach Angaben der Beteiligten sowohl den baulichen Brandschutz am Universitätshauptgebäude als auch ihre Einsatzmöglichkeiten in komplexen und schwer zugänglichen Bereichen im gesamten Stadtgebiet.

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