Baderegeln und Verhalten bei Gewitter

Jugendfeuerwehr: Wichtige Tipps für Jugendleiter

Lange Wochenenden, Ferien – und viele Jugendfeuerwehren sind unterwegs: in Zeltlager und auf Freizeitfahrten. Das sind die Höhepunkte des Jahres. Doch Ihr solltet auch auf Eure Sicherheit achten. Wir erklären Euch die wichtigsten Baderegeln und geben Tipps zum Verhalten bei Gewitter.

Osterferien, Himmelfahrt, Pfingsten, Sommerferien, Herbstferien … für die Jugendgruppen gibt es im Jahr viele beliebte Zeiträume, gemeinsame Fahrten zu organisieren. Dann geht es an die Strände, Badeseen und in Freibäder. Aber nicht vergessen, hier gibt es einiges zu beachten.

16 konkrete Baderegeln

Denkt bitte erstmal an diese grundsätzlichen Hinweise:

  • Springt nicht überhitzt ins Wasser. Der Körper ist erhitzt und sollte zuvor abgekühlt werden. Andernfalls könnte es zu einem Schock kommen.
  • Badet nicht mit vollem, aber auch nicht mit ganz leerem Magen. Nach einer größeren Mahlzeit muss der Körper verdauen. Dafür benötigt er Energie, die ihm für andere Tätigkeiten fehlt.
  • Geht nur Baden, wenn Ihr Euch auch wirklich wohl fühlt.
  • Verlasst das Wasser, wenn Ihr friert. Das ist das erste Anzeichen einer Unterkühlung, der Körper verliert an Kraft.
  • In der Nähe von Booten und Schiffen zu baden ist gefährlich. Zum einen ist der Sog einer Schiffsschraube sehr stark und zum anderen können Schwimmer leicht übersehen werden.
  • Sollte es gewittern, verlasst sofort das Wasser. Der Blitz sucht sich immer den höchsten Punkt und im Wasser ist dies der Kopf.
  • Werft keinen Abfall ins Wasser.
  • Ruft nie um Hilfe, wenn Ihr nicht wirklich in Gefahr seid. Solltet Ihr aber in Gefahr sein, macht Euch laut und deutlich bemerkbar.
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Spezielle Tipps für Nichtschwimmer:

  • Ihr solltet die entsprechend markierten Bereiche nicht verlassen. Sollten keine Markierungen vorhanden sein, geht nur so tief ins Wasser, bis es Eure Brust erreicht.
  • Nichtschwimmer können in Panik geraten, wenn sie unter Wasser gedrückt werden und ertrinken.
  • Luftmatratzen, aufblasbare Tiere oder Inseln sowie Autoreifen bieten keine Sicherheit und sollten von Nichtschwimmern nicht genutzt werden. Diese können gerade beim Toben im Wasser schnell kaputt gehen.

Auch für Schwimmer gilt, sich nicht zu sicher zu fühlen und aufzupassen. Das solltet Ihr beachten:

  • Schwimmt nie im Bereich von Sprungbrettern oder Ähnlichem.
  • Springt nie in unbekannte Gewässer, wenn Ihr nicht abschätzen könnt, wie tief das Wasser wirklich ist und was sich am Bo-den alles befindet.
  • Solltet Ihr selbst springen, achtet darauf, dass Ihr niemanden gefährdet.
  • Badet nicht im Bereich von Sumpf- und Wasserpflanzen oder von Anlegern und Buhnen (Wasserbauwerke).
  • Schwimmt nicht zu weit hinaus. Ihr müsst immer bedenken, dass Ihr auch den Rückweg noch schaffen müsst.

Achtung, Gewitter!

Die Gefahr, wenn Ihr Euch bei schlechtem Wetter und speziell bei Gewitter im Wasser aufhaltet, haben wir ja aufgezeigt. Aber auch an Land, bei einem Orientierungslauf oder einfach beim draußen spielen, solltet Ihr auf Gewitter richtig reagieren.

Vor allem im Sommer kommt es häufig vor, dass schwarze Wolken heranziehen und ein starker Wind aufkommt. Es beginnt zu regnen, der Donner grollt und Blitze sind am Himmel sichtbar.
Vielleicht kennt Ihr den Spruch: „Eichen musst Du weichen, doch Buchen sollst Du suchen!“. Bitte nehmt diesen Spruch nicht für bare Münze, ein Blitz ist überhaupt nicht wählerisch und interessiert sich nicht für die Baumart, wenn er einschlägt.

Wie entsteht ein Gewitter?

Die Bedingungen für Gewitter sind sehr komplex. Vereinfacht gesagt lässt sich die Entstehung so erklären: Der Erdboden wird durch die Sonne aufgeheizt, Wasser aus dem Boden oder Gewässern verdunstet und mischt sich mit der Luft über dem Boden, die auf diese Weise erwärmt wird. Diese feuchtwarme Luft wird leichter, steigt nach oben und kühlt sich dabei wieder ab. Der enthaltene Wasserdampf kondensiert, dabei bildet sich eine Wolke, die sich nach und nach zu einer Gewitterwolke entwickeln kann.

Es entstehen innerhalb der Wolke Spannungsunterschiede, die sich dann in den für uns sichtbaren Blitzen entladen. Blitze erreichen eine Stromstärke von mehreren 100.000 Ampere und eine Temperatur von bis zu 30.000 Grad Celsius.

Der Blitzkanal wird schlagartig auf 30.000 Grad erhitzt, wodurch ein extrem hoher Druck entsteht. Die daraus resultierende Druckwelle bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 333 Meter pro Sekunde (Schallgeschwindigkeit) und wird von uns als Donnergeräusch wahrgenommen. Wie weit das Gewitter ungefähr noch entfernt ist, können wir wie folgt errechnen: Wenn es blitzt und 6 Sekunden später der Donner ertönt, dann ist das Gewitter rund 2 Kilometer entfernt. Man geht davon aus, dass 3 Sekunden ungefähr einem Kilometer entsprechen.

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10 konkrete Tipps: Verhalten bei Gewitter

Wenn das Gewitter näher kommt, dann bringt Euch schnellstmöglich in Sicherheit. Beachtet diese Tipps:

  • Ist mit einem Gewitter zu rechnen, sollte der Aufenthalt im Freien gemieden werden.
  • Gebäude mit Blitzableiter sind in der Regel sichere Aufenthaltsorte. Dabei ist aber zu beachten, dass beispielsweise kabelge-bundene Geräte sehr wohl geladen sein können. Verzichtet besser auf die Nutzung von schnurgebundenen Telefonen und sonstigen elektrischen Geräten während des Gewitters.
  • Fahrzeuge (Autos, Busse, Züge) bestehen aus Metall und stellen dadurch sogenannte Faradaysche Käfige dar, welche die Energie ableiten. Wichtig ist, dass die Fenster geschlossen sind.
  • Von Motorrädern und Fahrrädern solltet Ihr umgehend absteigen und mindestens 5 Meter Sicherheitsabstand zwischen Euch und das Zweirad bringen.
  • Während des Gewitters auf gar keinen Fall im Wasser aufhalten.
  • Bitte sucht keinen Schutz unter Bäumen, auch nicht unter Buchen. Bäume sind blitzschlaggefährdet und stellen somit ein hohes Risiko dar.
  • Haltet einen Sicherheitsabstand von rund 10 Metern zu Bäumen, Ampel- und Laternenmasten.
  • Auf Wiesen, freien Feldern und Sportplätzen solltet Ihr auf gar keinen Fall aufrecht stehen, sondern Euch einen möglichst tiefen Punkt (beispielsweise eine Senke) suchen und Euch dort hinhocken. Die Füße sollten dabei so nah wie möglich beiei-nander stehen. Dies gilt nur, sollte keine Unterschlupfmöglichkeit zur Verfügung stehen. Nicht hinlegen!
  • Ein Sicherheitsabstand von 3 Meter zu Metallzäunen, Waldrändern und anderen Menschen ist empfehlenswert. Deshalb sollten Gruppenmitglieder auch nicht dicht beieinander bleiben, sondern getrennt Schutz suchen.
  • Spürt Ihr das Nahen des Blitzes, etwa durch Hautkribbeln, sofort mit gesenktem Kopf hinhocken und die Knie mit den Armen umfassen.

Wir wollen Euch keine Angst machen und den Spaß am Baden und an anderen Aktivitäten im Freien nehmen. Das gehört schließlich zu richtig guten Jugendfeuerwehr-Freizeiten dazu. Aber dafür seid Ihr auch der Feuerwehrnachwuchs, solltet Gefahren im Blick haben und Eigenschutz groß schreiben. Schöne und unfallfreie Ferien!

Text: Katja Eichhorn, Jugendfeuerwehr-Autorin

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