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Feuerwehr-Magazin 6/2019
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Digitalfunk und TETRA-Strahlung: Gefährlich oder nicht?

In den Medien geistern immer mal wieder Meldungen zur angeblich gesundheitsschädigenden Wirkung der TETRA-Strahlung von Digitalfunkgeräten. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen konnten dies bislang nicht bestätigen. Trotzdem wird die Empfehlung ausgesprochen, die Trageweise an der Wange zu vermeiden.

Digitalfunk
Symbolfoto: Christian Patzelt

Vor einigen Jahren eskalierte die Debatte um die möglicherweise gesundheitlich gefährdende Wirkung der TETRA-Strahlung (offener Standard für den digitalen Bündelfunk, englisch: Terrestrial Trunked Radio) beim Digitalfunk. Viele Medien berichteten, die Dienstfähigkeit von Einsatzkräften mit längerem Kontakt zu digitalen Handfunkgeräten (HRT) sei gefährdet. 

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Daraufhin verwiesen die Autorisierten Stellen – die für den Digitalfunk zuständigen Behörden der Länder – auf eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) von 2012. Diese kommt zu dem Schluss, dass beim typischen Einsatz von TETRA-Funkgeräten im BOS-Netz (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) keine Überschreitung der geltenden Grenzwerte gefunden wurde – geltend für den Einsatz zur reinen Sprach- und SDS-Übertragung ohne Kanalbündelung bei 0,25 Watt mittlerer Sendeleistung.

Elektromagnetische Strahlen: Aktuelle Studienlage

Mittlerweile existieren relativ viele wissenschaftliche Arbeiten zu den Effekten von elektromagnetischer Strahlung – insbesondere (Mobil-)Funkstrahlung – auf den menschlichen Körper. Allein zwischen 1996 und 2013 seien 57 Beiträge mit unterschiedlichen Methoden veröffentlicht worden, die den Einfluss von Mobilfunk auf kognitive Fähigkeiten prüften, so eine Studien-Zusammenfassung von Heidi Danker-Hopfe und Kollegen, im Auftrag des BfS.

Das Ergebnis: Wenn Effekte gefunden wurden, waren diese sehr klein, zeigten sich nur in einzelnen Kognitionstests und fielen überwiegend sogar positiv aus – in Form von schnelleren Reaktionsfähigkeiten der Probanden. In vergleichbaren Arbeiten explizit zur TETRA-Strahlung fanden sich bislang keine negativen kognitiven Effekte.

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In einer groß angelegten britischen Studie, die 2019 im “British Journal of Cancer” erschien, wurden rund 48.500 Polizisten auf erhöhte Krebsrisiken bei der Digitalfunknutzung untersucht. In Großbritannien wird ebenfalls TETRA als Funkstandard genutzt. Die Probanden wurden über eine Dauer von durchschnittlich 2 bis 5 Jahren und maximal 10 Jahren, zur Intensität ihrer Funkgerätenutzung befragt beziehungsweise wurde diese aus einer Datenbank entnommen. Anschließend testeten die Wissenschaftler, ob sich in Abhängigkeit zur Nutzung erhöhte Krebsraten fanden – konnten aber kein erhöhtes Krebsrisiko feststellen.

Kopftrageweise an der Wange vermeiden

In einer deutschen Publikation, die im Dezember 2018 im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz erschien, wurde der Einfluss von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern, wie sie bei TETRA-Endgeräten entstehen, auf die Gehirnaktivität, den Schlaf und die kognitive Leistungsfähigkeit älterer Frauen getestet. Da in vorangegangenen Studien vornehmlich jüngere Männer als Probanden dienten, wollten die Studienautoren prüfen, ob hier ein Unterschied besteht. Im Ergebnis wurden zwar Auswirkungen auf die Gehirnaktivität der 30 Probandinnen gefunden, die sich aber in keiner Weise gesundheitlich oder im Verhalten negativ auswirkten. Dies deckt sich mit vorangegangenen Studien.

Allerdings wurde ein Phänomen häufiger beobachtet: die elektromagnetischen Strahlen können bei Trageweise am Kopf den anliegenden Hautbereich um weniger als 1 Grad Celsius erwärmen. Um die Strahlenbelastung möglichst gering zu halten, wird empfohlen die Kopftrageweise an der Wange zu vermeiden und das TETRA-Endgerät in der Brusttasche oder am Gürtel zu tragen. Alternativ können die Einsatzkräfte es in Frontposition vor das Gesicht halten.

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