Gewinner der DLR Design Challenge

Studierende stellen Konzept für Löschflugzeug vor

Stuttgart – 2022 sorgen zu geringe Niederschläge und zu große Trockenheit über ausgedehnte Zeiträume für stark erhöhte Waldbrandgefahr in Deutschland und Europa. Ein Team aus sechs Studierenden der Universität Stuttgart nahm sich des Themas an: Mit ihrem Entwurf für ein neuartiges hybrides Löschflugzeug gewannen die Master-Studierenden des Studiengangs Luft- und Raumfahrttechnik die diesjährige Design Challenge des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Im März schrieb die DLR den Wettbewerb – dieser richtet sich bundesweit an Studierende technischer Universitäten – mit der Fragestellung aus: Wie könnte im Jahr 2030 eine luftgestützte Brandbekämpfung aussehen? Bis zur Abgabe des schriftlichen Berichts Mitte Juli nahm sich das Team um Johannes Ritter Zeit, sich eingehend damit zu beschäftigen: „Ich bin zwar nicht bei der Feuerwehr, aber mit dem THW ebenfalls im Ehrenamt engagiert. Von daher passte das thematisch ganz gut“, gibt er gegenüber feuerwehrmagazin.de an.

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Die bisher für die Brandbekämpfung aus der Luft verwendeten Fahrzeuge haben ihre Vor- und Nachteile. Löschflugzeuge werden an Flughäfen oder Seen betankt und transportieren das Löschwasser über weite Strecken an den Brandort. Sie sind schnell, können weite Strecken zurücklegen. Dafür haben sie den Nachteil, dass viel Platz zum Starten und Landen sowie zur Wasseraufnahme benötigt wird. Hubschrauber dagegen besitzen mit ihren waagerecht liegenden Rotorblättern den Vorteil, dass sie zum Betanken senkrecht über der Wasseraufnahmestelle schweben können. Auch das Ablassen des Löschwassers kann präziser über dem Brandherd gesteuert werden. Sie sind aber langsamer.

In seinem Konzept zeigt das Team um Ritter, Benjamin Knoblauch, Günay Can, Hannes Kahlo, Nicolas Mandry und Prishit Modi – alle Master-Studierende und im Alter Anfang bis Mitte 20 – auf, wie sie die Geschwindigkeit der Flugzeuge mit der Flexibilität von Hubschraubern verbinden wollen.

Simulation des hybrid-elektrischen, zu Senkrecht-Starts fähigen Feuer-Löschflugzeugs „Inferno“. Ab dem Jahr 2030 könnte es bei der luftgestützten Bekämpfung von Feuersbrünsten eingesetzt werden. Foto: Universität Stuttgart/IFB, Team Inferno

Herausgekommen ist – bisher erst einmal im Modellstadium – „Inferno“ (steht für INtelligent FirE RespoNse Operation): ein Flugzeug, das zwei Flugzeugpropeller für den Vorwärtsflug mit acht Propellern für den Senkrechtflug vereint. Bewerkstelligen soll dies der Einsatz von leichten Faserverbundwerkstoffen sowie ein hybrid-elektrischer Antriebsstrang. Dieser setze sich aus Elektromotoren, einer Batterie und einer Gasturbine zusammen. So würde der Kraftstoffverbrauch deutlich reduziert. Eine Betankung aus der Luft ist möglich, so steht mehr Zeit zur Brandbekämpfung zur Verfügung.

Operieren soll das neuartige Flugzeug im Verbund von vier bis sechs baugleichen Fabrikaten, die mit verschiedenen Nutzlastmodulen ausgestattet werden können: Mittels des Löschwassermoduls werden die Flammen bekämpft, während ein bis zwei weitere Flugzeuge mit dem passenden Modul für Passagiere und Frachten dafür sorgen, dass Personen evakuiert werden können.

Die Stuttgarter konnten sich mit „Inferno“ Anfang August bei der offiziellen Veranstaltung der DLR Design Challenge in Hamburg gegen fünf weitere Teams durchsetzen: In ihrer Begründung lobte die Jury unter anderem die „geschickte Kombination von Technologien“.

Team „Inferno“ (v. l.): Nicolas Mandry, Hannes Kahlo, Prishit Modi, Günay Can, Johannes Ritter, Benjamin Knoblauch. Foto: Universität Stuttgart/IFB, Team Inferno

„Bereits nächste Woche stellen wir unseren Entwurf auch der internationalen Forschergemeinde vor, und zwar auf der ICAS (steht für Congress of the International Council of the Aeronautical Science, Anmerkung FM-Redaktion) -Konferenz. Im Zuge des Ende September stattfindenden Deutsche Luft und Raumfahrtkongress (DLRK) präsentieren wir es auch noch in Dresden. Mal sehen, wie es danach weitergeht. Wir hätten jedenfalls nichts dagegen, wenn sich ein Unternehmen bei uns melden würde, das bei der Verwirklichung von ‚Inferno‘ mit uns zusammenarbeiten möchte“, sagt Ritter.

Weitere Informationen bietet die Pressemitteilung der Universität Stuttgart sowie die Webseite „Meet Inferno Intelligent FiRe RespoNse Operation unter www.inferno-firefighting.info.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Wieso den ? Der Typ vereint Hubschraubervorteile mit Flugzeugvorteilen. Selbst bei geringere Last wäre mit diesem Modell der Flug zur Einsatzstelle schneller bewältigt.
    Dazu kommt , dass bei starken Feuern so starke Verwirbelungen in der Luft sind . Dies führt quasi dazu , dass Hubschrauber dort nicht mehr fliegen können.

    Ich denke dieser Hybrid hört sich sehr vielversprechend an.

    Meine Idee dazu wäre auch wieder über Luft Luft Träger nach zu denken. Sprich ein großes Luftschiff mit Tank an dem diese Flugzeugflotte hängt und zum Start abgekoppelt wird. Damit würde man noch mehr Sprit und Kapazitäten sparen.

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  2. Interessant was so kommentiert wird,
    – Geschichtskenntnis, – gendern, – Gründe die augenscheinlich die Idee von vornherein als unsinnig erscheinen lassen!?
    Also ich finde es gut und wichtig wenn Menschen nach Lösungen für Probleme suchen, die Entwicklung dauert, Rückschläge und Änderungen sind normale Begleiterscheinungen. Dranbleiben und die bestmögliche Lösung finden ist das Ziel, hierbei durchhalten und nicht aufgeben die Devise. Alle unproduktiven Bemerkungen ignorieren ist die Kunst!
    Also kurz: dranbleiben und weitermachen!!

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  3. Die Entwicklung, und vor allem die Zulassung eines neuen Flugzeuges ist extrem kostspielig und lohnt sich nur bei hohen Stückzahlen. Doch dazu ist der Markt zu klein und bereits unter anderen Anbietern aufgeteilt. Aber trotzdem, eine bemerkenswerte Studie, das Problem ist angekommen!

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  4. Welche Löschwasserkapazität hat dieses
    flugzeug? Alles unter 5000l wären nicht praktikabel. Weil da Hubschrauber genauso effektiv sind.

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  5. Diese “Studenten” scheinen in Geschichte aber nicht aufgepasst zu haben, zumindest diese Erfindung betrifft, denn so ein Flugzeug gab es schon mal!
    Ende der 1960er präsentierte Dornier die visionärste Konstruktion der deutschen Luftfahrtindustrie: einen düsengetriebenen Kampfzonentransporter, der senkrecht starten konnte.
    Es gab auch ein Schwenkrotor-Flugzeug V-22 “Osprey” für die US Soldaten.

    Herkömmliche Löschflugzeuge tanken im Flug auf und zwar direkt aus dem See, sicherlich kostet das Kraft und somit auch Treibstoff, aber wenn sie in der Luft betankt werden sollen …. ich bezweifle es sehr stark was da zum einen Treibstoff und zum anderen Zeit sparen soll??
    Das herkömmliche Löschflugzeug nimmt in nur 12 Sekunden 6 Tonnen Wasser auf

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  6. Feuerwehrleute*

    Nur so als Idee:
    man könnte auch gendern UND andere Probleme lösen.

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  7. Es würde wahrscheinlich Kraftstoff sparen, weil der Start- und Landevorgang deutlich mehr Energie benötigt als der eigentliche Flug.
    Immerhin muss das Flugzeug aus dem Stand so stark beschleunigt werden, dass es abhebt, und das bei einem hohen Gewicht. Bei Landen umgekehrt, das Flugzeug muss extrem abgebremst werden. Das ist deutlich Energie- und daher Kraftstoffintensiver als das Fliegen. Ist erstmal eine gewisse Geschwindigkeit erreicht, wird weniger Energie benötigt um in der Luft zubleiben.

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  8. Die Entwicklung dieser Maschine sollte gefördert werden.
    Sie könnten das Herzstück – plus Löschhubschrauber -der Bundesfeuerwehr sein.
    Eine neue Einheit, die mit einer eigenen Organisation für schnelle Alarmierung und Einsatz eine wesentliche Verbesserung der Waldbrandbekämpfung aus der Luft erreichen würde.
    Die Maschinen werden an einem Ort stationiert wo die Wartung und Ausbildung der Piloten erfolgt. Bei der Alarmstufe 2 und mehr werden die Maschinen auf die regionalen Einsatzstellen mit der regionalen Einsatzleitung dirigiert.Die Piloten sind in dieser Region bestens mit den
    Örtlichkeiten vertraut.Bei Alarmstufe 4 und 5 für die Waldbrandgefahr werden die Maschinen mit gefüllten Wasserbehälter startklar aufgestellt.
    Die Anforderung der Hilfe wird von dem Kreisbrandmeister direkt bei der
    regionalen Einsatzleitung vorgenommen.
    Ziel ist es, eine schnelle, optimale Brandbekämpfung zu erreichen.

    Der Wald hat in dieser Zeit des Klimawandel einer lebenswichtige Aufgabe!!!!!!

    Die Zuständigkeit der ” normalen” Feuerwehr wird nicht beeinträchtigt.
    Es versteht sich von alleine, dass die Rettungseinheiten auch für andere Rettungseinsätze vorgehalten werden.

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  9. Lieber Sebastian, was hat dein Kommentar mit dem Artikel zu tun? Und was genau wird dir weggenommen, wenn jemand eine andere Formulierung als du wählt? Dich zwingt niemand zu irgendetwas, sicher bist du so tolerant anderen zuzugestehen, dass sie anders als du sind, oder? Es ist sehr irritierend, niveaulosigkeit zu beklagen, aber dann einen solchen Kommentar zu schreiben…

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  10. “Eine Betankung aus der Luft ist möglich, so würde der Kraftstoffverbrauch deutlich reduziert und mehr Zeit zur Brandbekämpfung stünde zur Verfügung.”

    Kann mit jemand erklären, wie man durch die Luftbetankung Kraftstoff sparen kann? Man spart sicher Zeit, da man nicht landen/starten muß für die nächste Etappe. Aber sparen? Etwas seltsam 🙂 Man braucht insgesamt mehr Kraftstoff, oder fliegt das Tankflugzeug ohne Kraftstoff/Energie?

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  11. Studierende? Geht´s jetzt hier auch schon los mit dieser niveaulosen Genderei? Nur noch langweilig, wie eine Hammelherde laufen Alle diesem Unsinn hinterher…..
    Fehlen nur noch die Feuerwehrenden 🙁
    Sonst noch Probleme? Offenbar keine!
    Für mich ein weiteres Ablenkungsmanöver von den realen Problemen!

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