Schwierige Brandbekämpfung: Wenn das Reetdach brennt

Insel Sylt: Reetdachhaus direkt an der Nordsee abgebrannt

Sylt (SH) – Sonntagnachmittag brannte ein Reetdachhaus in List auf Sylt (Kreis Nordfriesland) aus. Das Doppelhaus direkt an der Nordsee wurde trotz des Großeinsatz der Feuerwehr komplett zerstört.

Der Brand in dem nördlichsten Ort der Insel Sylt brach um kurz vor 15 Uhr aus. Gemeldet durch eine Bewohnerin. Umgehend wurde ein Großaufgebot der Feuerwehr alarmiert. Kräfte der Ortswehren List, Kampen, Wenningstedt-Braderup und Westerland rückten an. Als die ersten Kräfte der Pflichtfeuerwehr List und der Freiwilligen Feuerwehr Kampen eintrafen, brannte das Dach des Gebäudes bereits lichterloh.

Stichwort Reetdachhausbrände

Reetdachbrände führen in den meisten Fällen zum Totalverlust des Gebäudes. Die Feuerwehr muss sich fast immer auf den Schutz anderer Gebäude beschränken. Einer der Gründe dafür liegt im Dachaufbau: Selbst im brennenden Zustand erfüllt das dicht gepackte Reet noch seinen eigentlichen Zweck und schirmt darunter liegende Schichten wirksam gegen Wasser oder andere Löschmittel ab. Das Wasser läuft zum größten Teil ohne Löschwirkung am Dach ab. Gleichzeitig bieten das Material und die verschiedenen Konstruktionen aber genug Möglichkeiten zur Ausbreitung des Feuers im Inneren der Dachhaut. Ein Abdecken der noch nicht betroffenen Dachfläche erweist sich als kaum oder nur sehr umständlich durchführbar: Bei modernen Weichdächern sind die Reetbündel mit Stahldrähten am Dachstuhl verschraubt. Früher wurden die Dächer mit Sisal „genäht“: Ein Durchbrennen lässt ganze Dachpartien abrutschen, was unter Umständen sogar von Vorteil ist, andererseits können dadurch aber auch Einsatzkräfte oder Rettungsmaßnahmen gefährdet werden. Deshalb immer auf Sicherheitsabstand achten.

Glücklicherweise hatte sich die Bewohnerin rechtzeitig aus dem Gebäude gerettet. Mit über 90 Kameraden baute die Feuerwehr einen massiven Löschangriff für die Brandbekämpfung auf. Gegen 18.20 Uhr meldete der Einsatzleiter “Feuer unter Kontrolle”. Erst um kurz nach Mitternacht war der Einsatz beendet.

Um die Einsatzbereitschaft weiter aufrecht zu erhalten, forderten die Sylter Feuerwehren unter anderem Schlauchmaterial und Reserve-Atemschutzgeräte vom Festland – von der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Niebüll – an.

In dem Reetdachhaus waren vier Wohneinheiten – größtenteils als Ferienwohnungen genutzt – eingerichtet. Die ersten Schätzungen zur Schadenhöhe belaufen sich auf knapp 2 Millionen Euro.

Reetdachhaus in Bremen-Huchting abgebrannt

Bremen – Am frühen Morgen des 20. Mai 2017 bricht ein Feuer auf dem Balkon eines Reetdachhauses in Bremen-Huchting aus. Als die Bewohner, Familie Lampe, die Flammen bemerken, greifen diese bereits auf das Reetdach über. Trotz eigener Löschversuche und der Brandbekämpfung durch ein Großaufgebot der Feuerwehr Bremen, werden das Dach komplett und größtenteils auch das Haus zerstört.

Als die ersten Kräfte eintrafen, stand das Dach bereits in Flammen. „Aufgrund der fortgeschrittenen Brandausbreitung und der enormen Wärmeentwicklung war ein Innenangriff nur noch begrenzt möglich“, erklärt Oliver Iden, als Direktionsdienst die meiste Zeit Einsatzleiter. „Das Feuer im Reetdach selbst konnten wir zunächst kaum eindämmen, weil sich die Flammen in das Reet regelrecht hineinfressen hatte und das Löschwasser abperlte.“

Schwierige Brandbekämpfung: Wenn das Reetdach brennt. Foto: Feuerwehr Bremen

Feuer bei Kamerad

Der Brand in Bremen war für die Einsatzkräfte der Feuerwehr zusätzlich belastend, weil einer der Bewohner, Diedrich Lampe, Feuerwehrkamerad der FF Bremen-Huchting ist. „Wir waren gemeinsam mit der Feuerwache 4 am Einsatzort“, erinnert sich Wehrführer Marco Gabrielli. „Als ,Didi‘ mich sah, rief er: ,Bitte rettet unser Haus’“. Gabrielli antwortete: “Wir geben alles, versprochen.”

Einsatzberichte zu den größten Bränden

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