Gefahrguteinsatz nach Lastwagen-Unfall

Öhringen (BW) – Rund 40.000 Euro Sachschaden entstand bei einem Unfall mit einem Lastwagen am Montagmorgen bei Öhringen (Hohenlohekreis) an der Autobahn 6. Die Feuerwehr musste die als ätzend und reizend deklarierte Ladung unter Atemschutz bergen. 

Der Fahrer eines Gliederzuges war gegen 6 Uhr in Fahrtrichtung Nürnberg unterwegs. Rund zwei Kilometer vor der Rastanlage Hohenlohe kam der Lkw nach Angaben der Polizei aus ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Laster schrammte zunächst an den Leitplanken entlang. Möglicherweise lenkte der Fahrer so hart gegen, so dass sich das Gespann aufschaukelte. Während die Zugmaschine rechts einen leichten Abhang von der Autobahn hinab rutschte, stürzte der Anhänger auf der rechten Spur der Autobahn um und verlor ein Teil seiner Ladung. Zwei folgende Autos konnten nicht mehr ausweichen und wurden durch umherfliegende Ladungsteile beschädigt.

Der Fahrer blieb bei dem Unfall unverletzt. Allerdings hatte der Stückgut-Lkw auf der Ladefläche der Zugmaschine teils giftige Waren geladen – wenn auch unterhalb der kennzeichnungspflichtigen Menge. Dabei handelte es sich um ätzende und reizende Stoffe. Der Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr Öhringen rückte mit 22 Kräften und fünf Fahrzeugen an. Unter Atemschutz entlud die Mannschaft den verunglückten Laster. Außerdem pumpten die Helfer Dieselkraftstoff aus der Zugmaschine ab. Die A 6 war während der Bergungsmaßnahmen teilweise nur ein- oder zweispurig befahrbar. Es bildete sich ein kleinerer Rückstau.

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Unfall auf der A 6 bei Öhrungen: Während Feuerwehrleute unter Atemschutz die als reizend und ätzend deklarierte Ladung bergen, führt ein Polizist Ermittlungen im Fahrerhaus durch. Foto: Oliver Färber
15 Kommentare zu “Gefahrguteinsatz nach Lastwagen-Unfall”
  1. Hans Meier

    “Die Feuerwehr musste die als ätzend und reizend deklarierte Ladung unter Atemschutz bergen” und was hat dann der Polizist im Führerhaus zu suchen??

  2. Steffen

    Feuerwehr unter Atemschutz,Polizei mit imunspritze ausgestattet.

  3. Timo S.

    es ist wiedermal ein bild, das den unsachgemäßen/unsinnigen einsatz einer abc komponente sehr deutlich zeigt!
    entweder ist der stoff gefährlich und erfordert den einsatz von schutzausrüstung und atemschutz geräte oder nicht.
    ich würde mich als pa träger mega angepist fühlen, wenn der 50m gefahrenabstand nicht eingehalten wird, bzw. ein polizist gefühlt 1m neben mir im führerhaus rumwuselt, ohne schutzausrüstung.
    der verantwortliche einsatzleiter sollte sich über den sinn seiner angeordneten maßnahmen gedanken machen, denn das was da zu sehen ist, ist purer unsinn!!!

  4. Der Polizist ist echt ein Hero. Die Feuerwehrler brauchen Schutzkleidung, Handschuhe und Pressluftatmer und unser Hero von Polizist gerad mal zwei Meter weiter braucht nichts 😉

  5. Entweder Gefahrguteinsatz mit allem erforderlichen Maßnahmen oder VKU LKW.

    aber auch verantwortliche Feuerwehrler sind wenige meter vom einsatzort zugange…

    dies ist verantwortungslos und muss dringend aufgearbeitet werden um das das nächste mal besser zu machen!!!
    SCHLECHTES VORBILD!!!

  6. Florian

    Das ist doch wie immer, du wirst zu nem BMA alarmiert wer ist schon drin die Polizei, du kommst zu nem Dachstuhlbrand wer ist schon im Haus die Polizei, du kommst zu nem Gefahrguteinsatz wer ist direkt am Ort des geschehen die Polizei “Bilder für den Richter machen” … Tja früher waren es die Götter in Weiß jetzt sind es die Götter in Blau!

    Aber wenn was passiert ist sich nicht der Polizist schuld!

  7. LadderKingKarl

    Und nicht nur der Polizist scheint immun gegen alle Arten von Gefahrstoffen zu sein – auch das Tragen einer blauen GF-Weste scheint sowohl PA als auch Schutzkleidung zu ersetzen.

    Hoffentlich ist wenigstens der Lkw gegen Umstürzen während des Entladevorgangs gesichert…

  8. Der Polizist ist definitiv zuweit forne. Bei uns heißen die wegen soetwas blaue Prüfröhrchen…..

    Die beiden FÜK sind meiner Meinung nicht zu nah dran, für die MG 8 (ätzende Stoffe) wird ein primärer Gefahrenbereich von ca. 15 m veranschlagt, das müsste hier hinhauen.

  9. Der Polizist braucht keine Schutzausrüstung, weil er die Frachtpapire lesen kann und wusste, das das Gefahrgut aus drei Eimern Farbe und zwei Kanistern Harz besteht…
    Die Feuerwehren übertreiben ganz gern mal 😉

  10. Trashman

    So wird es offiziell an der Kreisfeuerwehrschule gelehrt!
    Frage: Woran erkennt man als eintreffende Feuerwehr einen Gefahrgutunfall?
    Antwort: An den herumliegenden toten Polizisten!

  11. Stupser

    @all

    Ich zitiere mal die Feuerwehr Öhringen:

    “Der mit Stückgut beladenene LKW hatte unter anderem umweltschädliches Stückgut dabei, weshalb die Feuerwehr Öhringen mit dem Gefahrgutzug alarmiert wurde. Bei der Erkundung unter Atemschutz wurde direkt eine Palette der umweltschädlichen Beladung geborgen. Zwei Atemschutztrupps luden die unbeschädigten Eimer direkt aus dem LKW aus.”

    Wo steht denn bitte hier im Artikel das Gefahrgut ausgetreten ist?
    Warum muß man immer gleich auf die Polizei eindreschen, wenn man sich noch nichtmal mit dem elementarsten Hintergrundwissen auskennt?
    Desweiteren wenn dort Gefahrgut ausgetreten wäre, würde dort die Feuerwehr definitiv nicht nur mit der normalen PSA und umluftunabhängingen Atemschutz arbeiten und der Absperrbereich wäre definitiv größer.
    Da würde dann mit Sicherheit weder die Polizei noch die Führungskräfte der Feuerwehr ohne spezielle Schutzausrüstung im Absperrbereich herumirren.

    @bd112
    Wie kommst du auf die schmale Spur das bei Stoffen der Maßnahmengruppe 8 ein primärer Absperrbereich von 15m veranschlagt wird?
    Ich hoffe dir ist bewusst das Soffe der MG 8 auch giftige/brennbare/ätzende Gase entwickeln können und dann reicht bei einem Stoffaustritt definitiv nicht ein Absperrbereich von nur 15m!

    Was mir nicht in den Schädel will ist warum die Feuerwehr Öhringen den LKW unter Atemschutz entladen hat, obwohl kein Stoffaustritt vorlag.
    Wenn nach der Erkundung definitiv feststeht das alle Versandstück unbeschädigt sind, kann ich ganz normal unter der Standard-PSA den LKW entladen und brauche dafür nicht Atemschutz.

  12. Hans Meier

    @ Stupser

    Oha, elemtarstes Hintergrundwissen…?! “wenn dort Gefahrgut ausgetreten wäre, würde dort die Feuerwehr definitiv nicht nur mit der normalen PSA und umluftunabhängingen Atemschutz arbeiten” Aha! Und warum haben dann die Einsatzkräfte Ihrer Meinung nach trotzdem Atemschutz angelegt? Aus Spass oder Langeweile? Könnte nicht eventuell beim Umladen etwas beschädigt werden?

    Ich verstehe es nicht, man muss sich doch nicht in größeres Risiko begeben als unbedingt erforderlich.
    Selbst wenn das nur eine Übung wäre, trotzdem ist das Verhalten des Polizisten dumm!

  13. Stupser

    @Hans Meier
    Es handelte sich um Stoffe der Gefahrengruppe acht, diese sind ätzend und giftig.
    Und jetzt wollen sie mir erzählen wenn bei der Umladung ein Versandstück beschädigt wird und der Stoff austritt, das man dann mit umluftunabhängigen Atemschutz geschützt ist?
    Höchstens als Fluchtgerät taugt das und dann könnte ich auch mit Maske-Filter arbeiten.

    Desweiteren ist das Verhalten der Polizisten nicht dumm, sondern dem Gefährdungspotenzial angepasst.
    Das einzige was hier dumm ist, sind Kommentare wie das Verhalten der Polizei in diesem Fall war……
    Das die GF der Feuerwehr auch nur 5m danebenstehen juckt ja auch nicht….
    Wie soll bitte schön ein Verrsandstück beschädigt werden wenn man es mit Umsicht umlädt?

  14. Hans Meier

    @ Stupser

    “Desweiteren ist das Verhalten der Polizisten nicht dumm, sondern dem Gefährdungspotenzial angepasst.” Oha, interessant was so ein handelsüblicher Polizeibeamte alles kann. Die einen in Rot brauchen dafür einen Gefahrgutzug und die Helden in Blau nur ein Auge oder was?

    Selbst wenn in diesem Fall der Einsatz unter PA im Nachhinein nicht erforderlich gewesen scheint, so hat dies niemanden geschadet. Wäre der Einsatz dagegen anders verlaufen hätte dies erhebliche Gesundheitsschäden zur Folge gehabt. Also was wollen Sie?

    Ein solches Engagement ist nicht nur unangebracht, sondern schlichtweg dumm. Da nützt auch Ihr Versuch die Sache zu relativieren bzw. schön zu reden nichts.

    Fakt ist, dass sowas kein Einzelfall ist und so schon Polzeibeamte zu schaden kamen, wie z. B. hier:

    http://www.sat1bayern.de/news/20120313/vollsperrung-gefahrgut-unfall-auf-der-a3/

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