Finanzierung und Pandemie sorgten für Verzögerungen

Feuerwehrerlebniswelt: der lange Weg bis zur Eröffnung

Augsburg (BY) – Die Feuerwehrerlebniswelt (FEW) in der Fuggerstadt Augsburg verknüpft auf besondere Art und Weise Unterhaltung mit Lernen: Hier gibt es für Kinder/Jugendliche wie für Erwachsene viel zu entdecken, Feuerwehr-Laien und -Profis kommen auf ihre Kosten. Aber bis zur Eröffnung im März 2021 galt es viele Hürden und Rückschläge zu nehmen: 15 Jahre bis „Wasser marsch!“

Die Idee der 2021 eröffneten FEW reicht Jahrzehnte zurück. Frank Habermaier hatte zu seiner Zeit als Leiter der BF Augsburg (1992–2018) den Einfall. 2006 gründete er daher den Verein Feuerwehrerlebniswelt Bayern e. V. Ziel der Satzung: Aufbau und Unterstützung einer Feuerwehrerlebniswelt.

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Mit der Augsburger Frühjahrsausstellung 2007 fand ein Prototyp der heutigen FEW statt. Regelmäßig gab es in den nachfolgenden Jahren Versuche, Unterstützer zu akquirieren und eine geeignete Immobilie zu finden. „Letztendlich ist es dann immer am Geld gescheitert“, resümiert Habermaier. „Entweder waren die Mietpreise zu hoch oder es handelte sich um Kaufobjekte, in die wir enorme Summen für die Sanierung hätten stecken müssen.“ Bei einem Kauf mit anschließender Sanierung wären schnell 2 bis 3 Millionen Euro zusammengekommen.

Reihe teilweise historischer Schätze: Einsatzfahrzeuge aus verschiedenen Epochen sind in der FEW zu sehen. Foto: FEW

Anfang des Jahres 2019 tat sich eine vielversprechende Möglichkeit auf. Im Augsburger Martinipark – einem ehemaligen Industriegelände mit mehr als 35.000 Quadratmeter Hallenfläche – stand eine ausgemusterte Produktionsstätte zur Verfügung. „Plötzlich fanden wir tatsächlich Sponsoren. Zuvor war die Idee stets als unterstützenswert gelobt worden, Geld hatte aber keiner gegeben.“ Nun investierten lokale Firmen und Unternehmen aus dem Feuerwehrbereich. Die Stadtsparkasse löste ihr 10 Jahre zuvor getroffenes Versprechen einer Förderung ein. Der Mietvertrag konnte unterzeichnet werden, ab Januar 2020 begannen die Arbeiten.

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Ab März kam dann der erste Lockdown. Das habe die weitere Planung stark erschwert, denn eigentlich hatten viele Freiwillige und Ehrenamtliche aus den Feuerwehren oder aus dem Verein Eigenleistung erbringen wollen. Durch Kontaktbeschränkungen und Versammlungsverbote war dies unmöglich geworden. Nun mussten zu höheren Mehrkosten zahlreiche Arbeiten über Unternehmen verwirklicht werden. „Wir hatten aber Glück: Einige Firmen zeigten sich von der Idee begeistert und spendeten unserer gGmbH Teile ihrer Arbeitsleistungen oder des Materials.“

Wie gehen Feuerwehrleute bei der Technischen Hilfeleistung vor? Beim abgesperrten Unfallszenario erläutert Habermaier als ehemaliger Chef der Augsburger Berufsfeuerwehr das Vorgehen bei einem solchen Einsatz. Foto: FEW

10 Monate später sollte es nun richtig losgehen. Für Ende Oktober 2020 war die offizielle Eröffnung geplant. Aber die Verantwortlichen hatten sich zu früh gefreut: Genau an diesem Wochenende wurde ein erneuter Lockdown in Bayern ausgerufen. Habermaier: „Das war schon schlimm für uns alle. Am Tag der geplanten Eröffnung hatten wir geschlossen und konnten die nächsten Monate auch nicht mehr öffnen.“ Beim nächsten Versuch, dem 18. März 2021, ging es immerhin 5 Tage lang gut, bis zur nächsten Schließung.

Erst seit Mai 2021 ist die FEW dauerhaft für das Publikum zugänglich. Der Verein änderte nach Eröffnung seine Satzung und fungiert nun als Förderverein, der aber gleichzeitig auch Hauptgesellschafter der gemeinnützigen Feuerwehrerlebniswelt gGmbh auftritt. Weihnachten 2021 gab es einen weiteren kurzen Rückschlag mit Öffnung nur an den Wochenenden und Kurzarbeit für die Mitarbeiter. Seit allerdings die Covid-19-Beschränkungen mit dem Monat April 2022 wegfielen, verzeichnet die FEW einen deutlichen Anstieg bei den Besuchern.

Wer mehr lesen möchte zur FEW, findet die 6-seitige Reportage „Spielt mit dem Feuer“ im Feuerwehr-Magazin 8/2022. Erhältlich ist es im Zeitschriftenhandel oder versandkostenfrei im Feuerwehr-Magazin-Shop.

 

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