Einsätze nach Starkregen

Vor dem Keller pumpen richtig koordinieren

Einsatz für die Feuerwehr: Keller auspumpen – so ähnlich lauten immer häufiger die Einsatzstichworte für die Feuerwehren nach Starkregen. Aber statt routiniert in die Einsätze zu gehen und sich als Feuerwehr richtig zu strukturieren, hetzen viele Kräfte einfach los. Wir geben Hinweise, wie es besser laufen kann.

Einsatzbeginn und Personalstärke

Einsätze nach Starkregen gehören generell zum Alltag der Feuerwehr – glücklicherweise nur selten mit solch einem Ausmaß wie beispielsweise in Münster im Sommer 2014 oder in Berlin im Sommer 2017. >> Ausnahmezustand “Wetter” in Berlin – so lief der Feuerwehreinsatz.

Für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren gilt bei Alarmstichworten wie “Wasser im Keller”: Diese Einsätze sind in der Regel nicht so zeitkritisch, wie bei einem Brand oder in der Unfallrettung. Es bleibt genug Zeit, um vorsichtig und besonnen zum Feuerwehrhaus zu fahren.

Richtiges Vorgehen beim Unwettereinsatz

Einsätze nach Starkregen – darum dreht sich ein Kapitel in unserem Sonderheft zu Unwettereinsätzen. Darin findet Ihr umfassende Hinweise, worauf beispielsweise bei vollgelaufenen Kellern und überfluteten Unterführungen zu achten ist.

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Lest dazu auch den Kommentar “Kein Einsatz ist alltäglich” von Feuerwehr-Magazin-Redakteur Christian Patzelt

Hinweis: Für solche Einsätze Feuerwehrshirts im Spind bereit halten und dementsprechend auch anziehen. Ihr habt in der Regel die Zeit dafür. Sonst könnte es im Einsatzverlauf bei Arbeiten ohne Jacke zu peinlichen Situationen kommen, wenn ihr beispielsweise private Shirts mit Sprüchen an habt.

Auch bei der Besetzung der Einsatzfahrzeuge empfehlen wir, sich zunächst zu sammeln und dann die Mannschaft strategisch auf die Fahrzeuge zu verteilen. Dabei ist zu beachten, nicht mit allen verfügbaren Führungskräften oder Maschinisten auf das erste Löschfahrzeug zu springen. Bestenfalls wird jedes Einsatzmittel mit einer Staffel (1:5) besetzt. Ausrücken mit Gruppenstärke ist in der Regel nicht notwendig und kann sogar dazu führen, dass einige Kameraden am Einsatzort keine Aufgabe haben.

Tipp: Bei der Besetzung der Löschfahrzeuge unbedingt beachten, dass auch ein Atemschutztrupp mit an Bord ist. Es kann zwischendurch immer auch zu Brandeinsätzen kommen.

Typische Szene bei Einsätzen nach Starkregenereignissen: Feuerwehrmann kontrolliert Tauchpumpeneinsatz. Foto: Beytekin

Arne Sicks, Leiter der Feuerwehr Salzgitter, empfiehlt:

“Feuerwehren sollen bei Flächenlagen auch darüber nachdenken, Einsätze zu sammeln und zunächst Führungskräfte zur Erkundung zu entsenden, um unnötige Einsätze oder Bindung von Einheiten zu vermeiden.”

Funken und Kommunikation bei Unwetterlagen

Bereits vor dem Ausrücken sollte seitens der Leitstelle geregelt sein, einen alternativen Funkkanal für die Einsätze in der Unwetterlage zu nutzen. Es ist eminent wichtig, für zeitkritische Einsätze die vorgesehenen Frequenzen freizuhalten.

Das müssen Leitstelle und die jeweiligen Einheitsführer auch in Bezug auf die Rückmeldungen von den Unwettereinsätzen beachten. Es gilt, je mehr Einsätze disponiert werden müssen, desto weniger sollten Rückmeldungen eingefordert und gegeben werden. Die entsprechenden Informationen sollten sich auf dringende Nachforderungen beschränken. Alle weiteren Details können in den zeitnah nach dem Einrücken zu erfassenden Einsatzberichten berücksichtigt werden.

Tipp: Nur den Status geben, ausführliche Rückmeldungen vermeiden, um den Funkverkehr nicht zu überlasten.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Bei überfluteten Räumen vorher unbedingt elektrisch Messung mit dem “Prüfball” vornehmen.
    Räume elektrisch freischalten.
    Für die EP nur “eigenen” Strom (Stromerzeuger) verwenden.

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  2. Um der Vollständigkeit genüge zu tun sei hier auch erwähnt, dass es zum “Prüfball” auch Alternativen gibt.

    Der P2 der Fa. Zimmermann ist hier seit einiger Zeit am Markt und bietet da wohl eine gute Sicherheit durch eine permanente Selbstüberwachung.

    Das Freischalten der E-Stelle und der Betrieb der eigenen Stromerzeuger ist natürlich alternativlos.

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