Produkt: Sonderheft: Richtiges Vorgehen bei Wald- und Flächenbränden
Sonderheft: Richtiges Vorgehen bei Wald- und Flächenbränden
Alles, was Feuerwehrkräfte über das richtige Vorgehen bei Wald- und Flächenbränden wissen müssen – dieses 100 Seiten starke Sonderheft liefert Antworten!

Mundus: ein hygienischer Anhänger

Bremen – Aus einer Kundenanfrage entstand bei der Bremer Firma Domeyer eine Idee für einen Anhänger zur Reinigung von Atemschutzgeräteträgern beziehungsweise auch anderen Einsatzkräften. “Damit wollen wir eine Lösung zur Schwarz-Weiß-Trennung auch für die Feuerwehren schaffen, die keine baulichen Maßnahmen am Feuerwehrhaus durchführen können”, sagt Wolfgang Fennen von der Firma Domeyer, der Initiator der Idee. Die Feuerwehr habe damit zwei Möglichkeiten: Den Betrieb des Anhängers direkt vorm Feuerwehrhaus, sodass die Kräfte die Kontamination aus dem Atemschutzeinsatz gar nicht erst ins Gebäude tragen. “Oder noch besser: direkt an der Einsatzstelle, sodass auch die Mannschaftsräume der Fahrzeuge sauber bleiben”, ergänzt Fennen.

6,6 Meter lang ist der Prototyp des Einsatzstellen-Hygieneanhängers der Firma Domeyer. Er basiert auf einem Tandemachs-Anhänger der Firma Alko. Foto: Preuschoff

Der Weg eines Atemschutztrupps ist dabei folgender: Zunächst reinigen die Truppmitglieder ihre Stiefel an einer mobilen Stiefelwäsche. Danach geht es unter einen Pavillon, in dessen Schutz – sowohl vor der Witterung als auch vor Blicken – die PSA sowie die Atemschutzgeräte abgelegt werden. Diese werden luftdicht verpackt und zur Aufbereitung transportiert. Für die beiden Truppmitglieder führt der Weg jetzt in den Anhänger, wo sich immer zwei Personen parallel reinigen können. “So können auch Frauen und Männer gleichzeitig, aber voneinander getrennt duschen”, erklärt Jörg Schubert, Leiter der Division Feuerwehr und Rettungsdienst bei Domeyer. “Pro Stunde ist es somit möglich, dass bis zu 14 Personen durch den Anhänger geschleust werden.”

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Im Außenbereich vor den Zugängen zu den Duschen legen die Atemschutztrupps ihre kontaminierte PSA ab. Foto: Preuschoff
Einsatzstellenhygiene
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In einem Vorraum können die Feuerwehrleute sich die Hände waschen und sich anschließend entkleiden. Dann geht es in die durch Türen und Vorhänge abgetrennte Duschkabine. Im Anschluss wartet der Ankleideraum. Hier können je nach Konzept der Feuerwehr Trainingsanzüge oder frische Einsatzkleidung angelegt werden. Sie werden aus dem ganz vorn im Anhänger befindlichen Lager ausgegeben.

Über die Tür können Kleidung und Schuhe direkt von der Materialausgabe in den Ankleidebereich gegeben werden. Foto: Preuschoff

Alle Räume sind auf einem 6.600 Millimeter langen und 2.480 Millimeter breiten Kofferanhänger mit Doppelachse untergebracht. Dieser stammt von der Firma Alko und hat eine zulässige Gesamtmasse von 2.600 Kilogramm. “Die Verwendung von Alko-Fahrwerken garantiert eine bundesweite Ersatzteilversorgung sowie ein bundesweites Servicenetz”, ergänzt Patrik Felis vom Marketing-Team der Firma. “Der Anhänger bildet einen leichten, selbst von einem Pkw zu ziehenden Mobilraum, der gedämmt gegen Sonneneinstrahlung und Kälte ist.” Ein überlappendes GFK-Formdach sorgt zudem dafür, dass Regenwasser abgeleitet wird und sich im Winter keine gefährlichen Eisplatten bilden.

In seitlichen Technikräumen befinden sich die Warmwasserbereiter sowie die Anschlussmöglichkeiten für Wasser- und Stromversorgung. Foto: Preuschoff

In zwei von außen zugänglichen Technikräumen sind Warmwasserboiler, Sicherungen sowie die Anschlüsse für Wasser- und Stromversorgung untergebracht. “Für die Stromversorgung wird ein leistungsfähiger Stromerzeuger mit mindestens 13,5 kVA benötigt”, erklärt Schubert. “Auf eingebaute Tanks für Frischwasser haben wir verzichtet, um der Keimbildung vorzubeugen”, sagt Fennen. Alle Anschlüsse für Wasser sowie Abwasser sind mit Storzkupplungen versehen, sodass die Feuerwehren auf vorhandenes Material zurückgreifen können. Abwasser wird zentral abgeführt. “Hier können wahlweise Schläuche zur Einleitung in die Kanalisation oder eine Pumpe angeschlossen werden, mit der das Wasser zum Beispiel in Flextanks gefördert werden kann”, sagt Fennen.

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