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Abgepumptes Wasser sicher in Schächte einbringen

Klasse Erfindung: Schacht-Einlauf-Tonne

Hoya (NI) – Immer wieder müssen große Mengen Wasser abgepumpt und die Kanalisation eingebracht werden: nach Hochwassern, nach Bränden oder nach Gebäudeflutungen. In der Regel werden die losen Schlauchenden dafür einfach in einen Schacht gehängt und bestenfalls provisorisch gesichert. Doch welche Mengen packt ein Schacht überhaupt? Wie sicher ist das Verfahren? Und schädigt das Verfahren die Kanalisation vielleicht? Helmuth Pfitzmeier ließ die Problematik keine Ruhe. Und so entwickelte er die SET, die Schacht-Einlauf-Tonne. 

Zwei Kräfte werden benötigt, um eine SET in einen geöffneten Schacht einzusetzen. Foto: Hegemann

Nachdem in seinem Heimatort Mehlem bei Bonn ein kleiner Bach innerhalb von 30 Minuten auf 2,40 Meter Wasserstand angestiegen war, beschäftigte die Problematik Pfitzmeier. „Ich wohne selbst im Überflutungsgebiet“, so der 67-Jährige. „Seit 2010 hatten wir drei Hochwasserkatastrophen bei uns.“

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Die Idee kam ihm nach eigener Auskunft eines Nachts im Traum. „Ich bin aufgewacht und hatte das Aussehen ziemlich exakt im Kopf“, so Pfitzmeier. Am nächsten Morgen fertigte er eine erste Skizze von seiner Idee an. Ein befreundeter Maschinenbauingenieur machte daraus dann eine Art Schnittzeichnung. Anhand dieser wiederum besprach Pfitzmeier mit einem Metallbauer aus der Region die Machbarkeit und gab gleich einen Prototyp in Auftrag. „Der zuständige Schweißer war Feuerwehrmann und hat sich gleich mit eingebracht“, sagt der 67-Jährige. 

Zwei SET: die vordere ist im Schacht eingesetzt. Die hintere steht auf dem Boden. Europaweit beträgt der Schachtdurchmesser 60 Zentimeter. Foto: Hegemann

Im Herbst 2017 war die erste Schacht-Einlauf-Tonne fertig. Die Fachgruppe Wasserschaden Pumpen des THW-Ortsverbandes Bonn erprobte die Erfindung ausgiebig – und war begeistert. „Uns ging es genauso“, sagt Daniel Horstmann, Lehrkraft am THW-Ausbildungs­zentrum Hoya, wie die ehemalige Bundesschule inzwischen heißt. In Hoya hat das THW die komplette Wasser-Ausbildung gebündelt: Bootsführer, Schmutzwasserpumpen, Trinkwasseraufbereitung.

„Einfach, verständlich, vielseitig“, beschreibt Sabine Lützelschwab, die Leiterin des Ausbildungszentrums Hoya die SET. „Eigentlich kommt bei den ehrenamtlichen Helfern neues Equipment nur dann gut an, wenn es sich um etwas Elektronisches oder eine große Maschine handelt. Die SET ist beides nicht. Die Anwender sind trotzdem voll des Lobes.“

Aufgebaut ist die SET ganz simpel. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Tonne aus Edelstahl. Der Durchmesser beträgt 560 Millimeter, die Höhe 610 mm. Dank des Eigengewichts ab zirka 40 Kilogramm (je nach Ausführung) können zwei Kräfte die SET in den Schacht setzen. “Oder auch für viele andere Anwendnungen nutzen”, so der Erfinder. Als Beispiele nennt er die Funktion Quelltopf. Die Tonne wird dafür mit der geschlossenen Seite nach unten aufgestellt und abgepumptes Wasser hineingeleitet. Das Wasser steigt in der Tonne hoch und plätschert über den rand nach draußen. “So werden Schäden oder Ausspülungen am Untergrund vermieden”, so Pfitzmeier.

Quelltopf nennt sich diese Funktion der SET. Abgepumptes Wasser kann in der Tonne aufsteigen und plätschert über den Rand nach draußen. Die Strahlenergie wird absorbiert, Schäden am Untergrund vermieden. Foto: Hegemann

In der Februar-Ausgabe des Feuerwehr-Magazin 2019 haben wir die SET ausführlich vorgestellt. Hier kann das Heft als ganz bequem, bestellt werden: als Download oder gedruckte Ausgabe.   

Aufgrund des positiven Gesamteindrucks bieten wir die Schacht-Einlauf-Tonne inzwischen auch im Shop des Feuerwehr-Magazins mit an. >>>Wenn ihr hier klickt, seid ihr gleich an der richtigen Stelle.<<<   

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Ausführlicher Einsatzbericht zur Umweltkatastrophe durch kontaminiertes Löschwasser in Kirchberg an der Jagst(BW).

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Bestimmt gut, aber für die meisten Feuerwehrs wohl eine Nummer zu groß. Eine Saugleitung als Auslauf am Ende der B-Leitung reicht für das was eine TS so wegpumpt völlig aus. Gleicher Effekt und das Material haben wir schon auf’m Auto.

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  2. Sicherlich eine praktische Erfindung. In dem Artikel fehlt mir allerdings ein Hinweis:
    Vor dem Einleiten großer Mengen Wasser oder von kontaminiertem Löschwasser sollte man mit dem Kanalbetreiber sprechen. Ansonsten ist das Wasser zwar an der Einsatzstelle weg kann aber vielleicht wo anders (Hebeanlagen, Kläranlagen etc.) große Probleme verursachen.

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