Wertschätzung

Steuerzahlerbund kritisiert Kosten für neues Feuerwehr-Ehrenzeichen

Stuttgart – Der Bund der Steuerzahler hat Medienberichten zufolge die Kosten für ein neues Feuerwehr-Ehrenzeichen in Baden-Württemberg kritisiert. Hintergrund ist, dass die Landesregierung heute das Ehrenzeichens in Bronze  neu einführen will. Das Bronze-Ehrenzeichen soll künftig an Feuerwehrleute, die mindestens 15 Jahre aktiven Einsatzdienst geleistet haben, verliehen werden. Bisher gibt es für die Dienstzeiten der Feuerwehrleute im Südwesten das Ehrenzeichen in Silber für mindestens 25 Jahre Dienst, das Ehrenzeichen in Gold für mindestens 40 Jahre sowie in Gold in besonderer Ausführung für 50 Jahre. Darüber hinaus gibt es noch ein Ehrenzeichen der Sonderstufe für besondere Verdienste um das Feuerlöschwesen. “Da es bereits drei Auszeichnungsstufen gibt, stellt sich die Frage, ob nun eine weitere Auszeichnung unbedingt dazukommen muss”, sagte der Landeschef des Steuerzahlerbundes, Wilfried Krahwinkel gegenüber verschiedenen Zeitungen. “Der Allgemeinheit wäre aber sicherlich besser gedient, wenn der angedachte finanzielle Aufwand in die Ausrüstung der Feuerwehren investiert würde” fügte er hinzu.

Das Ministerium geht laut dem “Schwäbischen Tageblatt” davon aus, dass jährlich 9.000 Bronze-Abzeichen vergeben werden – nachträglich könnten bis zu 50.000 Feuerwehrleute die Auszeichnung bekommen. Jährliche koste dies 105.000 Euro, dazu würden einmalige Zusatzkosten in Höhe von 580.000 Euro kommen.

Hier geht’s zum Originalbeitrag: “Steuerzahlerbund kritisiert Feuerwehr-Ehrenzeichen” (Schwäbisches Tagesblatt, 23. September 2017)

 

3 Kommentare zu “Steuerzahlerbund kritisiert Kosten für neues Feuerwehr-Ehrenzeichen”
  1. Sebastian Seipp

    Natürlich könnten die Gelder, die für die in Rede stehenden Abzeichen aufgewandt werden müss(t)en in Ausrüstung investiert werden. Denkt man dies aber weiter, zeigt sich: Der Landeschef des Bundes der Steuerzahler (dessen Mitglieder sich im Übrigen zu 60% aus Unternehmern rekrutieren) beweist hier eindrucksvoll, vom Feuerwehrwesen so viel Ahnung zu haben, wie der sprichwörtliche “Elefant vom Klavierspielen”.

    Im Hinblick auf die Kostenstrukuren der Ausrüstungsbeschaffung – insbesondere, wenn es um Großgerät geht, sind die genannten Beträge “Peanuts”. Für 105.000€ kann eine kleine Ortswehr nicht einmal ein aktuelles Fahrzeug beschaffen.

    Nebenher scheint der gut situierte Mann zu verdrängen: Jeder Kamerad leistet seinen Dienst freiwillig und unentgeltlich – Anerkennung und Lob gibt es dieser Tage hingegen kaum!

    In einem Land, das u.A. bereit ist, Leuten ohne Berufsabschluß, wohl aber in höchsten politischen Ämtern wie bspw. Frau Göring-Eckardt, roundabout 10.000€ monatlich zu zahlen sollte doch für den Feuerwehrmann, der neben seinem maximalbesteuerten Alltagsjob 15 Jahre lang für Andere seinen Arsch hingehalten hat wenigstens eine bronzene Anstecknadel für € 2,10 bzw. 13,70 € drin sein.

    By the way!
    Hat der Bund der Steuerzahler eigentlich schon die ca. 30 Mrd. (in Worten: Dreißig Milliarden!) Euro moniert, die es den Steuerzahler (den er so euphemistisch und glanzvoll zu vertreten vorgibt) die unkontrollierte Masseneinwanderung seit 2015 gekostet hat? Wohl kaum, denn: 30 Mrd. Kosten bedeuten auch: jemand hat 30 Milliarden Umsatz gemacht! Wer kann das sein? Ach ja, Unternehmer! Die 60% des Mitgliederstammes des Bundes der Steuerzahler ausmachen. So schließt sich der Kreis. Na wenigstens haben die Feuerwehrleute, denen man nun nicht mal eine lumpige bronzene Anstecknadel gönnt, den Garanten für die 30 Milliarden Umsatz gratis und in ihrer Freizeit noch die Betten aufgebaut!

  2. Juliane Hansen

    Also ehrlich, da fällt mir spontan aber wichtigeres ein, was zu kritisieren wäre, als Ehrenzeichen für Ehrenamtliche.
    Bei dem Herrn hats wohl noch nicht gebrannt…

  3. Für 105.000 + 580.000 € könnte man schon Einsatzgerät kaufen. Nur gut, dass es viele Ehrenamtler gibt, die keinen Wert auf eine derartige Auszeichnung legen, für die es nicht einmal etwas Vergleichbares gibt. Wenn, dann sollten alle in einer gleichen Art und Weise Anerkennung erfahren, aber nicht mit einer derartigen Trophäe. Und wer hier die Kosten für Flüchtlinge als nicht beanstandetes Gegenbeispiel anführt, hat in Sachen Feuerwehr am besten nichts zu melden.Oder etwa die Aktivitäten zur Integration und Mitgliedergewinnung nicht mitbekommen? Dann wären auch diese Kosten zu beanstanden.

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