Leitstelle ordnet 15 Minuten Funkstille an

Leer (NI) – Am vergangenen Freitag fegte ein schweres Unwetter über Ostfriesland. Besonders stark betroffen war unter anderem der Landkreis Leer. Mehr als 200 Sturmeinsätze kamen zusammen, die am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag von den örtlichen Feuerwehren abgearbeitet werden mussten. Offenbar waren das Einsatzaufkommen und die Zahl der eingehenden Notrufe zu viel für die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Kreises. Wie der “General-Anzeiger” berichtet, hat der Disponent, der nach Angaben der Zeitung in der Nacht alleine Dienst hatte, den im Einsatz befindlichen Wehren eine 15-minütige Funkstille verordnet. Diese Anweisung des Disponenten sorgt bei einigen beteiligten Feuerwehrleuten für Empörung.

Artikel: “Feuerwehren sind sauer” (General-Anzeiger, 09. September 2013)

40 Kommentare zu “Leitstelle ordnet 15 Minuten Funkstille an”
  1. recht hat er, hätte ich genau so gemacht, so kann er sich auf das wesentliche konzentrieren und dringendem Gefahrenpotential Vorfahrt geben, Funksprüche wie Florian xy hat den Windbruch zersägt und am Straßenrand gelagert oder Florian Dings an Florian Bums…. Frage Verständigung interessiert in dem Fall erstmal niemand 😉

  2. Warum geht nicht jede FW auf ihren Abschnittskanal und nur noch das Gerätehaus ist auf dem normalen Kanal? Das entlastet die Leitstelle enorm und wird bei uns schon seit Jahren bei Unwetterlagen praktiziert.

  3. also ich kann den Kameraden verstehen. Wenn die alarmierten Wehren auf Zack gewesen wären wäre jede auf ihren zugewiesenen Lokalkanal gewechselt und hätten den Leitstellenfunk freigehalten. Auch eine Alarmierung weitere Disponenten/einer FüG wäre von Notwendigkeit gewesen. Bei uns läuft das so (nahezu reibungslos).

  4. Das Funkverbot wurde aufgrund eines Totalen Funkchaoses durch den 2. Einsatzsachbearbeiter der aufgrund der vielen Notrufe Alarmiert wurde ausgesprochen. Im laufe der erst Alarmierungen wurde sogar noch ein 3. Einsatzsachbearbeiter hinzu gezogen.

  5. Bei Uns beim Hochwasser im Juni wurde es dem Disponenten in der Leitstelle auch zu bunt und hat ne Funkstille ausgerufen weil alles nur noch durcheinander ging und garkeine Funkdisziplien mehr herschte

  6. Ein Franke

    Bei unseren letzten größeren Unwetter war ca 1½ Stunden Funkstille angeordnet. So lange liefen nämlich beständig Sirenen und Funkwecker im Dauereinsatz. Kaum war eine Schleife zu Ende und man wollte sich melden, kam schon der Spruch:”Funkstille für Alamierung!” und weiter ging es.

  7. Ein 2. Disponent? Nur?! Bei uns machen das eh mehrere, dazu kommt bei Unwettern noch der IuK-Zug und der Fuhrungsstab. Klar ist als mal schwierig durch zu kommen, aber es gibt ja auch Telefone (im Stab) und Ausweichkanäle. Dann läuft eh nichts mehr über FMS.

  8. Bei einer solchen Schadenslage hätte der Disponent einen 2 oder gar einen 3 dazu alarmieren müssrn. Außerdem hätte er den Feuerwehren einen K-Kanal zuweisen sollen, und einzelne Gebiete durch ELW´s abarbeiten lassen können. Dann wäre der Funk nur zum ELW geführt worden.

  9. Vollkommen richtig gehandelt und Feuerwehren die sich bei sowas noch aufregen, haben überhaupt keine Durchsicht. Der Rettungsdienst läuft ja nebenher auch noch weiter und muss vom Disponenten bearbeitet werden.

  10. Feuerwehr Hamburg Mitglied

    Das wäre bei uns in Hamburg, gar nicht möglich.
    Dort muss IMMER eine Rückmeldung gegeben werden, wobei wor natürlich Florian Hamburg Funk mäßig anders Organisiert sind.

  11. Es gibt auch noch ne ander Option! Im Sprechfunklehrgang sollte eigentlich jeder schon mal vom Sternverkehr gehört haben!
    Da sind dann schon viele Funkgespräche erschlagen, die so typischerweise den Funkkanal sinnlos blockieren!

  12. ganz einfache Klamotte: Meldungen über Melder des GF und der rest geht über den FMS …. Schicht im Schacht es sei denn es wird was benötigt dann über Telefon. Also sollte das mit der Funkstille kein Problem sein …

  13. Leider ist es bei Flächenlagen immer wieder das gleiche Problem. Hier zeichnet sich da dezentrale Arbeiten aus. Auch wenn noch nicht dezentral gearbeitet wird kann doch jeder hören was im Kreis los ist und seine “Kleineinsätze” selbst dokumentieren. Wirklich dringende Dinge wie Nachforderungen sind natürlich über Funk zu tätigen. Ich erinnere an “Blitz”. Wenn jeder von uns ein wenig mitdenkt können auch große Flächenlagen ohne Überlastung der Leitstellen, der Einsatzzentralen und vor allem ohne des Funk ablaufen. Dieses Problem kann auch durch den Digitalfunk nicht gelöst werden. Es fällt da nur keinem mehr auf das die Einsatzzentralen oder Zentralen möglicherweise durch unnötige Meldungen ausgelastet werden.

  14. @Christoph Bohnet

    Bei einem Unwetter IuK-Zug und Stab???

    Was wollt ihr den machen wenn mal wirklich was los ist, Lagezentrum im Innenministerium besetzen lassen?

  15. Ich finde es immer wieder schön auf welch hohem Niveau einige Feuerwehren in Deutschland sind, aber liebe Kameraden tut mir den Gefallen und guckt auch mal über den Tellerrand:
    Es gibt leider Regionen, da ist es nun mal so das nur ein Disponent eine Feuer- und Rettungsleitstelle besetzt. Und den Luxus eines zweiten Kanals oder sogar Abschnittskanals haben viele Landkreise auch nicht. Ganz zu schweigen von Funkarbeitsplätzen in den Gerätehäusern…

  16. Schön das sich hier wieder die Besserwisser melden!! Hallo, er hat da schon richtig gehandelt, selber mal die Einsätze abarbeiten und hinterher melden.

  17. Mir fällt auf, dass hier schon wieder der Landkreis Leer in den Fokus rückt, war da nicht erst vor Wochen etwas anderes mit Ausfall der Leitstelle oder so?

  18. Unter den vielen Notruf hätte ja auch ein ernsthafter Notfall sein können, also haben die erstmal Vorrang. Die Feuerwehren können die Einsätze auch ohne ständige Lagemeldung abarbeiten, Wo’s hingeht steht auch auf dem DME oder Alarmfax.
    Ich finde die Entscheidung des Dispos vollkommen gerechtfertigt und richtig!

  19. ichnochmal

    zum einen sollte die ILS eigentlich eigene Kräfte zur Besetzung der Leistelle nachalarmieren, zum andern muss ich sagen, das hier evtl. auch eine geeignete Schulung/Ausbildung auf Kreisebne der Feuerwehren fehlt. Hier lernt jeder Funker der FW, wie bei höherem Aufkommen der Funkverkehr abzuwickeln ist. Zur Not muss man halt auch mal warten und nicht kreuz u. quer quatschen.. Allerdings muss ich auch sagen, dass eine gute Funkausbildung durch nicht qualifizierte Kräfte in den ILSén wieder zunichte gemacht wird, weil diese oft nur ihren “Rettungsdienstfunk” kennen.
    Also, eigentlich in diesem Kreis beiderseits Probleme, die aber lösbar sind ! Grüßle aus Bayern

  20. Der Disponent hatte Recht,was glaubt ihr was bei so einer Lage in der ILS alles los ist. 1.Er muss die Notrufe am Telefon annehmen,und gleichzeitig die dafür vorgesehene Feuerwehr oder Rettungsdienst alarmieren.2. Er muss Entscheiden was ist dringend notwendig und was ist nicht so schlimm. So wenn viele Notrufe reinkommen muss er ja auch in der Lage die Alarmierungen rauszuschicken,und das dauert halt mal eine gewisse Zeit. Wenn es Funkstille heisst dann haltet euch einfach zurück wenns nicht wichtig ist und macht es über euere Tastatur vom Funkgerät da muss man nur den status melden mehr braucht es nicht wenn es nicht lebensbedrohlich ist. arbeitet eueren auftrag ab und meldet es über status das ihr das fertig habt,der Disponent meldet sich schon bei euch wenn er euch nochmal braucht.Man muss nicht immer BLaBla machen.

  21. Reporter112

    Wie sagen Politiker immer so gerne: “Wir haben das beste Rettungswesen der Welt”. Pustekuchen. Wenn der Bericht stimmt, musste ein Disponent allein eine ganze Kreisleitstelle besetzen. Das ist allein schon deshalb obsolet, weil er durch Schlaganfall oder Herzinfarkt plötzlich selbst zum Notfallpatient werden könnte. So etwas ist vor Jahren in NRW passiert: Beim Wachwechsel fand man den Nachtschichtler tot auf.
    Die Extrem-Wetterlagen erfordern nicht nur einen zweiten, dritten, … siebten, x-ten Disponenten, sondern auch eine Lagedienst-Führung, einen Stab (siehe FwDV 100). Einsatzkräfte müssen aber auch umdenken: Jetzt kann NICHT mehr jedes Detail mit Funkrückmeldung berichtet werden “Einsatzstelle an”, “Kettensäge/Tauchpumpe vor”, “Erster Ast abgesägt, beginnen mit dem Zweiten”. Lieber Feuerwehrler, dafür gibt es den Melderblock samt Bleistift in der hinteren Sitzbank!! Aufschreiben und später per Fax an die Leitstelle schicken. Wenn eure moderne Feuerwehr kein noch kein Fax hat, findet sich bestimmt ein Kamerad, der es kostenfrei aus seinem Smartfon an die Leitstelle schicken kann.
    Das professionelle an der Feuerwehr ist nicht das Blaulichtfahren, sondern das herausragend systematische Arbeiten auch bei großen Schadenslagen.

  22. Michél Seufert

    Hätte nicht gedacht das es noch solch mittelalterliche Leitstellen in Deutschland gibt in der ein Mann alleine in der Leitstelle Dienst schiebt. Unverantwortlich !! Bei uns hier in Hessen wäre so was undenkbar, bei uns hier im Landkreis minimum zwei Disponenten mit Qualifikation RS/RA und mindestens Gruppenführer in der Feuerwehr pro Schicht anwesend, zu Spitzenzeiten ein dritter Kollege und ständig ein Leitstellenmitarbeiter über Funkmeldeempfänger in Rufbereitschaft ( muß nach Alarmierung in maximal 15min auf der Dienststelle sein !! ).

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